DE1617855C - Therapeutikum zur Behandlung von Akne - Google Patents

Therapeutikum zur Behandlung von Akne

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DE1617855C
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benzoyl peroxide
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English (en)
Inventor
Richard Malcolm Erie Couty; Ciufo Leonard Richard Greene County; N.Y. Cox (V.StA.)
Original Assignee
Stiefel Laboratories, Inc., Green County, N.Y. (V.StA.)
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Description

Die Erfindung betrifft ein Therapeutikum zur externen Behandlung von Akne, das in einem chremeartigen Medium Benzoylperoxid enthält.
Akne und Seborrhoe sind Zustände der menschlichen Haut, die durch eine übermäßige Absonderung von Sebum (Hauttalg) von den Talgdrüsen bedingt sind, die sich im Haarfettsystem befinden. Der Kanal, durch den das Sebum die Hautoberfläche erreicht, ist der Schlauch des Haarbalges. Die Anwesenheit einer übermäßigen Menge von Sebum in dem Schlauch und auf der Haut hat die Wirkung, den ständigen Abfluß des Sebum aus dem Schlauch des Haarbalges, zu blockieren und zum Erliegen zu bringen. Dieser Vorgang hat eine Verdickung des Sebums zur Folge, das zu einem festen Pfropfen wird, der als Mitesser bekannt ist. Durch diese Verstopfung wird eine übermäßige Verhornung der öffnung des Haarbalges eingeleitet, durch die der Schlauch des Haarbalges vollständig verschlossen wird. Die übliche Folge sind Papeln, Pusteln oder Zysten, die häufig von Bakterien befallen sind, die ihrerseits sekundäre Infektionen verursachen. Diese Veränderungen charakterisieren den Krankheitszustand, der als Akne und bei geringerer Schwere als Seborrhoe bekannt ist.
Es sind viele äußerlich anzuwendende Therapeutika zur Behandlung von Akne und Seborrhoe bekannt, um das Blockieren des Schlauches des Haarbalges zu verhindern, den Schlauch nach einer Blockierung wieder zu öffnen, die infizierenden Bakterien oder das eingedeckte Sebum zu bekämpfen oder um eine Kombination dieser Wirkungen zu erreichen. Die hornartige äußere Schicht der Haut wird von toten Zellen gebildet, die im wesentlichen aus einer als Keratin bekannten Substanz bestehen. Die therapeutischen Mittel, die eine Blockierung des Haarbalgschlauches zu verhindern suchen, indem sie das Entfernen oder die Ablösung überschüssigen Keratins fördern, sind als keratolytische Mittel bekannt. So ist beispielsweise der Gebrauch von Schwefel als mildes Hautreizmittel zur Entfernung der Hornschicht der Haut und mit ihr zusammen der Rückstände, die die Haarbalgöffnungen verstopfen, bekannt. Auch andere Stoffe wie Resorcin und Salicylsäure wurden ebenfalls lange als keratolytische Mittel in der Behandlung von Akne verwendet. Es wurde kürzlich vorgeschlagen, Benzoylperoxid, das ein kräftiges Oxydationsmittel ist, als antibakterielles und keratolytisches Mittel bei der Behandlung von Akne zu verwenden. Ausgedehnte klinische Versuche mit diesem Stoff haben schlüssig seine Wirksamkeit für diesen Zweck bewiesen, und zwar allein oder insbesondere in Verbindung mit feinverteiltem Schwefel. Benzoylperoxid, (C0H5CO)2O2, ist ein farbloser, geruchloser, geschmackloser, kristalliner Stoff, der bei normaler Raumtemperatur stabil, aber brennbar ist und leicht explodieren kann, wenn er mechanischen Einwirkungen, Wärme oder Flammen ausgesetzt ist. Es handelt sich um ein kräftiges Oxydationsmittel, das für den Menschen absolut ungiftig ist. Bei der örtlichen Anwendung zeigt es keinerlei schädliche oder reizende Wirkungen. Da es auch nicht in das Gewebe eindringt und daher auch keine Eiweißausfällung bewirkt, wird es seit vielen Jahren wegen seiner antiseptischen und heilenden Eigenschaften äußerlich angewendet. Seit kurzem wird es auch als sehr wirksames keratolytisches und antibakterielles Mittel bei der Behandlung von Akne verwendet. Der Stoff wird zum besseren Aufbringen auf die Haut vorteilhaft in eine Creme- oder Salbengrundlage eingebracht. Benzoylperoxid ist jedoch in Wasser im wesentlichen unlöslich, und es. wird daher gewöhnlich in übliche Salben und Cremes, die Wasser und andere übliche organische und anorganische Bestandteile enthalten, in der Weise eingebracht, daß das Peroxid zuerst in einem flüchtigen organischen Lösungsmittel wie Chloroform gelöst und dann mit den anderen wäßrigen und nichtwäßrigen Bestandteilen des Präparates gemischt wird. Man läßt dann die erhaltene Mischung mehrere Tage stehen oder altern,
