-
Die Erfindung betrifft eine insbesondere zum Kaltwalzen von Gewinden
geeignete Gewindewalzmaschine mit zwei auf einen bestimmten kleinsten lichten Abstand
einstellbaren, gleichsinnig und mit voneinander abweichenden Umfangsgeschwindigkeiten
antreibbaren Gewindewalzrollen, von denen zumindest eine relativ zu der anderen
gegen eine elastische Rückführkraft axial verschiebbar ist und zwischen denen das
mittels eines Schiebers od. dgl. eingeführte und sich unter Verformung gleichzeitig
an beiden Walzrollen abwälzende Werkstück infolge der Differenz der Walzrollen-Umfangsgeschwindigkeiten
durch die Stelle ihres kleinsten lichten Abstands hindurchgerollt wird.
-
Eine Gewindewalzmaschine dieser Art hat gegenüber den nach dem Einstechverfahren
mit Auf- und Zufahren der Gewindewalzrollen arbeitenden Maschinen den Vorteil kleinerer
Zeitverluste, da man die Werkstücke in steter Folge zwischen den Rollen »hindurchrollen«
lassen kann, dem steht aber der Nachteil gegenüber, daß die »Durchrollgeschwindigkeit«
des Werkstückes wegen der konstanten Umfangsgeschwindigkeitsdifferenz der Walzrollen
(die beide starr miteinander gekuppelt sind) fest an die Drehzahl der Walzrollen
gebunden ist und zur Erzielung hoher Oberflächengüte, die ein vielmaliges »Abrollen«
des Werkstücks an den Walzrollenprofilen bei abnehmender Verformung bedingt, entweder-
teure Rollen mit großen Durchmessern oder kleine »Durch= rollgeschwindigkeiten«
des . Werkstücks, d. h. eine kleine Differenz der Rollenumfangsgeschwindigkeiten
angewendet werden müssen.
-
Diese Nachteile dürften für das Beibehalten des »Einstechverfahrens«
maßgebend gewesen sein, bei dem die Zustellung der Walzrollen nach Wunsch gesteuert-und
in der Endphase eine hohe Oberflächengüte erzielt werden kann.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gewindewalzmaschine
der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, daß sie auch die Vorteile der nach
dem Einstechverfahren arbeitenden Maschinen aufweist und die Nachteile des Auf-
und Zufahrens der Walzrollen vermeidet.
-
Eine Lösung dieser Aufgabe ist eine Gewindewalzmaschine mit zwei auf
einen bestimmten kleinsten lichten Abstand einstellbaren, gleichsinnig und mit voneinander
abweichenden Umfangsgeschwindigkeiten antreibbaren Gewindewalzrollen, von denen
zumindest eine relativ zu der anderen gegen eine elastische Rückführkraft axial
verschiebbar ist und zwischen denen das mittels eines Schiebers eingeführte und
sich unter Verformung gleichzeitig an beiden Walzrollen abwälzende Werkstück infolge
der Differenz der Walzrollen-Umfangsgeschwindigkeiten durch die Stelle ihres kleinsten
lichten Abstands hindurchgerollt wird, bei der erfindungsgemäß der Walzrollenantrieb
ein regelbares Differenzgetriebe zur stetigen Änderung der Größe und Richtung der
Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Walzrollen in Abhängigkeit von
der Stellung des Schiebers zwischen ihnen enthält.
-
Durch die Verwendung eines Differenzgetriebes, das ein Erzeugen einer
regelbaren Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten beider Rollen gestattet, kann
man das Werkstück quer zu seiner Achse in den Verformungsbereich zwischen den Formrollen
mit einer der Verformbarkeit des Werkstoffes anzupassenden Geschwindigkeit hineinziehen
und auch auf die Halterung oder Stützvorrichtung wirkenden Reaktionskräfte sehr
weitgehend verringern. Man kann sogar das Werkstück von seiner Stützunterlage etwas
abheben. Man kann auch das Werkstück mit einer einstellbaren Geschwindigkeit in
die für das Fertigrollen des Gewindes günstigste Stellung zwischen den Formrollen
»hineinwälzen«, dort das Werkstück durch Beseitigen der Umfangsgeschwindigkeitsdifferenz
während zahlreicher Umdrehungen der Formrollen festhalten und es sodann durch erneutes
Erzeugen einer Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten durch den kleinsten lichten
Abstand der Gewindeformrollen hindurchführen, um es dann hinter dieser engsten Stelle
frei auszuwerfen.
