DE1571223B2 - Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patronen - Google Patents

Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patronen

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Description

1 2
von Gewehrgranaten-Patronen, die mit bekannten
Patentanspruch: Pulvern beladen sind, ungenügend ist, findet die Zün
dung unter schlechten Bedingungen statt, was als
Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patro- Ursache für die bedeutenden Streuungen der Genen mit vollständiger Zündung, einer erhöhten 5 schwindigkeit und des Druckes anzusehen ist. Darüber Resistenz gegenüber dem Verlöschen und einer hinaus öffnet sich unter dem Druck der bei Verbrenbedeutenden Progressivität auf der Basis von nung des Pulvers erzeugten Gase das Vorderende der Nitrocellulose und/oder einem organischen Nitrat, Patrone, und die komprimierten Gase dehnen sich in dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 das Rohr hinein aus; die dadurch bedingte plötzliche bis 10 Gewichtsprozent eines gleichmäßig über die io Druckentlastung im Innern der Patrone führt zum gesamte Masse verteilten feinzerteilten, gut wärme- Verlöschen eines mehr oder minder großen Anteils leitenden, gasförmig abbrennenden Metalls oder des Pulvers, wenn dieses ungenügend gezündet oder zu einer entsprechenden metallischen Verbindung mit leicht zum Verlöschen zu bringen ist.
hoher Verbrennungsenergie, wie insbesondere AIu- Um dem Verlöschen eines bedeutenden Pulveranteils
minium, Magnesium, Beryllium, Lithium, Lithium- i5 zu begegnen, wurde in der französischen Patentschrift hydrid, enthält und eine Oberflächenschicht auf- 13 Il 647 empfohlen, dem Pulver eine stark exotherm weist, die außer dem Metall oder der metallischen reagierende Substanz, wie p-Phenylendiamin, zuzu-Verbindung aus 0,5 bis 20 Gewichtsprozent, be- setzen. Durch diesen Zusatz allein, der zwar die Verzogen auf das Gesamtpulver, aus einem Moderator brennung des Pulvers erleichtert, kann jedoch keine mit negativem oder schwachpositivem Heizwert, 2o genügend regelmäßige und progressive Verbrennung der durch Glätten bzw. Einpolieren eingebracht ist, der gesamten Ladung erreicht werden, die dazu ausbesteht, reichen würde, dem Geschoß einen maximalen Impuls
zu erteilen.
Außerdem ist es aus der USA.-Patentschrift
as 21 98 746 bekannt, allgemein progressiv verbrennendem rauchfreiem Pulver gewisse Moderatoren als Phlegmatisierungsmittel oberflächlich zuzuführen, die
Die Erfindung bezieht sich auf Treibladungspulver aus nicht-flüchtigen, nicht-explosiven, mit Nitrozellufür Gewehrgranaten-Patronen mit vollständiger Zün- lose Kompatiblen, diese nicht lösenden organischen dung, einer erhöhten Resistenz gegenüber dem Ver- 30 Stoffen bestehen.
löschen und einer bedeutenden Progressivität auf der Ähnlich sind in der schon genannten Druckschrift
Basis von Nitrocellulose und/oder einem organischen »Explosivstoffe«, S. 149 als stabilisierende Zusätze zu Nitrat. Treibmitteln Stoffe wie Centralite, Kampfer, Diphenyl-
Treibladüngspulver für Gewehrgranaten-Patronen amin, substituierte Urethane angegeben,
auf Basis von Nitrocellulose und/oder Ammonium- 35 Schließlich ist es aus der USA.-Patentschrift nitrat sind z. B. aus »Explosivstoffe« Wasag-Chemie 31 08 916 bekannt, staubfreie Treibladungspulver her-AG, 1961, S. 13 bekannt. zustellen, die mit organischen Estern, wie z. B. Dibutyl-
Für das Abfeuern von Gewehrgranaten werden ge- oder Dioctylphthalat in einer Menge von 0,02 bis 0,5 schoßfreie Patronen verwendet, die eine Pulver-Treib- Gewichtsprozent überzogen sind und einen Zusatz ladung enthalten, die in eine durch auf einen Abdich- 40 eines energieliefernden Stoffes, z. B. von Aluminium tungslack gebördelte oder gefältelte Fassung verschlos- enthalten können, ohne daß die Menge eines solchen sene Hülse eingeschlossen ist. Der Druck der Verbren- Zusatzes angegeben oder durch ein Beispiel belegt ist. nungsgase, der auf den Geschoßboden oder Treib- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
