DE1100611B - Verfahren zur Herstellung von gesaettigten Fettsaeurenitrilen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von gesaettigten Fettsaeurenitrilen

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DE1100611B
DE1100611B DEB50368A DEB0050368A DE1100611B DE 1100611 B DE1100611 B DE 1100611B DE B50368 A DEB50368 A DE B50368A DE B0050368 A DEB0050368 A DE B0050368A DE 1100611 B DE1100611 B DE 1100611B
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DE
Germany
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ammonia
catalyst
catalysts
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DEB50368A
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English (en)
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Dr Konrad Rauch
Dr Martin Decker
Dr Hans Juergen Nienburg
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BASF SE
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BASF SE
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C255/00Carboxylic acid nitriles

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von gesättigten Fettsäurenitrilen Es ist bekannt, daß man gesättigte Fettsäurenitrile durch Umsetzung von gesättigten aliphatischen Aldehyden mit Ammoniak an geeigneten Katalysatoren herstellen kann. Da die Abspaltung von Wasserstoff ein wesentlicher Teilschritt dieser Reaktion ist, wurden bisher als Katalysatoren vorwiegend dehydrierend wirkende Metalle, wie Kupfer, Silber, Zink, Nickel, Kobalt oder Mangan, mit oder ohne Träger v erwendet. Diese Metallkatalysatoren haben den Nachteil, daß ihre Aktivität schon nach wenigen Stunden erheblich abfällt, so daß sie häufig regeneriert werden müssen.
  • Weiterhin ist die Verwendung von Oxyden oder Sulfiden der Elemente Thorium, Chrom, Molybdän, Zink, Vanadin und Nickel als Katalysatoren bekannt.
  • Als Katalysatorträger wird in den meisten Fällen Aluminiumoxyd empfohlen. In der USA.-Patentschrift 2653 964 wird Zirkondioxyd als besonders geeigneter Träger bezeichnet. Auch diese Katalysatoren verlieren rasch ihre Aktivität und müssen dann regeneriert werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß man gesättigte Fettsäurenitrile durch Umsetzung von gesättigten aliphatischen Aldehyden mit Ammoniak in Gegenwart von Chromoxyd oder Chromoxyd und Zinkoxyd enthaltenden Katalysatoren auch im Dauerbetrieb mit guten Ausbeuten erhält. wenn man die Reaktion in Gegenwart des auf Kieselsäure oder Silikate als Träger aufgebrachten Katalysators bei einer Temperatur zwischen 350 und 500° C, vorzugsweise zwischen 400 und 5000 C, durchführt.
  • Es hat sich überraschend gezeigt, daß das Gelingen der Umsetzung in hohem Maße von der Art des verwendeten Trägers abhängt. Gegenüber den bisher verwendeten Katalysatoren sind die beanspruchten Katalysatoren mit Kieselsäure oder Silikaten als Träger hinsichtlich der erzielbaren Ausbeute und der Dauer ihrer Wirksamkeit eindeutig überlegen. So erhält man, unter Verwendung eines Katalysators, der z. B. aus Chromoxyd auf Aluminiumoxvd besteht, bei der Herstellung von Isobutyronitril eine Ausbeute von rund 75 ovo der Theorie, bei Verwendung eines Katalysators nach dem vorliegenden Verfahren hingegen eine Ausbeute von 85 bis 90°/o. Katalysatoren, die aus Chromoxyd auf Zirkondioxyd bestehen, müssen bereits nach stündiger Betriebsdauer regeneriert werden, während die erfindungsgemäßen Katalysatoren teilweise auch nach 15ûstündiger Betriebsdauer unveränderte Wirksamkeit zeigen. Pyridinverbindungen und ungesättigte Nitrile entstehen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gar nicht oder in ganz untergeordneten Maße. Die erhaltenen Produkte sind vielmehr von angenehmem Geruch, sehr rein und farblos.
  • Die Mitverwendung von Luftsauerstoff, die bei anderen Verfahren als wesentlich bezeichnet wird, ist bei dem beanspruchten Verfahren nicht vorgesehen.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich hesonders vorteilhaft gerad- oder verzweigtkettige gesättigte aliphatische Aldehyde mit 2 bis 8 Ggohlenstoffatomen umsetzen, z. B. Propionaldehyd, Butyraldehyd, Isobutyraldehyd und Isovaleraldehyd.