-
Da beim Beginn des Einführens des Werkstückes zwischen die Gewindeformrollen
größere Vorschubkräfte notwendig sind und deshalb die Halterungs-oder Stützvorrichtung
mit zum Hineinschieben des Werkstückes herangezogen wird, erweist es sich als zweckmäßig,
das Differenzgetriebe gleichzeitig mit einem Antrieb für die Werkstückhalterungs-
oder Stützvorrichtung zu steuern, die durch diesen Antrieb in Richtung auf den kleinsten
lichten Abstand zwischen den Formrollen verschiebbar ist.
-
Das Mitwirken der Haltetangs- oder Stützvorrichtung bzw. des Schiebers
ist jedoch nur für das erste Einführen des Werkstückes zwischen die Formrollen notwendig;
wenn das Werkstück beim Rollvorgang zwischen den Formrollen festgehalten wird, genügt
bereits die Differenz der Formrollen-Umlaufgeschwindigkeiten, um das Werkstück weiter
in Richtung auf den kleinsten lichten Abstand zwischen den Formrollen wälzend vorzuschieben;
in diesem Fall kann die weitere Bewegung der Halterungs- oder Stützvorrichtung aufhören,
während das Werkstück allein durch die Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten der
Formrollen weiter zwischen diesen Rollen hindurchgeführt wird.
-
Um nun die Steuerung des Differenzgetriebes und des Antriebs für die
Werkstück-Stützvorrichtung nach unterschiedlichen Bewegungsgesetzen durchführen
zu können, werden zweckmäßigerweise zur gleichzeitigen Steuerung des Getriebes und
des Antriebs miteinander gekuppelte Steuerkurven, insbesondere Nockenscheiben, vorgesehen.
-
Das Differenzgetriebe zur Kupplung der beiden Gewindeformrollen miteinander
oder mit dem gemeinsamen Antrieb kann in unterschiedlicher Art ausgeführt sein.
So kann man beispielsweise ein bekanntes Umlauf- oder Differentialgetriebe verwenden,
dessen eine Welle als Steuerwelle benutzt wird. Eine besonders einfache Konstruktion
ergibt sich jedoch dadurch, daß der Antrieb der einen Gewindeformrolle über ein
Schneckengetriebe erfolgt, dessen Schnecke in axialer Richtung relativ zu dem Schnekkenrad
stetig verschiebbar ist, wodurch der normalen Drehung des Schneckenrades bzw. der
mit ihm unmittelbar gekuppelten Gewindeformrolle eine zusätzliche Winkeldrehung
überlagert und damit der Rolle eine abweichende Umfangsgeschwindigkeit aufgezwungen
werden kann. In der Ruhestellung der Schnecke sind die Umfangsgeschwindigkeiten
der beiden Gewindeformrollen einander gleich; jede Verschiebung der Schnecke aus
dieser Normallage fährt zu einer der Verschiebungsgeschwindigkeit entsprechenden
Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten der Gewindeformrollen und damit zu einer
abwälzenden Verschiebebewegung des Werkstückes, das mit
diesen beiden
Formrollen in kraftschlüssigem Eingriff steht.
-
Die Steuerung der axialen Verschiebung der Schnecke und die Steuerung
der Verschiebebewegung der Werkstückhalterung- oder Stützvorrichtung kann unmittelbar
über entsprechend bemessene Hebel oder Steuernocken bzw. Exzenter erfolgen, durch
deren Formgebung ein genaues Aufeinanderabstimmen dieser Bewegungen möglich ist.
-
Eine besonders einfache Einführung der zu bearbeitenden Werkstücke
und ein leichtes Auswerfen der fertiggerollten Werkstücke läßt sich dadurch erzielen,
da.ß in der Gewinderollmaschine gemäß der Erfindung die beiden Gewinderollwalzen
mit praktisch horizontalen Achsen angeordnet werden und die Vorschubbewegung der
Werkzeughalterungs- oder Stützvorrichtung senkrecht von oben nach unten gerichtet
ist.
