DE10978C - Anwendung von Dextrin bei Herstellung von Cartouchen aus komprimirtem Sprengpulver - Google Patents

Anwendung von Dextrin bei Herstellung von Cartouchen aus komprimirtem Sprengpulver

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DE10978C
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H. GÜTTLER in Kriewald bei Gleiwitz
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    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B31/00Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt
    • C06B31/02Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate
    • C06B31/04Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate with carbon or sulfur
    • C06B31/06Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate with carbon or sulfur with an organic non-explosive or an organic non-thermic component

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Description

1879.
Klasse 78.
HERMANN GÜTTLER in KRIEWALD bei GLEIWITZ. Anwendung von Dextrin bei Herstellung von Cartouchen aus comprimirtem Sprengpulver.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. December 1879 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet die Anwendung von Dextrinlösimg. zur Herstellung eines Sprengpulvers, das in Cartouchen geprefst und dann mit Schellacklösung bestrichen wird. ■ . .
Die braunrothe Holzkohle, welche bei einer Temperatur von 270 bis 3100 C. aus harzfreien Hölzern dargestellt ist, hat ungefähr die Formel Cs BA O2. Sie wird zusammen mit raffinirtem' Schwefel in dem aus der am Schlufs gegebenen Zersetzungsgleichung ersichtlichen Verhältnifs in Trommeln mittelst Kugeln aus Phosphorbronze aufs feinste pulverisirt. Die Mengung dieses. Gemisches mit der nöthigen Menge von Salpeter findet in Trommeln aus Sohlleder mittelst kleiner Holzcylinder, deren Endflächen - abgerundet sind, statt.
Die hierdurch aufs innigste gemengte Masse wird nun mit 8 pCt. einer Lösung von Dextrin in destillirtem Wasser gleichmäfsig angefeuchtet und auf einem Rollengange so länge bearbeitet, bis die Elasticität der Holzkohle so gebrochen ist, dafs sich das aus dem Pulverkuchen dargestellte Kornpulver willig comprimiren läfst.
Dieser Kuchen wird zwischen Bronzewalzen mit abgestumpften Pyramiden zu Körnern von ι bis 2 mm Durchmesser gekörnt, das Product wird staubfrei gemacht und bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 2 bis 3 pCt. getrocknet.
Dieses Korn wird auf einer Excenterpresse . (ähnlich der Presse für prismatisches Pulver) in cylindrischen Formen, Nadeln und Stempeln aus Phosphorbronze zu Cartouchen mit Feuerkanälen ' (central oder senkrecht der Mantelfläche) comprimirt.
Diese Cartouchen werden vollkommen getrocknet und alsdann mit einer Schellacklösung überstrichen.
Durch den Schellackanstrich wird diesen Cartouchen, selbst bei Anwendung von salpetersaurem Natron, die' Hygroskopicität vollständig genommen.
Die so hergestellten Cartouchen können ohne jede Umhüllung zu Sprengarbeiten im Feuchten wie im Trocknen direct verwendet werden.
Die Zersetzung findet bei der Explosion nach folgender Umsetzungs-Gleichung statt:
C8B,O2 +8 KN0% + 4 S (od. 8 Na NO3) = 8 CO2 + 2 B2 O + SN+ 2 K2 S O11 (od. 2 Na2 SO,) + 2 K2 S (oder 2 Na2 S).
Das Pulver wird im allgemeinen wie das gewöhnliche Schiefspulver hergestellt, doch verwendet man braunrothe Holzkohle, da diese im Vergleich zur schwarzen Holzkohle einen Ueberschufs an Sauerstoff besitzt, und darum bei Verpuffung des Pulvers vorwiegend Kohlensäure und. weniger das für die Gesundheit der Bergleute schädliche Kohlenoxyd giebt.

Claims (1)

  1. Pate nt-An spruch:
    Die Anwendung von Dextrin bei Herstellung von Cartouchen aus comprimirtem Sprengpulver.
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