DE128418C - - Google Patents

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DE128418C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B15/00Peroxides; Peroxyhydrates; Peroxyacids or salts thereof; Superoxides; Ozonides
    • C01B15/04Metal peroxides or peroxyhydrates thereof; Metal superoxides; Metal ozonides; Peroxyhydrates thereof
    • C01B15/043Metal peroxides or peroxyhydrates thereof; Metal superoxides; Metal ozonides; Peroxyhydrates thereof of alkali metals, alkaline earth metals or magnesium or beryllium or aluminium

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVr 128418 -KLASSE \2l
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. Februar 1901 ab.
Die Darstellung von Erdalkalisuperoxydhydraten durch Einwirkenlassen löslicher Erdalkalisalze auf eine Alkalisuperoxydlösung ist bereits bekannt. So erhält man z. B. durch Einwirkung von Bariumchlorid auf eine Natriumsuperoxydlösung Bariumsuperoxydhydrat unter gleichzeitiger Bildung von Natriumchlorid. Diese Umsetzung hat jedoch gewerbliches Interesse nicht, weil Bariumchlorid zu theuer und das mitgewonnene Natriumchlorid von geringem Werth ist.
Vorliegende Erfindung hat nun diesem bekannten Verfahren gegenüber ein neues Verfahren der Darstellung von Erdalkalisuperoxyden zum Gegenstande.
Bekanntlich ist Bariumsulfid ein lösliches Barytsalz, das man sich jederzeit billig verschaffen kann. Es wurde nun gefunden, dafs eineLösung dieser im Handel käuflichen, gleichzeitig Sulfhydrat, Polysulfid u. s. w. enthaltenden Rohschwefelverbindung, die man erhält, indem man das Product der bei höherer Temperatur eintretenden Reaction der Kohle auf Bariumsulfat mittels kochenden Wassers auszieht, durch Zusatz einer Natriumsuperoxydhydratlösung nicht oxydirt wird, wie man erwarten könnte, sondern dafs dementgegen die Lösung der doppelten Zersetzung unterliegt, die einestheils das Bariumsuperoxydhydrat in Krystallform mit einer Ausbeute bis zu über 90 pCt. und anderntheils Natriumsulfid ergiebt.
Nach der gegenwärtigen Kenntnifs über die Sulfide war ein solches Resultat nicht zu erwarten, denn Mitscherlich, Chancel und Parmentier (Compt. rend., Band99, Seite 893) haben nachgewiesen, dafs die Barium- und Natriumsulfide sehr stark oxydirbar sind (s. auch Damm er, Handbuch der anorgan. Chemie, II. Band, II. Theil, Seite 371) und dafs sie unter dem Einflufs der Luft in die Hyposulfite, Sulfite und Sulfate umgesetzt werden.
Andererseits ist es bekannt, dafs Bariumsuperoxyd den Schwefelwasserstoff vollständig oxydirt. Um so merkwürdiger erscheint es daher, dafs das Bariumsuperoxyd das Natriumsulfid nicht oxydirt, als Raschig (Ber. d. d. ehem. Ges., Band 18, 2743) nachgewiesen hat, dafs das Wasserstoffsuperoxyd in ammoniakalischer Lösung das Antimonsulfid unter Bildung von Ammoniumsulfat und Ammoniumantimoniat oxydirt.
Ferner ist auch die Ueberführung der Sulfite in die Sulfate durch die Superoxyde bekannt (vergl. z. B. Ber. d. d. ehem. Ges. 1883, Seite 1061, und Dammer, Handbuch der anorgan. Chemie, II. Band, II. Theil, Seite 373).
Das nach vorliegendem Verfahren erhaltene Superoxyd ist ganz aufsergewöhnlich rein und sein Gehalt erreicht ungefähr 95 pCt.
Bei Ausführung des Verfahrens stellt man sich zunächst eine Bariumsulfid- und eine Natriumsuperoxydrrydratlösung her.
Die Bariumsulfidlösung wird erhalten, indem man 110 kg rohes, im Handel käufliches Schwefelbarium fein pulvert, die durch dreimal auf einander folgendes Kochen mit 350 1 Wasser ausgezogen werden. Die Extracte werden mit einander vereinigt und ergeben etwa 1000 1.
Man bestimmt dann den Gehalt, nachdem man die Temperatur auf 25 bis 300 C. zurückgehen hat lassen, dergestalt, dafs Alles in
Lösung bleibt. Der gefundene Gehalt ist ungefähr 84 bis 85 kg, auf Monosulfid berechnet.
Die zweite Lösung aus Natriumsuperoxydhydrat erhält man, indem man entweder 120 bis 130 kg Natriumsuperoxydhydrat, gemäfs Patent 120136, Kl. 121, oder 42 bis 45 kg Natriumsuperoxyd des Handels in 1000 1 kaltem Wasser auflöst. Man macht die Gehaltsprobe mit Permanganat. Dieser Gehalt kann je nach den bei der Herstellung der Lösung getroffenen Vorsichtsmafsregeln schwanken, wenn man wasserfreies Superoxyd verwendet. Nach entsprechender Abkühlung müssen sich ungefähr 39 kg berechnetes Superoxydanhydrid von 100 pCt. ergeben.
Nach Herstellung dieser beiden Lösungen giefst man die Natriumsuperoxydhydratlösung unter Umrühren in das Bariumsulfid ein. Sofort bemerkt man eine reichliche Bildung von feinen Schuppen mit perlmutterähnlichem Glanz, die aus Bariumsuperoxydhydrat bestehen. Man rührt einige Minuten um, filtrirt, prefst ab und wäscht mit reinem, Carbonat nicht enthaltendem Wasser nach.
Man erhält auf diese Weise einen Kuchen aus Bariumsuperoxydhydrat, der je. nach dem Grad der Trockne 160 bis 180 kg wiegt. Man gelangt zu ähnlichen Ergebnissen, wenn man andere mehr oder weniger lösliche Sulfide, z. B. Schwefelstrontium oder das sehr wenig lösliche Calciumsulfid, verwendet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung der Erdalkalisuperoxydhydrate, darin bestehend, dafs man eine Erdalkalisulfidlösung auf eine Alkalisuperoxydhydratlösung einwirken läfst.
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