DE1226112B - Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Melamin - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Melamin

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DE1226112B
DE1226112B DES80520A DES0080520A DE1226112B DE 1226112 B DE1226112 B DE 1226112B DE S80520 A DES80520 A DE S80520A DE S0080520 A DES0080520 A DE S0080520A DE 1226112 B DE1226112 B DE 1226112B
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urea
acid
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Dr Ernst Doehlemann
Dr Franz Kaess
Dr Leo Reitter
Dr Kurt Scheinost
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Evonik Operations GmbH
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SKW Trostberg AG
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D251/00Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings
    • C07D251/02Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings
    • C07D251/12Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D251/26Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with only hetero atoms directly attached to ring carbon atoms
    • C07D251/40Nitrogen atoms
    • C07D251/54Three nitrogen atoms
    • C07D251/56Preparation of melamine
    • C07D251/60Preparation of melamine from urea or from carbon dioxide and ammonia
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DEUTSCHES Mi PATENTAMT Int. Cl.:
C07d
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 12 ρ -10/05
Nummer: 1226 112
Aktenzeichen: S 80520 IV d/12 ρ
Anmeldetag: 20. Juli 1962
Auslegetag: 6. Oktober 1966
Gegenstand der Erfindung ist ein verbessertes Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Melamin durch Erhitzen von Harnstoff bei im wesentlichen atmosphärischem Druck in Gegenwart von Ammoniak und einem Katalysator.
Durch die USA.-Patentschrift 2 760 961 ist es bekanntgeworden, Melamin aus Harnstoff oder seinen Pyrolyseprodukten in der Weise mit guter Ausbeute zu erhalten, daß man die Ausgangsprodukte zusammen mit einem Kieselgel von großer innerer Oberfläche als Katalysator in Gegenwart von Ammoniak auf 220 bis 4000C erhitzt; der Katalysator wird hierbei durch Ammoniak in den Zustand einer Wirbelschicht versetzt und das Ausgangsmaterial in diese Wirbelschicht in geeigneter Weise eingetragen. Das gebildete Melamin verläßt zusammen mit Ammoniak die Wirbelschicht, d. h. den Katalysator. Ein grundlegender Nachteil dieses Verfahrens ist die Bewegung des ganzen Katalysators in der Wirbelschicht, mit der Folge starken Abriebes, so daß beträchtliche Mengen an Katalysator pro Mengeneinheit erzeugten Melamins stets zu erneuern sind; ferner ist nachteilig die geringe Verweilzeit der Reaktionsausgangs- bzw. Zwischenprodukte am Katalysator, wodurch diese das Wirbelbett zum Teil unumgesetzt durchschlagen, was die Melaminausbeute entsprechend vermindert und aufwendige Trennoperationen beim Kondensieren des Melamins bzw. an dem kondensierten Sublimat erforderlich macht.
Das erwähnte Verfahren ist, wie in der deutschen Auslegeschrift 1102 165 dargelegt wurde, dahingehend verbessert worden, daß im Rahmen der in mehreren Schritten ablaufenden Umwandlung von Harnstoff zu Melamin die unter Wärmeverbrauch erfolgende Umsetzung von Harnstoff zu Cyanamid in einem Katalysatorwirbelbett erfolgt, während die Wärme liefernde Reaktion Cyanamid -*■ Melamin in einer nachgeschalteten Katalysatorruheschicht abläuft, der das im Wirbelbett entstehende Cyanamid-Melamin-Dampfgemisch zusammen mit dem als Trägergas für die Wirbelschicht dienenden Ammoniak zugeführt wird. Das in der Katalysatorruheschicht sich bildende Melamin sublimiert mit dem Trägergas-Ammoniak vom Katalysator ab und wird durch Kondensation bei entsprechend niedriger Temperatur gewonnen.
Letztgenanntes Verfahren bietet gegenüber dem ersteren den Vorteil, daß die für einen brauchbaren Umsatz notwendige Verweilzeit der Reaktionsausgangs- und Zwischenprodukte am Katalysator in der nachgeschalteten Katalysatorruheschicht durch entsprechende Dimensionierung der beiden Aggregate eingestellt werden kann. Ferner können durch die an-Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von
Melamin
Anmelder:
Süddeutsche Kalkstickstoff-Werke
Aktiengesellschaft,
Trostberg (Obb.)
Als Erfinder benannt:
Dr. Ernst Doehlemann, Tacherting;
Dr. Franz Kaess, Traunstein;
Dr. Leo Reitter,
Dr. Kurt Scheinost, Tacherting
gegebenen Maßnahmen die für den Wärmetransport günstigsten Apparate gewählt werden.