-
Bei einer derartigen Maschine kann das zu bearbeitende Werkstück bzw.
eine Folge derartiger Werkstücke vor die zurückgezogene Werkstück-Stützvorrichtung
in waagerechter Richtung eingeführt werden, worauf es durch Vorschieben der Vorrichtung
bei gleichzeitiger Erzeugung einer das Abwälzen des Werkstückes bewirkenden Umfangsgeschwindigkeitsdifferenz
der Formrollen in Richtung auf den kleinsten lichten Abstand zwischen den Formrollen
vorgeschoben wird. Kurz vor Erreichen der engsten Stelle zwischen den Formrollen
kann man die Vorschubbewegung unterbrechen und die Umfangsgeschwindigkeiten beider
Formrollen gleichmachen, so daß das Werkstück - wie in der Endphase des bekannten
Einstechrollens - praktisch zwischen den Rollen festgehalten wird. Ist das Gewinde
fertiggestellt, so kann man durch erneutes Erzeugen einer Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten
der beiden Formrollen und/oder auch durch Vorschieben mittels der Stützvorrichtung
das Werkstück durch den kleinsten lichten Abstand zwischen den Gewindeformrollen
hindurchführen und soweit zusätzlich vorschieben, bis es frei herunterfällt, beispielsweise
in eine Rutsche oder eine sonstige Vorrichtung zum Weiterbefördern der fertigen
Werkstücke.
-
Unter Bezugnahme auf die Darstellungen der Zeichnung wird nunmehr
die erfindungsgemäße Vorrichtung näher erläutert; in der Zeichnung zeigen F i g.
1 und 1 a die Anfangs- und Endbearbeitungsstufe bei dem bekannten Einstechrollen
von Gewinden, F i g. 2, 2 a und 2 b die Anfangs- bzw. Endbearbeitungsstufe beim
Gewinderollen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und das Auswerfen, F i g. 3 eine
schematische Aufsicht auf die Anordnung der Gewindeformrollen sowie der Werkstück-Stützvorrichtung
und deren Antriebe bei einer erfindungsgemäßen Gewinderollmaschine.
-
Die F i g. 1 und 1 a zeigen das an sich bekannte Einstech-Gewindewalzverfahren,
bei dem man das Werkstück W zwischen den Gewindeformrollen 1 und 2 auf ein Auflagelineal
3 abstützt. Die Achse des Werkstückes liegt dabei zunächst um das Maß eo unterhalb
der Verbindungslinie 4 der beiden Mittelpunkte 01 und 02 der Gewindeformrollen.
Die beiden Rollen haben gleiche Umfangsgeschwindigkeiten und drehen sich gleichsinnig
in Richtung der eingezeichneten Pfeile f.
-
Nach dem Einbringen des Werkstückes W wird die Formrolle 2 in Richtung
des waagerechten Pfeiles F vorgeschoben, wodurch das Werkstück zwischen den Formrollen
»eingeklemmt« und zunehmend verformt bzw. profiliert wird, während es sich um seine
Achse dreht.
-
Bei dem Eindringen der Profilrippen der Formrollen 1 und 2 in das
Werkstück W wird Material in die äußeren Bereiche der herzustellenden Gewindegänge
verdrängt, und der äußere Hüllendurchmesser des Werkstückes W nimmt zu.
-
Wie aus der F i g. 1 a zu sehen ist, hebt sich dabei die Achse des
Werkstückes W gegenüber dem Auflagelineal 3 an, das Werkstück W verschiebt sich
also quer zu seiner Achse in Richtung auf den kleinsten lichten Abstand zwischen
den Formrollen; dabei verkleinert sich der Abstand der Werkstückachse von der Verbindungslinie
4 der Mittelpunkte der beiden Formrollen auf das Maß e. Gleichzeitig nimmt der »Druckwinkel«,
der anfangs den Wert gpo hat, auch den kleineren Wert 9p an.
-
Während dieser Formung des Werkstückes wird es fest auf das Auflagelineal
3 gedrückt; in der letzten Formungsphase können die Spitzen seiner Gewindegänge
leicht beschädigt werden.
