DE136561C - - Google Patents

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DE136561C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12HPASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
    • C12H1/00Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages
    • C12H1/12Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation
    • C12H1/14Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation with non-precipitating compounds, e.g. sulfiting; Sequestration, e.g. with chelate-producing compounds

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
- Jig 136561 KLASSE 6 b.
Gährungsprodukte.
Die vorliegende. Erfindung bezieht sich auf das Verfahren des Frischens gegohrener Getränke , insbesondere von Bier, durch die .Wiedereinführung der bei der Gährung entweichenden gasförmigen Gährungsprodukte, und bezweckt vorwiegend eine Verbesserung dieses Verfahrens dahin, dais dem Bier von den genannten Produkten die Kohlensäure möglichst nur im Gemisch mit den gebildeten Aethern, unter Hintanhaltung schädlicher Beeinflussung der letzteren, wieder zugeführt wird.
Dieser Erfindung gemäfs wird die Verbesserung in nachstehender Weise erreicht:
Vom gährenden Bier (Lagerbier, Porter, Ale u. s. w.) wird, wenn dasselbe gut »in Krausen steht«, und nöthigenfalls nach Entfernung der Decke gerührt und gelüftet worden ist, eine hinreichende Menge zur Fertiggährung in Fässer abgezogen, welche einen Ueberdruck von etwa 0,5 bis 5kg aushalten; das Kräusenbier wird so hoch eingefüllt, dafs nur ein geringer Leerraum verbleibt. Die Fässer bleiben mit offenem Spundloch so lange stehen, bis der Geruch der entweichenden Gase erkennen läist, dais sie luftfrei sind. Hiernach wird das Fais an einen »Verdichter« (Compressor) angeschlossen, wobei zweckmäfsig das Verbinduhgsrohr zuvor durch Hindurchtreiben von geeigneter Flüssigkeit oder Gas vollständig entlüftet wurde. Zugleich mit den Gährungsgasen wird in den Compressionsraum des Verdichters, der äufserdem mit einer Kühlvorrichtung versehen ist, Kühlflüssigkeit eingespritzt, z. B. luftfreies gekühltes Wasser, und dadurch einer Schädigung bezw. widerlichen Geschmacksänderung der (bis 1Z2 pCt.) vorhandenen, für das Verfahren werthvollen Aether durch die Verdichtungswärme vorgebeugt. Gleichzeitig nimmt das Wasser jedoch auch vorhandene flüchtige saure, schlecht schmeckende Produkte in erheblichem Mafse auf. Das comprimirte Gemisch aus Kohlensäure und Aether wird zusammen mit dem Wasser in ein Gefäfs gedrückt, wobei das Wasser, in Form eines Sprühregens durch das im genannten Gefäfs bereits vorhandene Gas fallend, dieses nochmals wäscht, d. h. durch Aufnahme einer weiteren Menge flüchtiger saurer Produkte weiter reinigt. Das Gefäfs wird im Nachfolgenden »Wascher« genannt werden. Da das im Wascher sich sammelnde Wasser luftfrei ist und unter Druck steht, so benutzt man dasselbe zweckmäfsig im Verdichter (in welchen es unter entsprechendem Druck eingeführt werden mui's) so oftmals wieder, als dies sein Gehalt an aufgenommenen Verunreinigungen gestattet, worauf man es durch frisches entlüftetes und gekühltes Wasser ersetzt.
An Stelle von Wasser, welches Erfinder im Allgemeinen vorzieht, können auch andere Flüssigkeiten oder Lösungen benutzt werden, um besondere Nebenzwecke zu erfüllen, wie
die Abtödtung von Keimen oder die Beseitigung schädlicher Gährungsprodukte, wie die erwähnten sauren, falls diese in einer durch •Wasser allein nicht zu bewältigenden Menge auftreten sollten u. s. w.
Der Wascher wird zweckmäfsig gekühlt, einestheils des Wassers und seiner Verunreinigungen, anderentheils des Kohlensäureäthergemisches wegen.
