DE112115C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
- C09B1/00—Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring
- C09B1/16—Amino-anthraquinones
- C09B1/20—Preparation from starting materials already containing the anthracene nucleus
- C09B1/26—Dyes with amino groups substituted by hydrocarbon radicals
- C09B1/28—Dyes with amino groups substituted by hydrocarbon radicals substituted by alkyl, aralkyl or cyclo alkyl groups
- C09B1/30—Dyes with amino groups substituted by hydrocarbon radicals substituted by alkyl, aralkyl or cyclo alkyl groups sulfonated
- C09B1/306—Dyes with amino groups substituted by hydrocarbon radicals substituted by alkyl, aralkyl or cyclo alkyl groups sulfonated only sulfonated in a substituent
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In dem Patent 87335 ist gezeigt, dafs bei Behandlung von Phenolen mit Formaldehyd
und schwefligsauren Salzen sich Methylsulfosäuren der betreffenden Phenole bilden.
Ein Analogon zu dieser Reaction findet sich nun in dem Verfahren des französischen Patentes
268686, nach welchem basische Farbstoffe durch Einwirkung von Formaldehyd und '
Bisulfiten — offenbar 6ndet hier gleichfalls ein Eintritt des Methylsulfosäurerestes statt — in
saure Farbstoffe übergeführt werden.
Es wurde nun gefunden, dafs die Amidoanthrachinone und ihre Derivate, wie z. B. die
Amidooxyanthrachinone und ihre Sulfosäuren, also Substanzen, welche im Gegensatz zu den
im französischen Patent 268686 verwendeten Producten keine basischen Eigenschaften besitzen,
leicht mit Formaldehyd und schwefligsauren Salzen reagiren, indem der Methylsulfosäurerest
in die Amidogruppe eintritt. Die so erhaltenen Producte sind sämmflich kräftige
Säurefarbstoffe, welche Wolle im sauren Bade in rothen bis grünblauen Nuancen anfärben.
Es ist daher durch das neue Verfahren möglich, solche Substanzen, welche an und für
sich als Farbstoffe nicht verwendbar sind, wie die Amidoanthrachinone, p-Diamidoanthrarufin
u. s. w., auf leichte und elegante Weise in kräftige Säurefarbstoffe überzuführen. Die Reaction
geht wahrscheinlich in der Weise vor sich, dafs in jede Amidogruppe ein Methylsulfosäurerest
eintritt; so bildet sich z. B. aus dem ι · 5-Diamidoanthrachinon eine Sulfosäure
von folgender Constitution:
NH-CH2SO3H
CO-
CO
NH
CH2-SO3H.
Das Verfahren besteht im Allgemeinen darin, dafs man das betreffende Amidoanthrachinonderivat
in wässeriger Lösung mit Formaldehyd und Sulfiten oder Bisulfiten zweckmäfsig unter
Zusatz von etwas Salz- oder Schwefelsäure bei gewöhnlicher oder höherer Temperatur behandelt.
Körper, die in Wasser nicht oder schwer löslich sind, werden zweckmäfsig in
Pastenform verwendet.
Zur Erläuterung des Verfahrens dienen folgende Beispiele:
100 kg einer 10 proc. Paste von 1 · 5 Diamidoanthrachinon
werden mit 300 1 Wasserj 10 kg 40 proc. Formaldehydlösung, 20 1 40 proc.
Natriumbisulfitlauge und 40 1 rauchender Salz^
säure (33 pCt.) unter gutem Umrühren auf ca. 50 bis 60° so lange erwärmt, bis alles oder fast alles
Diamidoanthrachinon mit rother Farbe in Lö-
sung gegangen ist, was nach verhältnifsmä'fsig kurzer Zeit der Fall ist.
Man filtrirt hierauf, scheidet aus dem Filtrat den neuen Farbstoff durch Kochsalz oder Chlorkalium
aus, filtrirt, preist und trocknet.
