DE128860C - - Google Patents

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DE128860C
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Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C13—SUGAR INDUSTRY
    • C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
    • C13B30/002—Evaporating or boiling sugar juice

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Saccharide Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
. Das vorliegende Verfahren bezweckt, Zuckerkrystalle in jedem beliebigen Reinheitsgrad darstellen zu können.
Der Grundgedanke desselben besteht in dem in der Industrie zur Anwendung gebrachten bekannten Verfahren der auf einander folgenden !Crystallisation und Wiederauflösung, zu dem Zweck, immer reinere Krystalie zu erhalten. ' Auf die rasch erhaltenen Krystallisationen folgt eine Trennung der Krystalle und der Mutterlauge durch das Verfahren der Abtröpfelung und sodann eine Wiederauflösung der gereinigten Masse., Für die Fabrikation des Zuckers ist dieses Verfahren bereits von D u fay in ' Chevry-Cossigny, Barbery und Toury bisher in folgender Weise angewendet worden: :
Die verkochten Massen des Ablaufes des ersten Produktes, welche im Vacuum bis zur Fadenprobe verkocht sind, läfst man in metallische Krystallisirgefä'fse von kleinen Dimensionen von trapezoidaler Form (Fig.. 1) einlaufen, welche ein rasches Erkalten gestattet, wodurch eine ungeordnete Krystallisation hervorgerufen wird. '
. Die Krystallisirgefäfse α haben einen falschen filtrirenden Boden b und einen Boden c, welcher mit Oeffnungen f versehen ist, welche .ein. Deckel e verschliefst. Hähne d d gestatten, die Säfte abzulassen. Ferner ist ein Ueberlauf g am oberen Theil angebracht.
Wenn die zu behandelnde Masse in die Krystallisirgefäfse gebracht ist, läfst man durch die Oeffnungen f des unteren Theiles ab, um das Ablaufen der Mutterlauge zu gestatten, welche die Krystalle, durch die Metallwand, welche den falschen Boden bildet, gehend, überspült. Diese Mutterlauge, welche durch das Ablaufen über die Krystalle mehr und mehr an Gehalt verliert, tritt mit dem gewünschten verschiedenen Grade von Erschöpfung aus. Nach kürzerer oder längerer Zeit des Abtröpfelns bleibt auf dem metallischen Sieb eine krystallinische Masse zurück, deren Reinheit viel gröfser als die der anfänglichen concentrirten Lösung ist. Wenn man diese Masse wieder löst, so setzt die Lösung nach dem Concentriren und Erkalten weifsen Zucker ab. Die' bisherigen Ergebnisse sind, trotz der' Vortrefflichkeit des Grundgedankens, nicht vollkommen befriedigend gewesen, und der Hauptgrund des Nichterfolges des Verfahrens von D u fay in der technischen Praxis hat in der Schwierigkeit gelegen, beim Umarbeiten der verkochten, abgetröpfelten Krystallmasse einen Syrup von höherer und regelrechter Dichte zu erhalten.
Um die Zuckermasse, von welcher der Syrup abgetropft ist, wieder aufzulösen, läfst man an einem der äufseren Enden des Krystallisirgefäfses einen Strom heifsen Saftes einlaufen, welcher durch den Ueberlauf am oberen Theil austritt.
Wenn man bei der Ausführung des Verfahrens nur eine geringe Menge Saft in das Krystallisirgefäfs bringt, um die Stärke des austretenden Syrups zu vermehren, so wird der; Zucker, welcher sich am Boden zu einer festen Masse vereinigt, wenig angegriffen, und durch den bei seiner Berührung erkaltenden
Saft verlangsamt sich die Auflösung so sehr, dafs die regelrechte Fabrikarbeit sich zu langsam vollzieht.
Wenn man hingegen eine beträchtliche Menge Saft zum Auflösen eintreten läfst, so tritt er aus dem Apparat in sehr geringer Stärke aus und kann nicht zum Verkochen verwendet werden, da dies einen Syrup von 25 bis 300Be. erfordert. Das Ergebnifs ist also im einen wie im anderen Falle schlecht.
Diesem Uebelstande des Dufay'schen Verfahrens hilft die vorliegende Erfindung dadurch ab, dafs der Erfinder die Krystallmasse andauernd selbstthätig durch einen Flüssigkeitsstrom bespülen läfst, welcher durch einen Erhitzer auf gleichbleibender Temperatur erhalten wird, indem man sich immer derselben Flüssigkeit bedient, bis sie die zum Verkochen erforderliche Stärke erhalten hat. Der Erfinder hat Vorrichtungen getroffen, welche diesen Vorgang selbsttätig ausführen.