Das Verfahren, Harnstoff in einer Katalysatorwirbelschicht mit nachgeschalteter Katalysatorruheschicht in Melamin umzuwandeln, ist aber trotzdem noch mit Mängeln behaftet. Vor allem ist die Verwendung von Katalysatoren, wie sie für die Melaminsynthese geeignet sind, in der Wirbelschicht überhaupt problematisch, weil diese Katalysatoren so wenig abriebfest sind, daß sie in kürzester Zeit zu Staub zerrieben werden. Dies bedingt einen großen Aufwand an Katalysatormaterial und die Notwendigkeit, den anfallenden Katalysatorstaub aus dem Gasstrom abzutrennen, ehe er in die Katalysatorruheschicht eintritt, weil dort sonst Verstopfungen unvermeidlich sind. Die hinsichtlich Abrieb sich noch am günstigsten verhaltenden Kieselgele haben die unangenehme Eigenschaft, daß sie beim Aufnehmen von flüssigem Harnstoff zersplittert werden, womit auch wieder ein rascher Verschleiß des Katalysatormaterials gegeben ist. Dieselben Einwände gelten sinngemäß in verstärktem Maße auch für das nur in der Wirbelschicht arbeitende Verfahren. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß beim Einbringen von Harnstoff in ein Katalysatorwirbelbett beispielsweise aus Kieselgel mit großer innerer Oberfläche nur ein Teil .in kurzer Zeit in Cyanamid umgewandelt wird, welches verdampft; der Rest des Harnstoffs setzt sich im Katalysator zu Melamin um, welches vom Katalysator ziemlich fest gebunden und nur langsam wieder abgegeben wird. Bei starker Beaufschlagung des Wirbelbettes mit Harnstoff im Dauerbetrieb kann nun der Fall eintreten, daß in der Zeiteinheit am Katalysator mehr Melamin gebildet
609 669/417
wird, als absublimiert, d. h., das Katalysatormaterial im Wirbelbett sättigt-sich allmählich, vollständig mit Melamin. Dies hat zur Folge, daß die Harnstoffverdampfung in Richtung Cyanamid nicht mehr möglich ist und Verkrustungen durch Harnstoffzersetzung zu Cyanursäure und anderen schwer verdampfbaren Zwischenprodukten auftreten, welche das Wirbelbett in kürzester Zeit lahmlegen.
Abgesehen von diesen Schwierigkeiten besteht bei dieser Hintereinanderschaltung von zwei nach verschiedenen Prinzipien arbeitenden Katalysatorschichten ein weiterer Nachteil: infolge Schwankungen der katalytischen Wirksamkeit des Wirbelbettes, das wegen der geringen Verweilzeit des Reaktionsmediums allen Einflüssen gegenüber sehr empfindlich ist, schwankt die Beanspruchung des Festbettkatalysators ebenfalls seTir beträchtlich, was die Einhaltung einer konstanten Temperatur im Festbett namentlich- bei Durchführung im technischen Maßstab besonders erschwert.
Schließlich verursachen die wohl wenig abriebfesten, aber trotzdem harten Katalysatoren im Wirbelbett starke Erosion, so daß die Lebensdauer des Apparates niedrig veranschlagt werden muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei der kontinuierlichen Herstellung von Melamin durch Erhitzen von Harnstoff mit Ammoniak. in einem Wirbelbett aus Inertmaterial auf mindestens 2500C und Überleiten des so. erzeugten Ammoniumcyanatdampfes über ein nachgeschaltetes Katalysatorruhebett bei 260 bis 4500C, bei geringstem Verbrauch an Katalysator, optimale. .,Melaminausbeuten zu erzielen.
Die gestellte Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß man die genannten Umsetzungen in einer aus Kupfer bestehenden Vorrichtung vollzieht und als Katalysatorruheschicht Aluminiumoxyd oder keine innere Oberfläche aufweisendes Siliciumdioxyd, litandioxyd, Zirkondioxyd, Vanadiumpentoxyd, Chromoxyd, Eisenoxyd oder Kohlenstoff verwendet,· mit der Maßgabe,-daß diese Stoffe mit Phosphorsäure, Borsäure, Arsensäure,. Schwefelsäure oder mit einem Salz dieser Säuren aktiviert sind.
. Melamin wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entsprechend der Gleichung
6 Harnstoff -» 1 Melamin -f 3 CO2 + 6 NH3
45
in einer Ausbeute bis zu 96 °/0 gewonnen.