Das in der eben beschriebenen Weise behandelte Gährungsgas wird, nachdem man es z. B. durch Tuchfilter u. s. w. von seinem Feuchtigkeitsgehalt befreit hat, mit dem aufzufrischenden Bier in einem »Frischer« genannten Gefäfs in der Weise zusammengebracht, dafs das Gas von unten, das Bier als Sprühregen von oben eintritt, die Einführung des Gases aber bei einer Temperatur und unter einem Druck erfolgt, die niedriger sind als die Temperatur des Bieres und der Druck, unter welchem das Bier steht. Es ist durch vielfältige Versuche erprobt, dais unter diesen Bedingungen eine sehr vollkommene Frischung sich erreichen läfst; am zweckmäfsigsten wird das Gas mit der Gefriertemperatur des Wassers bezw. einer noch niedrigeren Temperatur mit dem Bier zusammengeführt und das Bier unter einem Druck von ι bis 2,5 kg eingeführt. Der Erfinder hat ermittelt, dafs es, um das ätherhaltige Kohlensäuregas auf die benöthigte Temperatur herunterzukühlen, erforderlich ist, dasselbe auf serhalb des Waschers in besonderen, vor der Füllung entlüfteten »Kühlern« eine Zeit (ungefähr einen Tag) lang bei einer verhältnifsmäfsig niedrigen, aber gleichförmigen Temperatur unter einem 10 Atmosphären nicht untersteigenden Druck zu halten; nach dieser Behandlung kühlt sich das Gemisch beim Expandiren pro Volumen nur um einen Bruchtheil eines Grades ab. Die Kühler werden zwischen Wascher und Frischer eingeschaltet.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Beispiel einer zur Ausführung des Verfahrens geeigneten Apparateanordnung dargestellt.
Fig. ι zeigt dieselbe in der Seitenansicht, wobei einige Theile weggebrochen gedacht, andere im Schnitt gezeichnet sind.
Fig. 2 veranschaulicht den unteren Theil des »Frischers« von rechts Fig. 1 aus gesehen; einige Theile sind weggebrochen gedacht, andere im Schnitt gezeigt.
Fig. 3 ist eine Seitenansicht z. Th. im Schnitt eines Theiles des Verdichtungscylinders und anliegender Theile.
Fig. 4 zeigt in Vorderansicht den »Wascher« zusammen mit einer Reihe von Gaskühlern, welche bezüglich der in Fig. 1 gezeigten etwas verschieden angeordnet sind.
Fig. 5 ist eine Seitenansicht des mit dem Verdichter verbundenen Regulators.
Fig. 6 ist eine Ansicht im Schnitt eines Gaskühlers.
In Fig. ι bezeichnet α die Gährfässer, durch mit Ventilen c versehene Rohre an eine Leitung b angeschlossen, die horizontal verlaufend über ein Sicherheitsventil d mit einem absteigenden Rohr c verbunden ist, das seinerseits durch Kuppelung /' mit dem horizontalen, seitlich in den Cylinder h des Verdichters i eindringenden Rohr g in Verbindung steht. Der Verdichter ;' ist doppelwirkend, so dafs bei jedem Hub seines Kolbens k (Fig. 3) Gas aus dem Gährgefäfs eingesaugt und die vorher eingesaugte Gasladung auf der entgegengesetzten Kolbenseite verdichtet durch das Rohr / ausgetrieben wird. Am Punkte 11 (Fig. 3) communicirt mit dem Verdichtercylinder ein Rohr in, abgezweigt von einem Rohr 0, welches in Verbindung steht mit einem gekühlte Flüssigkeit (z. B. Kaltwasser) enthaltenden Behälter, so dafs bei jedem Hub des Kolbens k ein Strahl kalter Flüssigkeit zusammen mit dem durch g hereinkommenden Gas eingespritzt wird. Das Gemisch von Kühlflüssigkeit und comprimirtem Gas wird aus dem Verdichter durch das Rohr I, welches die Wand q des auf niedriger Temperatur gehaltenen Raumes r durchdringt, nach einem stehenden Cylinder s, dem"»Wascher« gefördert, derart, dais das Rohr / in eine an der Decke des Cylinders angeordnete Düse t mündet, welche aus einem kurzen Rohr besteht, das oberhalb des unteren, geschlossenen Endes einen Längsschlitz u hat. Die Flüssigkeit fällt somit in Gestalt eines Sprühregens durch das den Cylinder erfüllende Gas nach dem Boden, wo sie sich sammelt. Vom unteren Theil des Cylinders führt ein Rohr ν nach einem in der Leitung 0 vor der Leitung m angeordneten Dreiweghahn zv, so dais die Flüssigkeit unter dem Druck des im Cylinder befindlichen Gases im Kreislauf benutzt werden kann, bis ihre Verunreinigungweitere Verwendung ausschliefst,. wonach sie dann am Boden des Cylinders vermittelst Hahnes χ abgezogen wird.