ίο damit das organische Lösungsmittel aus dem Präparat verdampfen kann, bevor es auf die Haut aufgetragen wird. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß sich Gasblasen bilden, wenn ein in der beschriebenen Weise hergestelltes, Benzoylperoxid enthaltendes Präparat einige Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt wird. Die Gasblasen zeigen an, daß zwischen dem Benzoylperoxid und der Grundlage irgendwelche Reaktionen stattfinden. Versuche haben gezeigt, daß die meisten Präparate, die Benzoylperoxid, Wasser und andere übliche organische und anorganische Bestandteile enthalten, ihre Wirksamkeit fortschreitend verlieren und daß nach etwa .4 Monaten der in dem Präparat verbliebene Gehalt an Benzoylperoxid unter einen Wert ( abgesunken ist, der erforderlich ist, um noch die gewünschten therapeutischen Wirkungen zu erzielen. Alle Versuche, derartige Präparate durch die Zugabe von Antioxydationsmitteln zu stabilisieren, ^ waren wirkungslos, weil diese Mittel die Wirksamkeit des Benzoylperoxid beeinträchtigen und dadurch verhindem, daß das Präparat noch seinen Zweck erfüllt. Daher ist es häufig üblich, bei der Herstellung von Benzoylperoxid enthaltenden Therapeutika dem Verbraucher getrennte Packungen mit Benzoylperoxid und einer Grundlage zu liefern, die der ,Verbraucher unmittelbar vor dem Gebrauch miteinander zu vermischen hat.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Benzoylperoxid enthaltendes Therapeutikum zu schaffen, das während einer Zeitspanne stabil bleibt, die mindestens der üblichen Lebensdauer handelsüblicher pharmazeutischer Produkte gleich ist. Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß das Therapeutikum eine gleichmäßige Dispersion von sehr feinkörnigem Benzoylperoxid-Teilchen in einer Mi- ( schung von.Wasser und organischen Emollientia, die in bezug auf die anderen Bestandteile des Therapeutikums nichtpolar und nichtionisch sind, enthält.
Es hat sich herausgestellt, daß die erfindungsgemäßen Therapeutika im Hinblick auf ihre Benzoylperoxidkomponente vollkommen stabil sind, auch wenn sie Temperaturen ausgesetzt werden, die höher sind, als sie beim normalen Gebrauch des Produktes zu erwarten sind. Wenn gemäß der Erfindung die Grund- ■ lage, in der das Benzoylperoxid dispergiert ist, nur Wasser und organische Emollientia enthält, die im wesentlichen nichtpolar und nichtionisch in bezug auf die anderen Bestandteile des Präparates sind, und wenn das Präparat im wesentlichen von gelöstem Benzoylperoxid frei ist, dann tritt weder eine Zersetzung des Benzoylperoxids noch eine Reaktion mit der Grundlage ein. Daher ist das Benzoylperoxid in der Lage, seine volle therapeutische Wirksamkeit als oxydierendes und keratolytisches Mittel zu entfalten, · wenn es örtlich auf die Haut des Patienten aufgetragen wird. Die Mengenverhältnisse von Benzoylperoxid, Wasser und organischen Emollientia, die in dem Präparat enthalten sind, sind nur insoweit von Bedeutung, wie sie die therapeutische Wirksamkeit und die kosme:
tische Verwendbarkeit beeinflussen. Demnach kann das erfindungsgemäße Therapeutikum etwa 1 bis 25 Gewichtsprozent Benzoylperoxid, 2 bis 25 Gewichtsprozent von mindestens einem organischen Emolliens, das in bezug auf die anderen Bestandteile der Mischung im wesentlichen nichtpolar und nichtionisch ist, und etwa 50 bis 90 Gewichtsprozent Wasser enthalten. Das Präparat kann außerdem vorteilhaft etwa 1 bis 25 Gewichtsprozent feinverteilten Schwefel enthalten sowie Emulsionsbildner für die wäßrigen und nichtwäßrigen Phasen des cremeartigen oder flüssigen Mediums, antibakterielle Wirkstoffe, eine Schimmelbildung verhindernde Stoffe u. dgl.