spiegel der Granate ausgeübt wird, deren Muffe oder Treibladungspulver der eingangs genannten Art so zu Führungsstock in das Ende des Laufes eingeschoben 45 modifizieren, daß es folgende Eigenschaften bzw. Verist, wirkt dabei als Kolben. Obgleich also das Prinzip haltensweisen zeigt:
an sich sehr einfach ist, war es bisher stets sehr . ,„ -, . .. - ·
schwierig, eine angemessene und reproduzierbare ~ Emf vollkommene Zündung, unabhängig vom Funktionsweise bei diesem System zu erreichen. Füllkoeffizienten, der Position der Pulverladung
Die Abwesenheit eines in die Patronenhülse einge- 50 in der Hülse und der Anfangstemperatur;
drückten Geschosses, das die Expansion der Ver- — eine erhöhte Resistenz gegenüber dem Verlöschen, brennungsgase in den Gewehrlauf begrenzt, ist in der selbst bei starken Druckentlastungen und geringen
Tat Ursache für die Ausbildung eines Druckwellen- Anfangstemperaturen;
systems, das für die breite Streuung der Wirkungswerte _ eine bedeutende Progressivität bzw. Ausbreitung (insbesondere der Reichweite) und die beträchtliche 55 in der Weise daß der größere Tei, des Pu|vers nach Hohe der maximalen Drucke verantwortlich ist dem Auf hen der Patrone und der Projektion
E* Penmentelle Messungen haben gezeigt, daß die bzw dem Auswerfen der Pulverladung in das Rohr
Welle Zeit genug hat, zwei- bis dreimal über die Länge abbrennt
des Rohres hin- und herzulaufen, bevor die Granate
ausgestoßen wird und ihr nicht mehr als reflektierende 60 Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch ge- Wand dient. Die Amplitude der Welle nimmt rasch löst, daß es 0,5 bis 10 Gewichtsprozent eines gleich- mit den Reflexionen ab, aber sie ist während des ersten mäßig über die gesamte Masse verteilten feinzerteilten, Durchlaufes so hoch, daß sie bisweilen den Bruch des gut wärmeleitenden, gasförmig abbrennenden Metalls Leitwerks der Grnaate verursachen kann. oder einer entsprechenden metallischen Verbindung
Im übrigen wird das Pulver im Innern der eingesetz- 65 mit hoher Verbrennungsenergie, wie insbesondere ten Patrone gezündet. Da der Füllkoeffizient (d. h. das Aluminium, Magnesium, Beryllium, Lithium, Lithium-Verhältnis von Nutzladung zur Ladung, die das Innen- hydrid, enthält und eine Oberflächenschicht aufweist, volumen der Patrone einnimmt) bei allen Kategorien die außer dem Metall oder der metallischen Verbin-
dung aus 0,5 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtpulvcr, aus einem Moderator mit negativem oder schwachpositivem Heizwert, der durch Glätten bzw. Einpolieren eingebracht ist, besteht.
Die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Metalle ist stets sehr viel höher als diejenige des Pulvers; was die Verbrennungsenergie betrifft, so kann sie durch den Heizwert*) des Metalls gekennzeichnet werden, der höher sein soll als derjenige des Pulvers, d. h. die gewählten Metalle oder metallischen Verbindungen sollen einen Heizwert haben, der höher als 2000 cal/g ist.
Der Anteil des Metalls oder der metallischen Verbindung kann je nach Art dieses Metalls oder der metallischen Verbindung und den Betriebscharakteristiken der Munition zwischen 0,5 und 10% variieren. Er muß allerdings so hoch sein, daß das Pulver ausreichende Zündungseigenschaften und Löschresistenz aufweist, ohne jedoch bezüglich der hohen erosiven Wirkung der Verbrennungspunkte auf die Waffe in Folge einer erhöhten Verbrennungstemperatur und der Anwesenheit von festen Bestandteilen in den Verbrennungsprodukten des Pulvers zu hoch zu sein.
