DE115890C - - Google Patents

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Description

KLASSE 776.
Die gegenwärtig bekannten, durch Heben und Senken des Fufses angetriebenen Rollschuhe sind mit Mängeln behaftet, die sie für den praktischen Gebrauch ungeeignet machen. Dahin gehören einseitige Anordnung der treibenden und zugleich tragenden Räder (siehe englische Patentschrift 17329 vom Jahre 1893 und das amerikanische Patent 504226), ferner die Anwendung von Federn, welche den niedergetretenen Fufs wieder in die Anfangslage zurückheben sollen (s. das amerikanische Patent 619370 und die beiden schon erwähnten Patente). Durch die einseitige Anordnung des Treibrades neben dem Fufse wird der Unterschenkel und das Kniegelenk erheblich auf seitliche Biegung in Anspruch genommen, und die Anordnung der zum Emporheben des Fufses bestimmten Federn führt zu einer erheblichen Beschränkung des Beinhubes und auch zu Arbeitsverlusten, weil die Federn aus praktischen Gründen nicht gut in Bezug auf Durchmesser und Länge so grofs ausgeführt werden können, dafs sie die volle Ausnutzung des dem Beine überhaupt möglichen Hubes ohne Ueberanstrengung gestatten und weil ein grofser Theil der beim Niedertreten in ihnen aufgespeicherten Arbeit bei der Aufwärtsbewegung durch die Reibungen der Beinführung wieder verloren geht. Wenn der Fahrer stillsteht, hat er bei Anwendung der Federn auch keinen sicheren Stand, der Boden schwankt gewissermafsen unter ihm. Wo, wie bei dem amerikanischen Patente 619370, jeder Fufs von zwei vor einander angeordneten, stets den Boden berührenden Rädern getragen wird, fällt zwar die Beanspruchung des Unterschenkels auf Biegung fort, dafür geht aber die Möglichkeit, kleine Bogen zu durchlaufen, vollständig verloren.
Diesen Mängeln soll der vorliegende Rollschuh abhelfen, bei welchem das treibende Rad unter dem Fufs, und zwar so gut wie sich dies praktisch durchführen lafst, senkrecht unter dem natürlichen Druckmittelpunkt des Fufses angeordnet ist und ferner alle zum Heben des Fufses bestimmten Federn fortgelassen sind, um dem Fufse und Beine die volle Freiheit in Bezug auf den jeweilig von dem Fahrer selbst für zweckmäfsig erachteten Hub zu belassen und dem Fufse, auch wenn der Fahrer stillsteht, einen sicheren Stand zu geben. Spdann gestattet diese neue Anordnung des Treibrades, erheblich leichter und sicherer als die bekannten Constructionen in} kleinen Bogen zu fahren.
Die Zeichnungen veranschaulichen zwei Ausführungsbeispiele des neuen Rollschuhs.
Fig. ι ist eir^e Hinteransicht der einen Ausführungsform und
Fig. 2 eine äufsere, und zwar linke Seitenansicht. Der Fahrer trägt an jedem Bein eine solche Vorrichtung und die linke derselben zeigt die Figur.
Fig. 3 und 4 sind Seiten- und Vorderansicht der zweiten Ausführungsform des Rollschuhs.
Fig. 5 ist ein zu den Fig. 3 und 4 gehöriger Theil, welcher nachstehend genauer beschrieben ist.
Es wurde bereits erwähnt, dafs an jedem Fufse eine Vorrichtung befestigt ist, wie sie durch die Fig. 1 und 2 bezw. 3 und 4 dargestellt ist, und es genügt daher, wenn man
eine einzige Vorrichtung genau in ihrer Wirkung und Construction beschreibt, weil beide ganz genau gleich sind und der einzige Unterschied nur darin besteht, dafs sie entsprechend dem abwechselnden Auf- und Niederbewegen der beiden Füfse oder Beine auch*" abwechselnd zur Wirkung kommen. Die beiden Vorrichtungen wirken so, dafs, ,wahrend der eine Fufs sich in seiner tiefsten Stellung befindet, wie er in den Fig. ι bis 4 vorausgesetzt wurde, der andere Fufs sich aufwärts bewegt, um dann energisch niedergetreten zu werden und dadurch den an ihm befestigten Rollschuh zur Fortbewegung der Person zu befähigen. Während- jenes Niederganges des beispielsweise rechten Beines kann man das linke Bein schon in die Höhe heben. Man kann dasselbe aber auch so lange in der tiefsten Lage belassen, bis das niedergehende Bein seine tiefste Lage erreicht hat. In ganz gleicher Weise wirkt nun das linke Bein, wahrend sich das rechte Bein im unwirksamen Zustande befindet. Die einander zugekehrten Seiten der Rollschuhe können auf einfache Weise so mit einander verbunden werden, dafs die beiden Füfse während des Fahrens neben einander, also von der Seite gesehen, in derselben senkrechten Richtung verbleiben. Nothwendig ist die Verbindung jedoch' nicht. In den Zeichnungen ist A der Fufs, und zwar ist in den Fig. 1 und 2 der linke und in den Fig. 3 und 4 der rechte Fufs gezeichnet.
