DE1494871C - Verfahren zum Herstellen modifizierter Asbestfasern - Google Patents

Verfahren zum Herstellen modifizierter Asbestfasern

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DE1494871C
DE1494871C DE1494871C DE 1494871 C DE1494871 C DE 1494871C DE 1494871 C DE1494871 C DE 1494871C
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English (en)
Inventor
Thomas Harry Middlesex; Reimschussel George Paul Flemington; N.J. Sadler (V.StA.)
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Johns Manville Corp
Original Assignee
Johns Manville Corp
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen modifizierter Asbestfasern, die in einem Asbest-Zement-Gemisch zu Formkörpern wie Rohren od. dgl. nach dem Strang-Preßverfahren verarbeitbar sind, wobei ein Hydromodifizierungsmittel den Asbostfasern zugegeben wird.
Unter dem Begriff Hydromodifizierungsmittel wird hier eine spezifische Gruppe von Verbindungen verstanden, die Aufschlämmungen von Asbestzement dergestalt beeinflussen, daß ihr Entwässerungsvermögen verändert wird. Die Hydromodifizierungsmittel können sowohl aus anionischen als auch bevorzugt aus kationischen oder auch nicht ionischen Substanzen bestehen, die in wäßrigen Lösungen mit einem pH-Wert von 10 bis 12,5 oder wenigstens einem solchen, der zwischen 7 und 13 liegt, beständig sind. Die Modifizierungsmittel können sowo'hl im flüssigen als auch im festen Zustand vorliegen und werden in handelsüblicher Form, mehr oder weniger verunreinigt, zur Anwendung gebracht.
Die Hydromodifizierungsmittel gehören zu einer speziellen Gruppe von Verbindungen, die sich leicht von organischen Verbindungen unterscheiden läßt, welche nicht geeignet sind, wobei diese Unterscheidung mittels eines reproduzierbaren und speziellen Tests getroffen wird, der als sogenannter »Zement-Aufschlämmungs-Test« bezeichnet wird. Ein derartiger Test wird wie folgt durchgeführt:
Zunächst wird eine wäßrige Lösung der zu untersuchenden Verbindung hergestellt, indem 8 g der Verbindung in 400 ml destilliertem Wasser in einem 600-ml-Becherglas mit einem Durchmesser von etwa 7,5 cm und einer Höhe von etwa 11,5 cm aufgelöst werden. Man erhält so eine homogene Lösung mit einer Viskosität in dem bevorzugten Bereich von 500 bis 5000 cP. In den Fällen, wo die Prüfverbindungen zu einer Viskosität von über 5000 cP führen, kann die Konzentration verringert werden, bis die Viskosität in dem bevorzugten Bereich liegt. Einige Prüfverbindungen vermögen jedoch nicht Lösungen mit wenigstens 500 cP zu ergeben, und diese Prüfverbindungen werden bei derjenigen Viskosität untersucht, die mit einer 20%igen Lösungskonzentration erhalten wird.
Nunmehr wird die Viskosität der Lösung abgelesen. Die Ablesung und alle sich anschließenden Ablesungen werden vermittels eines Viscometers mit einer Laufgeschwindigkeit von 2,5 U/min erhalten. Alle Viskositätsablesungen werden bei 25° C ausgeführt. Durch die Ablesungen kann bestimmt werden, ob eine Einstellung der Lösungskonzentration erforderlich ist, um die oben angegebene bevorzugte Viskosität zu erhalten.
Nachfolgend wird die Lösung mittels einer Rührvorrichtung gerührt, die mit einem vierflügligen Propeller von 6,35 cm Durchmesser ausgerüstet ist. Die Geschwindigkeit des Propellers beträgt etwa 5000 U/min bei Lösungen mit der bevorzugten Viskosität. Lösungen mit geringerer Viskosität werden mit langsamerer Rührgeschwindigkeit behandelt, um ein Herausspritzen derselben aus dem Becherglas zu verhindern.
200 g Zement zur Herstellung einer Strangpreßmasse werden der obigen Lösung in drei Anteilen zugesetzt. Der erste Anteil wird unmittelbar, nachdem die Lösung hergestellt worden ist, zugesetzt. Dies erfolgt, indem 100 g des Zementes langsam (1 bis 5 Minuten) in kleinen Anteilen der Lösung unter Rühren eingemischt werden, wobei der Rührvorgang insgesamt 15 Minuten lang fortgesetzt wird.