Nach der Erfindung hergestellte Therapeutika besitzen eine Stabilität, die die normalen Anforderungen an ein pharmazeutisches Produkt hinsichtlich der normalerweise zu erwartenden Lebensdauer und Lagerfähigkeit bei weitem übersteigen. Wenn beispielsweise das erfindungsgemäße Produkt bei 40° C gelagert wird, ist nach Ablauf von 12 Monaten das Benzoylperoxid noch in seiner vollen Menge vorhanden. Dies entspricht einer normalen Lagerfähigkeit von 8 Jahren.
Das erfindungsgemäße Therapeutikum muß ausreichend Benzoylperoxid enthalten, um therapeutisch wirksam zu sein, und sollte andererseits nicht mehr Peroxid enthalten, als in der Grundlage gleichmäßig dispergiert werden kann, um eine gut und gleichmäßig auftragbare Creme oder Salbe zu bilden. Diese Betrachtungen ergeben, daß die Mischung wenigstens etwa 1 Gewichtsprozent und nicht mehr als 25 Gewichtsprozent Benzoylperoxid enthalten sollte. Gegenwärtig wird ein Präparat vorgezogen, das zwischen 5 und 10 Gewichtsprozent Benzoylperoxid enthält. Der Benzoylperoxid-Bestandteil des Präparates sollte von hoher Reinheit sein, d. h. in der Größenordnung von 98 ± 1% (C6H5CO)2O2, und in Form von relativ kleinen kristallinen Teilchen vorliegen. Benzoylperoxid hoher Reinheit in Form von trockenen Kristallen mit einer solchen Teilchengröße, daß wenigstens 99% ein Sieb mit einer lichten Maschenweite von etwa 0,25 mm passieren (60maschiges Sieb der Tyler Standard-Reihe) ist im Mandel erhältlich und kann in dieser Form unmittelbar mit den anderen Bestandteilen des Präparates vermischt werden, ohne daß vorher eine Verminderung der Teilchengröße der Peroxidkristalle erforderlich wäre, um das fertige Therapeutikum zu bilden. Es wird jedoch gegenwärtig die Verwendung von Benzoylperoxid in einer etwas gröberen- kristallinen Form bevorzugt, die mit Wasser feucht abgepackt ist, wodurch sich eine wesentlich größere Sicherheit bei der Handhabung des Peroxids ergibt. Das feucht abgepackte Peroxid ist staubfrei, frei fließend und dispergiert schnell in dem fließfähigen Medium, das die übrigen Bestandteile des neuen Präparates enthält. Die verschiedenen Bestandteile des Präparates werden sorgfältig miteinander vermischt, und es wird zugleich die körperliche Größe der Teilchen des kristallinen Benzoylperoxids reduziert, indem die Mischung gemahlen wird, um ein Endprodukt zu erhalten, das gemäß der Erfindung fein verteiltes Benzoylperoxid enthält.
Das Produkt enthält außerdem zwischen 2 und 25 Gewichtsprozent von wenigstens einem und üblicherweise mehreren, im wesentlichen nichtpolaren und nichtionischen organischen Emollientia, Die organischen emolliereiuien Bestandteile des Therapeutikums sollen unter jenen ausgewählt werüeii, in denen Benzoylperoxid im wesentlichen unlöslich ist und die in bezug auf Benzoylperoxid und die anderen Bestandteile des Präparates im wesentlichen nichtionisch und nichtpolar sind. Die Ausdrücke »nichtionisch« und »nichtpolar«, wie sie hier verwendet werden, beziehen sich auf emollierende organische Verbindungen, die bei Normaltemperaturen in Wasser unlöslich sind oder, wenn sie in Wasser löslich sind, darin nicht in nennenswertem Maße ionisieren. Solche Verbindungen sind beispielsweise, wenn auch nicht
ίο ausschließlich, aliphatische Alkohole und Glycolc mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, Fettsäuren mit 12 bis 20 Kohlenstoffatomen und die Ester dieser Säuren.