Das so erhaltene Product bildet ein braunrothes Pulver, welches im Gegensatz zu 1-5-Diamidoanthrachinon
in Wasser mit rother Farbe leicht löslich ist und ungeheizte Wolle
in saurem Bade in schönen blä'ulich rothen arkäliechten Nuancen anfärbt. Die Lösung in
concentrirter Schwefelsäure ist intensiv blau gefärbt, im Gegensatz zum 1 · 5-Diamidoanthrachinon,
welches sich in Schwefelsäure mit gelber Farbe löst. Beim Erhitzen mit starken Mineralsäuren wird die Verbindung gespalten
unter Rückbildung von 1 · 5-Diamidoanthrachinon. Eine Analyse ergab folgendes Resultat:
C= 37,ss pCt., H= 3,02 pCt.,
S = 13,31 pCt., Na = 9,2i pCt.
S = 13,31 pCt., Na = 9,2i pCt.
Eine Wasserbestimmung 6,14 pCt. Demnach mufs dem Körper folgende Formel zugeschrieben
werden:
/NHCH2SO3Na (1)
C14Zf6 O2/ ■ +2H2O,
C14Zf6 O2/ ■ +2H2O,
^NHCH2SO3Na (5)
wofür sich folgende Werthe berechnen:
wofür sich folgende Werthe berechnen:
C= 37,91 pCt, H=z 3,18 pCt., S = 12,66 pCt.,
Na = 9,.o pCt., H2O = 7,11 pCt.
Na = 9,.o pCt., H2O = 7,11 pCt.
Genau wie das 1 · 5-Diamidoanthrachinon
verhalten sich seine Isomeren, das 1 · 8- und das ι · 7-Derivat.
Ersetzt man im Beispiel I das 1 · 5-Diamidoanthrachinon
durch die entsprechende Menge p-Diamidoanthrarufin in Pastenform und führt die Reaction so lange fort, bis eine Probe in
Natronlauge mit grünblauer Farbe klar löslich ist, so erhält man einen Farbstoff, welcher in kaltem
Wasser schwer, leichter löslich in heifsem Wasser ist. Vom p-Diamidoanthrarufin unterscheidet
sich die neue Verbindung wesentlich dadurch, dafs sie, wie oben erwähnt, in Alkalien mit
prächtig grünblauer Farbe leicht löslich ist und dafs sie ungeheizte Wolle in saurem Bade in
schönen und kräftigen rein blauen Nuancen anfärbt.
Genau wie das p-Diamidoanthrarufin verhält sich das p-Diamidochrysazin.
Ersetzt man in obigem Beispiel das p-Diamidoanthrarufin durch seine in Wasser fast unlösliche
Monosulfosäure, so erhält man einen schon in kaltem Wasser mit rein blauer
Farbe leicht löslichen Farbstoff, welcher ungeheizte Wolle in saurem Bade in etwas
grünstichigeren Nuancen anfärbt als das Ausgangsproduct. Genau so verhält sich die p-Diamidochrysazinmonosulfosäure.
Selbstverständlich kann man an Stelle der letztgenannten Monosulfosäure auch diejenigen
schwer löslichen stickstoffhaltigen Farbstoffe bezw. Farbstoffgemenge anwenden, welche durch
Erhitzen-von Dinitroanthrachinon mit Schwefel und Oleum von 10 bis 30 pCt. Anhydridgehalt,
mit oder ohne Zusatz von Borsäure, erhalten werden, Farbstoffe, welche hauptsächlich Gemenge
von isomeren Diamidodioxyanthrachinonmonosulfosäuren darstellen und beispielsweise
die oben erwähnten Monosulfosäuren des p-Diamidoanthrarufins bezw. ρ-Diamidochrysazins
als wesentliche Bestandteile enthalten.
Beispiel III.
100 kg einer 20 proc. Paste von Diamidoanthrarufindisulfosäure
(Patent 96364) werden' mit 15 kg 40 proc. Formaldehydlösung und
20 kg 40 proc. Natriumbisulfitlauge vermengt und bei 500 so lange verrührt, bis eine
in Wasser gegossene Probe eine rein grünblaue Lösung giebt, welche auf Zusatz von
Salzsäure nicht wesentlich nach Roth bezw. Violett umschlägt, was nach kurzer Zeit der
Fall ist. Das Reactionsgemenge, welches nun eine grünblaue, vollkommen klare Lösung
darstellt, wird mit weiterer Bisulfitlauge versetzt, wobei der neue Farbstoff sich bald zum
grofsen Theil in Form von feinen, tiefblauen Nadeln abscheidet, welche abgesaugt und getrocknet
werden.