Anschließend wird der Rührvorgang unterbrochen und die Aufschlämmung beobachtet, sobald dieselbe zur Rühe gekommen ist. Sollte sie auf Grund von Koagulation, Ausflocken, Abtrennen oder Entwässern nicht einheitlich oder heterogen erscheinen, wird die Prüfsubstanz als nicht geeignet betrachtet. Ansonsten wird der Test fortgesetzt.
Nach dieser Prüfung wird eine Viskositätsablesung des Gemisches durchgeführt. Wenn die Viskosität der Lösung unter 50 cP liegt, wird die Prüfsubstanz als nicht geeignet betrachtet.
Wenn die erforderliche Viskosität und das homogene Aussehen aufrechterhalten bleiben, wird das Rühren wiederum aufgenommen und ein zweiter Anteil von 50 g des Zementes dem Gemisch in der oben beschriebenen Weise zugesetzt und erneut 15 Minuten gerührt.
Nach Unterbrechung des Rührens und nachdem die Aufschlämmung wieder ·ζητ Ruhe gekommen ist, wird erneut optisch kontrolliert. Im Anschluß an diese Beobachtung wird eine Viskositätsablesung be-, züglich des Gemisches durchgeführt. Wenn die Viskosität der Lösung unter 50 cP abfällt oder um mehr als 65% der vorherigen Ablesung verringert wird, wird die Prüfsubstanz als nicht geeignet betrachtet. Bleiben jedoch die erforderliche Viskosität und das Aussehen aufrechterhalten, wird ein dritter Anteil Zement in einer Menge von 50 g in der oben beschriebenen Weise zugesetzt.
Nach weiteren 15 Minuten wird der Rührvorgang erneut unterbrochen und die Aufschlämmung optisch kontrolliert. Im Anschluß an die Beobachtung wird eine nochmalige Viskositätsablesung bezüglich des Gemisches durchgeführt. Wenn die Viskosität der Lösung unter 50 cP liegt oder um mehr als 65 °/o bezüglich der ersten Ablesung verringert worden ist, wird die Testsubstanz als nicht geeignet betrachtet.
Wenn die Aufschlämmung jedoch den Erfordernissen entspricht, läßt man dieselbe 30 Minuten lang stehen. Bleibt die Aufschlämmung glatt, wird das Zusatzmittel als zufriedenstellend betrachtet. Wenn dasselbe nicht einheitlich oder heterogen auf Grund einer Koagulation erscheint oder bedingt durch Ausflocken, Abtrennen oder Entwässern, ist die Testsubstanz nicht geeignet.
Jede Verbindung, die nicht zu einer Viskosität von wenigstens 50 cP bei 25° C in einer Konzentration nicht mehr als 20% führt, nachdem die ersten 100 g Zement in der oben beschriebenen Weise zugesetzt worden sind, entspricht nicht den Testanforderungen zu Beginn desselben und ist kein Hydromodifizierungsmittel. Eine Viskosität in dem Bereich von 500 bis 5000 cP ist besonders vorteilhaft, da die genauesten Prüfergebnisse dann erhalten werden, wenn eine Anfangslösung innerhalb dieses optimalen Viskositätsbereiches angewandt wird. Diese Viskosität muß jedoch nicht unbedingt eingehalten werden, d. h. bei einigen Produkten können auch geringere Viskositäten angewandt werden. Der Zement-Aufschlämmungstest bestimmt die Verarbeitbarkeit und Stabilität der Testsubstanz in der Zementaufschlämmung und führt somit zu einer Unterscheidung zwischen Hydromodifizierungsmitteln und nicht geeigneten Produkten. Wenn bei dem Test die Viskosität des Gemisches sich in einem erheblichen Ausmaß verändert oder wenn das Gemisch ausflockt,
Aggregate bildet oder entwässert wird, nachdem die ersten 100-g-AnteiIe an Zement zugesetzt worden sind, ist es nicht erforderlich, weiterzubeharideln, da das Produkt sich bereits als ungeeignet erwiesen hat. Wenn keine merkliche Veränderung in dem Aussehen oder der Viskosität eintritt, wird der Test in der oben beschriebenen Weise durchgeführt, bis insgesamt 200 g Zement zugesetzt worden sind.