-
Wenn man nun gemäß der Erfindung während des Anwachsens des Werkstück-Außendurchmessers
etwa der Gewindeformrolle 2 eine etwas höhere Umfangsgeschwindigkeit gibt als der
Formrolle 1, so wird das Werkstück infolge der Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten
beider Formrollen in Richtung auf den kleinsten Abstand zwischen diesen Formrollen
»gewälzt«. Man kann die Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Formrollen
sehr weitgehend der selbsttätigen Verschiebung des Werkstückes W infolge der Vergrößerung
seines Außendurchmessers anpassen; auf jeden Fall wird dadurch die Druckkraft, mit
der sich das Werkstück W auf das Auflagelineal 3 abstützt, ganz erheblich verringert
und die Gefahr einer Beschädigung des soeben hergestellten Gewindeprofils beseitigt.
-
Wenn das Werkstückmaterial leicht verformbar ist, so kann man die
Differenz zwischen den Umfangsgeschwindigkeiten der Formrollen auch über denjenigen
Zeitpunkt hinaus beibehalten, zu dem das Werkstück sich in der Stellung gemäß F
i g. 1 a befindet, in der der Vorschub der Formrollen 2 beendet ist. In diesem Fall
wird das Werkstück W durch seine Abwälzbewegung zwischen den Formrollen von dem
Auflagelineal 3 abgehoben und durch die Zone des kleinsten Abstandes zwischen den
Formrollen 1 und 2 hindurchgewälzt, bis es zwischen den sich wieder voneinander
entfernenden Profilrippen der Formrollen frei wird und entnommen bzw. selbsttätig
ausgeworfen werden kann. Das selbsttätige Auswerfen ist besonders dann leicht möglich,
wenn die Achsen der Formwalze senkrecht liegen oder bei waagerecht angeordneten
Formwalzen das Werkstück von oben eingeführt wird.
-
Die F i g. 2, 2 a und 2b zeigen eine Gewindewalzmaschine, deren Gewindeformrollen
nicht wie bei dem üblichen Einstechverfahren jeweils auf- und zugefahren werden,
sondern einen stets gleichbleibenden Achsabstand haben. In diesem Falle wird der
zweckmäßig von oben eingeführte Werkstückrohling W - der zunächst eine glatte zylindrische
Oberfläche hat - in etwas größerem Abstand eo von der Verbindungslinie 4 der Formrollen-Mittelpunkte
01, 02 zwischen den Formrollen eingelegt und durch ein in Richtung auf die Zone
des kleinsten Abstandes zwischen den Formrollen verschiebbares Auflagelineal 3
zwangsweise
vorgeschoben. Gleichzeitig wird auch hier eine Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten
der beiden Gewindeformrollen erzeugt, um durch entsprechendes »Abwälzverscbieben«
des Werkstückes W zwischen den Formrollen dessen Einführen bis in. die Nähe der
engsten Stelle zwischen den Formrollen zu erleichtern.
-
Die Differenz der Formrollen-Umfangsgeschwindigkeiten wird so gewählt,
daß der queraxiale Vorschub des Werkstückes W dem Fortschreiten seiner Formung angepaßt
ist.
-
Sobald das Werkstück W mit seiner Achse in die Nähe der Verbindungslinie
4 der Formrollen-Mittelpunkte gekommen ist, also bei der Lage des Werkstückes gemäß
F i g. 2 a, kann man die Vorschubbewegung des Auflagelineals stoppen und die Differenz
der Formrollen-Umfangsgeschwindigkeiten ebenfalls auf den Wert Null verringern.
In diesem Falle bleibt das Werkstück W in der aus F i g. 2 a ersichtlichen Stellung
räumlich stehen, während sein Gewinde fertiggewalzt wird. Durch geeignete Regelung
der Umfangsgeschwindigkeiten läßt sich erreichen, daß sich das Werkstück sogar etwas
von dem Auflagelineal 3 abhebt; es tritt dann keine gleitende Reibung mehr zwischen
den Spitzen der Gewindeprofile und dem Auflagelineal 3 auf.
-
Die F i g. 2b zeigt sodann, wie man durch erneute Erzeugung einer
Differenz der Formrollen-Umfangsgeschwindigkeiten das Werkstück durch die engste
Stelle zwischen den Formrollen hindurch soweit zwischen den Formrollen »hindurchwälzen«
kann, bis es - bei waagerecht angeordneten Gewindeformrollen - nach unten herausfällt.
