DE1494018B2 - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08K—Use of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
- C08K5/00—Use of organic ingredients
- C08K5/36—Sulfur-, selenium-, or tellurium-containing compounds
- C08K5/37—Thiols
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
Bei der Herstellung von Acrylnitrilpolymerisat-Lösungen, die für die Herstellung von geformten
Artikeln geeignet sind, treten stets Vergilbungen ein. Es ist nämlich zur Herstellung solcher Lösungen
notwendig, hohe Konzentrationen zu erreichen, wofür man lange Lösezeiten und im allgemeinen erhöhte
Lösetemperaturen benötigt.
Es ist bereits bekannt, Lösungen von Acrylnitrilpolymerisaten Stabilisatoren zuzusetzen, um eine Vergilbung
möglichst zu vermeiden.
So ist bekannt, saure Verbindungen als Stabilisatoren einzusetzen. Derartige Zusätze sollen zur
Hauptsache den schädlichen Einfluß basischer Zersetzungsprodukte des als Lösungsmittel dienenden
Dimethylformamids ausschalten. Nachdem jedoch großtechnische Verfahren bekannt sind, die es erlauben,
sehr reines Dimethylformamid herzustellen, ist der Verwendungsbereich der genannten Stabilisatoren
stark eingeengt. Außerdem ist es nicht möglich, mit diesen Zusätzen wirklich farblose Polymerisatlösungen
zu erhalten.
In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, daß die Vergilbung von Polyacrylnitril-Lösungen
auf andere chemische Reaktionen zurückzuführen ist, als z. B. eine Vergilbung von
Polyvinylchlorid-Lösungen. Polyvinylchlorid-Lösungen lassen sich mit Verbindungen stabilisieren, die
als Chlorwasserstoff-Akzeptoren wirken. Derartige Verbindungen bewirken jedoch bei Polyacrylnitril-Lösungen
eine besonders starke Vergilbung. Ebenso beruht die Vergilbung von Diolefin-Polymerisaten
und Diolefin-Mischpolymerisaten, die durch übliche Radikalfänger, wie Phenol, verhindert wird, auf einem
anderen Mechanismus als die Verbräunung von PoIyacrylnitril-Lösungen.
Im Polyacrylnitril sind praktisch keine olefinisch-ungesättigten Kohlenstoff-Doppelbindungen
vorhanden. Die Ansatzpunkte einer Vernetzung bzw. einer Oxydationsreaktion sind bei
Polyacrylnitrilpolymerisat-Lösungen nicht gegeben.
Auf Grund der Verschiedenheiten der Abbaumechanismen sind die für die einzelnen Polymerisate
wirksamen Stabilisatoren spezifisch. Stabilisatoren, die z. B. bei Polyvinylchlorid-Lösungen sehr wirksam
sind, erweisen sich als völlig unwirksam bei Lösungen von Polyacrylnitril.
Es wurde nun gefunden, daß man Lösungen von Acrylnitril-Polymerisaten mit hohem Anteil an gebundenem
Acrylnitril in organischen Lösungsmitteln durch Zugabe von Stabilisatoren dann besonders gut
gegen Vergilbung stabilisieren kann, wenn man als Stabilisator 'Mercaptotriazole der allgemeinen
Formell
N=
S=C
S=C
=C—R
NH
NH
II
N=
HS-C
HS-C
=C—R
NH
NH
N/
verwendet. In der allgemeinen Formell steht R für Wasserstoff oder Methyl.
Es ist überraschend, daß Verbindungen der allgemeinen Formel I, die als solche keine ausgesprochenen
Mercaptane sind, als Stabilisatoren besser wirken als Verbindungen wie Thioglykol. Verbindungen der
allgemeinen Formel I reagieren entsprechend der Formel II wie sich zeigt, wenn man eine Titration
mit Jodlösung vornimmt.