Auf Materialien, beispielsweise auch Fasern wie Glasfasern od. dgl., unterschiedliche Überzüge aufzubringen, ist ganz allgemein bekannt. So werden beispielsweise in einzelne Abschnitte zertrennte Glasfaserbündel dadurch dauerhaft zusammengehalten, daß die Glasfaserbündel in Wasser mit einem schmelzbaren Harz vermischt werden, welches gegenüber dem Glas eine ausreichende Affinität besitzt und das in einem nicht schmelzbaren Zustand ausgehärtet werden kann. Auch gehört beispielsweise das Veredeln beliebiger Oberflächen durch Aufsprühen einer geeigneten Substanz auf vielen Gebieten der Technik zu einer weit verbreiteten Methode.
Speziell bei der Herstellung von Asbest-Zement-Produkten ist ein Verfahren bekanntgeworden, nach dem ein Asbest-Zement-Gemisch unter üblichem Zusatz von Wasser und eines besonderen weiteren Mittels, und zwar des sogenannten Hydromodifizierungsmittels, in Überwindung der bis dahin bestandenen Schwierigkeiten besonders leicht und fehlerfrei zur Herstellung von Formstüdken einem Strangpreßverfahren unterwerfbar ist.
Bekanntlich lassen sich im allgemeinen Asbest-Zement-Aufschlämmungen nur unter sehr schwierigen Bedingungen und mit erheblichen Nachteilen in Strangpressen verarbeiten, da bei einer für das Strangpressen geeigneten Konsistenz das zu verpressende Material dazu neigt, daß ein nicht homogenes Produkt entsteht, welches sowohl entlang der Innenwandungen als auch der äußeren Wandungen des entstehenden Formstückes, also beispielsweise des Rohres, eine ausreichende Glattheit vermissen läßt. Weiterhin zeigen die durch Strangpressen hergestellten Formteile aus Asbest-Zement ohne Zugabe eines Hydromodifizierungsmittels häufig Rißbildungen, Verwerfungen an den Oberflächen und Fehlstellen aller Art. Andererseits sind die Vorteile der Anwendung eines Strangpreßverfahrens zur Herstellung von Asbestzement-Formstücken wie Rohren od. dgl. gegenüber dem häufig benutzten Wickelverfahren, bei dem nacheinander unter Beaufschlagung erhöhten Druckes auf einer Asbest-Zement-Aufsc'hlämmung mehrere Schichten auf einen metallischen Kern aufgewickelt werden, zweifelsohne erheblich.
Wie oben ausgeführt, wurde die Anwendung von Strangpreßverfahren zur Herstellung von Asbest-Zement-Produkten jedoch erst durch die Zugabe von Hydromodifizierungsmitteln zu der Aufschlämmung möglich, d. h., daß es bei der Zugabe außerordentlich geringer Mengen an Modifizierungsmitteln, die etwa in der Größenordnung von 1% liegen, nach diesem bekannten Verfahren gelingt, die zuvor noch auftretenden Schwierigkeiten restlos zu beseitigen. Um die günstigen Eigenschaften des Hydromodifizierungsmittels insbesondere bei Anwendung desselben in fester teilchenförmiger Form voll nutzen zu können, ist es von größter Wichtigkeit, daß das Modifizierungsmittel einheitlich und homogen in dem plastischen Gemisch aus Asbestfasern und Hydraulikzement od. dgl. verteilt wird. Ein tatsächlich homogenes Gemisch aus Teilchenmengen unterschiedlichsten Aufbaues und unterschiedlichster Beschaffenheit herzustellen, wird jedoch um so schwieriger, je geringer der Anteil einer Komponente des Gemisches ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen modifizierter Asbestfasern, die in einem Asbest-Zement-Gemisch zu
ίο Formkörpern wie Rohren od. dgl. nach dem Strangpreßverfa'hren verarbeitet werden, zu entwickeln, bei dem die Hydromodifizierungsmittel den Asbestfasern derart zugegeben werden, daß eine gleichmäßige homogene Verteilung aller Komponenten innerhalb des Gemisches sichergestellt ist, und zwar auch dann, wenn das Hydromodifizierungsmittel lediglich einen geringfügigen Prozentsatz des Gesamtgemisches ausmacht.