  • Als Träger für die Katalysatoren eignen sich u. a.
  • Kieselgel, Diatomeenerde, Kaolin und Bimsstein. Für die Herstellung der Katalysatoren geht man bekanntlich von Verbindungen des 6wertigen Chroms aus. Die Oxyde enthalten dann noch wechselnde Mengen an 6wertigem Chrom und zeichnen sich, auf den genannten Trägern niedergeschlagen, durch hesondere Wirksamkeit aus. Die Herstellung der Katalysatoren kann z. B. in der Weise erfolgen, daß man den Trägerstoff mit einer wäßrigen Lösung von Chrom(VI)-oxyd und gegebenenfalls eines Zinksalzes, wie Zinkacetat oder Zinknitrat, tränkt, anschließend das Wasser verdampft und den Rückstand mehrere Stunden auf 300 bis 5000 C erhitzt. Man kann auch die Chromsäurelösung in Gegenwart des Trägerstoffes in bekannter Weise mit Alkohol reduzieren und, wie beschrieben, weiterverfahren. Auch die so erhaltenen Katalysatoren enthalten noch einen Teil des Chroms in 6wertiger Form.
  • Die Regenerierung der erfindungsgemäßen Katalysatoren kann in einfacher Weise durch mehrstündiges Überleiten von Luft bei einer Temperatur von 400 bis 5000 C erfolgen.
  • Vorteilhaft führt man die Umsetzung der gesättigten aliphatischen Aldehyde mit Ammoniak an Katalysatoren durch, die außer Chrom bzw. Chrom und Zink auch noch ein Alkalimetall, zweckmäßig 0,5 bis 1 0/o, enthalten. Solche Katalysatoren zeichnen sich durch eine besonders lang anhaltende Wirksamkeit aus und brauchen praktisch gar nicht regeneriert zu werden. Man kann sie z. B. herstellen, indem man der Chromsäurelösung Alkalihydroxyd, vorzugsweise Natrium- oder Kaliumhydroxyd, oder ein Alkalichromat oder -bichromat in entsprechender Menge zusetzt und weiter wie oben beschrieben verfährt.
  • Die Umsetzung der gesättigten aliphatischen Aldehyde mit Ammoniak läuft an den erfindungsgemäßen Katalysatoren bei einer Temperatur zwischen 400 und 5000 C sehr rasch ab und gestattet somit bei vollständigem Umsatz je Liter Katalysator und Tag einen Durchsatz zwischen 2 und 15 kg Aldehyd und darüber. Höhere Temperaturen sind nicht empfehlenswert, weil dann Neben- oder Folgereaktionen, wie z. B. die Bildung ungesättigter Nitrile, eintreten.
  • Die Umsetzung kann sowohl unter Normaldruck als auch unter schwach erhöhtem oder vermindertem Druck durchgeführt werden.
  • Das Molverhältnis von Aldehyd zu Ammoniak beträgt zweckmäßig zwischen 1 : 1,5 und 1 : 5, vofteilhaft zwischen 1 :1,5 und 1 : 2.
  • Die Umsetzung der gesättigten aliphathischen Aldehyde mit Ammoniak kann an fest angeordneten Katalysatoren erfolgen. Hierfür bringt man den Katalysator in ein zweckmäßig senkrecht stehendes, beheizbares Reaktionsrohr, z. B. aus keramischem Material, Quarz oder Stahl, und leitet bei erhöhter Temperatur zunächst Luft, dann Stickstoff und schließlich Ammoniak hindurch. Den Aldehyd führt man vorzugsweise gasförmig zusammen mit dem Ammoniak in das Reaktionsgefäß ein. Gegebenenfalls verdünnt man das Gas- bzw. Dampfgemisch durch Zusatz inerter Gase, wie Stickstoff. Das überschüssige Ammoniak und der abgespaltene Wasserstoff entweichen gasförmig, das entstandene Nitril und das Wasser werden kondensiert. Man trennt das Wasser ab und reinigt das Nitril durch Destillation.
