DE1102809B - Informationsspeicher mit supraleitfaehigen bistabilen Elementen - Google Patents
Informationsspeicher mit supraleitfaehigen bistabilen ElementenInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf bistabile Elemente aus supraleitfähigem Material und insbesondere auf
Informationsspeicher und Auswahlsysteme, welche solche Elemente benutzen. Die beiden Zustände jedes
supraleitfähigen Elementes werden durch zwei Richtungen des Stromflusses in dem Element dargestellt.
Ein in diesem Element in der einen Stromrichtung fließender Strom bleibt in dieser Richtung aufrechterhalten,
bis er durch von außen ausgeübte Kräfte geändert wird.
Ein Zweck der Erfindung besteht darin, ein Gedächtnissystem anzugeben, das aus supraleitfähigen
Elementen besteht, eine verhältnismäßig große Speicherkapazität hat und in einfacher Weise aufgebaut
werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Blatt oder eine Scheibe eines Materials, das unterhalb
einer gewissen Temperatur supraleitfähig wird, mit einer Mehrzahl von Löcherpaaren versehen, die
in einer Matrix von Zeilen und Reihen angeordnet sind. Das Material zwischen je zwei Löchern stellt
ein bistabiles Speicherelement dar, in welchem Strom in der einen oder der anderen Richtung fließen kann.
Eine Mehrzahl von Zeilen- und Reihenauswahlleitungen sind auf der einen Seite des Blattes angebracht,
wobei sich die Schnittpunkte mit den Speicherelementen in Deckung befinden. Ein Meßoder
Ausgangsleiter befindet sich auf der anderen Seite des Blattes in Wirkungsverbindung mit allen
oder einigen Speicherelementen. Wenn das Blatt sich in dem normalen supraleitfähigen Zustand befindet,
wirkt es als magnetische Abschirmung und verhindert eine Energieübertragung von den Zeilen-
und Reihenleitungen auf den Meßleiter. Jedoch empfängt ein Speicherelement am Schnittpunkt von erregten
Zeilen- und Reihenleitungen einen magnetischen Fluß, welcher bei Addition zu dem mit dem Suprastrom
im Speicherelement verbundenen Fluß (bei gleicher Polarität) das supraleitfähige Material des
Speicherelementes in den normalen Zustand umschaltet. Das Speicherelement stellt dann keine magnetische
Abschirmung mehr dar, und der Fluß der Auswahlleiter schneidet den Meßleiter und erzeugt
einen Ausgangsimpuls.
Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer Auswahleinrichtung, deren verschiedene Bestandteile auseinandergezogen
dargestellt sind;
Fig. 2 zeigt ein Gedächtnissystem unter Benutzung einer Auswahleinrichtung nach Fig. 1;
Fig. 3 zeigt den Zusammenhang zwischen der Temperatur und dem kritischen magnetischen Feld für
gewisse supraleitfähige Materialien;
Fig. 4 ist ein Vektordiagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise der Anordnung nach Fig. 1.
Informationsspeicher mit supraleitfähigen bistabilen Elementen
Anmelder:
Radio Corporation of America,
New York, N. Y. (V. St. A.)
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. E. Sommerfeld, Patentanwalt,
München 23, Dunantstr. 6
München 23, Dunantstr. 6
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 24. Februar 1959
V. St. v. Amerika vom 24. Februar 1959
Leslie Lewis Burns jun., Princeton, N. J. (V. St. Α.),
ist als Erfinder genannt worden.
ist als Erfinder genannt worden.
Die im ganzen in Fig. 1 mit 10 bezeichnete Einrichtung enthält eine Unterlage 12 aus geeignetem
dielektrischem Material, beispielsweise aus Glas oder Quarz, auf der sich ein Blatt 14 aus supraleitfähigem
Material befindet. Das Blatt 14 kann ein metallisches supraleitfähiges Material, beispielsweise Zinn, sein,
welches auf die Unterlage 12 aufgedampft oder elektrolytisch niedergeschlagen ist. Das Blatt 14 kann auch
eine Schicht eines geeigneten supraleitfähigen Materials sein, die in Form einer Zinnfolie oder Tantalfolie
od. dgl. auf einem Träger 14 aufgebracht ist. Eine Mehrzahl von Löcherpaaren 16 ist beispielsweise
durch Ätzung in der supraleitfähigen Schicht 14 angebracht. Der Einfachheit der Darstellung halber sind
nur sechzehn Löcherpaare veranschaulicht. Die Löcherpaare 16 sind in rechtwinklig zueinanderliegenden
Zeilen und Reihen angeordnet. Eine Quarz- oder Glasunterlage wird deshalb benutzt, um eine mechanisch
feste Unterlage zu haben, die außerdem amorph ist. Das Blatt 14 .aus supraleitfähigem Material
wird auf die Unterlage durch Aufdampfen, auf elektrolytischem Wege oder auch (im Falle der Folien)
durch Aufkleben angebracht.
