DE1168155B - Vorrichtung zum Aufbereiten landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere fuer Fuetterungszwecke - Google Patents
Vorrichtung zum Aufbereiten landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere fuer FuetterungszweckeInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: AOIf
Deutsche Kl.: 45 e - 35/02
Nummer: 1168 155
Aktenzeichen: Y 665 III / 45 e
Anmeldetag: 22. Dezember 1962
Auslegetag: 16. April 1964
Eüe Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbereiten
landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere für Fütterungszwecke, mit einem Gehäuse und einer
in dieses von unten einragenden Vertikalwelle, die einen Auswerfer und ein über diesem angeordnetes
Schneidmesser trägt, wobei das Gehäuse an seinem Umfang, vorzugsweise im Auswerferbereich oder
etwas tiefer als dieser eine Austrittsöffnung für das zerkleinerte Gut aufweist. Derartige, auch als Musmühlen
bezeichnete Vorrichtungen haben sich für bestimmte Arbeiten, insbesondere für das Zerkleinern
von Rauh- und Grünfutter und zum Vermusen von Hackfrüchten bewährt. Um beim Vermusen eine bestimmte
Minimalzerkleinerung zu erzielen, ist es bei derartigen Musmühlen üblich, zwischen dem Schneidmesser
und dem Auswerfer eine feststehende, am Gehäuse abgestützte Loch- oder Schlitzplatte anzuordnen,
die durch die Lochgröße bzw. Schlitzbreite die maximale Teilchengröße bestimmt. Der Auswerfer
wird bei diesen Ausführungen dann mit radial nach außen weisenden, oben an der Lochscheibe schleifenden
Abstreifern versehen. Derartige Musmühlen sind für die Zerkleinerung verschiedener Produkte,
insbesondere zum Schroten von Körnerfutter nicht oder nur bedingt geeignet, da sich nur eine ungenügende
Zerkleinerung der Körner ergibt, bei einer bestimmten Leistung des Antriebsmotors nur im Verhältnis
dazu kleine Durchsatzmengen möglich sind und sich vor allem eine Erwärmung und damit
Qualitätsverminderung des verschroteten Materials einstellt. Auch beim Vermusen anderer Futtermittel
muß ein erheblicher Anteil der Antriebsenergie für das Durchpassieren des Gutes durch die Lochscheibe
und für das Abnehmen des Gutes von dieser aufgewendet werden.
Zweck der Erfindung ist die Beseitigung der aufgezeigten Nachteile und die Schaffung einer Vorrichtung
der eingangs genannten Art, die im Verhältnis zur Antriebsleistung hohe Durchsatzmengen
gestattet und dabei bei hoher Lebensdauer eine gleichmäßige Zerkleinerung auch von sonst nicht oder nur
schwer vermusbaren Produkten gewährleistet.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, daß der Auswerfer mit
zusätzlichen, mit ihrer Klinge etwa tangential zur Rotationsachse angeordneten Messern bestückt ist,
die zumindest an ihrer gegen die vorzugsweise mit einer Riffelung, mit Mahlleisten od. dgl. versehene
Gehäusewandung weisenden Seite mit Endschneiden versehen sind. Durch diese Ausführung wird erreicht,
daß auch noch im Bereich des Abstreifers eine Zerkleinerung, Verschrotung oder Vermusung des durch
Vorrichtung zum Aufbereiten landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere für Fütterungszwecke
Anmelder:
Ybbstaler Maschinenbau Zoidl & Merkinger,
Neumarkt, Ybbs (Österreich)
Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Amthor, Patentanwalt,
Frankfurt/M., Eysseneckstr. 36
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom 28. Dezember 1961 (A 9812/61)
die Schneidmesser vorgeschnittenen Gutes stattfindet, so daß dann, wenn eine bestimmte Endteilchengröße
gewünscht wird, die von den Schneidmessern zu leistende Zerkleinerungsarbeit geringer als bisher wird,
wobei Lochscheiben mit größeren Löchern als bisher oder Gegenmesser für die Schneidmesser Verwendung
finden können oder es sogar möglich wird, die Lochscheibe od. dgl. wegzulassen. Damit wird auch