Der Farbstoff unterscheidet sich von der Diamidoanthrarufindisulfosäure durch seine
aufserordentlich grofse Löslichkeit in kaltem Wasser. Die Farbe dieser Lösung ist bedeutend
grünstichiger als die der Ausgangsproducte und wird durch Zusatz auch einer gröfseren Menge Salzsäure nicht verändert. Die
Farbe der Lösung von Diamidoanthrarufindisulfosäure schlägt unter den gleichen Bedingungen
nach Violett um, und schliefslich fällt der Farbstoff in Gestalt feiner Kryställchen
aus. Die Lösung der neuen Verbindung in concentrirter Schwefelsäure ist gelb, auf · Zusatz
von Borsäure wird sie grünblau und zeigt nun das gleiche Spectrum wie der Borsäureäther
der Diamidoanthrarufindisulfosäure selbst. Durch Erhitzen mit starker Salzsäure wird die
Substanz gespalten unter Abscheidung von Diamidoanthrarufindisulfosäure. Der neue
Farbstoff färbt ungeheizte Wolle in äufserst klaren Nuancen an, welche grünstichiger sind
als die des Ausgangsproductes.
Genau wie die Diamidoanthrarufindisulfosäure verhält sich die Diamidochrysazindisulfosäure
des Patentes 100136.
Ganz analog verläuft der Procefs, wenn man an Stelle der in den Beispielen verwendeten
Körper andere Amidoanthrachinonderivate verwendet.
In folgender Tabelle ist eine Uebersicht der charakteristischen Eigenschaften dieser Producte
gegeben.
| Formaldehydverbin dungen von: |
Wasser | ' Lb" si Natronlauge |
mg in Schwefel säure, con- centrirte |
Schwefelsäure nach Zusatz von Borsäure |
Färbun; chromge beizter Wolle |
jen auf ungeheizter Wolle |
| ι · 5 - Diamidoanthra- chinon |
bläulich roth |
bläulich roth |
blau | unverändert | roth | roth |
| ι · 8 - Diamidoanthra- chinon |
blauroth | blauroth | schmutzig blau |
dgl. | bläulich roth |
bläulich roth |
| p-Diamidoanthrarufin | blau | grünlich blau |
gelbgrün | blau | grünblau | blau |
| Diamidoanthrarufin- disulfosäure |
grünlich blau |
grünlich blau |
gelb | erst grün, dann grünlich blau |
grünblau | blau |
| Diamidochrysazin- disulfosäure |
blau | blau | gelb | schmutzig gelbgrün |
grünblau | blau |
| Diamidoanthrarufin- ; monosulfosäure |
blau | blau | gelbbraun | blau | grünblau | blau |
| Diamidoanthra- chrysondisulfosäure |
blau violett |
blau | rothbraun | röthlich braun | blau | violettblau. |
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Säurefarbstoffen der Anthracenreihe, darin bestehend,dafs man auf Amidoanthrachinonderivate Formaldehyd bei Gegenwart von schwefliger Säure bezw. deren Salzen einwirken läfst.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE112115T | 1899-01-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE112115C true DE112115C (de) | 1900-06-01 |
Family
ID=96220129
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1899112115D Expired DE112115C (de) | 1899-01-10 | 1899-01-10 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE112115C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6207867B1 (en) | 1999-04-07 | 2001-03-27 | Sumitomo Chemical Company, Limited | Method for purifying β-phenylethyl alcohol |
| EP4387954A4 (de) * | 2021-08-19 | 2025-10-01 | Harvard College | Langlebige redoxaktive moleküle mit niedrigem redoxpotential |
-
1899
- 1899-01-10 DE DE1899112115D patent/DE112115C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6207867B1 (en) | 1999-04-07 | 2001-03-27 | Sumitomo Chemical Company, Limited | Method for purifying β-phenylethyl alcohol |
| EP4387954A4 (de) * | 2021-08-19 | 2025-10-01 | Harvard College | Langlebige redoxaktive moleküle mit niedrigem redoxpotential |
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