-
Hydraulisch betätigte Kabel-und Drahtseilschere Die Erfindung betrifft
eine hydraulisch betätigte Kabel- und Drahtseilschere mit einem am Druckzylinder
befestigten und sich in dessen Längsachse erstreckenden Rahmen, der das geradlinig
hin- und herbewegbare Messer führt und durch ein das feststehende Messer aufnehmendes,
abnehmbares Widerlager beim Schnitt geschlossen ist.
-
Die bekannten hydraulisch betätigten Kabel- oder Drahtseilscheren
haben den Nachteil, daß beide Schneidmesser bewegt werden oder aber, wenn das eine
Schneidmesser feststehend angeordnet ist, die Schneidwirkung zu gering ist, d. h.,
Drahtseile bzw. Kabel nur bis höchstens einer Stärke von 50 mm Durchmesser zerschnitten
werden können.
-
Dieser Umstand hängt damit zusammen, daß die Art der Messerführung
abhängig von den auftretenden Kräften ist. Erfolgt z. B. bei einem feststehenden
Messer und einem hin- und herbewegbaren Messer die Messerführung des bewegbaren
Messers durch einen Druckkolbenzylinder unmittelbar, so tritt schon bei verhältnismäßig
niedrigen Kräften ein Verecken oder Verkanten des Messers auf, was zu dem gefürchteten
Quetschen des Seiles führt und den Schneidvorgang stark beeinträchtigt, zumindest
jedoch einen unsauberen Schnitt zur Folge hat.
-
Man hat aus diesem Grunde derartige Drahtseilscheren auch so gebaut,
daß die Schneidmesser in einem einen Einlegeschlitz für das Werkstück bildenden
Joch gelagert sind, um die hohen Druckkräfte durch das Joch abzufangen. Eine andere
Ausführungsform, bei der beide Schneidmesser hin- und herbewegbar sind und aufeinander
zu bewegen, sieht einen Einlegeschlitz für das Werkstück in dem den oder die Kolben
führenden Zylinder vor, der senkrecht zur Zylinderachse verläuft. Dadurch soll eine
ein Verkanten der Schneidmesser verhindernde Lagerung dieser Messer erzielt werden.
-
Die Einführung des Werkstückes in einen Schlitz, der senkrecht zur
Zylinderachse in dem Zylinder für den oder die Druckkolben vorgesehen ist, oder
auch in einen derartigen Einführungsschlitz eines die Lagerung der Messer bildenden
Joches setzt eine geringe Werkstückgröße voraus, da das lichte Maß des Schlitzes
nur beschränkt sein kann.
-
Die Erfindung betrifft eine Schere, bei der Werkstücke vom kleinsten
bis zum größtmöglichen Durchmesser, von unterhalb 25 bis 110 mm Durchmesser, rechtwinklig,
sauber und ohne Gratansatz zerschnitten werden können und trotzdem ein Verkanten
oder Verecken der Messer vermieden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Scherkräfte
auftreten, die zwischen 6 und 34 t liegen. Erfindungsgemäß besteht der am Druckzylinder
befestigte und sich in dessen Längsachse erstreckende, das bewegbare Messer führende
Rahmen aus seitlich am Zylinder mittels Keilen gehaltenen Platten und einem zwischen
die Platten einschiebbaren und mit diesen durch einen Bolzen verbundenen Widerlager.
-
Die Einführung des Werkstückes erfolgt nicht in einen senkrecht zur
Zylinderachse in dem Zylinder vorgesehenen oder durch ein Joch gebildeten Schlitz
mit nur beschränkter lichter Weite, sondern das Drahtseil oder das Kabel wird vor
dem Einsetzen des mit dem Widerlager fest verbundenen Messers in den durch die freien
Enden der Rahmenplatten umgrenzten Raum von der Seite aus eingeführt. Da der Abstand
der beiden Platten voneinander gegenüber einem in seiner lichten Weite beschränkten
Schlitz verhältnismäßig groß sein kann, ist das Einlegen von Werkstücken sehr unterschiedlicher
Stärke möglich. Die Lagerung der Schneidmesser schließt ihr Verkanten während des
Zerschneidens völlig aus.