Aus der deutschen Patentschrift 1 028 126 ist zwar bekannt, daß man. durch Überleiten von Dämpfen aus Cyanursäure- zusammen mit zugesetztem Ammoniak über Kieselgel als Katalysator in einem Quarzrohr Melamin mit 73 °/oiger Ausbeute erhält. Es war aber nicht vorauszusehen, daß beim Überleiten von Amnioncyanatdampf zusammen mit Ammoniak über den Katalysator dann Melamin mit einer Ausbeute von 96 % entsteht, wenn man als Katalysator einen von dem Erfinder vorgeschlagenen phosphat-, borat-; arsenat- oder sulfathaltigen Aluminiumoxyd-, Siliziumoxyd-, Titandioxyd-, Zirkondioxyd-, Vanadiumpentoxyd-, Chromoxyd-, Eisenoxyd- oder Kohlenstoffkatalysator verwendet- (vgl. belgische Patentschriften 604 973 und 607 305).
Zum Verdampfen des Harnstoffs kann eine mittels Ammoniak erzeugte Wirbelbettschicht aus bei Temperaturen oberhalb 250° C gegen Harnstoff und Ammoncyanat bzw. Cyansäure beständigem, abriebfestem und möglichst nicht porösem Inertmaterial ver^ wendet werden, in welche der Harnstoff in geeigneter Weise eingetragen wird, wie an sich aus der' US A.Patentschrift 2 712 491 bekannt ist. Es wurde gefunden, daß sich als Inertmaterial für das Wirbelbett besonders gut Kupferkörner eignen, insbesondere weil sie weich sind und deshalb den Apparatewerkstoff nicht, erodieren. " =
Der wesentliche Unterschied bei der Verwendung eines Inertmaterials statt eines Katalysators in der Wirbelschicht besteht darin, daß im ersteren Falle der Harnstoff lediglich eine Umlagerung zu Ammoncyanat erfährt, welches verdampft, während im letzteren Falle bereits in der Wirbelschicht eine Umsetzung in Richtung Melamin erfolgt.
Durch Verwendung von Inertmaterialien in der Wirbelschicht, die lediglich die Rolle eines Wärmeträgers zu übernehmen haben und wesentlich abriebfester und im allgemeinen auch billiger sind als die für die drucklose Umwandlung von Harnstoff in Melamin geeigneten Katalysatoren, ist erreicht, daß der teure Katalysator nur mehr in Form einer Ruheschicht angewendet werden muß. Dementsprechend treten praktisch keine Katalysatorverluste auf, und es fallen keine Betriebskosten vom Katalysator her an. Ferner ..erübrigt es sich, zwischen Wirbelbettverdampfer und Festbettreaktor .ein Filter bzw. einen Staubabscheider einzubauen.
Die Verwendung.von Inertmaterial statt Katalysator in der Wirbelschicht bringt außer den bereits genannten aber auch noch folgenden wesentlichen Vorteil: die mit der schon, erwähnten Blockierung einer Katalysatorwirbelschicht durch Melamin möglich werdende Lahmlegung des Wirbelbettes durch schwer verdampfbare Zwischenprodukte, wozu außer Melamin noch die im allgemeinen nicht: mehr rückstandslos verdampfenden Verbindungen Biuret, Cyanursäure, Ammelid und Ammelin:zu.rechnen sind, wird bei Anwendung eines inerten Materials völlig vermieden, da sich nur leichtflüchtiges Ammoncyanat bildet. :..-
Nachdem die Harnstoffverdämpfung zu Ammoncyanat stark wärmeverbrauchend ist, stellt ein Wirbelbett mit seinem hohen Wärmeübergang eine geeignete Apparatur für diesen Verfahrensschritt dar; andererseits ist die Umsetzung von Ammoncyanatdampf zu Melamin schwach exotherm und somit in einem Katalysatorfestbett wärmemäßig ohne weiteres zu beherrschen. · ■ -
Für das Katalysatorfestbett ist jeder-Reaktor geeignet, der es erlaubt, die bei der Umsetzung von Ammoncyanatdampf bzw. Cyansäuredämpf zu Melamin am Katalysator frei werdende Wärme abzuführen, d. h. jeder Reaktor, bei dem der Katalysatorraum als Wärmeaustauscher ausgebildet ist. Somit kommen in Frage: Röhrenreaktoren mit Unterbringung des Katalysators in den Röhren; Katalysatorschüttungen mit eingebetteten Kühlschlangen, Lagerung des Katalysators auf mehreren übereinander angeordneten Horden, wobei die Horden gleichzeitig Wärmeaustauschflächen darstellen, und andere bekannte Konstruktionen.
