DE128151A - - Google Patents

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DE128151A
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
- M 128151 KLASSE 21/.
GESELLSCHAFT in WIEN.
Tragstütze für Osmiumglühfäden.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. November 1900 ab.
Bekanntlich ist der auf blendende Weifsglut erhitzte Osmiumfaden biegsam; horizontal gestellt beispielsweise sinkt er bei einer Länge, wie solche bei den gewöhnlich angewandten Spannungen erforderlich ist, ohne Weiteres herab. Zudem bricht der Osmiumglühfaden in . der Lampe während des Versandes, bei welchem sie naturgemäfs Erschütterungen ausgesetzt ist, infolge des hohen specifischen Gewichtes des Osmiums sehr leicht. Es ist daher wichtig, den Osmiumglühfaden in der Lampe zu stützen.
Die heute gebräuchlichen Verfahren zum Stützen und Tragen der Kohlenfäden in den entsprechenden Glühlampen sind für Osmiumglühlampen nicht anwendbar; metallische Drähte dürfen mit dem weifsglühenden Osmium nicht in Berührung kommen, weil sie von dem in blendender Weifsglut befindlichen Osmiumfaden abgeschmolzen würden, und weil das schmelzende, am Osmium anfrittende Metall sich mit dem Osmium legiren würde; dadurch müfste selbst bei Anwendung von Platindraht ein Verdampfen des Platins und eine Schwärzung der Birne eintreten.
Tragstützen aus Kohlenstoff sind für Osmiumlampen ebenfalls nicht anwendbar, und zwar wegen der Bildung von leichter als Osmium flüchtigen Kohlenstoff-Osmium-Verbindungen.
Ein Anfritten des Osmiumfadens an den ihn stützenden Träger mufs ebenfalls vermieden werden, weil sonst die freie Ausdehnung und Zusammenziehung des Osmiumfadens gehindert würde, wodurch gleichzeitig ein Zerreifsen des Fadens später erfolgen müfste.
Es mufs daher der Körper der Tragstütze für Osmiumglühfäden so beschaffen sein, dafs dieser genügend fest hergestellt werden kann, um den Faden zu tragen. Der Körper mufs überdies genügend schwer schmelzbar sein, um ein Anfritten des weifsglühenden Osmiumfadens zu verhüten; er darf endlich auf weifsglühendes Osmium nicht chemisch einwirken.
Es wurde nun gefunden, dafs Mischungen gewisser Oxyde die angeführten Eigenschaften besitzen und daher in geeigneter Gestalt zu Tragstützen für Fäden von Osmiumlampen verwendbar sind.
Solche den angeführten Erfordernissen entsprechende Tragstützen bestehen aus einem aufserordentlich innigen Gemenge von circa 10 Gewichtstheilen reinem Thoroxyd und circa ι Gewichtstheile Magnesia. Dieses Oxydpulver, das höchst innig gemischt und fein vertheilt sein mufs, wird mit organischen, viscosen Bindemitteln, wie Zuckerlösung, zu einer Pasta verrieben, aus welcher sodann biegsame Fäden gestaltet werden; aus diesen letzteren formt man die Tragstützen, erhitzt sie in freier Luft, bis die organische Masse verbrannt ist, wodurch sie starr wird, und setzt sie nachher zum völligen Sintern der Masse anhaltend einer sehr hohen Temperatur aus.
In dieser Weise hergestellt, kann die Tragstütze mit dem einen Ende in kleine Glasstängelchen eingeschmolzen werden, ähnlich
wie dies mit Platindrähten geschieht.
Verein deutscher Jnqenlsure Bezirksverem a. d, niederen Ruhr.
Es ist selbstverständlich, dafs man. eine solche Tragstütze in mannigfachen Formen ausführen kann, beispielsweise als kleine Schlingen, Häkchen u. s. w., welche das Einfügen und Befestigen des Osmiumfadens leicht ermöglichen.
Die Zusammensetzung der in Rede stehenden Oxydmischungen kann ebenfalls mannigfach geändert werden; man kann beispielsweise die Magnesia ganz oder theilweise durch andere, in hohem Grade feuerfeste Oxyde, die beim Erhitzen kein Peroxyd geben, wie die meisten seltenen Erden, oder durch Zirkon-
oxyd in mannigfachen Gewichtsverhältnissen ersetzen.

Claims (1)

  1. Paten t-An SPRU cn:
    Tragstütze für Osmiumglühfäden, dadurch gekennzeichnet, dafs dieselbe aus einem gesinterten, innigen Gemische feuerfester Oxyde (wie Thoroxyd und Magnesia oder an Stelle der letzteren eine der seltenen Erden oder Zirkonoxyd) hergestellt wird, zwecks Verhütung des Anfrittens oder chemischer Einwirkung von Osmiumfaden und Tragstütze.

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