DE125560C - - Google Patents
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- DE125560C DE125560C DENDAT125560D DE125560DA DE125560C DE 125560 C DE125560 C DE 125560C DE NDAT125560 D DENDAT125560 D DE NDAT125560D DE 125560D A DE125560D A DE 125560DA DE 125560 C DE125560 C DE 125560C
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G02—OPTICS
- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
- G02B13/00—Optical objectives specially designed for the purposes specified below
Landscapes
- Physics & Mathematics (AREA)
- General Physics & Mathematics (AREA)
- Optics & Photonics (AREA)
- Lenses (AREA)
Description
KAISERLICHES J
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 125560 KLASSE 42 h.
HUGO MEYER in GÖRLITZ.
Photographisches Doppelobjectiv. Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Juni 1900 ab.
Ein photographisches Einzelobjectiv oder
die beiden Hälften eines Doppelsystems müssen behufs Erzielung eines achromatischen Bildes
stets aus mindestens zwei linsen zusammengesetzt sein, von denen die eine, sammelnd
wirkende oder positive, aus Glas geringerer, die andere, zerstreuende oder negative, dagegen aus Glas stärkerer relativer Dispersion
besteht.
Bei fast allen älteren und selbst modernen Objectiven hat man nun daran festgehalten,
diese beiden Linsen mit gleichen inneren Krümmungen zu versehen und zu verkitten,
wodurch ntan in der That den Vortheil erhält, daß keine freien Flächen im Innern des
Systems auftreten, von denen doppelt reflectirtes Licht auf die photographische Platte
fallen und die Brillanz des Bildes beeinträchtigen könnte. Für diesen verhältnißmäßig geringen
Vortheil tauscht man aber durch Verkitten der Linsen einen höchst bedeutenden Nachtheil ein: es ist nämlich dann nicht mehr'
möglich, das Objectiv gleichzeitig sphärisch und astigmatisch zu corrigiren, denn die Herstellung
sphärischer Correction erfordert, daß die positive Linse aus einer Glasart von geringerem
Brechungsindex bestehe, als die negative, während für die Beseitigung des Astigmatismus und der Bildwölbung ein gerade
entgegengesetztes Verliältniß herrschen muß.
Man hat nun diesen Widerspruch der beiden so wichtigen Bedingungen, solange man keine
freien Flächen im Innern des Einzelob j ectivs zulassen wollte, auf verschiedene Weise mit
mehr oder weniger gutem Erfolge zu vermeiden gesucht: in der Regel dadurch, daß
man statt zweier Linsen deren drei oder noch mehr aus verschiedenen Glasarten in bestimmter
Reihenfolge verkittete, wodurch allerdings die betreffenden Correctionen herbeigeführt
werden können, andererseits aber die Herstellung und genaue Centrirung des Ob j ectivs bedeutend erschwert und sein Preis
dementsprechend erhöht wird.
Erst in neuester Zeit hat man eingesehen, daß das Vorhandensein von freien Flächen im
Innern eines Objective durchaus nicht immer störend wirkt; es ist vielmehr möglich, durch
zweckentsprechende Formen der Linsen, und infolge dessen auch der eingeschlossenen Lufträume,
die an den inneren Flächen nothgedrungen immer auftretenden Reflexbilder so zu legen, daß sie am Orte der photographischen
Platte bereits sehr stark zerstreut sind und daher nur als außerordentlich schwacher,
die Brillanz des Bildes durchaus nicht mehr beeinträchtigender gleichmäßiger Lichtschein
auftreten.
Als günstigste Form für die Unschädlichmachung der Reflexbilder hat sich diejenige
ergeben, in welcher die eingeschlossene Luftlinse ihrer Form nach negativ ist und die sie
einschließenden Linsen sogenannte Menisken sind, d. h. Linsen, die von einer convexen und
concaven Außenfläche begrenzt werden. Diese Form ist in der Optik als das »Gauß-Objectiv«
bekannt und von Gauß zuerst für Fernrohre in Vorschlag gebracht worden. Sie gestattet
gleichzeitig eine besonders gute sphärische und chromatische Correction und es sind daher
bereits mehrfach Versuche gemacht worden,
(2. Auflage, ausgegeben am 23. August igo4J
diese Form für photographische Objective zu verwenden. Solche Versuche wurden bekannt
durch das amerikanische Patent 399499 vom 12. März 1889 rind durch das deutsche Patent
92313/57. Bei dem ersteren indessen konnte die für ein photographisches Objectiv so
außerordentlich wichtige anastigmatische Ebnung des Bildfeldes nicht erreicht werden, da
es aus den älteren Glassorten gebildet war, infolge dessen die positive Linse jeder Objectivhälfte
einen niedrigeren Brechungsindex besaß als die negative; bei dem letzteren, dem
als »Planar« bekannten Objectiv der Firma Carl Z e i ß in Jena, wird die chromatische
Correction jeder Objectivhälfte dadurch herbeigeführt,
daß die eine der beiden jede Hälfte bildenden Linsen für sich wieder aus zwei Linsen zusammeng'ekittet ist, die aus zwei
Glassorten von gleichem Brechungsvermögen, aber verschiedener Dispersion bestehen.