  • Für die Umsetzung nach dem Wirbelschichtverfahren verwendet man den Katalysator zweckmäßig in einer Körnung zwischen etwa 0,2 und 0,5 mm. Außerdem ist in diesem Falle ein Molverhältnis von Aldehyd zu Ammoniak von etwa 1:4 bis 1 : 5 günstig, weil auf diese Weise die Ausbildung des Wirbelbettes durch den Ammoniaküberschuß bewirkt wird und die Verwendung eines Hilfsgases sich erübrigt. Das überschüssige Ammoniak wird zweckmäßig in das Verfahren zurückgeführt. Man kommt aber auch beim Wirbelschichtbetrieb mit 1,5 bis 2 Mol Ammoniak je Mol Aldehyd aus, wenn man dem gasförmigen Aldehyd- Ammoniak- Gemisch eine entsprechende Menge Inertgas, insbesondere Stickstoff, zumischt. Im übrigen erfolgt die Aufarbeitung des Rohproduktes wie bei der Arbeitsweise mit fest angeordneten Katalysatoren.
  • Die nach dem Verfahren erhältlichen Nitrile sind wertvolle Zwischenprodukte. Sie lassen sich z. B. in ungesättigte Nitrile überführen, die für die Herstellung von Mischpolymerisaten Verwendung finden.
  • Beispiel i Eine in der Wärme aus gleichen Gewichtsteilen Chromsäure und Wasser hergestellte Chromsäurelösung wird mit Diatomeenerde versetzt, unter Rühren auf dem Wasserbad zu einem dicken Brei eingedampft und anschließend im Trockenschrank bei 120im C in dünner Schicht getrocknet. Der entstandene Kuchen wird in quadratische Stücke von etwa 5 mm Kantenlänge geschnitten und anschließend 2 Stunden auf 2000 C und 3 Stunden auf 500° C erhitzt. Der Katalysator enthält 4i,I 0/o CrnL iind 5,6e/o Cr".
  • 125 cm3 dieses Katalysators, entsprechend 97 g, werden in das mittlere Drittel eines senkrecht stehenden 100 cm langen beheizbaren Quarzrohres von 2,5 cm lichter Weite gebracht. Das obere und das untere Drittel des Reaktionsrohres sind mit Füllkörpern beschickt. Man leitet zunächst bei 450 bis 5000 C 3 Stunden lang Luft über den Katalysator, senkt dann die Temperatur auf 4200 C, verdrängt die Luft durch Stickstoff und anschließend den Stickstoff durch Ammoniak. Über den Katalysator wird dann je Stunde ein Gemisch aus 1 Mol Isobutyraldehyd und 2 Mol Ammoniak geleitet, was einem Durchsatz von 13,8 kg Aldehyd je Liter Katalysator und Tag entspricht.
  • Die das Reaktionsrohr verlassenden Gase und Dämpfe werden abgekühlt; das überschüssige Ammoniak und der entstandene Wasserstoff entweichen hierbei gasförmig, und das Kondensat trennt sich in einem nachgeschalteten Abscheider in zwei Schichten.
  • Die untere, wäßrige Phase, die Ammoniak gelöst enthält, wird verworfen, die obere organische Phase, die aus Isobutyronitril besteht, destilliert.
  • Man erhält auf diese Weise in 3,4 Stunden aus 250 g 98e/oigern Isobutyraldehyd 215 g organische Phase und hieraus 202 g Isobutyronitril vom Siede; punkt 102 bis 1050 C. Die Ausbeute an Isobutyronitril beträgt 86,2 0/o der Theorie.
  • Im Dauerbetrieb erhält man mit demselben Katalysator ohne Regenerierung in 65,5 Stunden aus insgesamt 4893 g Isobutyraldehyd Isobutyronitril in einer Ausbeute von durchschnittlich 85,1 °/e.