Die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß
so dadurch erreicht, daß auf die in einem Luftstrom geförderten Asbestfasern das Hydromodifizierungsmittel aufgesprüht und sodann in den derart mit Hydromodifizierungsmitteln oberflächenbeaufschlagten As-. bestfaserstrom Wasser eingesprüht wird.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kennzeichnet sich das Verfahren auch dadurch, daß das aus Asbestfasern, Hydromodifizierungsmittel und Wassertröpfchen bestehende Gemisch in turbulenter Strömung gehalten wird, wobei die Wasserzugabe in einer Menge von 8 bis 25 % und vorzugsweise etwa 12 bis 20% bezüglich des Summengewichtes der Asbestfasern und des Hydromodifizierungsmittels erfolgt In diesem Zusammenhang finden als Hydromodifizierungsmittel Methylcellulose, Hydropropylmethylcellulose, Asthylenoxyd-Polymer, Carboxymethylhydroxyäthylcellulose, Hydroxyäthylcelluloseäther, teilweise hydrolysiertes Polyacrylamid-Natriumsalz, Casein, Adrylamidacrylsäure-Copolymer, Leim (tierischer Haut), Acrylamid-Polymer, Carboxymethylstärkeäther, Polyvinylalkohol Anwendung.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeigt insbesondere den Vorteil, daß die in eine Zementaufschlämmung einzumischenden Asbestfasern unterschiedlicher Größe bereits gleichmäßig mit dem erforderliehen Hydromodifizierungsmittel beaufschlagt sind, so daß die erforderliche Homogenität hierdurch von vornherein gegeben ist. Das bisher bekannte Verfahren, nach dem das Hydromodifizierungsmittel getrennt im Asbestfaser-Zement-Gemisch zugegeben und untergemischt wurde, wird erheblich vereinfacht, zumal es möglich ist, das bergmännisch gewonnene Asbestfasermaterial bereits innerhalb des Bergwerks oder zumindest in einer diesem zugeordneten unmittelbaren Anlage gleichmäßig und dauerhaft mit Hydromodifizierungsmittel zu überziehen.
An Hand der Zeichnung wird nachfolgend das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine schematische Darstellung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
F i g. 2 eine Vorrichtung zur Herstellung eines aus mehreren Komponenten bestehenden Gemisches.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst das roh gebrochene Asbesterz in herkömmlicher Weise zu Asbestfasern verarbeitet und gegebenenfalls eine Klassifizierung in verschiedene Sorten vorgenommen. Diejenigen Sorten, die mit einem Hydromodifizierungsmittel beaufschlagt werden sollen, werden nachfolgend durch die in F i g. 1
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schematisch wiedergegebene Vorrichtung hindurch- fasern in Berührung gebracht und von diesen einge-
geführt. fangen wird. Die mit dem Hydromodifizierungsmittel
Eine meßbare Menge Asbestfasern wird in einen oberflächenbeaufschlagten Asbestfasern werden
Luftstrom eingebracht, der in einer vorgegebenen schließlich, wie bei dem Bezugszeichen 6 wiederge-
Richtung verläuft. Innerhalb des Rohres 1 bewegen 5 geben, einem Abzug zugeführt, in dem die Luft und
sich die Asbestfasern in der durch die Pfeile ange- der Wasserdampf entfernt und die mit dem Hydro-
zeigten, vorzugsweise senkrechten Richtung. modifizierungsmittel überzogenen Asbestfasern ge-
Das jeweils bevorzugte Hydromodifizierungsmittel sammelt werden.