Die Ausdrücke »in denen. Benzoylperoxid im
wesentlichen unlöslich ist« und »im wesentlichen frei von gelöstem Benzoylperoxid« beziehen sich auf solche nichtpolaren und nichtionischen organischen Verbindungen, in denen Benzoylperoxid unlöslich oder nur sehr wenig löslich ist. So können beispielsweise in 100 g Wasser, Diäthylenglycol oder den wasserunlöslichen höheren Alkoholen und Fettsäuren nur weniger als 0,1 g Benzoylperoxid gelöst werden. Nur wenig mehr löslich ist Benzoylperoxid in Äthylen- und Propylenglycolen sowie in Äthyl-, Isopropyl-, Butyl- und Hexylalkohol.
Emollierende organische Verbindungen, die in dem erfindungsgemäßen Therapeutikum typischerweise Verwendung finden können, umfassen unter anderem Äthylalkohol, Propylalkohol, Isopropylalkohol, Butylalkohol, Isobutylalkohol, Amylalkohol, Isoamylalkohol, Hexylalkohol, Isohexylalkohol und die im wesentlichen wasserunlöslichen höheren Alkohole, die in den vorstehend genannten Alkoholen löslich sind oder von diesen Alkoholen erweicht werden. Weiterhin sind zu nennen Äthylenglycol, Diäthylenglycol, Polyäthylenglycol, Propylenglycol und dergleichen, Laurinsäure, Mysistinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, ölsäure u. dgl., Äthyllaiirat, Isopropyllaurat, Äthylmyristat, n-Propylmyristat, Isopropylmyristat, Äthylpalmitat,# Isopropylpalmitat, Methyl-
palmitat, Methylstearat, Äthylstearat, Isopropylstearat, Butylstearat, Isobutylstearat, Amylstearat, Isoamylstearat, Butyloleat, Propyloleat, Isopropyloleat und dergleichen.
Weiterhin enthält das Therapeutikum etwa 50 bis 90 Gewichtsprozent Wasser, in dem, wie. oben erwähnt, Benzoylperoxid im wesentlichen unlöslich ist. Außerdem enthält es außer dem Emulsionsbildner für die wäßrigen und nichtwäßrigen Phasen der Zusammensetzung, wie beispielsweise Polyäthylenglycol-1000-monostearat, Schutzmittel, wie Methylparaben (Methylester von Parahydroxybenzoesäure), zur Verhinderung von Schimmelbildung.
Das Therapeutikum enthält außerdem vorteilhaft etwa I bis 25% feinverteilten.Schwefels und vorzugsweise etwa 2 bis 10% gefällten Schwefels nach den Reinheitsvorschriften der pharmazeutischen Uberwachungsbehörde der USA. (U.S.P. grade). Schwefel ist ein antimikropisches und keratolytisches. Mittel, das seit langem in der Behandlung von Akne Ver-Wendung findet.
Obwohl nicht genau bekannt ist, worauf die keratolytische Wirkung auf die Haut beruht, wird angenommen, daß Schwefelwasserstoff, der sich bei der Berührung von Schwefel mit tierischem Gewebe bildet, mit dem Alkali in den GewebefiUssigkeiten reagiert und aktive Sulfide bildet, die ihrerseits die Keratolyse fördern. Die Kombination von gefälltem Schwefel mit Benzoylperoxid bewirkt eine bedeutend stärkere
Kcratolyse als jede der Substanzen, wenn sie allein verwendet wird. Die Vorgänge, die zu diesem Ergebnis führen, sind nicht bekannt. Es kann jedoch sein, daß die stark oxidierenden Eigenschaften des Benzoylperoxid die Reaktion zwischen den aktiven Sulfiden und dem Keratin erleichtern oder daß das Benzoylperoxid eine direkte Wirkung auf das Keratin hat, die das Keratin für die Einwirkung der Sulfide besser zugänglich macht. In jedem Fall führt die Kombination von Benzoylperoxid und Schwefel in dem erfindungsgemäßcn Präparat zu Eigenschaften, die für die Behandlung von Akne besonders nützlich sind.
