DE1271982B - Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkoerpern - Google Patents
Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-FormkoerpernInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08K—Use of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
- C08K5/00—Use of organic ingredients
- C08K5/16—Nitrogen-containing compounds
- C08K5/17—Amines; Quaternary ammonium compounds
- C08K5/175—Amines; Quaternary ammonium compounds containing COOH-groups; Esters or salts thereof
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C08f
Deutsche Kl.: · 39 b - 22/06,
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
P 12 71 982.3-43 (T 22172)
23. Mai 1962
4. Juli 1968
Bekanntlich haben viele Gegenstände aus Vinylpolymerisaten, wie Vinylchloridpolymerisaten und -mischpolymeren,
eine ausgeprägte Tendenz, elektrostatische Ladungen zu speichern. Dieses Verhalten ist sehr
nachteilig, weil es dazu führt, daß die Gegenstände feine Staubteilchen aus der Atmosphäre anziehen.
Außerdem verursacht die Entstehung hoher elektro-* statischer Ladungen bei der Herstellung oder Handhabung
solcher Gegenstände manchmal erhebliche Schwierigkeiten, beispielsweise elektrische Schläge,
sowie die Entzündung von entflammbaren Lösungsmitteln.
1 Es sind viele Zusatzstoffe bekannt, mit denen sich
Vinylpolymerisate antistatisch machen lassen. Zahlreiche dieser Zusatzstoffe neigen dazu, die physikaiischen
oder chemischen Eigenschaften der Polymerisate in unerwünschter Weise zu beeinflussen, z. B.
die Farbe, die Transparenz oder die Wärme- und Lichtbeständigkeit. Sie sind ferner mit den Polymerisaten
nicht oder nicht ganz verträglich, und ihre Einverleibung in die Polymerisate auf der Mühle ist
deshalb sehr schwierig, oder bei langem Stehen werden sie in beträchtlichem Umfang von der Masse freigegeben.
Es wurde nun gefunden, daß man Dialkyl-asparaginsäure- und/oder -glutaminsäureester, in denen die
Alkylgruppen 4 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten, als Zusatzstoffe zur Verhinderung der elektrostatischen
Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkörpern verwenden kann.
Diese Ester beeinträchtigen die physikalischen oder chemischen Eigenschaften der Polymerisate nicht und
sind mit zahlreichen Vinylpolymerisaten sehr gut verträglich. Sie können den Polymerisaten nach
normalen Verfahren leicht einverleibt werden, z. B. auf der Mühle oder dem »Banbury«-Mischer oder durch
Vermischung der trockenen Pulver, und die entstehenden Produkte lassen sich leicht verarbeiten, z. B.
durch Strangpressen, Gießen oder Kalandrieren. Außerdem haben diese Zusatzstoffe noch andere
Vorteile, die sich bei der Mischungsherstellung bemerkbar machen. Beispielsweise können sie als Weichmacher
für Polymerisate des Vinylchloridtyps verwendet werden.
Die oben definierten Dialkylester der Asparaginsäure oder Glutaminsäure sind als Weichmacher dem
üblichen Bi-(2-äthylhexyl)-phthalat gleichwertig oder sogar überlegen. Ein weiterer Vorteil der genannten
Additive ist, daß sie ungiftig und geruchlos sind, so daß sie in Polymerisaten bei der Herstellung von
Gegenständen verwendet werden können, die für die Nahrungsmittelindustrie bestimmt sind.
Verhinderung der elektrostatischen Aufladung
von Vinylpolymerisat-Formkörpern
von Vinylpolymerisat-Formkörpern
Anmelder: :
Tanabe Seiyaku Co., Ltd., Osaka (Japan)
Vertreter: ;
Dr. W. Müller-Bore und Dipl.-Ing. H. Gralfs,
Patentanwälte,
8000 München 22, Robert-Koch-Str. 1
Als Erfinder benannt:
Taizo Uno, Kobe;
Masaharu Yuasa, Kyoto (Japan)
Die Erfindung beruht nicht auf der Ausnutzung der hygroskopischen Eigenschaften der bisher verwendeten
Zusatzstoffe. Die erfindungsgemäß verwendeten Mittel werden deshalb nicht mit Wasser aus?
gewaschen. Dieser Vorteil ist daher für die Dauer der antistatischen Eigenschaften sehr wichtig.
Die zahlreichen bekannten Antistatica für Vinylpolymerisate zeigen sämtlich irgendwelche Nachteile,
die ihre praktische Verwendung erschweren oder unmöglich machen. So zeigen das aus der britischen
Patentschrift 720 023 bekannte N-2-Hydroxyäthylr ricinolamid und das in ähnlicher Weise, jedoch unter
Verwendung von Diäthanolamin als Ausgangsmaterial hergestellte N,N-Di-(2-hydroxyäthyl)-ricinolamid zwar
gute antistatische Wirkung, sind aber mit Polyvinyl-; chlorid schlecht verträglich und beeinträchtigen das
Aussehen der Kunststoffe zu stark, als daß sie in diese eingearbeitet werden könnten.
