DE1496429C - Vorrichtung zum Richten der Querdrähte bei der kontinuierlichen Herstellung von Drahtglas - Google Patents
Vorrichtung zum Richten der Querdrähte bei der kontinuierlichen Herstellung von DrahtglasInfo
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Description
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Herstellung von Drahtglas und betrifft eine Vorrichtung
zum Richten der Querdrähte eines punktgeschweißten Drahtnetzes, das kontinuierlich in eine geschmolzene
Glasmasse eingeführt wird.
Bei der Herstellung von Drahtglas kann das Drahtnetz vor dem Walzen in die geschmolzene Glasmasse
eingeführt werden. Es ist auch möglich, eine obere und eine untere Glasbandschicht jeweils für sich zu
walzen, darauf das Drahtnetz zwischen die beiden Glasschichten einzuführen und dieses Verbundband,
in dem das Drahtnetz zwischen den beiden Glasbandschichten eingeschlossen ist, zu der vorgeschriebenen
Dicke auszuwalzen.
Das Drahtnetz wird von einer im allgemeinen oberhalb der Walzzone angeordneten Vorratsrolle durch
eine Zugwirkung, die der bereits erstarrte, fortbewegte Teil des Glasbändes auf das Drahtnetz ausübt, abgerollt.
Es ist sehr schwierig, das Drahtnetz völlig regelmäßig auf die Vorratsrolle aufzuwickeln. Es
kann ferner vorkommen, daß die Vorratsrollen während ihres Transports oder im Lager Beanspruchungen
ausgesetzt sind, die die aufgerollten Drahtnetzschichten verziehen. Den genannten Ursachen zufolge
verlaufen die Querdrähte innerhalb des Drahtnetzes häufig nicht rechtwinklig zur Fortbewegungsrichtung
des Glasbandes, sondern mehr oder weniger schräg hierzu.
Durch schräggerichtete Querdrähte innerhalb des Drahtglases wird das Aussehen des Drahtglases beeinträchtigt,
besonders bei Glasbändern großer Breite.
Die Schräglage der Querdrähte beeinträchtigt außerdem das Aufteilen eines kontinuierlich erzeugten
Drahtglasbandes, da hierbei entweder rechtwinklig oder parallel zur Fortbewegungsrichtung des Glasbandes,
d. h. rechtwinklig oder parallel zur Richtung der Längsdrähte geschnitten wird. Wenn die
Querdrähte schräg verlaufen, sind sie nicht mehr parallel zu den quergerichteten Schneidkanten, so daß
das Erzeugnis im Endergebnis wegen seines unvorteilhaften Aussehens minderwertig ist. '
Es ist versucht worden, eine Ausrichtung der Querdrähte dadurch zu erreichen, daß die Richtung
der Führungsrolle, auf welcher sich das Drahtnetz abstützt, bevor es die Arbeitszone erreicht, von Hand
geändert wird. Diese Maßnahme ist jedoch unzulänglich, da sie von der Aufmerksamkeit und Sorgfalt
der Bedienungsperson abhängt. '
Es ist bekannt, zur Regelung der Spannung des von einer Vorratsrolle ablaufenden Drahtnetzes
mehrere über die Breite der Drahtrolle verteilte, an dieser anliegende sowie voneinander unabhängige
Bremsklötze vorzusehen. Mit dieser Verrichtung kann jedoch lediglich ein seitliches Auswandern des
Drahtnetzes verhindert werden, nicht aber eine Schräglage der Querdrähte.
Ferner ist eine Vorrichtung zur Führung von einem Drahtgebilde bekannt, das als Drahteinlage bei der
Herstellung von Tonziegeln dient. Das Drahtgebilde besteht aus einem unmittelbar von einem Webstuhl
ablaufenden Gewebe aus lose miteinander verwebten Kett- und Schußfäden. Das Drahtgewebe steht auf
dem Wege von dem Webstuhl zu dem Walzwerk, in dem es in Tonmasse eingewalzt wird, unter Spaninnig.
