DE16095C - Neuerungen in dem Verfahren zur Reinigung der Abflufswässer aus Zuckerfabriken und anderen gewerblichen Anstalten. (I - Google Patents
Neuerungen in dem Verfahren zur Reinigung der Abflufswässer aus Zuckerfabriken und anderen gewerblichen Anstalten. (IInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
WILHELM KNAUER in OSMÜNDE bei GRÖBERS.
anderen gewerblichen Anstalten.
Drittes Zusatz-Patent zu No. 6211 vom 30. Januar 1878.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. December 1880 ab. Längste Dauer: 29. Januar 1893.
Die Neuerungen erstrecken sich in. der Hauptsache auf Einrichtungen zur Filtration
und Kühlung der Abflufswässer.
Beiliegende Zeichnung stellt die Einrichtungen in den Fig. 1 bis 8 im Durchschnitt und Ansicht
dar.
In dem Bassin A befindet sich ein Rost a,
auf welchem eine Kiesschicht e lagert. Das zu reinigende Wasser gelangt durch Kanal c und
zwischen der Schutzwand s, sowie der Wandung ν des Bassins her unter den Rost, wo es
seine specifisch schwereren Unreinigkeiten absetzt und, die Kiesschicht langsam durchstreichend,
nach dem Bassin B übertritt. Letzteres besitzt einen eingesetzten durchlöcherten
Boden B1, durch welchen die von dem Hauptabzugsrohr
G sich abzweigenden Rohre G2 geführt
sind. Der Raum oberhalb des Bodens ist mit Kies oder einem anderen äquivalenten Material gefüllt, während derjenige unterhalb
desselben zum Ablagern von Stoffen, die das Wasser noch suspendirt enthält, dient. Das
Rohrsystem G G1 G2 bezweckt, die Entnahme
des Wassers aus dem Bassin auf der ganzen Bodenfläche und damit auch den Durchflufs
durch die Kiesschicht an allen Stellen durchaus gleichmäfsig stattfinden zu lassen. Die Art
und Weise, in welcher das Wasser die Bassins durchfliefst, ist durch Pfeile genügend gekennzeichnet,
so dafs eine genauere Erklärung hier überflüssig erscheint. Es erübrigt indefs noch,
der Schutzwand ί Erwähnung zu thun; dieselbe dient dazu, Unreinigkeiten, welche specifisch
leichter sind als das Wasser, mithin auf der Oberfläche des letzteren verbleiben, zurückzuhalten.
Das Bassin A, welches in Fig. 1 und 2 quadratisch angenommen, kann auch, wie
Fig. 4 und 5 zeigen, rund sein. Alsdann ist der Zuflufs des Wassers ein centraler und die
Schutzwand in einer über das Bassin hinausragenden Erweiterung des Zuflufsrohrs al vertreten.
In dem Haupt-Patent ist für das Abkühlen des Wassers ein sogenanntes Gradirwerk angegeben,
welches aber neben einer verhältnifsmäfsig bedeutenden Capitalanlage und einem
grofsen Raumerfordernifs den Uebelstand in sich birgt, dafs selbst bei niedrigeren Kältegraden
durch die Bildung von Eis ein Inberührungtreten des Wassers mit der Luft und damit
die Wärmeentziehung in unzureichendem Mafse stattfindet, sowie ferner durch den Wind die
Wassermassen theilweise fortgeführt werden.
Die Vorrichtung, welche Fig. 6 im Durchschnitt zeigt, besitzt nach Ansicht des Erfinders
jene Uebelstände nicht. Das Wasser wird bei derselben, auf das Feinste zertheilt, mit der Luft
in Berührung gebracht, und kann ein Vereinigen desselben zu dichten Massen beim Herabfallen
nicht stattfinden.
Die Vorrichtung ist gebildet aus einem System von Rinnen ο o\ deren Wandungen mit äufserst
feinen Löchern versehen sind, sowie Flächen//1,
die das Wasser in der ersichtlichen Weise von der einen Rinne zu der anderen gelangen
lassen. Das Ganze ist von einem Gehäuse M umschlossen, wodurch sowohl ein Fortführen
der herabträufelnden Wassertheilchen durch den Wind, sowie auch das beregte Einfrieren verhindert
wird.
Die abkühlende Luft tritt zu den Oeffnungen
/ ein, nimmt ihren Weg zwischen ο und / her durch das Wasser, sättigt sich. dabei stark
mit Wasserdünsten bezw. Dämpfen, und gelangt durch die Oeffnungen η ins Freie.
Bei dem Inberührungtreten des aus Rohr r auf die Flächen t strömenden kalten Wassers
werden die Wasserdünste niedergeschlagen und gehen mit jenem in die Rinnen über. Es
kann nun auch das durch dieses Niederschlagen bezw. Condensiren der Dünste gewonnene
'· Wasser mit dem aus Rohr r kommenden getrennt abgeführt und zur Kesselspeisung, Knochenkohlenbehandlung
etc. benutzt werden (s. Fig. 7), zu welchem Zweck die Wässer sich wegen ihrer
Reinheit ganz besonders eignen.
Die Vorrichtung, welche mit Bezug auf Fig. 6 vorhin beschrieben wurde, läfst eine Modification
zu, die in Fig. 8 veranschaulicht ist und darin besteht, dafs unter Weglassen der Flächen f
das Wasser direct aus der einen Rinne in die andere fällt.
k bezeichnet einen Sammelkanal für das abgekühlte Wasser.
Claims (4)
- Patent-AnSprüche:i. Eine Einrichtung zum Ausscheiden der in den Abgangwässern der Zuckerfabriken und sonstigen gewerblichen Anstalten suspendirt enthaltenen Stoffe, bestehend in der Hauptsache aus einem Bassin A, in welchem eine Schicht e filtrirenden Materials derartig disponirt ist, . -dafs unterhalb derselben ein Raum für das Ablagern der specifisch schwereren Stoffe belassen bleibt, während die specifisch leichteren Stoffe durch die Anordnung einer Schutzwand ί oder eines unter der Schicht e führenden Rohres a1 an dem Passiren des filtrirenden Materials verhindert werden.
- 2. Eine Einrichtung zur weiteren vollkommeneren Trennung der Stoffe aus den Abgangwässern, bestehend aus einem Behälter B mit einem durchlöcherten Boden B\ auf welchem Kies oder ein anderes äquivalentes Material lagert, und unter welchem Boden ein Raum für das Ablagern der specifisch schwereren Stoffe belassen ist, sowie ferner einem Rohrsystem G G1 G2, welches bewirkt, dafs der Abflufs des Wassers unterhalb besagten Bodens nach oben ein durchaus gleichmäfsig vertheilter ist.
- 3. Eine Vorrichtung für das Abkühlen des Wassers, bestehend aus einem System von fein durchlöcherten Rinnen 0 ox und darunter angebrachten Flächen ff1, welches System zu dem Zweck der Verhinderung des Fortführens der herabträufelnden Wassertheilchen durch den Wind von einem Gehäuse M umschlossen ist.
- 4. Eine Vorrichtung für das Abkühlen des Wassers, bestehend aus einem System von fein durchlöcherten Rinnen q q, welche derart zu einander angeordnet sind, dafs das Wasser wechselweise aus der einen in die andere Rinne zu fallen vermag.ζ. Bei einer Vorrichtung von der unter 3. bezw. 4. erwähnten Art das Condensiren des verdunsteten Wassers an der Ausströmungsöffnung durch Zuführung kalten Wassers.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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1880
- 1880-12-14 DE DE188016095D patent/DE16095C/de not_active Expired
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