Man kann das Werkstück auch durch eine weitere Vorschubbewegung des Stütz- oder
Drucklineals zwischen den Rollen hindurchdrücken, das dann zum Einlegen eines neuen
Werkstückes wieder zurückgezogen wird.
-
Es muß - wie dies auch sonst bei Gewindewalzmaschinen üblich ist -
die eine der Gewindeformrollen axial gegen eine Rückstellkraft verschiebbar sein,
damit sie während des Umlaufs mit größerer oder kleinerer Umfangsgeschwindigkeit
sich axial so einstellen kann, daß ihre Profilrippen genau in die am Werkstück erzeugten
Gewindegänge eingreifen.
-
In der F i g. 3 sind die für die Erfindung wesentlichsten Elemente
einer Gewindewalzmaschine veranschaulicht. Die Maschine ist mit zwei auf einen bestimmten
kleinsten lichten Abstand einstellbaren Gewindeformrollen 1, 2 versehen, die sich
um horizontale Achsen drehen und gleiche Außendurchmesser haben. Die eine dieser
Gewindeformrollen ist relativ zu der anderen gegen eine elastische Rückführkraft
axial verschiebbar (nicht dargestellt). Der Antrieb der Formrollen erfolgt durch
(ebenfalls nicht dargestellte) Gelenkrollen von einem gemeinsamen Antriebsmotor
aus über je ein Schneckenradgetriebe 5 bzw. 6, dessen Schneckenrad 5a bzw.
6a mit der Formrolle 1 bzw. 2 unmittelbar drehfest verbunden ist.
-
Die Maschine enthält weiterhin eine vertikal geführte Stütz- oder
Druckvorrichtung 3' für das mit Gewinde zu versehende Werkstück W, die durch einen
Vorschub-Bewegungsmechanismus in Richtung auf die Zone des kleinsten Abstandes zwischen
den Formrollen vor- und zurückführbar ist.
-
Der Vorschubmechanismus für die Stütz- oder Druckvorrichtung 3' besteht
aus einem gegebenenfalls absatzweise anzutreibenden Schneckenradgetriebe 7, dessen
Schneckenrad 7 a zwei Kurbelzapfen 8 und 9
antreibt. Der Kurbelzapfen
8 ist über eine als Lasche ausgebildete Kurbelstange 10 mit einem Schwenkzapfen
11 am rückwärtigen Ende der hin- und herschiebbaren Stützvorrichtung 3' verbunden,
während der auf einem größeren Radius sitzende Kurbelzapfen 9 über die Kurbelschwinge
12 mit dem einen Ende eines Doppelhebels 13 gelenkig verbunden ist, der sich um
die feste Achse 14 schwenken läßt und mit seinem anderen, als Mitnehmerkopf ausgebildeten
Ende 15 in eine Ausnehmung 16 der verschiebbaren Schneckenführung 17 eingreift,
in der die Schnecke 18 des Schneckenradgetriebes 6 axial unverschiebbar gelagert
ist. über die Kurbelschwinge 12, den Doppelhebel 13 und die Schneckenhalterung 17
kann die Schnecke 18 in Richtung ihrer Achse verschoben werden, während sie das
Schneckenrad 6 a und damit die Gewindeformrolle 2 antreibt.
