KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE B2: Nähmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Mai 1881 ab.
Die Neuerungen beziehen sich auf die Einrichtungen des Apparates zum selbstthätigen
Ausrücken desselben, sobald die Spule gefüllt ist, auf die Regulirbarkeit des Zeitpunktes dieses
Ausrückens, d. h. ob dasselbe früher oder später geschehen soll, ferner auf die gänzliche Abstellung
des Apparates nach dem Spulen, sowie auf die Beweglichkeit des Gleitsteges in der
Weise, dafs derselbe zum bequemen Einsetzen und Herausnehmen der Spule gleichzeitig mit
dem Niederdrücken der Klappe aus dem Wege geht. _ .
Der Spulenbock α ist entweder an der Riemenkappe b, Fig. 3, oder bei Handmaschinen an
dem auf der Fundamentplatte y der Nähmaschine fest aufgeschraubten Träger c angebracht, Fig. 1
und 2. Die Feder χ innerhalb der Riemenkappe bezw. am Träger c drückt den Apparat gegen
das Rad der Maschine, indem sich derselbe um den Schraubenbolzen d drehen kann. Die
Klappenfeder e ist an der Vorderseite des runden Auges, dessen Mitte den Drehpunkt bildet, mit
der Schraube/ angeschraubt und tritt, um das Auge herumgehend, an ihrem äufsersten Ende
hinter die Klappe g und drückt diese gegen die eingesetzte Spule, Fig. 1. Hinter dem äufsersten
Ende der Klappenfeder e ist an der Riemenkappe b bezw. dem Spulenträger c eine verstellbare
Schraube h angebracht. Wenn nun die Spule Faden aufnimmt, so weicht die Klappenfeder
immer mehr und mehr zurück; sobald dieselbe nun an der Schraube h ankommt, ist
das Zurückweichen nicht mehr möglich, es bewegt sich nun der ganze Apparat nach rückwärts
und kommt aufser Thätigkeit, weil sich die FrictionsroUe vom Schwungrädchen entfernt.
Durch die Schraube h, welche vor- und zurückgestellt werden kann, läfst sich demnach der
Zeitpunkt des Ausrückens beliebig reguliren. Die Klappe g ist an der Stelle, gegen welche
die Feder e drückt, so geformt, dafs sie auch in der Stellung Fig. 3 verharrt, sobald sie ganz
niedergedrückt wird. In dieser Stellung ist der ganze Apparat ausgerückt, weil er nicht von
selbst wieder vortreten kann und die FrictionsroUe vollständig vom Schwungrädchen entfernt
ist.
Der Gleitsteg η für den Faden ist so angeordnet, dafs sich derselbe gleichzeitig mit der
Klappe auf- und abbewegt, und ist zu diesem Zwecke aus einem Stück mit derselben oder
angelöthet, wie es aus Fig. 1, 2 und 3 ersichtlich ist. Es befördert diese Anordnung das bequeme
Einsetzen und Herausnehmen der Spule.
Patenτ-Ansρruch:
Die aus der Zeichnung ersichtliche Gesammtanordnung des dargestellten Spulapparates, bei
welcher der Gleitsteg an der Klappe g sitzt und der Zeitpunkt der selbstthätigen Ausrückung
durch Verstellung der Schraube h regulirt werden kann.