DE1550038C3 - Verfahren zum Herstellen von mehrlagigen Kunststoffrohren - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von mehrlagigen Kunststoffrohren

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DE1550038C3
DE1550038C3 DE19671550038 DE1550038A DE1550038C3 DE 1550038 C3 DE1550038 C3 DE 1550038C3 DE 19671550038 DE19671550038 DE 19671550038 DE 1550038 A DE1550038 A DE 1550038A DE 1550038 C3 DE1550038 C3 DE 1550038C3
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glass fiber
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fiber reinforced
plasticizer
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Expired
Application number
DE19671550038
Other languages
English (en)
Inventor
Ludwig Prof. Dr. 6900 Heidelberg Wesch
Original Assignee
Mancar-Trust, Vaduz
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Publication date
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von mehrlagigen Kunststoff rohren, bei dem eine ein- oder mehrlagige, anorganisches Material enthaltende Umhüllung auf ein glasfaserverstärktes Innenrohr aufgebracht und das so gebildete Rohr darauf einer Wärmebehandlung unterzogen wird.
Nach bekannten Verfahren (US-PS 2 925 831) wird die Umhüllung aus einer Masse vulkanischen Ursprungs gefertigt, so daß diese steif, wasserbeständig und widerstandsfähig wird.
Glasfaserverstärkte, aus Gießharzen hergestellte Kunststoffrohre, die gegebenenfalls mittels besonderer Zusätze oder durch den chemischen Aufbau der Gießharze für kurze Zeit schwer entflammbar und selbstlöschend eingestellt werden, werden unbrauchbar, wenn Temperaturen von mehr als 300° C längere Zeit auf diese Rohre einwirken. Diese Unbrauchbarkeit stellt sich um so früher ein, je höher der Innendruck ist, unter dem diese Rohre betrieben werden. Insbesondere in denjenigen Fällen, bei denen solche Rohre als Pipelines oberirdisch verlegt werden, und in solchen Gebieten, in denen des öfteren Brände, beispielsweise Steppenbrände, auftreten, sind diese Rohre gefährdet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mehrlagige Kunststoffrohre, bei denen eine ein- oder mehrlagige, anorganisches Material enthaltende Umhüllung auf ein glasfaserverstärktes Innenrohr aufgebracht ist so weiterzuentwickeln, daß sie auch länger andauernden Hitzeeinwirkungen widerstehen. Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dafür zu sorgen, daß die Umhüllung aus zwei
1S Komponenten A und B, von denen die Komponente A aus Magnesiumoxyd und Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten, die Komponente B aus Magnesiumchlorid, Weichmacher und Organo-Phosphor-Verbindungen besteht, gemischt wird und daß diese Mischung nach einer kurzen Abbindezeit von 5 bis 10 Minuten als dicker Brei auf das glasfaserverstärkte Innenrohr aufgebracht wird und als Wärmebehandlung das Rohr bei einer Temperatur von 60 bis 90° C getempert und mehrere Stunden nach diesem Tempern einer Temperatur bis 120° C ausgesetzt wird. Dadurch wird die gestellte Aufgabe einwandfrei gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Die Erfindung wird an Hand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles nachstehend erläutert.
Das umhüllte Rohr besteht aus einer Innenschicht 13 und einer im Faser-Wickelverfahren hergestellten Glasfaser-Gießharzwicklung 12 und wird mit einem anorganischen Kombinationsmaterial überzogen, das Hitzeeinwirkungen über 300° C widersteht, gleichzeitig ein geringer Wärmeleiter ist und zusätzlich verhindert, daß der Sauerstoff der Luft an das organische Gießharz gelangen kann, indem es bei der Hitzeeinwirkung gasförmig derart zerfällt, daß der Umgebung der Sauerstoff entzogen wird, bzw. der Sauerstoff verdrängt wird.
Eine solche aus anorganischem Material bestehende Umhüllung kann in einer Lage oder mehrlagig ausgeführt sein.
Der Überzug ist folgendermaßen zusammengesetzt:
Komponente A 400 gr MgO
25 gr Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte
Komponente B 568 gr MgCi2 20%ig
2,5 gr Weichmacher
2,2 gr Organo-Brom-Phosphor-
Verbindungen.
Als Weichmacher kann Glycerin oder 1,4 Buthylenglykol Verwendung finden. Die Organo-Brom-Phosphor-Verbindungen werden entweder in pulverförmiger Form oder gelöst in Dioxan oder ähnlichen Lösungsmitteln in die Komponente B eingebracht; in pulverförmiger Form lassen sie sich auch der Komponente A zumischen. Der Gehalt an solchen Verbindüngen richtet sich nach dem Wärmeschutz, der mit der Umhüllung 10,11 erreicht werden soll, der Gehalt dieser Verbindungen kann bis zu 20 Gewichtsprozent des Gesamtgewichtes der Komponenten A und B be-
tragen, und zusätzlich durch Antimontrioxyd ergänzt werden.