Hinter dem Wascher j sind im Kaitraume r, in Hintereinanderschaltung mit einander verbunden, mehrere, z. B. drei, stehende, cylindrische Gefäfse y derart angeordnet, dafs der Boden des ersten Gefäfses mit dem Kopf des zweiten durch Rohr ζ und der Boden des letzr teren mit dem Kopf des dritten durch Rohr ι in Verbindung steht, so dafs diese Gefäfse thatsächlich ein Gefäfs bilden. Der erste Kühler y ist am Kopf mit dem Kopf des Wäschers s durch Rohr 2 in Verbindung; vom unteren Theil des letzten Kühlers y ist ein Rohr 3 nach dem »Frischer« geführt. Jeder Kühler y hat in der Decke einen Luftablafshahn 4 und im Boden einen Abziehhahn 5. Sie werden'vor
dem Gebrauch in der Art entlüftet, dafs man sie von unten her bei offenem Lufthahn vollständig mit luftfreiem Wasser füllt, dann die Lufthähne schliefst und das Wasser durch die Hähne 5 abfliefsen läfst. Mit dem ersten Kühler y ist durch Rohr 7 ein Druckmesser 6 verbunden, der zusammen mit dem durch Rohr 10 mit der Rohrkuppelung / verbundenen Druckmesser 8 und dem durch Rohr 11 mit dem Wascher ί verbundenen Druckmesser 9 auf einer gemeinsamen Tafel angeordnet ist.
Der »Frischer« besteht zweckmäfsig aus einem stehenden Cylinder 12, in dessen Decke das Zuleitungsrohr 13, 29 für das zu frischende Bier einmündet und von dessen Boden ein Abzugsrohr 14, event, mit eingeschalteter Filterpresse 15, nach dem Füllraum abgeht, wo es in geeigneter Höhe auf einem von dessen Decke herabhängenden Träger 16 befestigt ist, auf welchem in das Rohr 14 ein gläsernes Schaurohr 17 eingeschaltet ist. Das Ende des Rohres 14 theilt sich in eine Anzahl je mit Hahn versehener Stutzen 18 zum Aufschieben der die Verbindung mit den zu füllenden Gebinden bezw. Fässern herstellenden biegsamen Rohrlängen 19. ...
In dem Frischer 12 befindet sich eine constante Flüssigkeitssäule, was zweckmäfsig in der Art geschieht, dafs man einen liegenden Cylinder 20, der durch Röhren 21, 22 mit Kopf und Bodentheil des Frischers communicirt, an das eine Ende eines doppelarmigen Hebels 23 hängt, dessen anderes, durch Gegengewicht 25 belastetes Ende durch Stange 26 mit einem Ventil 2J zusammenhängt, in dessen Gehäuse
28 das Rohr 13 mündet (Fig. 2). Ebenso communicirt mit dem Ventilgehäuse durch Krümmer 30 das von dem Bierbottich 33 herkommende Bierzuleitungsrohr 29; auf dem Krümmer sind ein Schauglas 31 und ein Druckmesser 32 angeordnet. Zwischen den Bierbottichen 33 und dem Frischer 12 ist ein Druckregler 34 gewöhnlicher Art in das Rohr
29 eingeschaltet, um das Bier dem Frischer unter dem gehörigen Druck zuzuführen.
Das den Frischer mit Gas versorgende Rohr 3 mündet in einen Expansionshahn 35, von dem ein engeres Rohr 36 in das mit Druckmesser 38 versehene Gehäuse 37 eines Druckreducirventils 39 führt; das Gehäuse 37 communicirt mit einem Entfeuchtungsfilter 40 (ausgestattet mit Lagen von Filz, Baumwollfasern, Watte u. s. w.), von welchem ein Rohr 41 in die Decke des Frischers 12 mündet; auf dem Rohr 41 sind ein Druckmesser 42 und ein Thermometer 43 angeordnet. Die Mischung des Gases mit dem Bier bezw. die Frischung des letzteren erfolgt in wohlbekannter Weise, indem das Bier unter einem etwas höheren Druck als derjenige ist, unter welchem das gekühlte Gas steht, in den Frischer einsprüht und so in feinzertheilter Form durch das Gas hindurchfällt.