Die erfindungsgemäß verwendeten Dialkylester der. Asparaginsäure und der Glutaminsäure sind bei
vergleichbar guten elektrostatischen Eigenschaften ohne weiteres mit den Kunststoffen verträglich und
können ohne Bedenken einverleibt werden.
Dies ergibt sich aus den folgenden Vergleichsversuchen:
Testverbindungen
1. N-2-Hydroxyäthyl-ricinolamid. '
2. N,N-Di-(2-hydroxyäthyl)-ricinolamid.
3. Dibutylglutamat.
809 568/570
3 4
Teststücke · ■ ■ ■ Untersuchungsmethode r ;
Die Teststücke wurden aus folgendem Ansatz ^. „ , , . , ,
hergestellt· Proben wurden wie folgt untersucht:
Gewichtsteile
Polyvinylchloridpulver 100 * ' Jedes Teststück wurde zehnmal mit einer Papier-
Dioctylphthalat 50 bürste geneben, und zwar m einer Atmosphäre mit
- Cadmiumstearat''.'.'. ...V.'.'.'.'.'.'. /.'.'.'. 1,5 58 «/o relativer Feuchtigkeit und einer Temperatur von
' Bariumstearat 15 20 C; sodann wurden Papierschnitzel auf eine Ent-
Antistaticum ' ' *" 5* '" fernung von etwa 1 cm an die Proben herangebracht.
■"■■■■"
ίο Unmittelbar nach der Herstellung der Teststücke
Die vorgenannten Materialien wurden 3 Minuten sowie am 9. Tage seit der Herstellung wurde gemessen,
bei 158 0C vermählen. Die erhaltene Masse wurde wie lange die Papierschnitzel von den Teststücken
dann zu Bahnen ausgewalzt. Zur Konstrolle wurde angezogen wurden. Ferner wurde das Aussehen jedes
ein Teststück aus dem gleichen Ansatz, jedoch ohne Teststückes beurteilt. Die dabei erhaltenen Ergebnisse
Zugabe eines Antistaticums hergestellt. 15 sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefaßt.
Antistaticum
Zeit
Unmittelbar nach Herstellung
Nach 8 Tagen Aussehen
Nr. 1
Nr. 2
Nr. 3
Kontrollprobe
0
0
0
4 bis 5 Sekunden 5,5 Minuten
0 0
2 Sekunden
2 Minuten
20 Sekunden, ziemlich wolkig, leichtes Ausblühen
leichtes Ausblühen
transparent, sehr schwache Braunfärbung
transparent
Diese Ergebnisse zeigen, daß die bekannten Antistatica zwar gute Wirksamkeit zeigen, wegen ihrer
Unverträglichkeit mit dem Polymerisat jedoch nicht verwendet werden können. Das erfindungsgemäß
verwendete Dibutylglutamat hingegen zeigt bei vergleichbar guter Wirkung diese Unverträglichkeit mit
dem Polymerisat nicht.
Wie bereits gesagt, werden erfindungsgemäß den Vinylpolymerisaten Dialkylester von Asparagin- und/
oder Glutaminsäure zugesetzt, in denen die Alkylgruppen
4 bis 12 Kohlengruppen enthalten. Beispiele solcher Ester sind Dibutyl-, Dihexyl-, Dioctyl-,
Di-(2-äthylhexyl)-, Didecyl- und Dilaurylester der Asparagin- oder Glutaminsäure. Besonders geeignet
für den Zweck der Erfindung sind Dioctyl-asparaginsäureester, Di-(2-äthylhexyl)-asparaginsäureester oder/
und Dibutylglutamat. Nach unten ist die angewendete Menge an Additiven auf etwa 3 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Gewicht des Polymerisats, begrenzt, während die obere Grenze von wirtschaftlichen
Überlegungen festgelegt wird. Vorzugsweise liegt die Menge zwischen 5 und 10 Gewichtsprozent; sie ist
nicht kritisch. Beispielsweise können 50 % oder mehr benutzt werden, um die gewünschten antistatischen
Eigenschaften zu erzielen, obwohl bei höherer Konzentration die erhaltenen Produkte ohne herkömmliche
Weichmacher wesentlich plastiziert =we°rdent—mit
niedrigerer Konzentration jedoch lassen sich starre Formkörper herstellen für solche Zwecke, für die
keine weichmacherhaltigen Polymerisate benötigt werden.