Das Präparat wird hergestellt, indem sorgfältig und gründlich Benzoylperoxid, ein oder mehrere organische EmoHientia, Wasser und die anderen Bestandteile des Präparates miteinander vermischt werden. Vorteilhaft wird das Medium, indem das Benzoylperoxid zu dispergieren ist, zuerst hergestellt, indem von den wäßrigen und nichtwäßrigen Phasen dieses ac Mediums eine Emulsion gebildet wird. Das Benzoylperoxid und, sofern vorhanden, der Schwefel werden dann zu der Emulsion hinzugefügt und gründlich damit vermischt, um das erfindungsgemäße Therapeutikum zu schaffen. Wenn der Benzoylperoxid-Bestandteil in der Form von trockenen, sehr feinen kristallinen Teilchen.vorliegt, ist eine weitere Behandlung, der Mischung nicht erforderlich. Wenn jedoch das Benzoylperoxid in Form relativ grober, mit Wasser feucht verpackter Kristalle vorliegt, wird die Mischung von Benzoylperoxid und Wasser sorgfältig mit der vorher emulgierten Mischung des Emolliens und der Wasserbestandteile des Präparates gemischt, und es wird, dann die Zubereitung gemahlen, um die Teilchengröße der Benzoylperoxid-Kristalle mechanisch zu reduzieren, so daß im wesentlichen alle Teilchen kleiner sind als 0,25 mm.
Das Präparat wird örtlich auf die Haut des Patienten aufgetragen, indem die Creme oder Salbe einmal täglich gut eingerieben und für etwa 2 Stunden auf der Haut belassen wird, wonach sie durch Abwaschen mit Wasser entfernt wird. Wenn nach 2 Tagen die Behandlung erträglich bleibt, wird die Zeitdauer der Anwendung während 4 Tagen auf 4 Stunden täglich erhöht. Danach genügen gewöhnlich zur Weiterbehandlung nächtliche Anwendungen, solange keine Entzündungen auftreten. Gewöhnlich kommt es irgendwann innerhalb der ersten 4 Wochen der Behandlung zu einem sehr heftigen und plötzlichen allgemeinen Schälen oder Schuppen der Haut an den so behandelten Stellen. Es wird dann die Behandlung zeitweilig unterbrochen, bis diese Reaktion nachläßt. Dann wird die Anwendung des Therapeutikums mit der vorhergehenden Behändlungsstufe wieder aufgenommen. · " ■ .
Fast alle Personen, die das erfindungsgemäße Präparat zur Behandlung von Akne angewendet haben, erzielten innerhalb der ersten wenigen Wochen der Behandlung eine endgültige Unterdrückung ihres Ausschlages. Die Haut wird zuerst deutlich weniger fettig und beginnt dann, sich zu schuppen. Personen mit einer leichten oder mittleren Papel- und Pustelakne erzielten in allen Fällen ein Verschwinden ihres Ausschlages und waren gewöhnlich innerhalb von drei Monaten gut unter Kontrolle. Personen mit mittelschwerer, Akne sprachen ebenfalls sofort auf das Mittel gut an, benötigten jedoch 4 bis 6 Monate, um die Akne gut unter Kontrolle zu bringen. Personen mit einer schweren zystischen Akne sprachen langsamer an als jene mit einer nichtzystischen Akne, erzielten jedoch, abgesehen von nur einigen Fällen, alle eine ausgezeichnete Unterdrückung ihres Ausschlages innerhalb von 6 bis 9 Monaten.