Die amorphe Struktur der Unterlage 12 erlaubt es dem Blatt 14, seine eigene natürliche Kristallstruktur
während des Aufdampfens oder des Aufbringens auf elektrolytischem Wege anzunehmen, wenn dünne
Filme des supraleitfähigen Metalls benutzt werden. Die natürliche kristalline Phase des Metallfilms ergibt
die wirkungsvollste supraleitfähige Anordnung. Dies
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bedeutet, daß nur ein verhältnismäßig kleiner Eingangsstrom erforderlich ist, um die gewünschten
Supraströme in dem Film zu erzeugen. Wenn die Unterlage 12 eine kristalline Struktur besitzen würde,
so könnte beim Aufdampfen des Metalls dessen S Struktur durch die kristalline Struktur der Unterlage
beeinflußt werden.
Die Löcherpaare 16 werden vorzugsweise sowohl bei einem dünnen aufgedampften Film wie bei einer
Metallfolie 14 eingeätzt. Man kann sehr viele be- ίο kannte Ätzverfahren zur Herstellung dieser Löcher
verwenden. Ein weiterer Grund zur Benutzung einer Glas- oder Quarzunterlage besteht darin, daß diese
von den benutzten Ätzflüssigkeiten nicht angegriffen wird.
Gewünschtenfalls können die Löcher 16 auch durch einen Stanzvorgang hergestellt werden. Bei kleinen
Durchmessern der Löcher 16 dürfte sich jedoch eine bessere Gleichmäßigkeit durch ein Ätzverfahren erzielen
lassen. Zum Beispiel können bei einer praktischen Ausführung die Löcher 16 einen Durchmesser
von 0,01 mm besitzen bei einem Abstand von Mitte zu Mitte von zwei nebeneinanderliegenden Löchern
von 0,02 mm. Die beiden Löcher eines Löcherpaares
16 sind gegeneinander versetzt, so daß man für eine gegebene Fläche des Blattes 14 mehr Speicherelemente
anordnen kann.
Die Teile 17 des supraleitfähigen Materials zwischen je zwei Löchern 16 stellen die bistabilen Elemente dar.
Die sechzehn verschiedenen Zwischenteile 17 können also sechzehn verschiedene binäre Zahlen in einem Gedächtnissystem
speichern.
Eine Schicht 18 aus Isoliermaterial wird auf das supraleitfähige Blatt 14 aufgelegt. Das Isoliermaterial
18 kann beispielsweise ein dünner Lacküberzug sein, der auf der Oberseite des Metallblattes 14 angebracht
wird. Dieses Isoliermaterial kann transparent sein und wird daher in den übrigen Figuren nicht mit dargestellt;
jedoch wird es durch Punktierung der verschiedenen Auswahlleitungen angedeutet.
Eine Mehrzahl von Zeilenleitern 20 ist oberhalb der Isolierschicht 18 beispielsweise durch Aufdampfen
oder auf elektrolytischem Wege angebracht. Jeder einzelne Zeilenleiter 20 ist bei Erregung an eine andere
Zeile von Speicherelementen 17 angekoppelt. Eine weitere Schicht von Isoliermaterial 22 ist über den
Zeilenleitern 20 angeordnet. Diese Isolierschicht 22 kann ebenfalls ein dünner Lacküberzug sein. Eine
Mehrzahl von Reihenleitern 24 ist durch Verdampfen oder auf elektrolytischem Wege auf der Oberseite der
zweiten Isolierschicht 22 angebracht. Jeder der Reihenleiter 24 ist bei Erregung an eine andere Reihe von
Speicherelementen 17 angekoppelt. Eine einzige Meßwicklung 26 ist auf der Unterseite der Unterlage 12
angebracht. Die Meßwicklung 26 verläuft an der Unterseite der Unterlage 12 nach vorwärts und rückwärts,
so daß sie an die Stelle jedes Speicherelementes
17 gebracht werden kann.