-
Da die beiden Schneckenradgetriebe 5 und 6 gleiche Übersetzungsverhältnisse
haben, so werden normalerweise die beiden Gewindeformrollen 1 und 2 mit gleichen
Drehzahlen und auch gleichen Umfangsgeschwindigkeiten angetrieben. In der höchsten
Stellung der beiden Kurbelzapfen 8 und 9 wird das Werkstück W beispielsweise senkrecht
zur Zeichenebene der F i g. 3 a zwischen die Gewindeformrollen 1
und 2 und
die angehobene Stützvorrichtung 3' bis zu einem Anschlag axial eingeschoben. Dabei
liegt das Werkstück - wie in F i g. 2 gezeigt - zunächst noch oberhalb der Verbindungslinie
der Mittelpunkte beider Gewinderollen; durch die geringe Reibung zwischen Werkstück
und Gewinderollen kann es aber bereits in Drehbewegung versetzt werden. Wenn nun
über das Schneckengetriebe 7 das Schneckenrad 7a im Sinne des eingezeichneten Pfeiles
gedreht wird und die beiden Kurbelzapfen 8 und 9 in diejenige Stellung bewegt werden,
in der sie in der F i g. 3 dargestellt sind, bewegt sich die Werkzeugstützvorrichtung
3' in Richtung des eingezeichneten Pfeiles nach unten, während die Schnecke 18 in
Richtung des eingezeichneten Pfeiles nach oben verschoben wird. Die Stützvorrichtung
3' preßt das zunächst noch unbearbeitete Werkstück W in den sich verengenden Spalt
zwischen den umlaufenden Gewindeformrollen 1 und 2 hinein, während durch die gleichzeitige
Verschiebebewegung der Schnecke 18 der Gewindeformrolle 2 eine zusätzliche Winkeldrehung
überlagert wird, welche das »Hineinwälzen« des Werkstückes W in Richtung auf den
engsten Abstand zwischen den Gewindeformrollen 1 und 2 bewirkt, und so die Druckbelastung
zwischen der Stützvorrichtung 3' und dem Werkstück W zumindest stark verringert.
-
Die Anordnung der Kurbelzapfen 8 und 9 sowie das übersetzungsverhältnis
des Doppelhebels 13 sind derart auf den Vorschub des Werkstückes W zwischen den
Gewindeformrollen 1 und 2 abgestimmt, daß das Einführen des Werkstückes W zunächst
durch Druck von Seiten der Stützvorrichtung 3' und gleichzeitiges Hineinwälzen durch
die Differenz der Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Gewindeformrollen
1
und 2 erfolgt.
-
Der in der F i g. 3 als Beispiel dargestellte Bewegungsmechanismus
wirkt gleichzeitig als Differenzgetriebe zur Erzeugung der Änderung der Umfangs-;
geschwindigkeit der einen Gewindeformrolle relativ zu der der anderen im Sinne einerAbwälzverschiebung
des Werkstückes und auch als Vorschubmechanismus für die Stützvorrichtung des Werkstückes,
wobei
durch die direkte mechanische Kupplung die angestrebte gegenseitige
Abstimmung ereicht wird.
-
Man kann diese Abhängigkeit durch Winkelverstellung und radiale Verstellung
der beiden Kurbelzapfen 8 und 9 gegeneinander in einem gewissen Umfang ändern, um
die günstigsten Gewindewalzbedingungen zu erzielen.
-
Die hierzu notwendigen Einstellvorrichtungen sind nicht dargestellt,
da sie für den Fachmann nichts neues bieten.
-
Der Walzvorgang läuft im übrigen so ab, wie dies in den F i g. 2,
2 a und 2 b veranschaulicht ist.
-
Der Werkstück-Vorschubmechanismus läßt sich vor Erreichen der unteren
Totpunktlage der Kurbelzapfen 8 und 9 in einer Winkelstellung stillsetzen, in der
sich das Werkstück W noch etwas oberhalb der Verbindungslinie der beiden Mittelpunkte
der Gewindeformrollen 1 und 2 befindet, wenn das Material des Werkstückes W hohe
Festigkeit hat und ein längeres Rollen in stationärem Zustand mit gleichen Umfangsgeschwindigkeiten
der beiden Gewindeformrollen 1 und 2 erwünscht ist. Man kann aber auch den Vorschubmechanismus
bis zum anderen Totpunkt bzw. über diesen Totpunkt hinaus durchlaufen lassen, wobei
dann das Werkstück W in einem Zuge durch die engste Stelle zwischen den Gewindeformrollen
1 und 2 bei ungleichen Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Gewindeformrollen hindurchgeführt
wird.
-
Bei nur einseitig wirkenden Bewegungsantrieben für die zusätzliche
Drehwinkelüberlagerung bei einer der Gewindeformrollen und den Vorschub der Werkstück-Stützvorrichtung
können Rückführ-Federkräfte verwendet werden, um den Ausgangszustand wiederherzustellen
bzw. die Schnecke wieder in ihre normale Eingriffslage zurückzubringen.