Das vorliegende photographische Doppelobjeetiv besitzt nun auf jeder Seite der Mittelblende nur zwei einfache, nach Gauß'schem
Typus angeordnete Linsen; es deckt sich also, seiner äußeren Form nach, nahezu mit dem
Objectiv der erwähnten amerikanischen Patentschrift 399499. Es unterscheidet sich von
diesem wesentlich aber dadurch, daß es aus sogenannten anomalen Glaspaaren besteht, el. h.
solchen, bei denen das Crownglas einen höheren Brechungsindex hat als das Flintglas,
dabei aber geringere Dispersion; und erst hierdurch wird die Herbeiführung anastigmatischer
Bildebnung ermöglicht und das Objectiv für photographische Zwecke geeignet. Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung
bildende, in beiliegender Zeichnung halb in der Ansicht und halb im Längsschnitt
abgebildete Doppelob j ecti ν stellt also die einfachste mögliche Lösung der mehrfach angestrebten
Aufgabe dar, die Vortheile des Gauß-Objectivs durch Erzielung" eines von Astigmatismus
freien ebenen Bildes für die photographische Optik nutzbar zu machen.
Es ergiebt sich daher aus dem Vorhergesagten, daß
ι. zur Correction der Achromasie jede Objectivhälfte aus zwei Linsen bestehen muß,
von denen die eine sammelnd (positiv), die andere zerstreuend (negativ) wirkt, und von
denen die letztere größere relative Dispersion besitzt als die erstere;
2. daß behufs Correction des Astigmatismus und Herstellung eines ebenen Bildfeldes die
sammelnd wirkende Crownglaslinse jeder Objectivhälfte einen größeren Brechungsindex
aufweisen muß, als die zerstreuende, zum mindesten aber den gleichen;
3. daß bei Erfüllung der beiden unter 1. und 2. genannten Bedingungen die Linsen in
jeder Hälfte des Objective durch eine Luftlinse getrennt werden müssen, damit die sphärische
Aberration behoben werden kann;
4. daß, um den Objectivhälften die vortheilhafte
Form eines Gauß-Objectivs zu geben, die zwischen den Linsen jeder Hälfte liegenden
Luftlinsen eine negative Form haben müssen;
5. daß, um die an den freien Flächen der Linsen entstehenden doppelt reflectirten
Spiegelbilder (Blendenflecke) möglichst unschädlich zu machen, alle Linsen im System
sogenannte Menisken, d. h. von einer convexen und einer coneaven Fläche begrenzt sein
müssen. Diese Form der Linsen trägt übrigens auch gleichzeitig bedeutend zur Correction des
Astigmatismus bei, da der Meniskus bekanntlich von allen Linsenformen die gegen die
optische Achse geneigt einfallenden Strahlen am besten wieder vereinigt.
Auf ein Doppelsystem, dessen Hälften diesen fünf genannten Bedingungen entsprechen, erstreckt
sich nun der vorliegende Patent-Anspruch. Die beiden Hälften des Objective
können genau identisch sein, so daß das System ein streng symmetrisches wird; indessen kann
unter Umständen durch kleine Abweichungen von der symmetrischen Form, wie in dem
nebenstehenden, unten angegebenen und durch beiliegende Zeichnung erläuterten Beispiel eine
bessere Ausgleichung der noch übrig bleibenden kleinen Fehlerreste herbeigeführt werden.
Beispiel: Objectiv von 240 mm Brennweite
; freie Oeffnung 30 mm.
| Radien: | mm, | L1 | Dicken: | Hg1 | |
| ri | = + 47,75 | ,, | L2 | = 7,68 mm, | 1,604 |
| Γ2 | = + 127,85 | j, | Ls | = 3>°7 „ | I,6oo. |
| Γ3 | = + 62,70 | ,, | Z,4 | — ^j1S >} | |
| = + 36,59 | = 4.99 ,, | ||||
| Γ5 | == — 36,00 | ,, | |||
| Γ6 | = — 64,03 | ||||
| Γ7 | = —123,13 | ,, | |||
| r8 | = — 46,60 | indices | |||
| Brechungs | nD | der Gläser: | |||
| L4 = i, | |||||
| L1 und | L3 = i, | 591 | |||
| L2 und | 580 | ||||
Abstände:
Zwischen.!,1 und L2 = 0,33 mm,
Zwischen.!,1 und L2 = 0,33 mm,
L3 und L4 = o,I4 „
,, den Systemhälften 12,53 mm,
Blendenstellung in der Mitte.
,, den Systemhälften 12,53 mm,
Blendenstellung in der Mitte.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein chromatisch, sphärisch und anastigmatisch corrigirtes photographisches Doppelobjeetiv mit Mittelblende, dessen Hälften für sich entweder ganz oder doch bis auf geringeAbweichungen sphärisch und chromatisch corrigirt sind und zu diesem Zwecke, sowie zur Herstellung eines von Astigmatismus freien, ebenen Bildes und zur möglichsten A^ermeidung von Reflexbildern (sogenannte Lichtflecken) am Orte der photographischen Platte aus je zwei einfachen, durch eine ihrer Form nach negative Luftlinse getrennten Glaslinsen bestehen, einer sammelnden und einer zerstreuenden, von denen jede von einer concaven und einer convexen Fläche begrenzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die sammelnd wirkende Linse aus Glas von geringer relativer Dispersion, aber. hohem Brechungsindex besteht, die zerstreuend wirkende dagegen höhere relative Dispersion, aber niedrigeren, höchstens gleichen Brechungsindex besitzt, wie die erstere.Hierzu ι Blatt Zeichnungen,
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE125560C true DE125560C (de) |
Family
ID=394277
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT125560D Active DE125560C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE125560C (de) |
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