Der Fufs wird auf eine Platte 1 gestellt, an deren Wangen zwei Lederlappen 3 befestigt sind, welche ihn fest umspannen und ihn auf der Platte 1 festhalten. Diese Platte ist durch zwei seitliche Zapfen 4 (Fig. 1) oder aber ganz unbewegbar mit zwei senkrechten Gleitschienen 5 kraftübertragend, aber doch beweglich verbunden, welche ihrerseits unter einander durch ein Schild 6 im oberen Theile starr verbunden sind und gleichfalls Lederklagpen 7 tragen, welche gemeinschaftlich mit dem · aus Metall bestehenden, an der inneren Seite gepolsterten Schild 6 dazu dienen, die Führungsschienen 5 sicher mit dem Unterschenkel des Beines zu verbinden. Die beiden Schienen 5 können sich in Gradiührungen 8 senkrecht auf- und niederbewegen, welche mit dem aus einer horizontalen Auflagerplatte 9 und zwei Lagerungswangen 10 bestehenden Untergestell der Vorrichtung unbewegbar verbunden sind, oder aber mit denselben aus einem Stück bestehen.
Die Schienen 5 laufen so in den Führungen 8, dafs man das Bein leicht in die Höhe ziehen kann, ohne die übrigen Constructionstheile 8, 9, 10 mit in die Höhe zu nehmen. Diese bleiben vielmehr entweder durch ihr eigenes Gewicht oder aber dadurch, dafs jedes Untergestell 9,10 des einen Fufses mit dem Untergestell 9, 10 des anderen Fufses in der schon angedeuteten' leicht lösbaren Art mit einander verbunden sind, stets auf dem Boden.
Bei der Construction nach Fig. 1 und 2 sind mit dem einen Führungsstabc 5 zwei Arme 11 verbunden, welche in wagerechter Richtung um die zugehörige Gradführung 8 herumgreifen und an ihren freien Enden je eine Klinke 12 tragen. Bei der Aufwärtsbewegung des Beines hüpfen beide Klinken 12 leer über die Schubzähne 13 einer endlosen Kette 14, welche über zwei Kettenräder 15, 16 läuft, von denen das erstere lose drehbar an der äufseren Führung 8 (Fig. 1 links) befestigt ist, während das andere durch eine in den Wangen 10 drehbar gelagerte Welle 17 mit einem grofsen Uebersetzungsrade 18 kraftübertragend verbunden ist. In der Fig. 2 ist dieses Rad 18 tlieilweise weggebrochen, um das Rad 16 deutlicher erkennbar zu machen. Das Zahnrad 18 arbeitet mit dem kleineren Rade 19 zusammen, welches seinerseits durch die Welle 20 .unbewegbar mit dem eigentlichen Laufrade 21 gekuppelt ist. Für die Wellen und überhaupt für alle drehbaren Theile kann in geeigneter Weise Kugellagerung vorgesehen werden. Das Rad 21 nimmt die ganze Last des Fahrenden auf, wenn beispielsweise das eine Bein sich in der gestreckten oder einer dieser angenäherten Stellung befindet, der zugehörige Fufs sich also mittelst seiner Platte 1 auf die Platte 9 stützt, während der andere Fufs in die Höhe gehoben wird. Dieses Rad 21 ist möglichst genau senkrecht unter dem natürlichen Druckmittelpunkt des Fufses angeordnet; dadurch werden einseitige Kräftewirkungen gegen den Unterschenkel und frühe Ermüdung des Beines vermieden, die Reibung der Führungen 5 und 8 vermindert und das Durchfahren sehr kleiner Curven gestattet. Die in geeigneter Weise von dem Untergestell 9, 10, beispielsweise mittelst des Querstücks 22 gehaltene Laufrolle 49 soll gewöhnlich gar nicht in Thätigkeit treten und dient hauptsächlich zum festen Stehen beim Laufenlassen auf abfallender Bahn.
Sobald der eine Fufs gehoben wird, laufen die Klinken 12 (Fig. 2) leer über die Zähne 13 der endlosen Kette 14. Erfolgt nach Erreichung der höchsten Stellung oder schon früher die Niederbewegung des Fufses, so greifen die Klinken 12 in die Zähne 13 ein und nehmen während der Niederbewegung mittelst der Kette 14 und der Räder 16, 18, 19 das Rad 21 mit herum. Letzteres rollt sich dabei auf dem Boden ab und bewegt dadurch den ganzen Schuh und dementsprechend also seinen Träger fort.