wird in fester, staub- bzw. teilchenartiger Form in Um eine homogene und optimale Aufbringung von eine vorgeschaltete Vorrichtung eingeblasen, so daß io Hydromodifizierungsmittel auf die Asbestfasern ausreichende Mengen desselben der Luft der Asbest- sicherzustellen, ist es vorteilhaft, die Haftneigung fasersuspension in dem Rohr 1 zugesetzt werden des Hydromodifizierungsmittels bezüglich der Asbestkönnen. Nach einer weiteren Ausbildungsform des fasern zu messen. Wenn z. B. eine Luft-Asbestfaser-Verfahrens wird das Hydromodifizierungsmittel über Suspension und Hydromodifizierungsmittel zusamquerseitig angeordnete Sprühdüsen od. dgl. an einer 15 men mit versprühten Wassertröpfchen erzeugt wird Stelle 2 direkt in das Rohr 1 eingeführt. Der Winkel und das erhaltene Produkt getrocknet worden ist, der Strahlrichtung der Sprühdüsen ist so gewählt, kann durch Testversuche die Haftfestigkeit des daß ein hohes Maß an Turbulenz in dem Rohr 1 er- Hydromodifizierungsmittels an den Asbestfasern möglicht wird. Wie Fig. 1 zeigt, ergibt sich ein untersucht werden. Hierbei zeigt sich, daß ein Mischbereich 3, in dem die Asbestfasern und das 20 wesentlicher Teil des Hydromodifizierungsmittels an Hydromodifizierungsmittel gründlich und homogen der Faser fest und dauerhaft haftet, so daß angenommiteinander vermischt werden. Es ist auch vorteilhaft, men werden kann, daß beim Vermischen der erfinein wahlweises Verfahren zum Einführen des Hydro- dungsgemäß behandelten Asbestfasern mit anderen modifizierungsmittels in Anwendung zu bringen, bei Bestandteilen wie Zement das Hydromodifizierungsdem dosierte Mengen an Hydromodifizierungsmittel 25 mittel gleichmäßig in diesem Gemisch verteilt zufolge Schwerkrafteinwirkung durch eine Ablenkan- wird.
Ordnung in der Wandung dem Rohr 1 eingeführt wer- Bei einem Gemisch aus Hydromodifizierungsmittel den. Auch kann durch einen Luftstrahl od. dgl. die und Asbestfasern ohne Zugabe von Wasser beTurbulenz in dem Mischgebiet verstärkt werden. Die steht nur eine geringfügige oder keine Haftfähig-Luftsuspension mit den vermischten Asbestfasern und 30 keit des Hydromodifizierungsmittels an die Asbestdem Hydromodifizierungsmittel bewegt sich sodann fasern.
durch das Rohr 1 in Aufwärtsrichtung zu dem Ab- In einer nachfolgenden Tabelle sind Ergebnisse von
schnitt 4, in den eine Mehrzahl von Sprühdüsen 5 Untersuchungen wiedergegeben. Die Luftsuspension
einmünden, durch die ein Strömungsmittel eingeführt aus Asbestfasern und Hydromodifizierungsmittel
wird. · 35 wurde durch ein Rohr geführt und mit Wassertröpf-
Bei einer bevorzugten Ausführungsform kommen chen besprüht, d. h., es wurde im allgemeinen in der versprühte Wassertröpfchen zur Anwendung, die in oben beschriebenen Weise verfahren. Bei allen Querrichtung zu der Bewegungsrichtung der Asbest- Untersuchungen wurde das Verhältnis von Asbestfaser-Luft-Suspension und des Hydromodifizierungs- fasern und Hydromodifizierungsmittel in dem, Gemitteis bewegt sind. Die Wassertröpfchen werden 40 misch konstant gehalten, während der Gewichtshierdurch adsorbiert, wodurch die Teilchen des Hy- Prozentsatz der Wassertröpfchen von etwa 0 bis 2O°/o dromodifizierungsmittels quellen. Hierdurch erhalten verändert worden ist. Die verwendeten Asbestfasern diese eine gewisse Klebrigkeit, so daß sie bei Be- waren Chrysotil-Asbestfasern, und das Hydromodirührung mit den Asbestfasern, unterstützt durch die fizierungsmittel bestand aus Hydroxypropoxyl-Turbulenz der Luftsuspension, an den Asbestfasern 45 methylcellulose. Das Hydromodifizierungsmittel fest haften. Jedes der eingefangenen und gequollenen macht etwa 4 Gewichtsprozent des Gemisches aus. Teilchen des Hydromodifizierungsmittels breitet sich Nach dem