Die zu verwendenden Mittel können in die Polymerisate auf jede beliebige Weise eingearbeitet werden,
jedoch bevorzugt man die üblichen Mahlverfahren. Der Zusatzstoff und das pulverisierte Polymerisat
werden zu einer Masse vermählen. Andere Bestandteile, wie Weichmacher, Pigmente, Stabilisatoren oder
Füllstoffe, können je nach dem Verwendungszweck zugesetzt werden. Dann kann die Masse nach den
üblichen Verfahren zu den verschiedensten Formen verarbeitet werden, beispielsweise zu Granulat, Folien
oder Platten.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Mittel eignen sich besonders zum Antistatischmachen von Vinylchloridpolymerisaten
und -mischpolymerisaten, wie Polyvinylchlorid, Vinylchlorid-Vinylacetat-Mischpolymerisaten
oder Vinylchlorid-Vinylidenchlorid-Mischpolymerisaten,
also Polymerisaten, die üblicherweise als Polymerisate des Vinylchlorids bezeichnet werden.
Um die Wirksamkeit des Additivs zu bestimmen, kann man den fertigen Gegenstand mit einem trockenen
Baumwolltuch abreiben und auf eine Entfernung von 1 oder 5 cm einigen Papierstückchen nähern, deren
jedes etwa 4 mg wiegt. Ist der Gegenstand aufgeladen, werden die Papierschnitzel von dem Gegenstand
angezogen werden.
Die Erfindung ist im nachstehenden beispielsweise veranschaulicht. Teile verstehen sich in Gewichtsteilen,
falls nichts anderes angegeben ist.
5ο Beispiel I
100 Teile Polyvinylchloridpulver, 50 Teile Dioctyl-
phthätat, 1,5 Teile Bariumstearat, 1,5 Teile Cadmium-
- stearat und 5 Teile Dibutylglutamat werden 5 Minuten bei 1600C zu einer Masse geknetet und gemahlen;
diese Masse wird dann zu Folien ausgewalzt.
Zur Kontrolle wurde der gleiche Einsatz ohne antistatische Mittel wiederholt. Der oben beschriebene
Test zeigt in jeder Entfernung bei dem Probekörper mit den erfindungsgemäßen Additiven die Abwesenheit
geladener Stellen, während die Kontrollprobe in jeder Entfernung mehr als 5 Minuten viele Papierschnitzel
anzog.
Das Verfahren von Beispiel I wurde wiederholt, jedoch wurden 50 Teile Di-(2-äthylhexyl)-asparaginsäure
an Stelle von Dioctylphthalat und Dibutyl-
glutamat verwendet. Bei dem gleichen Test wurde die antistatische Eigenschaft des Produktes als fast gleich
der des Produktes von Beispiel I ermittelt. Die mechanischen Eigenschaften des Produktes waren wie
folgt:
| Probe | Zugfestigkeit | Dehnung |
| Produkt von Beispiel II .. Kontrollprobe |
1,96 kg/cma 1,86 kg/cma |
433 °/0 363% |
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung von Dialkylestern der Asparaginsäure und/oder Glutaminsäure von Alkoholen mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen als Zusatzstoffe zur Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkörpern.(Zuggeschwindigkeit 12,5 cm/Min, bei 200C.)In Betracht gezogene Druckschriften:
ίο Britische Patentschrift Nr. 720 023;USA.-Patentschriften Nr. 2 773 852, 2 832 697, 931783, 3 025 257.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19621271982 DE1271982B (de) | 1962-05-18 | 1962-05-23 | Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkoerpern |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1936462A GB939154A (en) | 1962-05-18 | 1962-05-18 | Non-electrostatic vinyl resin composition |
| DE19621271982 DE1271982B (de) | 1962-05-18 | 1962-05-23 | Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkoerpern |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1271982B true DE1271982B (de) | 1968-07-04 |
Family
ID=25751493
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19621271982 Pending DE1271982B (de) | 1962-05-18 | 1962-05-23 | Verhinderung der elektrostatischen Aufladung von Vinylpolymerisat-Formkoerpern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1271982B (de) |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB720023A (en) * | 1950-12-09 | 1954-12-08 | Dictaphone Corp | Improvements in or relating to production of anti-static synthetic resin compositions |
| US2773852A (en) * | 1950-12-09 | 1956-12-11 | Dictaphone Corp | Production of anti-static plastics |
| US2832697A (en) * | 1956-04-30 | 1958-04-29 | Dow Chemical Co | Method for applying antistatic agents to polymeric substances and destaticized articles thereby obtained |
| US2931783A (en) * | 1956-03-30 | 1960-04-05 | Myron A Coler | Composition of matter comprising a polymer of a vinylidene monomer and a polyalkanolamine destaticizing agent |
| US3025257A (en) * | 1958-09-04 | 1962-03-13 | Myron A Coler | Destaticized vinyl-type resins |
-
1962
- 1962-05-23 DE DE19621271982 patent/DE1271982B/de active Pending
Patent Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB720023A (en) * | 1950-12-09 | 1954-12-08 | Dictaphone Corp | Improvements in or relating to production of anti-static synthetic resin compositions |
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| US3025257A (en) * | 1958-09-04 | 1962-03-13 | Myron A Coler | Destaticized vinyl-type resins |
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