Die folgenden Beispiele sind typisch für nach der Erfindung hergestellte Therapeutika, ohne daß jedoch die Erfindung auf diese Beispiele beschränkt wäre:
Gewichtsprozent
Benzoylperoxid 5,0
Stearinsäure 6,2
Isopropylpalmitat ..: 3,8
Glycerylmonostearat 4,0
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 5,2
Propylenglycol 2,2
Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 73,5
II Benzoylperoxid 1Q,O
Palmitinsäure 6,2
Isopropylpalmitat 3,8
Glycerylmonostearat 4,0
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 5,2
Propylenglycol 2,2
Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 68,5
III Benzoylperoxid 5,0
Schwefelmilch 2,0
Stearinsäure 6,2
Äthylstearat 3,8
Glycerylmonostearat 4,0
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 5,2
Propylenglycol 2,2
Methyiparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 71,5
IV Benzoylperoxid 5,0
Schwefelmilch 10,0
Stearinsäure 6,2
Isopropylpalmitat 3,8
Glycerylmonostearat ... 4;0
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 5,2
Äthylenglycol 2,2
Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 63,5
V Benzoylperoxid ..................... 5,0
Schwefelmilch : 2,0
Myristinsäure 1,6
Amylstearat 1,0
Glycerylmonostearat 1,0
Polyäthylenglycoi-lOOO-monostearat ... 1,3
Propylenglycol 2,2
Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 85,8
Gewichtsprozent
VI Benzoylpcroxid 5,0
Schwefclmildi 10,0
Stearinsäure 1,6
Isopropylpalmitat 1,0
Glyceryllaurat :.... 1,0
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 1,3
Propylenglycol 2,2
'Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 77,8
VIl Benzoylpcroxid 5,0
Stearinsäure 1,9
Palmitinsäure 1,2
Isopropylpalmitat 1,2
Glyceryllaurat 1,2
Polyätliylenglycol-lOOO-monostearat ... 2,5
Propylenglycol 2,5
Methylparaben 0,1
Deionisiertes Wasser 84,4
VIII Benzoylperoxid : 20,0
Laurinsäure 1,4
Isoamylstearat 1,9
Glyccrylmonostearal 1,9
Poiyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 1,2
Propylenglycol 2,0
Methylparaben '■ 0,1
Deionisiertes Wasser 71,5
IX Benzoylpcroxid 10,0
Schwcfelmilch 10,0
Stearinsäure 0,7
Isopropylpalmitat 0,45
Glycerylmonostearat 0,45
Poiyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 0,6
Diäthylenglycol 1,0
Methylparaben . 0,1
Deionisiertes Wasser 76,7
Gewichtsprozent
X Benzoylperoxid 20,0
Seil wef el milch 25,0
Laurylalkohol 0,4
Isopropylpalmitat 0,3
Glycerylmonostearat 0,3
Polyäthylenglycol-lOOO-monostearat ... 0,4
Propylenglycol 0,6
Methylparaben 0,1
ίο Deionisiertes Wasser 52,9
Die am stärksten benutzte Zusammensetzung nach der Erfindung enthält 5% Benzoylperoxid und 2°/0 Schwefel. Jedoch wurden Zusammensetzungen mit 20°/o Benzoylperoxid und bis zu 25°/0 Schwefel bei Personen mit einer dunklen, sehr öligen Haut sowie bei Personen, die einen Widerstand gegen Zusammensetzungen geringerer Stärke entwickelt haben, mit Erfolg benutzt, während Zusammensetzungen mit nur
zo l,25"/o Benzoylperoxid und 0,5°/0 Schwefel bei Personen mit einer hellen und zarten Haut benutzt worden sind. In allen Fällen wurde das Präparat nach der Erfindung hergestellt und war stabil und bewahrte die volle Wirksamkeit seines Benzoylperoxid-Bestandteiles während einer Zeitspanne, d. h. während 8 Jahren und mehr, die bei weitem die normalen Anforderungen an ein pharmazeutisches Produkt überschritt. „ .. ,

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Therapeutikum zur externen Behandlung von Akne, das in einem cremeartigen Medium Benzoylperoxid enthält, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Dispersion von sehr feinkörnigem Benzoylperoxid-Teilchen in einer Mischung von Wasser und organischen Emollientia, die in bezug auf die anderen Bestandteile des Therapeutikums nichtpolar und nichtionisch sind, enthält.
2. Therapeutikum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es etwa 1 bis 25 Gewichtsprozent und vorzugsweise 2 bis 10 Gewichtsprozent feinverteilten Schwefel enthält.
109 653/149

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