Durch abwechselndes Auf- und Niederbewegen beider Füfse wird so eine Vorwärtsbewegung erzielt, wobei der jeweilige Beinhub vollkommen in dem Belieben des Fahrers liegt,

Claims (3)

da die Beinbewegung in keiner Weise durch Federn störend beeinflufst wird. , Durch die Fig. 3 und 4 wird eine etwas veränderte Antriebsvorrichtung dargestellt. Fig. 3 zeigt den rechten Fufs von der inneren Seite und Fig. 4 denselben Fufs von vorn. 29 ist eine Welle, welche leicht drehbar in den Gradführungen 8 lagert und sowohl eine Riemscheibe oder Trommel 30, als auch eine, nach einer konischen Schraube geschnittene Seiltrommel 31 unbewegbar trägt. Auf der Welle, 29 sitzt unbewegbar das grofse Kettenrad 32, welches durch die Kette 33 und das kleine Kettenrad 34 das Rad 21 antreibt. Das kleine Kettenrad 34 sitzt nicht fest, sondern lose drehbar auf der Welle 20 und ist mit einer Scheibe 50 fest gekuppelt, die eine Klinke 35 trägt, welche, sobald die' Kette im 'vonva'rtstreibenden Sinne bewegt wird, mittelst des Schaltrades 36 die Welle 20 und dementsprechend das Rad 21 mit herumnimmt. Ueber die Trommel 30 ist ein Riemen 37 gelegt, dessen unteres Ende durch die Querstange 38 und die deiden Wangen 39 mit der Fufsplatte 1 kraftübertragend verbunden ist. Das obere Ende des Riemens 37 ist mit der Trommel 30 so fest verbunden, dafs, wenn die Welle 29 mit Bezug auf Fig. 4 rechts herumgedreht wird, die Trommel 30 den Riemen 37 aufwindet. Dieses Aufwinden findet beim Aufwärtsgehen des Beines statt und wird dadurch bewirkt, dafs das Seil 40, dessen oberes Ende mit der Trommel 31 fest verbunden ist, von der Stange 38 nach unten über eine Rolle 41 und sodann wieder nach oben gezogen wird. Der Riemen 37 und das Seil 40 winden sich also gegenseitig auf und ab und 40 hat überhaupt . nur den Zvyeck, das regelmäfsige Aufwickeln des Riemens 37 sicher zu stellen. Die Seiltrommel 31 mufs konisch schraubenförmig sein, weil sich eine Riemeiiwiiidung beim Aufwickeln auf die Trommel 30 unter continuirlicher Vergrößerung des Radius auf die andere legt, dementsprechend sich die Rotationsgeschwindigkeit der Welle 29 verlangsamen wird, also auch die Seiltrommel 31 einen entsprechend stetig zunehmenden gröfseren Durchmesser haben mufs, um mit der Aufwickelung des Riemens 37 gleichen Schritt zu halten. Zum Antrieb der Welle 20 ist auch eine senkrecht bewegte Zahnstange anwendbar. Es wird zu diesem Zwecke je eine Führungsschiene 5 eines Rades als Zahnstange ausgebildet. Pa τ ε ν τ - A ν s ρ R 0 c η ε :
1. Durch Auf- und Niederbewegung des Fufses bezw. Unterschenkels in Gradführungen angetriebener Rollschuh, dadurch gekennzeichnet, dafs das treibende Rad genau oder anna'hernd unter dem natürlichen Druckmittelpunkt des Fufses angeordnet ist und das Emporheben des Fufses durch die Kraft des betreffenden Beines allein erfolgt, zu dem Zwecke, Biegungsbeanspruchungen des Unterschenkels zu vermeiden und Hebfedern für den Fufs, weiche die Hubhöhe desselben zu sehr begrenzen und, wenn der Fahrer stillsteht, nur einen unsicheren Stützpunkt für denselben bilden, entbehrlich zu machen.
2. Ein Rollschuh nach Anspruch ι, dadurch gekennzeichnet, dafs die mit dem Beine kraft-Ubertragend verbundenen Führungstheile mit einer oder zwei Klinken ausgerüstet sind, die beim Niedertreten des Fufses in eine endlose, ihre Bewegung auf das Treibrad übertragende Kette eingreifen.
3. Ein Rollschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs das Treibrad (21)
, , unter Vermittelung einer endlosen Kette (33) von einem Riemen oder dergl. (37) in Rotation versetzt wird, welcher sich beim Niedertreten des Fufses von seiner Riementrommel abwickelt, aber beim Aufwärtsgehen des Fufses durch eine nacheiner konischen Schi'aube geschnittene Seilscheibe und ein Seil 40 regelma'fsig aufgewickelt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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