Die Temperaturen in der Katalysatorruheschicht sind zwischen 260 und 450° C, vorzugsweise zwischen 320 und 4000C, zu halten.
Die Katalysätorrnenge ist zweckmäßig so zu wählen, daß das Gewichtsverhältnis Katalysator zu aufgegebene Harnstoffmenge pro Stunde größer als 1, vorzugsweise größer als 5, ist. -
Die für das Verfahren- erforderliche Ammoniakmenge (zum Betreiben des Wirbelbettes,-als möglicher
Reaktionspartner und zum Absublimieren des auf dem Katalysator gebildeten Melamins) richtet sich nach der durchzusetzenden Harnstoffmenge, und zwar soll· das Gewichtsverhältnis Ammoniak zu Harnstoff beim Eintritt in das Katalysatorruhebett mehr als 1, vorzugsweise mehr als 1,5, betragen.
Um nach dem erfindungsgemäßen Verfahren MeI-aminausbeuten von' 96 °/0 zu erhalten, sind die besonderen Katalysatoren anzuwenden; nämlich phosphat-, -botat-, arsenat- oder sulfathaltige, im übrigen ganz oder überwiegend aus Aluminiumoxyd in freier oder chemisch gebundener Form bestehende Substanzen; oder Phosphorsäure, Borsäure, Arsensäure oder Schwefelsäure enthaltende Katalysatoren auf der Basis von feinverteiltem Siliziumdioxyd, Titandioxyd, Zirkondioxyd, Vanadiumpentoxyd, Chromoxyd, Eisenoxyd oder Kohlenstoff, welche keine innere Oberfläche besitzen. Arbeitet man nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, aber mit Kieselgel als Katalysator, dann beträgt die Melaminausbeute lediglich 88,2 °/0.
Der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren als Zwischenprodukt auftretende Ammoniumcyanatdampf ist hochkorrosiv und kann durch den katalytischen Einfluß von Metallen oder Legierungen in starkem Maße zu unerwünschten, ausbeutevermindernden Nebenreaktionen veranlaßt werden. Etwa dieselben Verhältnisse sind bei der Drucksynthese von Melamin aus Harnstoff gegeben, wo auch Ammoniumcyanat als Zwischenprodukt auftritt. Für diese Drucksynthese sind bereits verschiedene Werkstoffe als einigermaßen brauchbar genannt worden. Die meisten von ihnen werden aber doch noch korrodiert und katalysieren Nebenreaktionen des Ammoniumcyanats bzw. der Cyansäure; die wirklich geeigneten Werkstoffe sind, wie z. B. das Titan, sehr kostspielig.
Auf Grund der festgestellten sehr guten Verwendbarkeit von Kupferkörnern als Inertmaterial im Wirbelbett wurde Kupfer auch als Apparatewerkstoff für das erfindungsgemäße Verfahren geprüft und überraschenderweise gefunden, daß es weder korrodiert wird, noch mögliche Nebenreaktionen des Ammoncyanates katalysiert. Es ist deshalb erfindungswesentlich, bei der Durchführung des Verfahrens alle Apparateteile, welche mit Ammoncyanatdanipf, Ammoniak und Melamin in Berührung kommen, aus Kupfer anzufertigen. Im wesentlichen sind darunter das Wirbelbett, der Reaktor und die Verbindungsrohre zu verstehen. Etwa gleich zute Melaminausbeuten wie in einer Kupferapparatur konnten nur noch in einer Apparatur aus Quarzgut erhalten werden. Aus Quarzgut lassen sich aber Apparaturen im großtechnischen Maßstab nicht anfertigen. Bei Verwendung anderer gängiger Werkstoffe sinkt die Melaminausbeute beträchtlich, wie die Vergleichsversuche zeigen.
