DE109662C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B7/00—Halogens; Halogen acids
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- C01B7/03—Preparation from chlorides
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
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- Muffle Furnaces And Rotary Kilns (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Darstellung von Chlor aus Chlormagnesium bezw. einer Mischung von Chlormagnesium
und Magnesia durch Ueberleiten von Luft ergiebt sich eine Schwierigkeit, nämlich
die einer rationellen WSrmezuführung. Die für die Ausführung dieses Verfahrens gebrauchlichen,
liegenden und rotirenden Apparate sind schwierig von aufsen zu beheizen; andererseits liegt die Wärmewirkung zu sehr
in der Mantelfläche des Apparates. Man hat deshalb versucht, die zur Verwendung kommende
Luft in Winderhitzern zu erhitzen und auf diese Weise Wärme zuzuführen. Es würde
dies die beste Methode sein, wenn man nicht dabei genöthigt wäre, bedeutend mehr Luft
zuzuführen, als zur Reaction nöthig ist, so dafs das Chlorgas nicht genügend concentrirt
den Apparat verläfst. Selbst wenn man, wie im englischen Patent 11581 vom Jahre 1888
beschrieben wird, zur gröfseren Ausnutzung der Wärme mehrere Reactionsgefäfse hinter
einander schaltet, welche die festen Materialien der Reihe nach passiren, während die Luft in
entgegengesetzter Richtung hindurchgetrieben wird, erhält man keine wesentlich bessere
Wirkung, da nur durch Vorwärmung die niederen Temperaturgrade mehr ausgenutzt
werden.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun ein Verfahren zur Darstellung von Chlorgas
aus Chlormagnesium bezw. einer Mischung von Chlormagnesium und Magnesiumoxyd mit
Benutzung eines nur kleinen Luftüberschusses, bei welchem alle Wärme, die für die Reaction
nothwendig ist, durch die Gase selbst zugeführt wird, um ein Chlorgas zu erzeugen, welches
zur Herstellung von Chlorkalk genügend concentrirt ist. Gleichzeitig soll bei dem Procefs
Magnesiumoxyd erzeugt werden, das nur wenig unzersetztes Magnesiumchlorid enthält.
Das neue Verfahren besteht darin, dafs man Chlormagnesium oder ein Gemisch von Chlormagnesium
und Magnesia nach einander in zwei dauernd arbeitenden Drehöfen der Wirkung von erhitzter Luft aussetzt, und zwar in
der Weise, dafs dem zweiten Drehofen in Winderhitzern vorgewärmte Lutt zugeführt wird,
während das am anderen Ende des Ofens entweichende Gemisch von Luft und Chlorgas
von neuem in Winderhitzern erwärmt und hierauf dem ersten Drehofen zu weiterer Einwirkung
auf frisches Chlormagnesium zugeführt wird. Hierdurch ist es möglich, ein concentrirtes
Chlorgas mit sehr geringem Ueberschufs von Luft zu erzeugen, so dafs erstens Brennmaterial
gespart wird, und zweitens complicirte Ofenconstructionen, welche die Zuführung von
Wärme von aufsen her ermöglichen, entbehrlich sind.
Der Apparat besteht im wesentlichen aus zwei Drehöfen einer Construction, die eine
höchst innige Mischung von festem Material und Gas gestattet. Das Material wird continuirlich
in den oberen Ofen eingeführt; ebenso fällt es continuirlich aus demselben in
ein Sammelgefä'fs, aus welchem es in den
unteren Ofen gelangt. Nachdem es letzteren passirt hat, besteht es hauptsächlich aus Magnesiumoxyd.
Die Luft wird vor dem Eintritt in den unteren Ofen in Winderhitzern erhitzt und
tritt dort in innige Berührung mit dem schon grofsentheils in Magnesiumoxyd umgewandelten
Material. Das aus dem unteren Ofen abgezogene verdünnte Chlorgas wird nun in Winderhitzern
wieder auf höhere Temperatur gebracht und tritt in den oberen Ofen ein.
Zur Erhitzung der Luft und des verdünnten Chlorgases können continuirliche Erhitzer verwendet
werden; gewöhnlich werden sich aber die discontinuirlichen Oefen, wie sie z. B. zur
Erhitzung der Luft für Hochöfen verwendet werden, besser bewähren.
In der Zeichnung sind A und B die beiden Drehöfen, in denen die Umsetzung stattfindet.
Die Oefen ruhen auf Rollen i, während V-förmige Rollen 2 das Herabgleiten der Cylinder
verhindern. Jeder Ofen wird mit Hülfe eines Schneckenrades 3 angetrieben, das in einen
den Cylinder umgebenden Zahnkranz 4 eingreift.
Innen sind die Cylinder mit einer feuerfesten Auskleidung 5* versehen, sowie mit durchlochten
Scheidewänden zum Heben und Rühren des Materials. Die Scheidewände bewirken eine
höchst feine Vertheilung des Materials, indem sie es in feinem Regen über den ganzen
Querschnitt des Ofens fallen lassen. Am oberen Ende ist jeder Ofen durch eine stationäre
Platte 5 geschlossen, welche gegen die sich drehende Endplatte 6 abdichtet. Die Platte 5
hat eine Einmündung für festes Material und ein Abführungsrohr für Gas. Unten ist jeder
Ofen durch eine Endplatte 7 abgeschlossen, die sich mit dem Ofen dreht; sie hat Löcher 8
zum Austritt des festen Materials. Die Löcher 8 werden von einem dicht anschliefsenden Ring 9
überdeckt, in welchen das Material entleert wird.