-
Die beim Schneidvorgang auftretenden Kräfte beanspruchen den Bolzen
des Widerlagers und werden auf die Platten übertragen, die mittels der Keile auf
der ganzen Breite des Zylinders gehalten sind.
-
Man hat schon vorgeschlagen, einen Rahmen, der das geradlinig hin-
und herbewegbare Messer führt und durch ein Widerlager geschlossen ist, das das
feststehende Messer aufnimmt, am Druckzylinder zu befestigen. Dabei wurde aber die
Befestigung am Zylinderdeckel vorgenommen, was sich in der Praxis als unzweckmäßig
erwiesen hat, weil die hohen Kräfte, die beim Zerschneidevorgang auftreten, hierdurch
nicht sicher aufgenommen sind. Erst durch die Verwendung von Platten, die mittels
Keilen über die ganze Breite des Zylinders gelagert
sind, ist es
gelungen, der Schere eine für den Dauergebrauch notwendige Stabilität zu geben.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht, Fiz-. 2 eire Draufsicht und Fig. 3 einen
Schnitt nach Linie 1-I der Fia. 1.
-
Der aus einem Stück mit dem Ventilkasten 1 und dem Flüssigkeitsbehälter
2 bestehende oder auch angeflanschte Druckzylinder 3 enthält den Druckkolben 4,
der das hin- und herbewegbare Schneidmesser 5 trägt. Mit 6 ist der Betätigungshebel
und mit 7 die Kurbelwelle bezeichnet, durch die die Hochdruck- und Niederdruckkolben
bzw. -ventile 8 und 9 betätigt werden. Die aus dem Flüssigkeitsbehälter 2 angesaugte
Druckflüssigkeit wird durch die Ventilkolben 8 bzw. 9 in den Druckzylinder
3 gedrückt und schiebt den Kolben 4 sowie das Schneidmesser 5 in seiner Gleitbahn
gegen das Werkstück vor.
-
Bei Entlüftung wird durch die Rückholfeder 10 der Druckkolben
4 in seine Ausgangslage zurückgeführt. Im Druckzylinder 3 kann noch ein Sicherheitsventil
vorgesehen werden, durch das bei Erreichung des Höchstdruckes ein Entleeren des
Druckzylinders 3 erfolgt.
-
Der sich in der Längsachse des Druckzylinders 3 erstreckende und an
ihm befestigte Rahmen, der das geradlinig hin- und herbewegbare Schneidmesser 5
führt, besteht aus Platten 11 und 12, die mittels Keilen
17 seitlich am Zylinder3 gehalten werden, und aus einem zwischen die Platten
11 und 12 einschiebbaren, das feststehende Messer 15 aufnehmenden Widerlager 14,
das mit den Platten 11 und 12 durch einen Bolzen 16 zu einem in sich stabilen Rahmen
verbunden ist.
-
Die Auswechselung der Messer 5 und 15 kann ohne Demontage erfolgen,
da sie von der offenen Seite her aus ihrer Befestigung gelöst und dann einfach aus
den Messerführungsleisten 13 und aus den Platten 11 und 12 herausgezogen werden
können.
-
Die Betätigung der Pumpe der Schere erfolgt im allgemeinen durch einen
aufsteckbaren Hebel, mit dem das Druckwasser in den Zylinder gedrückt wird. Als
Antrieb kann auch ein Getriebemotor mit Keilriemenscheibe vorgesehen werden.
-
Die Schere kann auch auf einem Fahrgestell befestigt oder mit einem
Handgriff versehen werden. Der Betätigungshebel 6 kann als Schlüssel ausgebildet
sein.