Während Thioglykol bei der Titration die berechnete Menge Jod verbraucht, findet man beim Mercapto-triazol-1,2,4
nur einen Jodverbraufch von 33% der theoretisch berechneten Menge. Gegenüber den
üblichem Mercaptanen haben Verbindungen der allgemeinen Formel I den Vorteil, daß eine Geruchsbelästigung nicht auftritt und die Verbindungen weit-
aus beständiger sind gegen die Einwirkung von Oxydationsmitteln, die Mercaptane sehr leicht in Disulfide
überführen. Die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen erhält man nach an sich bekannten
Verfahren z. B. durch Dehydratisieren von acylierten Thiosemicarbaziden. Die Mercaptotriazole haben eine
ausreichende Löslichkeit in Dimethylformamid.
Als Acrylnitrilpolymerisate kommen sowohl Acrylnitrilhomopolymerisate
als auch Acrylnitrilcopolymerisate in Frage. Sie enthalten jedoch stets einen (
überwiegenden Anteil an gebundenem Acrylnitril. Als Mischkomponente kommen die für die Herstellung
solcher Polymerisate üblichen Monomeren in Frage, wie Acrylsäureester, Methacrylsäureester, Vinylacetat,
Acrylsäureamide, Methacrylsäureamide, Methylvinylketon, Styrol, Vinylpyridin, Styrolsulfonsäure,
Acrylsäure, Methacrylsäure. Bevorzugt werden Acrylnitrilpolymerisate mit mindestens 80% gebundenem
Acrylnitril verwendet.
Als Lösungsmittel für die Herstellung der erfindungsgemäßen Lösungen verwendet man die üblichen hochpolaren Lösungsmittel, wie Dimethylformamid, Dimethylacetamid, Äthylenglykolcarbonat.
Als Lösungsmittel für die Herstellung der erfindungsgemäßen Lösungen verwendet man die üblichen hochpolaren Lösungsmittel, wie Dimethylformamid, Dimethylacetamid, Äthylenglykolcarbonat.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Polymerisatlösungen wird im allgemeinen bei Temperaturen
zwischen 10 und 100° C, vorzugsweise zwischen 30 und 8O0C vorgenommen.
Die Herstellung der Polymerisatlösungen geschieht im Prinzip in an sich bekannter Weise. Der Gehalt
der Lösung an Polymerisat liegt zwischen 5 und 35 Gewichtsprozent. Die Menge an Stabilisator kann ,
in weiten Grenzen schwanken und liegt im allgemeinen zwischen 0,01 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf
das Polymerisat, vorzugsweise zwischen 0,05 und 3 Gewichtsprozent.
Die Menge an Stabilisator richtet sich nach dem Reinheitsgrad des verwendeten Lösungsmittels, nach
der Dauer des Löseprozesses, nach der Temperatur und im allgemeinen nur unwesentlich nach der Zusammensetzung
des Polymerisats. Die günstigsten Konzentrationen lassen sich leicht durch Vorversuche
ermitteln. Der Zusatz der Stabilisatoren während des Löseprozesses kann so erfolgen, daß eine hochkonzentrierte
Stammiösung über eine Dosiervorrichtung mit dem Lösungsmittel für das Polymerisat oder mit
der herzustellenden Lösung in einer Löseschnecke oder einem Lösekessel vereinigt wird. Man kann auch
die genannten Stabilisatoren mit dem Polymerisat gemeinsam in das Lösungsmittel eintragen. Die Stabilisatoren
können auch während des Löseprozesses >..
zugesetzt werden.
Die erhaltenen Lösungen können unmittelbar oder ι:
nach Entlüftung bzw. Filtration dem Verformungs- %;■
prozeß zugeführt werden. :·.
Die erfindungsgemäß erhaltenen stabilisierten Lösungen weisen gegenüber den vorbekannten Lösungen
eine Reihe von Vorteilen auf. Sie sind trotz Anwendung der üblichen Lösebedingungen farblos und können
auch längere Zeit, gegebenenfalls bei höheren Temperaturen, gelagert werden, ohne daß eine Vergilbung
oder die Bildung von Gelkörpern auftritt. Die Überlegenheit der erfindungsgemäß stabilisierten Lösungen
über nicht stabilisierte Lösungen geht eindeutig aus den nachfolgenden Beispielen hervor.