Die hierbei auftretende Einschnürung und Verwerfung des Drahtgewebes soll durch die Vorrichtung
verhindert werden. Diese besteht aus zwei nebeneinander angeordenten Ketten, deren einzelne
Glieder durch pyradmidenartige Vorsprünge, die genau der Quadratform der Maschen des Drahtgewebes
entsprechen, aufweisende Leisten miteinander verbunden sind. Auf diese Weise wird ein endloser
Trieb gebildet. Durch die pyramidenartigen Vorsprünge sollen die Maschen jeder einzelnen Maschenreihe
erfaßt und das Drahtgewebe fixiert werden. Da die Vorrichtung dazu dient, die Einschnürung des
lose verwebten Drahtgewebes zu verhindern, also die Kettdrähte und die Schußdrähte in bezug aufeinander
in die richtige Lage zu bringen, ist diese Vorrichtung zum Geradeziehen schrägliegender Querdrähte bei
punktgeschweißten Drahtnetzen, bei denen die Drähte an den Kreuzungsstellen miteinander verschweißt
sind, nicht geeignet. Außerdem handelt es sich dabei um eine angetriebene Vorrichtung zur
Drahtzuführung. Mit einer angetriebenen Vorrichtung aber können die Querdrähte nicht ausgerichtet
werden, vielmehr müssen zum Ausrichten die voreilenden Querdrähte abgebremst werden. Da außerdem
eine Vielzahl von Querleisten vorgesehen ist, weist .die umfangreiche Vorrichtung ein hohes Massenträgheitsmoment
auf, so daß sich die Vorrichtung auch nicht für einen Schleppbetrieb eignet, da die
bei ungleichmäßiger Bewegung auftretenden Massenkräfte zu groß werden und die Anlage nicht sanft
und stetig, sondern ruckweise arbeiten würde.
Schließlich ist eine Vorrichtung bekannt, mit der ein Drahtnetz auf ein vorher ausgewalztes Glasband
aufgelegt und darauf auf das derart mit dem Drahtnetz versehene Glasband eine zweite Glasschicht aufgewalzt
wird. Die Vorrichtung zur Zuführung des Drahtnetzes ist angetrieben und besteht aus einer
mit Nocken besetzten Walze, die in das Drahtnetz greifen, um es von der Vorratsrolle abzuspulen. Eine
derartige Vorrichtung läßt sich auch in abgewandelter Form nicht dazu verwenden, schrägliegende
Querdrähte geradezuziehen, da die Voraussetzung hierfür nicht erfüllt ist, daß ein Querdraht während
einer längeren Zeitdauer in Kontakt mit einer Nokkenreihe bleiben muß. Erst hierdurch wird erreicht,
daß der Draht, falls er schräg verläuft, sich langsam von einer Seite aus fortschreitend an sämtliche Nokken
anlegen kann. Diese Wirkung läßt sich nur mit einer Walze von sehr großem Durchmesser erzielen,
die dann jedoch ein zu großes Trägheitsmoment aufweisen würde. Dieses verhindert die notwendige
leichte und schnelle Anpassung an die Drehgeschwindigkeit ohne zu starke Beeinflussung der Zugspannung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, die es gestattet, punktgeschweißte
Drahtnetze vor der Einführung in eine Glasschmelze so auszurichten, daß die Querdrähte
genau senkrecht zu der Bewegungsrichtung des Glasbandes verlaufen. Soweit mit dem Drahtnetz, bewegte
Bauteile vorhanden sind, müssen diese leicht sein und ein geringes Trägheitsmoment aufweisen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung zum Richten der Querdrähte eines
bei der kontinuierlichen Herstellung von Drahtglas in die geschmolzene Glasmasse einzuführenden,
punktgeschweißten Drahtnetzes durch eine auf die Querdrähte des Netzes ausgeübte Bremswirkung vorgeschlagen,
die gekennzeichnet ist durch eine Mehrzahl von an nicht angetriebenen, beiderseits des
Drahtnetzes angeordneten endlosen Ketten in solchen
Abständen voneinander angebrachten schmalen Metalleisten, daß sich jeweils eine derselben in Eingriff
mit dem Drahtnetz befindet, wobei die Metalleisten mit in die Maschen des Netzes vorübergehend ein- ■
greifenden und sich in ihrer Wirkung auf die Querdrähte des Drahtnetzes ablösenden Nocken besetzt
sind, die in der Maschenteilung entsprechenden seitlichen Abständen angeordnet sind. .
Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vor- : richtung ist derart, daß die auf den Metalleisten angeordneten
Nocken in einer quer zu den Maschen des Drahtnetzes verlaufenden Ebene in dieses eingeführt
und dann von dem Drahtnetz längs eines bestimmten Weges mitgenommen werden. Hierbei setzen
die Nocken der Zugkraft des in die Glasschmelze gezogenen Drahtnetzes einen Widerstand entgegen,
der ausreicht, um schrägliegende Querdrähte zu richten. Die Vorrichtung verlangsamt die Fortbewegung
des Drahtnetzes, dessen Geschwindigkeit durch diejenige des Glasbandes bestimmt ist nicht, sondern es
wird lediglich eine Verzögerung auf diejenigen Teile der Querdrähte ausgeübt, die vorgeeilt sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die Zeichnungen
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
F i g. 1 eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung, teilweise in vertikalem Schnitt,
F i g. 2 eine perspektivische Teilansicht einer Tragleiste für Nocken,
F i g. 3 und 4 eine Vorder- und eine Seitenansicht einer Ausführungsform eines Nockens.
In Fig. 1 ist mit 1 der Strom des geschmolzenen Glases bezeichnet, der zwischen den Walzen 2 und 3
zu einem Glasband 4 ausgewalzt wird. Das Metalldrahtnetz 5, das von einer nicht dargestellten Vorratsrolle
abgewickelt wird, legt sich an eine Führungswalze 6 an, über die es in die Masse des geschmolzenen
Glases eingeführt wird, um dann zwischen den Walzen 2 und 3 in das Glasband gebracht
zu werden. Die Walzen 7 und 8, die das Drahtnetz oberhalb der Arbeitszone führen, bestimmen die
Ebene, in der sich das Drahtnetz fortbewegt. Zwischen den beiden Walzen 7 und 8 sind erfindungsgemäß
Leisten 9 vorgesehen, die auf ihrer gesamten Länge in bestimmten Abständen mit Nocken 10 besetzt
sind, die in die Maschen des Drahtnetzes eingreifen.
Die Leisten 9 sind an endlosen Ketten 11 befestigt, die über Kettenräder 12 laufen, die wiederum
auf zwei horizontalen Wellen 13 sitzen, die parallel zu der Ebene liegen, in der sich das Drahtnetz fortbewegt.
Diese Leisten bewegen sich also parallel zu sich selbst mit gleicher Geschwindigkeit. Sie können
sich nicht gegenüber ihrer anfänglichen Richtung verschieben
und werden durch Führungsgleitschienen in Kontakt mit dem Drahtnetz gehalten. Es sind wenigstens
drei solcher Leisten 9 in gleichen Abständen voneinander derart vorgesehen, daß jeweils wenigstens
eine der Leisten im Eingriff mit dem Drahtnetz steht. Die durch die Nocken 10 auf die Querdrähte
des Drahtnetzes ausgeübte Bremswirkung kann durch die Reibung der Wellen 13 in ihren Lagern erzielt
werden. Es kann aber auch auf eine Verlängerung einer der Wellen 13 eine Bremstrommel 15 aufgesetzt
werden, deren Bremswirkung durch einen unter der Wirkung eines verstellbaren Gegengewichtes 17 stehenden
Hebel 16 auf den zweckentsprechenden Wert einstellbar ist.
Die auf den Leisten 9 angebrachten Nocken 10 können zum Beispiel die in F i g. 3 dargestellte, einem
Drahtnetz mit rechteckigen Maschen angepaßte Form besitzen. Ihr Querschnitt ist kleiner als der der Maschen,
um ihr Eintreten in diese zu ermöglichen. Die Nocken weisen eine ebene Fläche 18 auf, die in Kontakt
mit einem Querdraht des Drahtnetzes gelangt, um durch diesen flächenhaften Kontakt eine örtliche
Verformung der Querdrähte zu verhindern. Die Form der Nockenkörper kann selbstverständlich auch von
der in den Figuren dargestellten verschieden sein; sie wird jeweils der Form der Maschen des Drahtnetzes
angepaßt.