Der Moderatoranteil kann je nach Art dieses Moderators und des in das Pulver eingeführten Metalls bzw. as der metallischen Verbindung zwischen 0,5 und 20% liegen. Er soll jedoch genügend hoch sein, damit die Verbrennungstemperatur der Oberflächenschicht des Pulvers unter dem Schwellwert für die Verbrennung des im Pulver enthaltenen Metalls bzw. der metallischen Verbindung liegt. Außerdem soll er genügend gering sein, damit die Verbrennungstemperatur unter konstantem Volumen der Oberflächenschicht des Pulvers höher als 1800 K ist, da die Zündung der Pulver unterhalb dieses Wertes sehr schwierig ist.
Der Einbau von Metallen oder metallischen Verbindungen dieser Art in die Treibpulver ermöglicht es, diese Pulver in stabiler Weise abbrennen zu lassen unter einem Druck, der geringer ist als bei Treibpulvern, die keine solchen Zusätze aufweisen.
Die in feinverteilter Form in die Treibpulver eingebrachten Metalle oder metallischen Verbindungen verbrennen in den Verbrennungsgasen dieser Pulver, wenn deren Temperatur genügend hoch ist (die minimale Grenztemperatur liegt im Falle von Aluminium in der Nähe von 2300 K) und sie erhöhen so in bedeutender Weise die vom Pulver freigesetzte Energie.
Im übrigen haben die Moderatoren die Fähigkeit, in einer mehr oder minder dicken äußeren Schicht der Körner bzw. Körper des Pulvers fixiert zu werden, 5» wodurch Zweikomponentenpulver entstehen (oder »Pulver mit Kern«), deren äußere Zusammensetzung eine Verbrennungstemperatur hat, die niedriger ist als diejenige des inneren Kerns.
Folglich kann man durch Einbringen eines Moderators durch einen »Glätten« genannten Vorgang in die äußere Schicht eines Pulverkorns, das ein feinverteiltes gutwärmeleitendes Metall mit hoher Verbrennungsenergie enthält, wenn die Verbrennungstemperatur des Ausgangspulvers (Metall nicht ge- rechnet) genügend hoch ist, folgendes erreichen:
*) Als Heizwert des Metalls wird die Differenz zwischen der auf die Masseneinheit bezogenen bei vollständiger Verbrennung der Mischung Pulver + metallischer Bestandteil a) und des Pulvers allein b) (im inerten Milieu) freigesetzten Wärme bezeichnet unter Berücksichtigung des Energieverlustes im Pulver, der durch die Verwendung des Sauerstoffs des Pulvers für die Verbrennung des metallischen Bestandteils bedingt ist.
— Eine äußere Schicht, die zugleich das zerteilte Metall und den Moderator enthält und deren Verbrennungsgase (wegen der Anwesenheit des Moderators) eine genügend niedrige Temperatur haben, damit das feinverteilte Metall nicht abbrennen kann (dieses Metall widersetzt sich jedoch dem Verlöschen, indem es im Pulver heiße Punkte einer Temperatur aufrechterhält, die höher ist als die Selbstentzündungstemperatur des Pulvers); diese (äußere) Schicht hat eine geringe Energie und, da die Verbrennungsgeschwindigkeit sich im großen und ganzen im selben Sinne ändert wie die Energie, eine verminderte Verbrennungsgeschwindigkeit;
— eine innere Schicht, deren Verbrennungsgase eine genügend hohe Temperatur haben, so daß das feinverteilte Metall abbrennen kann; diese Schicht hat eine erhöhte Energie und folglich eine hohe Verbrennungsgeschwindigkeit.
Das resultierende Pulver besitzt also die für Pulver für Gewehrgranaten-Munitionen unerläßliche bedeutende Progressivität der Energie und der Verbrennungsgeschwindigkeit. Es zeigt ebenso die weiteren, bereits oben angegebenen erwünschten Eigenschaften, und zwar:
eine vollständige Zündung unabhängig vom Füll koeffizienten, der Lage der Pulverladung in der Hülse und der Anfangstemperatur in Folge der Anwesenheit feiner, gut wärmeleitender Metallteil chen im Material, die den Austausch von Wärme zwischen den heißen, durch die Zündung erzeugten Gasen und dem wärmezersetzbaren und -entzünd baren Teil des Pulvers erleichtern und erhöhen;
eine erhöhte Resistenz gegenüber dem Verlöschen in Folge der Anwesenheit von Metallteilchen an der Verbrennungsoberfläche des Pulvers, die auf hohe Temperatur gebracht und in der Lage sind, die Rolle von heißen Punkten zu übernehmen, die die Aufrechterhaltung der Verbrennung zum Zeitpunkt der plötzlichen Entleerung der Patrone ermöglichen.
