DE127375C - - Google Patents

Info

Publication number
DE127375C
DE127375C DENDAT127375D DE127375DA DE127375C DE 127375 C DE127375 C DE 127375C DE NDAT127375 D DENDAT127375 D DE NDAT127375D DE 127375D A DE127375D A DE 127375DA DE 127375 C DE127375 C DE 127375C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
drying
boiling
caustic soda
soda
oil
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT127375D
Other languages
English (en)
Publication of DE127375C publication Critical patent/DE127375C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • D—TEXTILES; PAPER
    • D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00—Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/58—Material containing hydroxyl groups
    • D06P3/60—Natural or regenerated cellulose
    • D06P3/64—Natural or regenerated cellulose using mordant dyes or metallisable dyes

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, das Jahrhunderte alte Verfahren zum Türkischrothfärben, dessen Ausführung hauptsächlich infolge des umständlichen Beizvorganges langwierig und kostspielig ist, zu verbessern, bezw. zu vereinfachen.
Aus diesen Versuchen hat sich besonders ein Verfahren herausgebildet, welches — unter der Bezeichnung Neurothverfahren — heute allgemeine Anwendung findet.
Bei diesem Verfahren wird die Baumwolle nach dem Auskochen zunächst mit Türkischrothöl (ricinusölsulfosaurem Natron) gründlich imprägnirt (für satte Nuancen ist eine Wiederholung dieser Operation angezeigt), bei etwa 60 bis 70 ° gut getrocknet und dann in. die Beize: essigsaure oder basisch schwefelsaure Thonerde gebracht.
Nach nochmaligem Trocknen wird mit Kreide zur vollständigen Fixation der Beize behandelt und gespült; erst dann kann mit dem Procefs des Färbens begonnen werden. Letzterer kann zwar im kochenden Bade vorgenommen werden; zur Erzielung lebhafter Nuancen ist es jedoch erforderlich, den Farbstoff bei etwa 65° aufziehen zu lassen und durch einen Dämpfprocefs unter 1 bis 2 Atm. Druck zu entwickeln. Zum Schlufs werden die Färbungen avivirt, geschönt, d. h. durch Kochen mit Seifenlösung (meist unter Druck) von oberflächlich anhängendem Farbstoff und Verunreinigungen befreit.
Wenn das in Vorstehendem beschriebene Verfahren auch eine wesentliche Vereinfachung gegenüber dem früher gebrauchten, noch weit umständlicheren sogenannten Altrothverfahren darstellt, so ist es doch noch immer recht complicirt und wird durch das oftmalige Trocknen langwierig und kostspielig.
Wir haben nun ein Verfahren gefunden, welches durch die Anwendung eines eigenartig zusammengesetzten Oelbades und einer starksauren Beize gekennzeichnet ist, indem das Oelbad durch Kochen von Ricinusöl, Aetznatron in wässeriger Lösung, zinnsaurem Natron, Thonerdenatron (Natriumaluminat) und phosphorsaurem Natron dargestellt wird.
Durch Verwendung dieses Bades kommen in Wegfall:
ι. der Dämpfprocefs zur Entwicklung bezw. Fixirung des Farbstoffs auf der Faser,
2. der Trockenprocefs sowohl nach dem Beizen als nach dem Färben, und endlich
3. das bei dem Neuroth verfahren zur vollständigen Fixirung der Beize unerläfsliche Abkreiden.
Die Färbeoperation wird dadurch wesentlich einfacher, kürzer und billiger, ohne dafs die erzielten Färbungen in Bezug auf Schönheit und Intensität leiden.
Wir erläutern das neue Verfahren an folgendem
Beispiel,
dessen Angaben sich auf 100 Pfund englisch (45,0 kg) Baumwollgarn beziehen.
i. Auskochen.
. Das Garn wird in üblicher Weise unter Druck mit 1 kg calcinirter Soda allein oder zu-
sammen mit Y2 kg Wasserglaslösung von 400B. 2 Stunden ausgekocht, gewaschen und abgeschleudert.
Man bereitet eine Ricinusölseife auf folgende Weise:
14 kg Aetznatron, 25 kg zinnsaures Natron (Zinnsoda), 15 kg Thonerdenatron (Natriumaluminat, käufliches), 10 kg phosphorsaures Natron werden in 200 1 kochendem Wasser gelöst, alsdann 100 kg Ricinusöl zugesetzt und so lange gekocht, bis das OeI vollkommen verseift ist. Man bringt nun das Ganze durch Zusatz von Wasser auf 850 1; die Oellösung soll 90B. zeigen.
Das Oelen geschieht entweder in der Terrine oder in -einer Passirmaschine; man behandelt zweckmäfsig immer 2 Pfund Baumwolle gleichzeitig zusammen, und zwar in 6 1 Oellösung und 2 1 Wasser (möglichst kalkfrei); für je weitere 2 Pfund englisch Garn wird 1J2 1 Oellösung zugesetzt. Nach nochmaligem Passiren wird das Garn gut ausgeschlagen und bei 60 bis 70 ° getrocknet.
Die oben gegebenen Mengenverhältnisse der einzelnen zur Darstellung des Türkischrothölbades verwendeten Bestandtheile können innerhalb weiter Grenzen abgeändert werden, ergeben jedoch nach den bisherigen Erfahrungen die günstigsten Resultate.
3. Beizen.
Die Beize wird auf folgende Art hergestellt:
40 kg schwefelsaure Thonerde werden in 240 1 kochendem Wasser gelöst und die klare Lösung abgezogen; dieselbe soll etwa 120B. zeigen. Unmittelbar vor dem Gebrauch setzt man 6,4 kg Salmiak, 5,2 kg schwefelsaure Magnesia (Bittersalz), in 120 1 kochendem Wasser gelöst, zu.
Die Beize soll η° Β. zeigen. Die Garne werden in Partien von 2 Pfund englisch auf Terrinen oder Passirmaschinen bei 35 bis 40 ° behandelt, als Ansatzfiotte sind 12 1 Beize nothwendig; für jede weitere 2 Pfund englisch setzt man 3/4 1 Beize zu. Nach einmaligem Passiren werden die Garne gut ausgewaschen, bis das Waschwasser nicht mehr sauer reagirt.
Auch in dieser Beize können die Mengenverhältnisse der einzelnen Bestandtheile abgeändert werden; wesentlich ist, dafs dieselbe im Gegensatz zu den üblichen Beizen stark sauer ist; der Zusatz von schwefelsaurer Magnesia ist nicht durchaus Bedingung zum Gelingen des Verfahrens, bewirkt aber die Erreichung gleichmäfsigerer Färbungen.
4. Ausfärberi:
Die gebeizten Garne werden, ohne zu trocknen, gefärbt. Man bestellt die Färbeflotte mit 8 bis 10 pCt. Alizarin 20 pCt., 1 bis 1,5 pCt. (je nach der Härte des Wassers) essigsaurem Kalk fest (in Wasser gelöst), geht mit dem Garn ein und zieht Y4 Stunde kalt um. Hierauf treibt man in 3/4 Stunden zum Kochen und kocht r bis 1Y2 Stunden; zum Schlufs wird gut gewaschen.
5. Aviviren.
Das Aviviren kann entweder in offenen Kufen oder in geschlossenen Apparaten unter Druck vorgenommen werden. Man kocht das Wasser mit 2 bis 4 kg calcinirter Soda auf 1000 1 (je nach der Härte des W7assers) auf und schöpft den entstehenden Schaum ab. Nun fügt man eine Emulsion zu aus 5 kg Tournantöl, 2,5 kg Seife, ι kg Kartoffelstärke (Seife und Kartoffelstärke jede für sich in heifsem Wasser gelöst, dann das Tournantöl zugegeben), geht mit dem Garn ein und avivirt ι bis ι Y2 Stunden (wenn Druckapparate vorhanden sind, bei 1 Atm.).
Das avivirte Garn wird gut gewaschen und getrocknet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Türkischrothfärben von Baumwolle oder anderen Pflanzenfasern mit Alizarin und ähnlichen Beizenfarbstoffen, darin bestehend, dafs man die Waare mit einer aus Ricinusöl, Aetznatron, zinnsaurem Natron, Thonerdenatron und phosphorsaurem Natron durch Kochen hergestellten Lösung ölt, trocknet, darauf mit einer stark sauren Beize aus schwefelsaurer Thonerde und Salmiak, zweckmäfsig unter Zusatz von schwefelsaurer Magnesia, behandelt, und, ohne neuerdings zu trocknen, in kochendem Bade mit Alizarin oder ähnlichen Beizenfarbstoffen ausfärbt, und ohne zu dämpfen in üblicher Weise wäscht, avivirt und fertig macht.
DENDAT127375D Active DE127375C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE127375C true DE127375C (de)