  • Beispiel 2 Über 130cmS eines Katalysators, der aus Chromoxyd-Zinkoxyd, mit einem Gehalt an 6,37 0/o Chrom und 53,22 4>/o Zink auf Diatomeenerde besteht, werden bei 5000 C stündlich 1 Mol Isobutyraldehyd und 2 Mol Ammoniak geleitet. Unter diesen Bedingungen muß der Katalysator etwa alle 50 Stunden durch Überleiten von Luft regeneriert werden.
  • Nach 313 Stunden Gesamtumlaufzeit erhält man innerhalb von 5 Stunden aus 396 g 980/oigem Aldehyd noch 318 g Isobutyronitril, entsprechend 85,4 O/o der Theorie.
  • Beispiel 3 Über 240 cm3 eines Katalysators, der aus 90 °/o Zinkoxyd und 10 0/o Chromoxyd auf Bimsstein besteht, werden bei 4600 C stündlich 1 Mol Isobutyraldehyd und 2 Mol Ammoniak geleitet. Man regeneriert den Katalysator nach einer Laufzeit von jeweils 25 Stunden und erhält nach einer Gesamtbetriebsdauer von 68,5 Stunden Isobutyronitril noch in einer Ausbeute von 83,4010 der Theorie.
  • Beispiel 4 Über den im Beispiel 1 verwendeten Katalysator werden bei 4900 C je Stunde 86 g Isovaleraldehyd £1 Mol) und 2 Mol Ammoniak geleitet. Aus 436 g Isovaleraldehyd werden 277 g. Isovaleronitril vom Siedepunkt 124 bis 1290 C erhalten. Die Ausbeute beträgt 67,2 O/o der Theorie.
  • Beispiel 5 In einem senkrecht stehenden Quarzrohr von 4,5 cm lichter Weite und 80 cm Länge werden 380 g eines auf 4800 C erhitzten Katalysators, der die Zusammensetzung 87,4 Wo SiO2, 12,0 Wo Cd203, 0,6Wo K20 und eine Körnung von 0,2 bis 0,5 mm besitzt, in auf und ab wirhelnder Bewegung gehalten, indem man stündlich ein gasförmiges Gemisch aus 144 g Isobutyraldehyd und 2001 Ammoniak in das Rohr einführt.
  • Der Durchsatz beträgt dementsprechend 5,58 kg Isobutyraldehyd je 1 Katalysator und Tag, das Molverhältnis Aldehyd zu Ammoniak 1 :4,5. In einem Wasserkühler wird der Hauptteil der flüssigen Reaktionsprodukte kondensiert, der Rest wird durch Kühlung auf - 300 C gewonnen. Das überschüssige Ammoniak wird in das Verfahren zurückgeführt.
  • Man erhält auf diese Weise innerhalb von 8 Stunden aus 1152 g Isobutyraldehyd 1050g rohes und daraus durch Destillation 963 g reines Isobutyronitril. Die Ausbeute beträgt 87 Wo der Theorie.
  • Der Katalysator besitzt auch nach 150 Stunden Betriebsdauer noch unverminderte reine Aktivität.
  • PATENTANSPRCCHE 1. Verfahren zur Herstellung von gesättigten Fettsäurenitrilen durch Umsetzung von gerad- oder verzweigtkettigen gesättigten aliphatischen Aldehyden mit Ammoniak in Gegenwart von Chromoxyd oder Chromoxyd und Zinkoxyd enthaltenden Trägerkatalysatoren bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß man als Träger für den Katalysator Kieselsäure oder ein Silikat verwendet und bei einer Temperatur zwischen 350 und 5000 C, vorzugsweise zwischen 400 und 5000 C, arbeitet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Katalysator verwendet, der ein Alkalioxyd enthält.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsprodukte Aldehyde mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen verwendet.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 832 147, 897 560.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE832147C (de) * 1949-12-30 1952-02-21 Bataafsche Petroleum Verfahren zur Herstellung von Nitrilen aus Alkoholen oder Aldehyden
DE897560C (de) * 1950-12-30 1953-11-23 Distillers Company Verfahren zur Herstellung von ungesaettigten Nitrilen

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE832147C (de) * 1949-12-30 1952-02-21 Bataafsche Petroleum Verfahren zur Herstellung von Nitrilen aus Alkoholen oder Aldehyden
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