die bisher für das Durchpassieren des Gutes durch die Lochscheibe aufzuwendende Arbeit verringert
bzw. fällt überhaupt weg, und es wird ein größerer Anteil der Motorleistung als bisher für die reine
Schneidarbeit verwendbar. Durch die Verwendung einer Riffelung, mit den Schneiden zusammenarbeitenden
Mahlleisten od. dgl. am Gehäuse wird es ferner möglich, die erfindungsgemäße Vorrichtung
auch als Schrotmühle zu verwenden. Ferner tragen diese Riffelung, die Mahlleisten od. dgl. auch zu einer
raschen Zerkleinerung beim Vermusen bei. Durch die tangentiale Anordnung der Klingen, was so zu verstehen
ist, daß die Hauptebene der Klinge etwa eine Tangente an den um die Rotationsachse gezogenen
Kreis, dessen Radius der kürzeste Abstand der Klinge von der geometrischen Rotationsachse ist, bildet,
wird erreicht, daß die beim Zerkleinerungsvorgang auf die Klinge von der Schneide her einwirkenden
Kräfte etwa in Richtung der Klingenhauptebene wirken, so daß Vibrationen der Klinge weitgehend ausgeschlossen
werden und auch die Biegebeanspruchungen der Klinge so klein sind, daß sie keine praktische
Bedeutung haben.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Auswerfer die Grundform eines Prismas oder Pyramidenstumpfes
auf, an dessen Mantelflächen die Mes-
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ser mit wenigstens einseitig über die Längskanten vorragenden Schneiden befestigt sind. Diese prismatische
bzw. konische Form gewährleistet große Auflagerflächen für die Messer und hat den weiteren Vorteil,
daß sich eben wegen dieser Form bei angetriebenem Auswerfer der Abstand eines bestimmten
Punktes des Gehäusemantels vom Auswerfer bei drehendem Auswerfer dauernd ändert, was eine Durchwirbelung
des zerkleinerten Gutes und damit zur Folge hat, daß jeder in einen derartigen zwischen
Auswerfer und Gehäusemantel freibleibenden Raum fallende Teil einmal mit den Schneiden der Klingen
in Berührung kommt. Die Wirkung der erfindungsgemäßen Vorrichtung läßt sich noch dadurch steigern,
daß nicht nur an der einen Längsseite jedes Messers eine Schneide vorgesehen, sondern die dann
viereckig ausgebildeten Messer zusätzlich oben und allenfalls auch unten parallel zu den Mantelflächen
des Auswerfers verlaufende Schneiden besitzen. Die nach unten weisenden Schneiden dienen dabei als mit
dem Boden des Gehäuses zusammenwirkende Mahlschneiden, die das Gut auch vom Boden abstreifen,
wogegen die oben vorgesehenen Schneiden eine Nachzerkleinerung des von den Schneidmessern zerschnittenen
Gutes bewirken. Eine besonders vorteilhafte Ausführung besteht darin, daß die Messer untereinander
gleich groß und für sich zumindest in bezug auf an beiden Seiten vorgesehene Schneiden und auf
Bohrungen od. dgl. für Befestigungsschrauben symmetrisch ausgebildet sind. Dadurch wird es möglich,
dann, wenn die Messer jeweils nur mit einer Längsschneide schneiden, nach Abstumpfen dieser Schneide
das Messer zu wenden und so die bis dahin ungebrauchte Schneide weiterzuverwenden, so daß ein
Nachschärfen erst nach Abstumpfen beider Schneiden notwendig wird. Falls auch oben und unten
Schneiden vorgesehen sind, wird man in diesem Fall das an allen vier Seiten mit Schneiden versehene Messer
beim Abstumpfen der einen Längsschneide um eine senkrecht zu seiner Hauptebene verlaufende
Achse um 180° verdrehen.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
besteht ferner darin, daß der Auswerfer mit einer Nabe auf die Antriebswelle aufschiebbar
und zwischen einem Wellenbund und einem auf das mit einem entsprechenden Gewinde
versehene Wellenende aufschraubbaren Träger für das bzw. die Schneidmesser festklemmbar ist. Bei dieser
Ausführung wird es in einfacher Weise möglich, den Abstreifer zu befestigen und wieder abzumontieren.