Beispiel
Die Apparatur besteht aus einem von außen beheizten Wirbelbettverdampfer, welcher über eine Rohrleitung mit einem von außen heiz-, und kühlbaren, senkrecht stehenden Reaktionsrohr verbunden ist, in welchem 900 Gewichtsteile Katalysator ruhend untergebracht sind. Das Reaktionsrohr, welches von oben nach unten durchströmt wird, ist gasaustrittsseitig mit einem mittels Dampf auf 2000C gehaltenen Melaminabscheider versehen. Als Werkstoff dient, mit Ausnahme des aus Aluminium gefertigten Melaminabscheiders, Kupfer. Das Wirbelbett ist mit Seesand von 0,1 bis 0,3 mm Körnung gefüllt. Als Katalysator wird feinverteiltes Siliziumdioxyd (Durchmesser der Primärteilchen 20 nrn), welches durch Aufbringen von 10°/0 H3PO4 aktiviert ist, verwendet. Die Temperatur im Wirbelbett beträgt 375°C, im Katalysatorbett 340 bis 360° C. Zum Aufwirbeln des Seesandes und gleichzeitig als Trägergas bläst man stündlich 300 Nl auf 3500C vorgewärmtes Ammoniak in den Wirbelbettverdampfer. In das so erzeugte Wirbelbett werden stündlich 150 Gewichtsteile geschmolzener Harnstoff eingespritzt. Innerhalb 72 Stunden gelangen auf diese Weise 10 800 Gewichtsteile Harnstoff zur Umsetzung." Im Melaminabscheider fallen in dieser Zeit 3647 Gewichtsteile Sublimat mit einem Melamingehalt von 99,5 °/0 an. Dies entspricht einer Melaminausbeute von 96 %, bezogen auf eingebrachten Harnstoff.
Vergleichsversuche
Versuch 1
Der in dem vorstehenden Beispiel beschriebene Versuch wurde unter Verwendung von Kieselgel als Katalysator durchgeführt. In 65 Stunden wurden aus 9750 Gewichtsteilen Harnstoff 3074 Gewichtsteile Sublimat mit einem Melamingehalt von 97,9 °/0 erhalten. Dies entspricht einer Melaminausbeute von 88,2 °/0. Dieser Versuch zeigt, daß nach dem erfindungsgemäßen Verfahren eine wesentlich bessere Melaminausbeute zu erhalten ist als nach dem in der deutschen Patentschrift 1 028 126 beschriebenen.
Versuch 2
Der in dem Beispiel beschriebene Versuch wurde wiederholt unter Verwendung anderer Apparaturwerkstoffe, und zwar wurde das Kupfer ersetzt durch gewöhnlichen Stahl, Remanit HC, V4A bzw. Rotosil (Quarzgut). Die bei den einzelnen Versuchen erhaltenen Melaminausbeuten werden in der nachstehenden Tabelle zusammen mit den Melamingehalten der Sublimate einander gegenübergestellt.
Verwendeter Werkstoff
Kupfer
V4A
Gewöhnlicher Stahl
Remanit HC
Rotosil (Quarzgut) .
Melaminausbeute
in %
96,0
72,4
56,6
40,4
94,5
Melamingehalt des
Sublimates
99,5
85,7
77,2
61,8
99,6
Wie der Tabelle zu entnehmen ist, bringt das erfindungsgemäße Verfahren in einer Kupferapparatur sehr gute Melaminausbeuten, während bei Verwendung anderer Werkstoffe — mit Ausnahme des großtechnisch nicht einsetzbaren Rotosils —· die Melaminausbeute stark abfällt.
Die Gegenüberstellung der Vergleichsversuche mit dem Beispiel zeigt somit den technischen Fortschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens zur drucklosen Herstellung von Melamin aus Harnstoff gegenüber den bisher bekannten Verfahren.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Melamin durch Erhitzen von Harnstoff mit Ammoniak in einem Wirbelbett aus Inertmaterial auf mindestens 2500C und Überleiten des so erzeugten Ammoniumcyanatdampfes über ein nachgeschaltetes Katalysatorruhebett bei 260 bis 45O0C,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung, in der diese Umsetzungen vorgenommen werden, aus Kupfer angefertigt ist und die Katalysatorruheschicht aus Aluminiumoxyd oder aus keine innere Oberfläche aufweisendem Siliciumdioxyd, Titandioxyd, Zirkondioxyd, Vanadiumpentoxyd, Chromoxyd, Eisenoxyd oder Kohlenstoff besteht, mit der Maßgabe, daß diese Stoffe mit Phosphorsäure, Borsäure, Arsensäure, Schwefelsäure oder mit einem Salz dieser Säuren aktiviert sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Wirbelbett als Inertmaterial Kupferkörner verwendet werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 712 491; französische Patentschrift Nr. 1261271;
Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie, Kupfer, Teil A, 8. Auflage (1955), S. 1221, letzter Absatz.
609 669/417 9.66 ® Bundesdruckerei Berlin
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