Durchlaufen des Verfahrens wird das Geüber der Oberfläche der Asbestfasern aus, auf die . misch in zwei Teile unterteilt. Ein Teil wird in der dasselbe aufgebracht ist, so daß sich durch diese behandelten Weise zurückgehalten und der andere Adsorption auf den Asbestfasern eine Art Überzug 50 zweimal durch eine Schlagmühle geführt, um die ausbildet. Hierbei wird jedoch nicht die gesamte Haftfestigkeit des Hydromodifizierungsmittels an den Oberfläche jeder Asbestfaser mit einem kontinuier- Asbestfasern zu messen. Der unbehandelte und der liehen Überzug aus Hydromodifizierungsmittel über- durch die Schlagmühle hindurchgeführte Anteil des zogen. Es handelt sich vielmehr um einen Vorgang, Gemisches werden sodann durch Siebe hindurchbei dem nach der Adsorption des Wassers durch die 55 gegeben und die erhaltenen verschiedenen Fraktionen Teilchen des Hydromodifizierungsmittels diese quel- aufgeteilt. Die Fraktionen werden aus Proben der len und an den Asbestfasern so anhaften, daß eine behandelten Fasern erhalten, die durch Standardsiebe überzugähnliche Beaufschlagung der Oberfläche zu mit lichten Maschenweiten von 0,84 und 0,19 mm abverzeichnen ist, d. h., das Hydromodifizierungsmittel gesiebt worden sind. Nunmehr wird der sogenannte wird an den Asbestfasern adsorbiert. 60 Glühverlust jeder Fraktion bestimmt, um den
Das Quellen und Ausbreiten des Hydromodifi- Prozentsatz an Hydromodifizierungsmittel in dieser
zierungsmittels bedingt eine Vergrößerung der effek- Fraktion festzustellen. Zur Feststellung des Glühver-
tiven Oberfläche des Hydromodifizierungsmittels. Das lustes werden Proben jeder Fraktion entnommen.
Gemisch aus Asbestfasern, Hydromodifizierungsmit- Nachdem die Proben 3 Stunden lang bei 1750C
IeI und verdampften Wassertröpfchen bewegt sich in 65 getrocknet worden sind, werden dieselben auf
dem Rohr 1 über eine ausreichende Zeitspanne hin- 1000'C erhitzt. Gleichzeitig werden Blindproben,
weg weiter, wobei praktisch die gesamte eingebrachte bestehend aus Proben der nicht behandelten Fasern,
jic an Hydromodifizierungsmittel mit den Asbest- in gleicher Weise getrocknet und erhitzt. Die
Differenz des Gewichtsverlustes bezüglich der Temperaturen von 175 und 1000° C zwischen der Blindprobe und den vorbehandelten Fasern zeigt die
Menge des vorliegenden Hydromodifizierungsmittels an. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt.
unbehandeltes Gemisch -0,84 + 0,19 mm °/o Glühverlust 2mal durch Schlagmühle -0,84+0,9 mm -0,19 mm
Gewichtsprozent
Wasserzugabe
+ 0,84 mm 2,0 + 0,84 mm
1,2 3,0 -0,19 mm 2,8 7,4
0 1,6 3,6 6,6 2,3 3,3 6,7
5 2,4 5,2 6,0 2,4 4,4 4,0
10 4,4 5,2 4,6 3,0 6,5 3,0
15 4,4 2,7 4,2
20 2,3
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, daß für die hier angewandten Fasern und das Hydromodifizierungsmittel unterschiedliche Ergebnisse erhalten werden, und zwar in Abhängigkeit von der Zugabe an versprühten Wassertröpfchen. Wie in der Tabelle jedoch aufgezeigt, werden wesentlich verbesserte Ergebnisse erhalten, wenn die versprühten Wassertröpfchen in einer Menge von über 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise etwa 15 Gewichtsprozent des Gemisches ausmachen. Wenn die Zugabe von Wassertröpfchen etwa 20 Gewichtsprozent des Gemisches beträgt, wird der Wasseranteil zu hoch, wodurch sich Schwierigkeiten sowohl für das Sammeln der behandelten Fasern als auch für das Entfernen des überschüssigen Wassers ergeben. Weiterhin führt diese Wassermenge zu einem übermäßigen Verdichten und Verklumpung der Asbestfasem. Der mögliche Arbeitsbereich des angeführten Beispiels leigt daher bei etwa 8 bis 25 Gewichtsprozent Wasserzugabe zu dem Gemisch, und der bevorzugte Bereich beträgt 12 bis 20 Gewichtsprozent des Gemisches.