Die Mischung von Magnesiumoxyd und Magnesiumchlorid wird in das Gefäfs 10 gefüllt;
die Transportschnecke iia schiebt diese Mischung continuirlich in den Ofen A. Nachdem
das Material durch den Ofen gegangen ist, fällt es in das Gefäfs 11 und durch Röhre 12
in den Ofen B. Das Gefäfs 11 dient dazu, um einen der Oefen kurze Zeit zwecks Reparatur
abstellen zu können, ohne den anderen aufser Betrieb zu setzen. Es wird dann ein
Schieber 13 eingestofsen, der aber sonst geöffnet ist. Nachdem das Material auch den
Ofen B passirt hat, gelangt es in das Gefäfs 14. Das feste Product besteht aus Magnesiumoxyd,
welches für technische Zwecke verwendet werden kann.
Die in den Ofen B einzuführende Luft wird in den Winderhitzern C und D erhitzt. Diese
arbeiten abwechselnd, während durch den einen Luft geht, wird der andere erhitzt. Angenommen,
D wird erhitzt und durch C geht die Luft. Eine Mischung von Gas und Luft
tritt bei 15 in Z) ein und wird dort verbrannt. Die heifsen Verbrennungsgase steigen durch
das feuerfeste Material, mit dem der Erhitzer gefüllt ist, auf und entweichen, nachdem sie
den gröfsten Theil der Wärme an das feuerfeste Material abgegeben haben, durch den
Kamin 16. Gleichzeitig tritt die Luft vom Gebläse 17 oben in den anderen Erhitzer C
durch die Röhre 18 ein. Dieselbe wird beim Durchgang durch das heifse Füllungsmaterial
erwärmt und tritt in erhitztem Zustande durch Röhre 19 in den Ofen B ein. Die heifse Luft
wirkt in diesem Ofen auf. das schon im oberen Ofen theilweise zersetzte Material und bewirkt
eine vollkommenere Zersetzung des Chlorids, als dies mit den meisten anderen Verfahren
möglich ist.
Das aus dem unteren Ofen entweichende verdünnte Chlorgas, welches nun bedeutend
abgekühlt ist, tritt durch die Röhre 20 abwechselnd in einen der Winderhitzer E und F,
die in derselben Weise arbeiten wie die Erhitzer C und D. Das erhitzte verdünnte Chlorgas
verläfst die Erhitzer abwechselnd unten und geht durch die Röhre 21 in den oberen Ofen.
In diesem wirkt das verdünnte Gas auf das an Magnesiumchlorid reichere Material, und es
entweicht concentrirtes Chlor aus. dem Ofen durch Röhre 22. Um in dem ganzen Apparat
ein kleines Vacuum zu halten, ist der Ventilator 23 zum Abziehen der Gase am Ende des
Systems angeordnet.
Das Chlorgas wird zur Herstellung von Chlorkalk verwendet und geht zu diesem Zweck
durch passende Absorptionsapparate.
Der ganze Apparat arbeitet völlig automatisch und liefert einen continuirlichen Strom von
Chlorgas in immer gleicher Stärke. Alle Handarbeit, die nöthig ist, besteht in Umstellung
der Ventile an den Winderhitzern. Anstatt der dargestellten discontinuirlich arbeitenden
Gaserhitzer können auch continuirlich arbeitende verwendet werden, da in diesem Falle das
Gas nicht unter Druck durch den Apparat geprefst werden mufs.
Die auf irgend eine geeignete Art hergestellte Mischung von Magnesiumoxyd und Chlorid
wird gewöhnlich möglichst trocken in den oberen Cylinder eingegeben. Da die Erhitzung
allmälich ist und unter inniger Berührung mit dem durchgehenden Gas vor sich geht, wird
vorhandene Feuchtigkeit bei niederer Temperatur und mit weniger Salzsäurebildung abgetrieben,
als dies gewöhnlich der Fall ist.
Das Verfahren kann zur Herstellung von Chlor aus Chlormagnesium von irgend welcher
Quelle verwendet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Chlor aus Chlormagnesium, bei welchem das Chlormagnesium bezw. eine Mischung von solchem und Magnesia in zwei hinter einander angeordneten, dauernd arbeitenden Oefen einem entgegengesetzten' Strom erhitzter Luft ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dafs das den zweiten Ofen verlassende Gasgemisch, bevor es dem ersten zugeführt wird, abermals erhitzt wird, zum Zwecke der Ersparnifs an Brennmaterial und der Erzielung eines concentrirten Chlorgases.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE109662C true DE109662C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5427947A (en) * | 1993-03-25 | 1995-06-27 | Dalos; David E. | Environmental chamber and method for composting solid waste |
-
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- DE DENDAT109662D patent/DE109662C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5427947A (en) * | 1993-03-25 | 1995-06-27 | Dalos; David E. | Environmental chamber and method for composting solid waste |
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