Es folgt ein zur Erläuterung und nichteinschränkend angegebenes Beispiel für die Durchführung der Erfindung.
Beispiel Übliche Zusammensetzung für Pulverkörner Gewichtsprozent
Nitrocellulose mit einem Stickstoffgehalt von 13,2% 92,5
Aluminiumpulver 5,0 Diphenylamin 1,5 Kaliumkryolith 1,0
Das Pulver wird nach bekannten Verfahren »mit Lösungsmittel« unter Verwendung einer Äther-Alkoholmischung hergestellt. Nach dem Vermengen wird das Pulver durch Extrusion in die Form von Röhrenpulver gebracht und auf die gewünschte Länge geschnitten; es wird dann leicht getrocknet zur Entfernung des ersten Teils der Lösungsmittel und nachfolgend zur Abtrennung des letzten Lösungsmittelteils in heißes Wasser gebracht. Danach läßt man es trocknen. Schließlich wird die mit »Glätten« bezeichnete Operation vorgenommen, die darin besteht, einen Moderator beispielsweise Äthylcentralit, in die äußeren
Schichten des Pulverkorns (2 Gewichtsprozent des Pulvers) einzubringen.
Zwei Pulver gemäß der oben angegebenen üblichen Zusammensetzung, die sich allein durch ihre Heftigkeit unterscheiden, ergaben auf dem Schießstand unter gleichen Bedingungen die folgenden Resultate:
Pulver Nr. I — Nutzladung 2,99 g — Füllkoeffizient 0,91
Schießversuch zur Prüfung der Gleichmäßigkeit
t (Anfangstemperatur) = - 21 C Geschwindigkeit 3,5 m von der
Mündung 58,9 m/s
Typische Abweichung der Geschwindigkeiten 0,2 m/s
Streubereich der Geschwindigkeiten 0,7 m/s Zahl der Schüsse 20
Schießversuch für die Druckuntersuchung
t (Anfangstemperatur) = 21 C
Maximaler Druck 501 bar
Typische Druckabweichung 45 bar
Zahl der Schüsse 10
Schießversuch für die Prüfung der Reichweite
t (Anfangstemperatur) = —31,5 C Geschwindigkeit 1,5 m von der
Mündung 64,9 m/s
Typische Abweichung der Geschwindigkeiten 0,7 m/s
Mittlere Reichweite 360 m
Streubereich der Reichweiten 39 m
Zahl der Schüsse 50
Pulver Nr. 2 — Nutzladung 3,0 g — Füllkoeffizient 0,95
Schießversuch für die Prüfung der Gleichmäßigkeit
t (Anfangstemperatur) = -"-2IC Geschwindigkeit 3,5 m von der
Mündung 59,0 m/s
Typische Abweichung der Geschwindigkeiten 0,3 m/s
Streubereich der Geschwindigkeiten 1,2 m/s Zahl der Schüsse 20
Schießversuch für die Druckuntersuchung
t (Anfangstemperatur) = -J-21 C
Maximaler Druck 513 bar
Typische Abweichung der Drucke .. 55 bar
Zahl der Schüsse 10
Schießversuch für die Untersuchung der Reichweiten
t (Anfangstemperatur) = —31,5 C
Geschwindigkeit 1,5 m von der
Mündung 65,9 m/s
Typische Abweichung der Geschwindigkeiten 1,0 m/s
Mittlere Reichweite .360 m
*5 Streubereich der Reichweiten 34 m
Schußzahl 50
Man kann also feststellen, daß die erfindungsgemäßen Pulver ausgezeichnete Resultate auf dem Schießstand geben, sowohl hinsichtlich der Regelmäßigkeit der Geschwindigkeiten in der Wärme und in der Kälte wie auch hinsichtlich der maximalen Drucke.
Zum Vergleich wurden unter den gleichen Bedingungen neben den erfindungsgemäßen Pulvern übliche Pulver für die Ladung von Gewehrgranten-Patronen verschossen.
Die bekannten kugelförmigen Pulver und Pulver in Form von eingedrückten bzw. zerquetschten Kugeln erweisen sich als den erfindungsgemäßen Pulvern unterlegen, indem sie zahlreiche von der Norm abweichende Schüsse in der Kälte ergeben (anomal geringe Reichweiten oder Herausfallen von Granaten an der Mündung) und große Geschwindigkeitsstreuungen.