Gemäß Fig. 2 sind die Zeilenleiter 20 am einen Ende an einen Zeilenwähler 28 angeschlossen. Am
anderen Ende sind die Zeilenleiter 20 alle an ein festes Potential angeschlossen, das in Fig. 2 als Erde
dargestellt ist. Die Reihenleiter 24 sind am einen Ende an einen Reihenwähler 30 angeschlossen und am
anderen Ende alle geerdet. Die Klemmen der Meßwicklung 26 sind mit einer Meßvorrichtung 32 verbunden.
Vorzugsweise bestehen die Zeilen- und Reihenleiter 20 und 24 aus einem Material, welches bei
höherer Temperatur als das Blatt 14 supraleitend wird. Wenn beispielsweise Zinn als supraleitendes
Material für das Blatt 14 benutzt wird, können die Zeilen- und Reihenleiter 20 und 24 aus Blei bestehen.
Dann bleiben die Zeilen- und Reihenleiter 20 und 24 während des ganzen Arbeitens der Einrichtung in
ihrem supraleitenden Zustand, wie weiter unten noch genauer beschrieben werden wird. Man kann für das
supraleitfähige Blatt und die Auswahlleiter aber auch andere Materialkombinationen verwenden. Beispielsweise
kann das Blatt 14 aus Blei bestehen, und die Zeilen- und Reihenleiter können aus Technetium gefertigt
werden.
Die Kurven 40 und 42 in Fig. 3 zeigen das kritische magnetische Feld Hc in Örsted, das zur
Änderung eines supraleitfähigen Zustandes bei Zinn und Blei in einen normalen leitenden Zustand erforderlich
ist, und zwar als Funktion der Temperatur in Grad Kelvin. Die Flächen oberhalb der Kurven
stellen den normalen leitenden Zustand dar und die Flächen unterhalb der Kurven den supraleitfähigen
Zustand.
Im Betrieb wird in jedem der Speicherelemente 17 in Fig. 2 eine der beiden binären Zahlen 1 und 0 gespeichert.
Beispielsweise kann die binäre Zahl 1 einen Stromfluß von links oben nach rechts unten durch die
Querschnittsfläche eines Speicherelementes 17 entsprechen. Da das Speicherelement 17 sich im supraleitfähigen
Zustand befindet, bleibt der in ihm einmal fließende Strom in derselben Richtung erhalten, bis er
durch ein äußeres Feld geändert wird. Der Strom, welcher der binären Zahl 1 zugeordnet ist, ist in Fig. 1
mit I1 bezeichnet. Die umgekehrte Richtung des Stromflusses in einem Speicherelement 17 entspricht
dann der binären Zahl 0. Diese Stromrichtung ist in Fig. 1 mit I0 bezeichnet. Da das Blatt 14 sich normalerweise
im supraleitenden Zustand befindet, hat es normalerweise die Wirkung, daß es die magnetischen
Felder, welche durch Ströme in den Zeilen- und Reihenleitern 20 und 24 hervorgerufen werden, von
der Meßwicklung 26 fernhält. Der Fluß der Gleichströme /0 und I1 durchsetzt ebenfalls die Meßwicklung,
ist jedoch zeitlich keiner Änderung unterworfen, so daß in der Meßwicklung keine Spannung induziert
wird. Somit können also im normalen supraleitenden Zustand sich ändernde magnetische Felder das Blatt
14 nicht durchsetzen und können daher keine unerwünschten Signale in der Meßwicklung 26 auf der
anderen Seite des Blattes 14 hervorrufen.
Es sei nun angenommen, daß die binäre Zahl 1 in dem Speicherelement 17' an dem Schnittpunkt des
ersten Reihenleiters und des zweiten Zeilenleiters in Fig. 2 gespeichert werden soll. Der Zeilenwähler 28
und der Reihenwähler 30 liefern gleichzeitig Auswahlströme Iy und Ix an den ersten Reihenleiter 24 und
den zweiten Zeilenleiter 20. Die Richtungen der Ströme Ix und Iy sind in Fig. 2 durch Pfeile angedeutet.