Besonders vorteilhaft ist es jedoch, daß ein und derselbe Abstreifer je nach der jeweils durchzuführenden
Arbeit in Verbindung mit verschieden geformten Schneidmessern verwendet werden kann, da
der Auswerfer und das Schneidmesser in diesem Fall getrennte Teile bilden. Man wird aber vorzugsweise
die gegebenenfalls mit auswechselbaren, im Gehäuse gehaltenen Lochscheiben, Gegenmessern od. dgl. zusammenwirkenden
Schneidmesser, die gemeinsam mit ihrem Träger auswechselbar sind, so ausführen, daß
auch die Träger unterschiedlicher Schneidmesser untereinander gleiche Paßflächen zum Festklemmen und
Mitnehmen des Auswerfers aufweisen und mit in bezug auf diese Paßflächen gleicher Lage mit der
Gewindebohrung für das mit dem Gewinde versehene Wellenende versehen sind.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispiels weise veranschaulicht. Es zeigt
Fig. 1 den Hauptteil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Axialschnitt,
F i g. 2 den aus dem Abstreifer und den Schneidmessern mit zugeordnetem Träger bestehenden Rotor
der Vorrichtung in Draufsicht und die
Fig. 3 und 4 zwei verschiedene zusätzliche Ausführungsformen der Schneidmesser in Draufsicht und
Seitenansicht in kleinerem Maßstab.
Ein Gehäuse 1 ist im Unterteil zylindrisch ausgebildet und innenseitig mit einer Längsriffelung 2 versehen.
Oben weitet sich das Gehäuse konisch bis zu einem Zentrieransatz 3, an dem ein Einfülltrichter 4
mit einem Haltering 5 befestigt ist. Wahlweise kann zwischen Zentrieransatz 3 und Haltering 5 ein ringförmiger
Einsatzteil 6 befestigt werden, der einen ringförmigen Stauraum 7 nach oben hin abdeckt. Der
Einsatzring 6 wird beispielsweise verwendet, um beim Vermusen von leichten Produkten, wie von
Rauhfutter, einen Kreislauf des bereits vorzerkleinerten Gutes um die Schneidmesser zu verhindern. Im
Boden 8 des Gehäuses 1 ist eine von außen nach innen zunächst konisch, dann zylindrisch verlaufende
Öffnung 9 vorgesehen, um die innenseitig ein Öffnungsrand 10 hochgezogen ist. Durch die Öffnung 9
as ist eine Welle 11 geführt, an deren Ende ein Haltestück
12 mit einem in eine Gewindebohrung des Wellenendes eingreifenden Schraubzapfen befestigt
ist. Das Haltestück 12 trägt an der von der Welle abweisenden Seite einen weiteren Gewindezapfen 13,
auf den ein Träger 14 mit einer entsprechenden Gewindebohrung 15 aufgeschraubt ist. Der Träger 14
besitzt oben zwei Messerhalter 16, an denen je ein oben und unten mit je einer Schneide 17 bzw. 18
versehenes Messer 19 mit Schrauben 20 befestigt ist.
Die Unterschneiden 18 der Messer 19 arbeiten mit zu einem sternförmigen Einsatzteil verbundenen, auf
einem Gehäuseabsatz abgestützten Gegenmessern 21 zusammen. Zwischen einer ringförmigen Paßfläche 22
des Trägers 14 und einem in den konischen Teil der Bohrung 9 eingreifenden, zugleich als Spritzring dienenden
Bund 23 der Welle ist die Nabe 24 eines die Grundform eines dreiseitigen Prismas aufweisenden
Auswerferkörpers 25 festgespannt. Der Auswerferkörper
besitzt eine Aussparung 26 für den hochgezogenen Randbord 10, so daß im Verein mit
dem Spritzring 23 eine hinreichende Abdichtung der Wellendurchführung gewährleistet ist. An den
Mantelflächen 30 des Auswerferkörpers 25 sind rechteckige Messer 27 mit Schrauben 28 so befestigt,
daß sie mit ihren Längsschneiden 29 über die Kanten 31 hinausragen. Die Längsschneiden 29 arbeiten mit
der Riffelung 2 zusammen. Ferner weisen die Messer 27 an der gegenüberliegenden Seite symmetrisch zu
den Schneiden 29 weitere Schneiden 32 auf, die nach Umdrehen des Messers an die Stelle der Schneiden 29
treten können. Oben und unten sind die Messer ferner mit weiteren Schneiden 33, 34 versehen. Wie
aus F i g. 1 ersichtlich ist, sind die einzelnen Messer 27 zwar untereinander gleich groß ausgebildet, am
Auswerferkörper 25 aber in geringem Maße gegeneinander der Höhe nach versetzt angeordnet, so daß
der Abstand der unteren Schneiden 34 vom Boden 8 verschieden ist. Bei der Zerkleinerung wird das Gut
zunächst von den Schneiden 17 vorgeschnitten, dann zwischen den Schneiden 18 der Messer 19 und den
Gegenmessern vorzerkleinert und schließlich von den Messern 27 mit den Schneiden 33, 29 und 34
bearbeitet (vermust bzw. verschrotet), ehe es über
eine seitliche Austrittsöffnung 35 des Gehäuses 1 in aufbereitetem Zustand die Vorrichtung verläßt.