Eine gewisse Anzahl von bekannten Pulvern mit einfacher Basis in Schuppen oder Blattform geben entweder übermäßige Drucke oder eine große Ungleichmäßigkeit der Geschwindigkeiten.
Die bekannten Pulver mit einfacher heptaperforierter Basis sind hinsichtlich der Gleichmäßigkeit der Geschwindigkeiten akzeptabel, aber sie geben weit höhere Drucke als die erfindungsgemäßen Pulver.
Die bekannten doppelbasigen Pulver in Schuppenoder Blattform (»balistites«) ergeben entweder zu hohe Drucke oder entweder in der Wärme oder in der Kälte große Geschwindigkeitsstreuungen.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patronen mit vollständiger Zündung, einer erhöhten Resistenz gegenüber dem Verlöschen und einer bedeutenden Progressivität auf der Basis von Nitrocellulose und/oder einem organischen Nitrat, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 10 Gewichtsprozent eines gleichmäßig über die gesamte Masse verteilten feinzerteilten, gut wärmeleitenden, gasförmig abbrennenden Metalls oder einer entsprechenden metallischen Verbindung mit hoher Verbrennungsenergie, wie insbesondere Aluminium, Magnesium, Beryllium, Lithium, Lithiumhydrid, enthält und eine Oberflächenschicht aufweist, die außer dem Metall oder der metallischen Verbindung aus 0,5 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtpulver, aus einem Moderator mit negativem oder schwachpositivem Heizwert, der durch Glätten bzw. Einpolieren eingebracht ist, besteht.
    Die Erfindung bezieht sich auf Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patronen mit vollständiger Zündung, einer erhöhten Resistenz gegenüber dem Verlöschen und einer bedeutenden Progressivität auf der Basis von Nitrocellulose und/oder einem organischen Nitrat.
    Treibladüngspulver für Gewehrgranaten-Patronen auf Basis von Nitrocellulose und/oder Ammoniumnitrat sind z. B. aus »Explosivstoffe« Wasag-Chemie AG, 1961, S. 13 bekannt.
    Für das Abfeuern von Gewehrgranaten werden geschoßfreie Patronen verwendet, die eine Pulver-Treibladung enthalten, die in eine durch auf einen Abdichtungslack gebördelte oder gefältelte Fassung verschlossene Hülse eingeschlossen ist. Der Druck der Verbrennungsgase, der auf den Geschoßboden oder Treibspiegel der Granate ausgeübt wird, deren Muffe oder Führungsstock in das Ende des Laufes eingeschoben ist, wirkt dabei als Kolben. Obgleich also das Prinzip an sich sehr einfach ist, war es bisher stets sehr schwierig, eine angemessene und reproduzierbare Funktionsweise bei diesem System zu erreichen.
    Die Abwesenheit eines in die Patronenhülse eingedrückten Geschosses, das die Expansion der Verbrennungsgase in den Gewehrlauf begrenzt, ist in der Tat Ursache für die Ausbildung eines Druckwellensystems, das für die breite Streuung der Wirkungswerte (insbesondere der Reichweite) und die beträchtliche Höhe der maximalen Drucke verantwortlich ist.
    Experimentelle Messungen haben gezeigt, daß die Welle Zeit genug hat, zwei- bis dreimal über die Länge des Rohres hin- und herzulaufen, bevor die Granate ausgestoßen wird und ihr nicht mehr als reflektierende Wand dient. Die Amplitude der Welle nimmt rasch mit den Reflexionen ab, aber sie ist während des ersten Durchlaufes so hoch, daß sie bisweilen den Bruch des Leitwerks der Grnaate verursachen kann.
    Im übrigen wird das Pulver im Innern der eingesetzten Patrone gezündet. Da der Füllkoeffizient (d. h. das Verhältnis von Nutzladung zur Ladung, die das Innenvolumen der Patrone einnimmt) bei allen Kategorien von Gewehrgranaten-Patronen, die mit bekannten Pulvern beladen sind, ungenügend ist, findet die Zündung unter schlechten Bedingungen statt, was als Ursache für die bedeutenden Streuungen der Geschwindigkeit und des Druckes anzusehen ist. Darüber hinaus öffnet sich unter dem Druck der bei Verbrennung des Pulvers erzeugten Gase das Vorderende der Patrone, und die komprimierten Gase dehnen sich in das Rohr hinein aus; die dadurch bedingte plötzliche to Druckentlastung im Innern der Patrone führt zum Verlöschen eines mehr oder minder großen Anteils des Pulvers, wenn dieses ungenügend gezündet oder zu leicht zum Verlöschen zu bringen ist.