Diese Pfeilrichtungen in Fig. 2 entsprechen der Richtung des positiven klassischen Stromes in
diesen Leitern. Jeder der Ströme Ix und Iy hat zwei gleiche Komponenten, von denen die eine senkrecht
und die andere parallel mit dem Strom I1 und I0 in
einem Element 17 der gewählten Zeile und Reihe verläuft. Die parallelen Komponenten Ix' und Iy' der
Zeilen- und Reihenströme Ix und Iy liefern jeder ein sich änderndes Feld an das Element 17' in einer
solchen Richtung, daß in ihm ein Strom von links nach rechts, also ein Strom, welcher der binären
Zahl 1 zugeordnet ist, entsteht.
Wenn das gewünschte Element 17' bereits die binäre Zahl 1 speichert, verläuft der Strom in diesem Element
bereits in der Richtung von links nach rechts.
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5 6
Infolgedessen addieren sich die drei Ströme I1, Ix' ment 17 kann in der geschilderten Weise ausgewählt
und Iy' vektoriell, wie in Fig. 4 dargestellt, und er- und der gespeicherte Informationswert beliebig oft
geben einen Gesamtstrom IT. Dieser Gesamtstrom IT abgelesen werden, ohne daß der Speicher von neuem
erzeugt ein entsprechendes magnetisches Feld HT, beschriftet werden müßte.
welches über dem kritischen Feld für Zinn bei der 5 Die Information kann in das gewünschte Speicher-Betriebstemperatur,
die hier zu 3° K angenommen element 17, beispielsweise in das Element 17', dadurch
wird, liegt. Das gewünschte Speicherelement 17' ändert eingetragen werden, daß man Auswahlströme von
sich also vom supraleitenden Zustand in den normal- gegenüber den Ablesewahlströmen erhöhter Amplitude
leitenden Zustand. In dem normalleitenden Zustand und geeigneter Polarität den Zeilen- und Reihenleitern
durchdringt das von diesen Strömen erzeugte ma- ίο 20 und 24 des Elementes 17' zuführt. Diese zur
gnetische Feld das Blatt 14 an der Stelle des ge- Niederschrift in dem Speicher dienenden Ströme erwünschten
Speicherelementes 17'. Das sich ändernde zeugen ein gesamtes magnetisches Feld von gemagnetische
Feld durchsetzt dabei auch die Meßspule nügender Amplitude, um das kritische Feld Hc für
26. Hierdurch wird ein verhältnismäßig großes Aus- Zinn zu überwinden und einen resultierenden Stromgangssignal
erzeugt, welches der Meßvorrichtung 32 15 fluß im Element 17' in der gewünschten Richtung zu
zugeleitet wird und somit anzeigt, daß das gewünschte erzeugen, der auch erhalten bleibt, wenn die zur Aus-Speicherelement
17' die binäre Zahl 1 speichert. wahl des zu beschriftenden Elementes dienenden Aus-
Nach der Beendigung der Zeilen- und Reihenströme wahlströme wieder fortgefallen sind. Nachdem Fort-
Ix und Iy fließt der Strom weiterhin in der der fall dieser Auswahlströme befindet sich das gewünschte
binären Zahl 1 zugeordneten Richtung im Speicher- 20 Element dann im supraleitenden Zustand, d. h., es
element 17', d. h. von links nach rechts, und dieses fließt ein Strom Z1 oder I0 in diesem Element.