Fig. 2 stellt den Apparat zur Auflösung und selbsttätigen Filtration der Krystallmusse nach dem Abtropfen dar.
Der Apparat besteht aus dem Krystallisirgefäfs α (Fig. 1 und 2), welches die bereits bei dem Dufay'schen Verfahren (Fig. 1) beschriebene Form besitzt. Die in diesem Gefäfs abgeschiedenen Krystalle, z. B. die aus den Abläufen des ersten Produktes auskrystallisirten Massen, liegen auf dem falschen Boden (Metallsieb b, Fig. 1). Nachdem man die Mutterlauge hat ablaufen lassen und die Ablauföffnungen wieder geschlossen sind, läfst man neuen heifsen, von der Saturation kommenden Saft auf die Krystalle durch das Rohr u und den Hahn d (Fig. 2) eintreten. Der Hahn ^1 bleibt während der Thätigkeit des Apparates stets geschlossen. Der heifse Saft wird dann, von unten kommend, die Krystalle überspülen und theilweise auflösen, und wenn das Gefäfs a voll ist, durch den Ueberlauf in den Behälter h austreten. Ist die nöthige Menge Saft in den Apparat eingetreten, so wird der Hahn des Rohres u wieder geschlossen.
Der schon erwähnte Behälter h (Fig. 2) enthält also die Flüssigkeit, welche die Krystallisirgefäfse α durchströmt und einen gewissen Theil Zucker, weichen sie enthalten haben, aufgelöst hat. Diese Flüssigkeit wird darauf durch die Pumpe r in einen rohr- oder schlangenförmigen Erhitzer s, welcher entweder durch directen Dampf oder Abdampf oder hauptsächlich durch von dem ersten Theil des Verdampfungsapparates, gelieferten Dampf erhitzt wird, getrieben, um ihr die bei der Auflösung des Zuckers verloren gegangene Wärme wiederzugeben. Die so wieder erwärmte Flüssigkeit gelangt in einen hochgelegenen Kasten z, von wo sie durch das Röhrensystem k zu den Krystallisirgefäfsen α zurückkehrt, welche sie schon durchflossen hat.
Der Ueberlaufj dieses Kastens i mündet im Behälter h. Wenn die Ein- und Ablaufhähne für die kreisende Flüssigkeit nach den Auflösungskrystallisirgefäfsen hin geöffnet sind, genügt es, ein- für allema'l den Gang der Pumpe r und die Erhitzung der Flüssigkeit durch den Erhitzer s und den Ueberlauf j des Beckens i, welcher stetig arbeitet, zu regeln, damit die Auflösung sich selbstthätig ohne Handarbeit vollzieht, mit dem Vorbehalt, dafs von Zeit zu Zeit der Grad der Concentration der Flüssigkeit des Behälters h untersucht wird.
Hat der Auflösungssyrup auf diese Weise die für das Verkochen erforderliche Stärke erhalten, also ungefähr 200 Be. bei 150C, so wird er von einer Pumpe m durch einen Erhitzer q in einen Kasten η und von da auf die mechanischen Filter 0 gefördert.
Dieser Kasten, welcher dauernd voll ist, ist mit einem Ueberlauf versehen, welcher im Behälter / endet; er mufs immer leicht arbeiten.
Bei dem Austritt aus dem Filter 0 fliefst der Auflösungssyrup in einen geschlossenen Behälter p, welcher mit einem Ueberlauf versehen ist, welcher auch im Kasten / mündet. Der Syrup ist dann zum Verkochen bereit.
Wenn die Ueberläufe sich leicht verarbeiten lassen, ist die selbsttätige Filtration verwirklicht, und zwar derartig gut, dafs die Filter irgendwo in der Fabrik aufserhalb des Krystallisirraumes aufgestellt werden können.
Vom Behälter ρ saugt der Verkochapparat die Auflösungssyrupe ein, deren Reinheit und Gehalt genügt, um einen schönen weifsen Zucker zu erhalten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Herstellung eines verkochfähigen Einziehsyrups aus Zucker-Nachprodukt, darin bestehend, dafs man Nachprodukt aus Abläufen des ersten Produktes, nachdem von der auskrystallisirten Masse die Mutterlaugen abgetropft sind, durch einen andauernden und stetigen Kreislauf von Zuckersäften aus der Saturation, welche nach jedem Durchgange durch die Krystallmasse durch Erhitzungsgefäfse wieder erhitzt werden, wieder auflöst, um durch fortschreitende Sättigung der Lösung mit Zucker einen Syrup von für das Verkochen genügender Dichte (etwa 300Be. bei 150C.) zu erhalten.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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