In Fig. 4 ist eine etwas abgeänderte Anordnung der Gaskühler y veranschaulicht. Wie in Fig. ι sind im Kühlraum r drei stehende Cylinder 44 hinter einander angeordnet, aber nicht wie dort in Reihe, sondern parallel geschaltet, indem jeder am Kopf durch ein absteigendes Rohr 45 mit einem gemeinsamen, wagrecht vom Wascher s ausgehenden Rohr 46 über einen Hahn (Ventil) 47 in Verbindung steht.
Die Vorrichtung zum Ablassen von Gas aus den Kühlern 44 ist ähnlich getroffen, indem sich am Bodentheil der Kühler wagrecht ein Rohr 48 hinzieht, von welchem Zweigrohre über mit A^entilen 50 ausgestattete Verbindungen in den Bodentheil der Cylinder einmünden. Jeder Kühler ist auf der Vorderseite mit einem Druckmesser 51 ausgestattet in der Art, dafs derselbe durch Röhre 52 über den Lufteinlafs 55 (vergl. Fig. 4) mit dem Kopf des Kühlers communicirt; am unteren Ende der Rohre 52 ist der Lufthahn 56 angeordnet. -Unterhalb der Kühler zieht sich ein gemeinsames Abiaisrohr 53, welches mit jedem Kühler an dessen Boden über ein Ventil 54 communicirt.
Um die Wirkung des A^erdichters i vermittelst des Druckes des aus den Gährfässern a einströmenden Gases zu regeln, ist mit dem Regulator des Verdichters folgende Vorrichtung verbunden : In einem am Regulatorgestell befestigten Bügel 57 (Fig. 5) ist wagrecht ein Cylinder 58 gehalten, dessen äufseres Ende durch Oeffnung 59 mit einem von der Verbindung / ausgehenden Rohr 60 communicirt. Ein im Cylinder beweglicher Kolben 61 (bezw. an seiner Stelle ein Diaphragma) ist durch seine Stange 62 an den Arm 63 eines am Bügel 57 gelagerten, unter der Spannung einer Schraubenfeder 68 stehenden Winkelhebels gekuppelt, dessen anderer Arm 64 zwischen zwei Vorsprüngen der Stange 65 des den Verdichter mit der Treibsubstanz versorgenden Ventils hereinragt. Die Ventilstange ist in der üblichen Weise mit den Schwungkugeln 66 verkuppelt. Um die Spannung des Winkelhebels regelbar zu machen, kann die Feder 68 vermittelst Schraube 67 in stärkere oder schwächere Spannung versetzt werden. Steigt der Druck des in den Kolben einströmenden Gases über den normalen, so wird durch Einwärtstreiben des Kolbens und daraus folgendes Anheben der Ventilstange die Einströmöffnung für die Treibsubstanz geschlossen; sinkt der . Gasdruck wieder, so treibt die Wirkung der Schwungkolben auf die Ventilstange den Cylinder wieder zurück.

Claims (1)

  1. ' In Fig. 6 ist der Kühler y von einem Isolirmantel umschlossen und mit einer inneren Kühlschlange ausgestattet.
    Patent-AνSPRU CH :
    A^erfahren zum Frischen gegohrener Getränke vermittelst der Einführung gasförmiger Gährungsprodukte, dadurch gekennzeichnet, dafs man die möglichst luftfreien Gase zur Schonung der Aether und Absorption unangenehmer saurer Produkte in Gegenwart von zuvor gekühlter luftfreier Flüssigkeit comprimirt, das Gemisch aus verdichtetem Gas und Flüssigkeit von oben in einen kühl gehaltene« Wascher drückt, so dais die Flüssigkeit als-Sprüh durch bereits vorhandenes Gasgemisch fallend, letzterem eine weitere Menge der unangenehmen sauren Produkte entzieht, das so weiter gereinigte Gemisch in Kühlern unter Druck bis unter die Temperatur des zu frischenden Getränkes kühlt und sodann das Bier u. s. w. mit dem Gasgemisch in bekannter Weise imprägnirt, derart, dafs das Gas bei dieser Temperatur mit genanntem Getränk zusammengebracht und dafs letzteres unter höherem Druck als das Gasgemisch in den Mischer eingeführt wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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