Speicherelement kehrt daher in seinen anfänglichen Es sei beispielsweise angenommen, daß auf die oben
Speicherelement kehrt daher in seinen anfänglichen Es sei beispielsweise angenommen, daß auf die oben
supraleitenden Zustand zurück. beschriebene Ablesung eine Einspeisung in den
Es sei darauf hingewiesen, daß bei dem Meß vorgang Speicher erfolgen soll. In diesem Falle wird durch
oder Ablesungsvorgang alle anderen nicht aus- 25 das verhältnismäßig große Ausgangssignal während
gewählten Speicherelemente 17 in ihrem normalen des Ablesevorganges die binäre Zahl 1, welche dem
supraleitenden Zustand bleiben. Jeder der Auswahl- Strome I1 entspricht, bereits in dem gewünschten
ströme Ix und Iy erzeugt zusammen mit den den Element 17' gespeichert. Es brauchen also zur
Stellenwert anzeigenden Strömen I1 oder I0 an jeder Speicherung oder zur Einspeisung der binären Zahl 1
Stelle eines nicht ausgewählten Elementes 17 ein ma- 30 in das gewünschte Element 17' keine zusätzlichen
gnetisches Feld, welches kleiner ist als das kritische Ströme aufgewendet zu werden. Im anderen Falle
Feld Hc von Zinn. Wenn der Strom an einem nicht wird der insgesamt zugeführte Auswahlstrom für die
ausgewählten Element 17 in der Richtung I1 fließt, Einspeisung so klein gemacht, daß keine Umkehr des
wird dieser Strom in seiner Amplitude durch die Stromflusses im gewünschten Element 17' eintreten
Zeilen- und Reihenkomponentenströme Ix' oder Iy' 35 kann.
vermindert. Diese Verminderung des Stromes I1 Zur Niederschrift des binären Signals 0 und unter
kommt deshalb zustande, weil der Strom im supra- Annahme eines großen Ausgangssignals bei der Ableitenden
Material sich so einstellt, daß ein konstanter lesung werden Zeilen- und Reihenauswahlströme von
Fluß um die verschiedenen Teile des Blattes 14 auf umgekehrter Polarität, wie durch die Pfeile angedeutet,
beiden Seiten zustande kommt. Wenn ein nicht aus- 40 den Zeilen- und Reihenleitern 20 und 24 des gegewähltes
Element 17 in der /„-Richtung liegt, nimmt wünschten Elementes 17' zugeführt. Diese Ströme
dieser Strom infolge der entgegenwirkenden Zeilen- werden so groß gemacht, daß das Element 17' in seinen
oder Reihenstromkomponente Ix' oder Iy' zu. Die Zu- normalen leitenden Zustand überwechselt und ein
nähme des Stromes I0 bewirkt wieder die Aufrecht- Strom in der Richtung I0 in dem Element 17' fließen
erhaltung eines konstanten Flusses. Das gesamte ma- 45 kann. Nach Beendigung dieser Auswahlströme kehrt
gnetische Feld, welches dem Blatt 14 als Folge dieser das Element 17' in seinen supraleitenden Zustand
Stromänderungen an der Stelle eines nicht aus- zurück. Der Strom im gewünschten Element 17' fließt
gewählten Elementes 17 zugeführt wird, durchdringt jetzt in der Richtung von rechts nach links entdas
Blatt 14 nicht und erzeugt daher keine un- sprechend der binären Zahl 0. Wenn kein Ausgangserwünschten
Signale an der Meßwicklung 26. Wenn 50 signal während des Ablesungsvorganges erzeugt wird,
das gewünschte Speicherelement 17' anfänglich die fließt der Strom I0 bereits im gewünschten Element
binäre Zahl 0 während des Ablesungsvorgangs ge- 17', und es brauchen keine Auswahlströme für die
speichert hat, d. h. wenn der Strom in Fig. 1 von rechts Niederschrift aufgewendet zu werden,
nach links verläuft, ist das gesamte erzeugte Feld IT' Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß jedem Ein-
nach links verläuft, ist das gesamte erzeugte Feld IT' Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß jedem Ein-
(Fig. 4) stets kleiner als das kritische Feld Hc von 55 speisungsvorgang so viele Ablesungsvorgänge, als
Zinn. Wenn also das gewünschte Speicherelement 17' irgend gewünscht, folgen können, da die gespeicherte
die binäre Zahl 0 speichert, bleibt es im supraleitenden Information zerstörungsfrei abgelesen wird. Wenn
Zustand, und es entsteht kein Ausgangssignal in der also eine Information einmal eingespeist ist, kann
Meßwicklung 26. man, wie in Speichern für gespeicherte Programme,
Während des Ablesevorganges wird die eine der ge- 60 die gespeicherten Signale beliebig oft ablesen,
speicherten binären Zahlen, beispielsweise die binäre Die gewünschten Zeilen- und Reihenwähler 28 und
speicherten binären Zahlen, beispielsweise die binäre Die gewünschten Zeilen- und Reihenwähler 28 und
Zahl 1, durch einen verhältnismäßig großen Ausgangs- 30 und die Meß vorrichtung 32 können cryo-elektrische
impuls an der Meßvorrichtung 32 angezeigt und die Schaltungen sein, welche auf der verhältnismäßig
binäre Zahl 0 durch das Fehlen eines solchen Aus- niedrigen cryogenischen Temperatur der Anordnung
gangssignals an der Meßvorrichtung 32. 65 10 arbeiten. Die Wähler und die Meßvorrichtung
Nachdem der Ablesevorgang beendet ist, kehrt das können beispielsweise Schaltungen nach Art eines
ausgewählte Element 17' stets in seine ursprüngliche Cryotrons sein, wie sie in der USA.-Patentschrift
Richtung I1 oder I0 zurück. Der Ablesungsvorgang 2 832 897 beschrieben sind.