Ein und derselbe Auswerfer 25 kann in Verbindung mit verschiedenartigen Schneidmessern Verwendung
finden. Bei der Ausführung nach Fig. 3 sind vier Messer 36 vorgesehen, die oben auf einem
quadratischen Träger 37 befestigt sind, während nach F i g. 4 am Träger 38 ein U-förmiges Messer 39
und ein Flachmesser 40 sitzen. Die Träger 37 und 38 weisen analog zum Träger 14 Paßflächen 22 und eine
Gewindebohrung 15 zur Befestigung an der Welle und zum Festspannen der Nabe 24 auf.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Aufbereiten landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere für Fütterungszwecke,
mit einem Gehäuse und einer in dieses von unten einragenden Vertikalwelle, die einen Auswerfer und ein über diesem angeordnetes
Schneidmesser trägt, wobei das Gehäuse an seinem Umfang, vorzugsweise im Auswerferbereich,
eine Austrittsöffnung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswerfer (25) zusätzlich mit mit ihrer Klinge (27)
etwa tangential zur Rotationsachse (11) angeordneten Messern bestückt ist, die zumindest an ihrer
gegen die vorzugsweise mit einer Riffelung (2), mit Mahlleisten od. dgl. versehene Gehäusewandung
(1) weisenden Seite mit Endschneiden (29) versehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswerfer (25) die Grundform
eines Prismas oder Pyramidenstumpfes aufweist, an dessen Mantelflächen (30) die Messer
(27) mit wenigstens einseitig über die Längskanten (31) vorragenden Schneiden (29) befestigt
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die viereckig ausgebildeten
Messer (27) zusätzlich oben und allenfalls auch unten parallel zu den Mantelflächen
(30) des Auswerfers (25) verlaufende Schneiden (33, 34) haben.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Messer (27) untereinander
gleich groß und für sich zumindest in bezug auf an beiden Seiten vorgesehene Schneiden (29, 32)
und auf Bohrungen od. dgl. für Befestigungsschrauben (28) symmetrisch ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswerfer
(25) mit einer Nabe (24) auf die Welle (11) aufschiebbar und zwischen einem Wellenbund
(23) und einem auf das Wellenende aufschraubbaren Träger (14) für das Schneidmesser (19)
festklemmbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gegebenenfalls mit auswechselbaren,
im Gehäuse (1) gehaltenen Lochscheiben, Gegenmessern od. dgl. (21) zusammenwirkenden
Schneidmesser (19) mit ihrem Träger (14, 37, 38) auswechselbar sind, die Träger unterschiedlicher Schneidmessersätze (19,
36, 39, 40) aber untereinander gleiche Paßflächen (22) für den Auswerfer sowie die zur Befestigung
am Wellenende dienende Gewindebohrung (15) aufweisen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 559/156 4.64 © Bundesdruckerei Berlin
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|---|---|
| DE (1) | DE1168155B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4239342A1 (de) * | 1992-11-23 | 1994-05-26 | Breckner Fritz | Zerkleinerungsmaschine zum Mahlen oder Häckseln von industriellen und landwirtschaftlichen Produkten und Abfällen |
-
1962
- 1962-12-22 DE DEY665A patent/DE1168155B/de active Pending
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