Die Arbeitsweise der beschriebenen Vorrichtung ist wie folgt: Zu Beginn des Transportes des Drahtgewebes
5 zwischen den Wellen 7 und 8 werden die Nocken einer Leiste 9 in eine der Maschenreihen
eingeführt, worauf das Drahtnetz die Leiste 9 und von dieser aus über die Kette 11 die anderen Leisten
mitnimmt. Durch die von dem Drahtnetz ausgeübte Zugwirkung werden zunächst die Bereiche eines
Querdrahtes an die betreffenden Nocken angelegt, die vorgeeilt sind. Die Nocken üben auf diese Bereiche
eine Bremswirkung aus, durch deren Wirkung der betreffende Querdraht so lange gerichtet wird, bis
sämtliche Nocken der betreffenden Leiste, die sich dann parallel zu den übrigen Leisten mit dem Drahtnetz
gemeinsam weiterbewegt, in Kontakt mit dem Querdraht gelangt sind. Sobald die Leiste 9 an der
untersten Grenze ihres Weges eingetroffen ist, kommt das Drahtnetz von den Nocken frei. In diesem Zeitpunkt
ist bereits die nachfolgende Leiste in Kontakt mit dem Drahtnetz gelangt. Diese Leiste wird durch
die Führungsgleitschiene 14 fortschreitend an das Drahtnetz angelegt. Die Nocken dieser Leiste treten
in eine Maschenreihe ein, und der Vorgang des Richtens der Querdrähte beginnt von neuem.
Die einzige Regelmaßnahme, die im Falle der Vorrichtung gemäß der Erfindung erforderlich ist, besteht
in der Einstellung der Bremswirkung, die aber nur dann in Betracht kommt, wenn die Unregelmäßigkeiten
der Richtung der Querdrähte des Drahtnetzes innerhalb zu großer Grenzen liegen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist auch in dem Fall vorteilhaft anwendbar, in dem die Querdrähte
nicht geradlinig verlaufen. Auch in diesem Falle besteht die Wirkung darin, daß beliebige Maschenreihen
in eine zu der Fortbewegungsrichtung des Glasbandes rechtwinklige Richtung gebracht werden.
Der Vorteil der beschriebenen Ausführungsform nach der Erfindung besteht darin, daß der Kontakt
der Nocken mit einem Querdraht während einer Zeitdauer aufrechterhalten wird, die ausreicht, um einen
schräg oder nicht geradlinig verlaufenden Querdraht zu richten.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Richten der Querdrähte eines bei der kontinuierlichen Herstellung von
Drahtglas in die geschmolzene Glasmasse einzuführenden, punktgeschweißten Drahtnetzes durch
eine auf die Querdrähte des Netzes ausgeübte Bremswirkung, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von an nicht angetriebenen, beiderseits
des Drahtnetzes (5) angeordneten endlosen Ketten (11) in solchen Abständen voneinander
angebrachten schmalen Metalleisten (9), daß sich jeweils eine derselben im Eingriff mit dem
Drahtnetz befindet, wobei die Metalleisten (9) mit in die Maschen des Netzes (5) vorübergehend
eingreifenden und sich in ihrer Wirkung auf die Querdrähte des Drahtnetzes (5) ablösenden Nokken
(10) besetzt sind, die in der Maschenteilung entsprechenden seitlichen Abständen angeordnet
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Leisten (9) gegen das Drahtnetz
(5) abstützende Führungsschienen (14).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine vorzugsweise regelbare, auf
eine der die Kettenräder tragenden Welle (13) aufgesetzte Bremsvorrichtung (15,16,17).
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3 für
Drahtnetze mit rechteckigen Maschen, dadurch gekennzeichnet, daß die Nocken (10) eine in Kontakt
mit den Querdrähten gelangende rückwärtige ebene Fläche (18) und ein spitz zulaufendes vorderes
Ende aufweisen. -'■■"■
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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