30 Gewichtsteile eines Acrylnitrilmischpolymerisates,
das aus 95 Gewichtsteilen Acrylnitril und 5 Gewichtsteilen Acrylsäuremethylester hergestellt worden
ist, werden mit 0,15 Gewichtsteilen 3-Mercaptotriazol-1,2,4
zusammen fein pulverisiert und in 100 Gewichtsteilen Dimethylformamid bei 400C gelöst. Man
erzielt eine vollständige Lösung, indem man die Temperatur des Löseansatzes innerhalb V2 Stunde
auf 600C erhöht. Nach Tempern der so erhaltenen Polymerisatlösung bei 1300C erfolgt nur eine sehr
geringe Vergilbung der Lösung. Ohne Zusatz des
Stabilisators erhält man eine stark vergilbte Polymerisatlösung.
Um eine quantitative Verfolgung des Vergilbungsprozesses bei steigenden Temperaturen zu ermöglichen,
wurden 5%ige Polymerisatlösungen eingesetzt. Derartige Polymerisatlösungen zeigen eine niedrige
Viskosität und lassen sich leicht in Meßküvetten einfüllen.
Man stellt 5%ige Lösungen eines Mischpolymerisats, das aus 95% Acrylnitril und 5% Acrylsäuremethylester
hergestellt worden ist, in Dimethylformamid her. Diesen Lösungen werden als Stabilisatoren
Mercaptotriazole zugesetzt, wie aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich ist. Anschließend werden die
Polymerisatlösungen V2 Stunde auf 90° C erhitzt, dann
wird optisch die Vergilbung gemessen. Eine weitere Wärmebehandlung erfolgt danach 1 Stunde bei 1300C.
Anschließend wird wieder optisch der Grad der Vergilbung bestimmt. Die optischen Messungen werden
im Elco-Photometer III der Firma Zeiss bei λ = 470 ηΐμ
durchgeführt. Man rechnet die Meßergebnisse auf eine Schichtdicke von 5 cm μπι.
| Stabilisatoren | Extinktion vor der thermischen Behandlung |
Extinktion nach einer Hitzebehandlung von V2 Stunde bei 900C |
Extinktion nach einer Hitzebehandlung von V2 Stunde bei 900C und 1 Stunde bei 130° C |
| Ohne Stabilisator Mit 1% Stabilisator1) Mit 0,5% Stabilisator1) Mit 1% Stabilisator2) |
0,060 0,064 0,060 0,057 |
0,070 0,072 0,070 0,075 |
0,460 0,173 0,163 0,165 |
') S-Mercaptotriazol-l,^.
z) S-Methyl-S-mercaptotriazol-l ,2,4.
Wie aus der Tabelle ersichtlich zeigt eine Polymerisatprobe ohne Zusatz der erfindungsgemäß zu
verwendenden Stabilisatoren nach der thermischen Behandlung eine Extinktion von 0,460. Eine Probe,
die als Zusatz 0,5% Stabilisator1) enthält, zeigt nach der thermischen Behandlung eine Extinktion von
0,163.
Die Extinktionen sind ein Maß für den Grad der Vergilbung.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung von Mercaptotriazolen der allgemeinen Formel »^ ^. ^HS-CNHNn/in der R Wasserstoff oder Methyl bedeutet, zum Stabilisieren von Lösungen von Acrylnitrilpolymerisaten gegen Verfärbung.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF0034649 | 1961-08-09 |
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| DE1494018B2 true DE1494018B2 (de) | 1970-10-29 |
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ID=7095649
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19611494018 Pending DE1494018A1 (de) | 1961-08-09 | 1961-08-09 | Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpolymerisat-Loesungen |
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- 1962-08-09 GB GB30573/62A patent/GB959146A/en not_active Expired
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|---|---|---|---|
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