Die Umhüllung 10,11 wird auf einfache Weise derart hergestellt, indem man das Material der Komponenten A und B zusammenbringt und nach innigem Vermischen und einer kurzen Zeit des Abbindens von 5 bis 10 Min. als dicken Brei auf das Rohr aufbringt, wobei während des Umwickeins Bänder aus Glasfasern oder auch Kombinationen aus Glasfaser und organischen Fäden verwendet werden. Anschließend werden die Rohre in einem Temperofen getempert und hierbei einer Temperatur von 60 bis 90° C ausgesetzt. Nach Entfernen des Wassers wird nach mehreren Stunden die Temperatur auf 120° gesteigert, so daß eine feste Schutzhülle entsteht.
Die Schichtdicke wird zu 3 bis 5 mm gewählt, sie kann jedoch nach mehrmaligem Zwischentrocknen auf 10 bis 15 mm erhöht werden.
Außer dem einschichtigen Überziehen der Kunststoffrohre kann die Umhüllung in mehreren Teilschichten, also in zwei und mehr Schichten ausgeführt werden, wobei die dem aus Gießharz bestehenden Kunststoffrohr am nächsten liegende Schicht mit einem Material ausgeführt wird, das beim Tempern eine gute Haftung am Gießharz erzeugt. Zu diesem Zweck wird der organische Anteil in dieser Schicht erhöht; beispielsweise durch einen erhöhten Anteil an Formaldehydkondensationsprodukten oder durch wäßrige, kolloidale Kunstkautschukdispersionen, die in die Komponente A oder B eingeführt werden, so daß diese Dispersionen bis zu 60% des Gewichtsanteiles der Komponenten A und B ausmachen. Besonders bewährt haben sich wäßrige Dispersionen eines Mischpolymerisates aus Butadien, Acrylnitril und Methacrylsäure, die in bekannter Weise weiterverar-
. beitet werden. Die Umhüllung kann zwischen den einzelnen Lagen zusätzlich dünne Folien aus Aluminium tragen, wobei die Folien aus Aluminium vor der Verarbeitung mit einem dünnen Kunstkautschukfilm, beispielsweise mit Latexmaterial unter zusätzlicher Zugabe von einem Isocyanat überzogen werden. Auch
ίο das Äußere des Rohres kann mit einer gleichen Folie abgeschlossen werden.
Durch Verwendung einer oder mehrerer Folien entsteht eine erhebliche Reduktion des Wärmedurchganges unter Anwendung des Effektes der Reflexion der Wärmestrahlung, während die anorganische Schicht gleichzeitig reflektiert und zusätzlich die Wärmeleitung reduziert.
Die Gefahr des Abplatzens der Umhüllung bei Temperaturen über 600° C wird durch die Glasfaser- und/oder Aluminiumbandagen verhindert.
Da sich glasfaserverstärkte Kunststoffrohre ohne Gummidichtungen durch Klebung verbinden lassen und durch die Art der Muffen aus glasfaserverstärktem Kunststoffmaterial unter Anwendung eines Brandschutzes keine besondere Gefahrenpunkte auftreten können, haben die mit dem vorgeschlagenen Verfahren hergestellten brandgeschützten Rohre einen besonderen technischen Vorteil gegenüber den Stahlleitungen im Falle eines längere Zeit einwirkenden Brandes, wie z. B. eines Steppenbrandes mit hoher Windgeschwindigkeit, deren Muffenverbindungen am meisten gefährdet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Herstellen von mehrlagigen Kunststoffrohren, bei dem eine ein- oder mehrlagige, anorganisches Material enthaltende Umhüllung auf ein glasfaserverstärktes Innenrohr aufgebracht und das so gebildete Rohr darauf einer Wärmebehandlung unterzogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung aus zwei Komponenten A und B, von denen die Komponente A aus Magnesiumoxyd und Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten, die Komponente B aus Magnesiumchlorid, Weichmacher und Organo-Phosphor-Verbindungen besteht, gemischt wird und diese Mischung nach einer kurzen Abbindezeit von 5 bis 10 Minuten als dicker Brei auf das glasfaserverstärkte Innenrohr aufgebracht wird und als Wärmebehandlung das Rohr bei einer Temperatur von 60 bis 90° C getempert und mehrere Stunden nach diesem Tempern einer Temperatur bis 120° C ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung mit Glasfasergeweben oder -matten bzw. Metallfolien verstärkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Aufbringen von zwei Umhüllungsschichten auf den glasfaserverstärkten Innenkern die Weichmachermenge der inneren Schicht der Umhüllung größer bemessen wird als die der äußeren Schicht.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der als Haftvermittler wirkende Weichmacher aus einer Suspension von synthetischem Kautschuk besteht.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Umhüllungsmaterial Antimonoxyd beigegeben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Umhüllungsmaterial wäßrige Dispersionen eines Mischpolymerisates aus Butadien, Acrylnitril und Methacrylsäure, die in bekannter Weise unter Wärmeeinfluß weiterverarbeitet werden, zugesetzt werden.
DE19671550038 1966-03-18 1967-03-07 Verfahren zum Herstellen von mehrlagigen Kunststoffrohren Expired DE1550038C3 (de)

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CH395066 1966-03-18
DEM0073074 1967-03-07

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DE1550038C3 true DE1550038C3 (de) 1977-06-30

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