Im Rahmen des Verfahrens können alle Arten Asbestfasern einschließlich Chrysotil, Crocidolit, Amosit, Tremolit und Anthophylit verarbeitet werden und unterschiedlichste Hydromodifizierungsmittel in Anwendung kommen. Der verwendete Prozentsatz an Wasser ist dabei abhängig von Art und Sorten der benutzten Asbestfasern und des Hydromodifizierungsmittels. In denjenigen Fällen, wo das Hydromodifizierungsmittel etwa 12 Gewichtsprozent des Gemisches der Asbestfasem und des Hydromodifizierungsmittels ausmacht, kann zusätzlich Wasser hinzugegeben werden. Nach einer bevorzugten Ausführungsform liegt das Hydromodifizierungsmittel in einer Menge von weniger als 3 Gewichtsprozent des gesamten Trockengemisches des Produktes vor.
In F i g. 2 ist eine Vorrichtung zur Herstellung eines Gemisches, bestehend aus Asbestfasem, Hydromodifizierungsmittel und weiteren Materialien wie Zement und Kieselerde, wiedergegeben. In den gewünschten Gemischen stellt das Hydromodifizierungsmittel nur einen geringfügigen Prozentsatz des Gesamtgcmischcs dar, hierbei soll jedoch das Hydromodifizierungsmittel einheitlich in dem Gemisch verteilt sein. Wie weiter oben ausgeführt, wird dies dadurch erreicht, daß das Hydromodifizierungsmittel zunächst den Asbestfasem zugegeben wird, die einen relativ großen Prozentsatz des Gesamtgemisches ausmachen, und erst anschließend die Asbestfasem mit den anderen Materialien des Gemisches vermischt werden. Gemäß F i g. 2 werden Asbestfasem, die adsorbiert das Hydromodifizierungsmittel enthalten, zusammen mit Zement und Kieselerde in einem Trockenmischer 8 eingebracht. Die Materialien werden sodann so vermischt, daß die Asbestfasem, die das Hydromodifizierungsmittel adsorbiert aufweisen, einheitlich in dem Gemisch verteilt werden.
Nach einem Ausführungsbeispiel wird ein Gemisch, bestehend aus 600 g Asbestfasem mit darauf adsorbiertem Hydromodifizierungsmittel, 900 g vermahlener Kieselerde und 1500 g Portlandzement, in einem herkömmlichen Trockenmischer vermischt. Die das Hydromodifizierungsmittel beinhaltenden Asbestfasem bestehen aus Chrysotil-Asbest, der mit 4 Gewichtsprozent Hydromodifizierungsmittel behandelt worden ist, indem 15 Gewichtsprozent des Gemisches aus Wassertröpfchen der Luftsuspension von Asbestfasem und Hydromodifizierungsmittel zugegeben wurden. Somit stellt das Hydromodifizierungsmittel in diesem Gemisch etwa 0,8 Gewichtsprozent des Gesamtgemisches der insgesamt 3000 g dar. Der Trockenmischer wurde 5 Minuten lang in Tätigkeit gehalten. Das so erhaltene Gemisch kann als Ausgangsmaterial für einen Strangpreßtest angewandt werden.
Nach der erforderlichen Trockenmischung erfolgte unter Zugabe von 725,5 g Wasser das Naßvermischen über insgesamt 15 Minuten. Das Naßgemisch wurde dann in einem Zylinder ausgeformt und nachfolgend einer hydraulisch betätigbaren Strangpreßvorrichtung zugeführt. Das die Strangpresse verlassende Endprodukt besitzt eine glatte Oberfläche und ist homogen ausgeformt, es zeigt insbesondere keine Fehlstellung wie Rißbildungen, Verwerfen od. dgl.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Herstellen modifizierter Asbestfasem, die in einem Asbest-Zement-Gemisch zu Formkörpern wie Rohren od. dgl. nach dem Strangpreßverfahren verarbeitbar sind, wobei ein Hydromodifizierungsmittel den Asbestfasem zugegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf die in einem Luftstrom geförderten Asbestfasem das Hydromodifizierungsmittel aufgesprüht und sodann in den derart mit Hydro-
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modifizierungsmittel oberflächenbeaufschlagten Asbestfaserstrom Wasser eingesprüht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus Asbestfasern, Hydromodifizierungsmittel und Wassertröpfchen be-
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stehende Gemisch in turbulenter Strömung gehalten wird, wobei die Wasserzugabe in einer Menge von 8 bis 25% und vorzugsweise 12 bis 2Ou/o bezüglich des Summengewichtes der Asbestfasern und des Hydromodifizierungsmittels erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

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