zerstört also den gespeicherten Informationswert nicht. Es sei darauf hingewiesen, daß nur das ausgewählte
Das gleiche Element 17' oder irgendein anderes EIe- 70 Element 17 aus dem supraleitenden Zustand in den
normalleitenden Zustand übergeführt wird. Keines der nicht ausgewählten Elemente erzeugt ein unerwünschtes
Signal in der Meßwicklung 26, weil magnetische Felder unter der kritischen Größe die supraleitende
Schicht nicht durchsetzen können. Im Gegensatz zu gewissen bisher bekannten Anordnungen entsteht
also bei der Einrichtung gemäß der Erfindung kein Ausgangssignal durch die halb ausgewählten
Elemente. Ferner kann die erfindungsgemäße Einrichtung mit großer Geschwindigkeit betrieben werden.
Die supraleitenden Elemente können in der Praxis mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von 20
bis 100 Millimikrosekunden umgeschaltet werden.
Claims (9)
1. Informationsspeicher mit supraleitfähigen bistabilen Elementen, dadurch gekennzeichnet, daß in
einem Blatt eines Materials, welches unterhalb einer bestimmten Temperatur supraleitend wird,
eine Mehrzahl von Löcherpaaren in einer Matrix von Zeilen und Reihen angeordnet sind, daß das
supraleitende Material zwischen je zwei Löchern eines Paares ein Speicherelement darstellt, daß eine
Mehrzahl von Zeilen- und Reihenwählleitungen auf einer Seite des Blattes angeordnet sind, wobei
sich die Schnittpunkte mit den Speicherelementen decken und ein Meßleiter auf der anderen Seite
des Blattes von supraleitendem Material liegt und unter dem Einfluß der Speicherelemente steht.
2. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zeilen- und Reihenleiter aus einem Material bestehen, welches bei einer höheren
Temperatur supraleitend wird als das genannte Blatt.
3. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher von nebeneinanderliegenden
Reihen gegeneinander versetzt sind.
4. Speicher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeilen- und Reihenleiter unter
einem rechten Winkel zueinander verlaufen.
5. Speicher nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßleiter diagonalverlaufend
angeordnet ist.
6. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zweier verschiedenen
Paaren zugehöriger Löcher wenigstens ebenso groß ist wie der Lochabstand innerhalb eines
Löcherpaares.
7. Speicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Geräte zur wahlweisen
Zuführung von Wählerströmen an die Zeilen- und Reihenleiter vorhanden sind, welche das gewünschte
Speicherelement aus dem supraleitenden in den normalleitenden Zustand als Folge eines
magnetischen Feldes im Speicherelement oberhalb einer gegebenen Größe umschalten.
8. Speicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher
im wesentlichen rund sind.
9. Speicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher
durch Ätzung erzeugt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1269664B (de) * | 1963-09-30 | 1968-06-06 | Siemens Ag | Supraleitendes Schalt- oder Speicherelement |
| DE1295022B (de) * | 1964-04-03 | 1969-05-14 | Ibm | Kryotronspeicher |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB942801A (en) | 1963-11-27 |
| NL248701A (de) | |
| FR1247274A (fr) | 1960-11-25 |
| BE587841A (fr) | 1960-06-16 |
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