    Um dem Verlöschen eines bedeutenden Pulveranteils zu begegnen, wurde in der französischen Patentschrift 13 11 647 empfohlen, dem Pulver eine stark exotherm reagierende Substanz, wie p-Phenylendiamin, zuzusetzen. Durch diesen Zusatz allein, der zwar die Verbrennung des Pulvers erleichtert, kann jedoch keine ao genügend regelmäßige und progressive Verbrennung der gesamten Ladung erreicht werden, die dazu ausreichen würde, dem Geschoß einen maximalen Impuls zu erteilen.
    Außerdem ist es aus der USA.-Patentschrift 2198 746 bekannt, allgemein progressiv verbrennendem rauchfreiem Pulver gewisse Moderatoren als Phlegmatisierungsmittel oberflächlich zuzuführen, die aus nicht-flüchtigen, nicht-explosiven, mit Nitrozellulose Kompatiblen, diese nicht lösenden organischen Stoffen bestehen.
    Ähnlich sind in der schon genannten Druckschrift »Explosivstoffe«, S. 149 als stabilisierende Zusätze zu Treibmitteln Stoffe wie Centralite, Kampfer, Diphenylamin, substituierte Urethane angegeben. Schließlich ist es aus der USA.-Patentschrift 31 08 916 bekannt, staubfreie Treibladungspulver herzustellen, die mit organischen Estern, wie z. B. Dibutyl- oder Dioctylphthalat in einer Menge von 0,02 bis 0,5 Gewichtsprozent überzogen sind und einen Zusatz eines energieliefernden Stoffes, z. B. von Aluminium enthalten können, ohne daß die Menge eines solchen Zusatzes angegeben oder durch ein Beispiel belegt ist. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Treibladungspulver der eingangs genannten Art so zu modifizieren, daß es folgende Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen zeigt:
    — Eine vollkommene Zündung, unabhängig vom Füllkoeffizienten, der Position der Pulverladung in der Hülse und der Anfangstemperatur;
    — eine erhöhte Resistenz gegenüber dem Verlöschen, selbst bei starken Druckentlastungen und geringen Anfangstemperaturen;
    eine bedeutende Progressivität bzw. Ausbreitung in der Weise, daß der größere Teil des Pulvers nach dem Aufgehen der Patrone und der Projektion bzw. dem Auswerfen der Pulverladung in das Rohr abbrennt.
    Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß es 0,5 bis 10 Gewichtsprozent eines gleichmäßig über die gesamte Masse verteilten feinzerteilten, gut wärmeleitenden, gasförmig abbrennenden Metalls oder einer entsprechenden metallischen Verbindung
    mit hoher Verbrennungsenergie, wie insbesondere Aluminium, Magnesium, Beryllium, Lithium, Lithiumhydrid, enthält und eine Oberflächenschicht aufweist, die außer dem Metall oder der metallischen Verbin-
DE19661571223 1965-09-21 1966-09-21 Treibladungspulver für Gewehrgranaten-Patronen Expired DE1571223C3 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
RU2138470C1 (ru) * 1995-05-30 1999-09-27 Самарский государственный технический университет Газогенерирующий состав
RU2792518C1 (ru) * 2022-10-13 2023-03-22 Федеральное казенное предприятие "Государственный научно-исследовательский институт химических продуктов" Сферический порох для дробовых патронов 12 калибра к гладкоствольному оружию

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RU2138470C1 (ru) * 1995-05-30 1999-09-27 Самарский государственный технический университет Газогенерирующий состав
RU2792518C1 (ru) * 2022-10-13 2023-03-22 Федеральное казенное предприятие "Государственный научно-исследовательский институт химических продуктов" Сферический порох для дробовых патронов 12 калибра к гладкоствольному оружию

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LU51773A1 (de) 1966-10-17
NL6613282A (de) 1967-03-22
US3376174A (en) 1968-04-02
NL151968B (nl) 1977-01-17
DE1571223A1 (de) 1971-02-25
FR1479246A (fr) 1967-05-05
GB1151918A (en) 1969-05-14
NO115988B (de) 1969-01-06
BE685566A (de) 1967-02-01
CH470328A (fr) 1969-03-31

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