Family

ID=395968

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT127375D Active DE127375C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE127375C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2324687C3 (de) Verfahren zum Färben von Celluloseprodukten
AT143295B (de)
DE2736563C2 (de) Verfahren zur Herstellung echter Klotzfärbungen und Drucke auf Cellulosefasermaterialien und deren Mischungen mit Synthesefasern
DE16110C (de) Verfahren zum Appretiren von Geweben und Gespinnsten jeder Art mit alkalisch bereiteten Lösungen von Seide, Wolle oder Federn
DE274867C (de)
DE2033784B2 (de) Verfahren zur Herstellung echter Färbungen oder Drucke auf cellulosehaltigen Fasermaterialien
DE4133995A1 (de) Verfahren zum faerben von mischfasern aus cellulosehaltigen fasermaterialien und hydrophoben fasermaterialien
DE711976C (de) Verfahren zum Faerben von Cellulosefasern mit Kuepenfarbstoffen
DE257609C (de)
DE556865C (de) Verfahren zum Bleichen vegetabilischer Fasern
DE123597C (de)
AT58300B (de) Verfahren zur Herstellung von Uni- und Kontrastfärbungen auf halbwollenen Gespinsten und Geweben.
DE716757C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserunloeslichen Azofarbstoffen auf Cellulosefasern
DE502551C (de) Verfahren zur Erhoehung der Beuchechtheit von Kuepenfaerbungen
DE624374C (de) Verfahren zum Faerben und Drucken von Pflanzenfasern oder kuenstlichen Faserstoffen aus regenerierter Cellulose mit Schwefelsaeureestern von Leukokuepenfarbstoffen oder deren Salzen
DE147821C (de)
DE217238C (de)
DE924510C (de) Verfahren zur Herstellung von hydrophilen gebleichten Baumwollwaren oder Mischgespinsten aus Baumwolle und Zellwolle
DE2340044C3 (de) Verfahren zum kontinuierlichen Färben von Wolle
DE268542C (de)
DE958466C (de) Verfahren zum Faerben von Textilien aus Acetylcellulose oder aus vollsynthetischen Faeden
DE2451048C3 (de) Verfahren zur zweistufigen Fixierung von Textilmaterial mit Reaktivfarbstoffen
DE621109C (de) Verfahren zur Herstellung von Opal-, Leinen- oder Transparenteffekten auf Baumwollgeweben
DE668572C (de) Verfahren zum Appretieren von Textilgut aus Cellulose- oder Cellulosehydratkunstseidefasern
DE70861C (de) Verfahren zum Färben von Wolle mit Sulfosäuren von Alizarinfarbstoffen