DE165241C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22C—FOUNDRY MOULDING
- B22C9/00—Moulds or cores; Moulding processes
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Molds, Cores, And Manufacturing Methods Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach den jetzt in der modernen Kunstgießerei üblichen Verfahren werden, abgesehen
von dem Wachsausschmelzverfahren, Figuren u. a. in der Weise gegossen, daß
entweder das Modell in mehrere Teile zerlegt wird, die einzeln abgeformt werden und, um die Figur im ganzen gießen zu
können, wieder zu einer ganzen Form zusammengefügt werden, oder aber daß das
ίο Modell im ganzen mit Zuhilfenahme von Kernstücken abgeformt wird.
Das jetzt übliche Verfahren vollzieht sich in folgender Weise:
Von den aus Wachs oder Gips hergestellten Urmodellen muß ein Abguß aus Metall
hergestellt werden, der, nachdem er ziseliert ist, das Arbeitsmodell ergibt, von dem die
Gußformen hergestellt werden. Zu diesem Zwecke werden die weit ausladenden Teile,
wie z. B. Arme oder Flügel, an Figuren abgeschnitten und für sich geformt, während
die noch verbleibenden untergriffigen Stellen mittels Kernstücke geformt werden. Das
Formen vollzieht sich folgendermaßen. Das Urmodell wird in den Unterteil des Formkastens
so weit hineingestellt, daß es, ohne zu zerreißen, wieder herausgehoben werden kann. An den unterschnittenen Stellen werden
dann dadurch Kernstücke angebracht, daß diese Stellen zunächst mit Lycopodium eingestaubt werden, um das Anhaften am
Sand zu vermeiden, die Stellen dann mit Sand ausgestampft und die Kernstücke regel-.
recht beschnitten werden. Von solchen Kernstücken kann eine beliebige Anzahl an einem
Modell angebracht werden. Sind alle Kernstücke angebracht, so wird der Kasten ausgestampft
und abgehoben. Um die Gußform zu erhalten, muß das Modell aus dem Sande herausgehoben werden, was jedoch erst dann
geschehen kann, wenn die Kernstücke mittels der Kernstückgabel vorsichtig entfernt worden
sind. Nach dem Herausheben des Modells werden die Kernstücke wieder an ihre ursprüngliche Stelle eingesetzt, worauf die
Form zum Guß des Arbeitsmodells fertig ist. Das Urmodell kann bekanntlich als Arbeitsmodell
nicht verwendet werden, weil es durch das fortwährende Abformen der weichen
Masse schließlich zu einem unförmigen Gebilde würde. Der Former muß nun den oben beschriebenen Vorgang der Herstellung
der Kernstücke und ihr Wiedereinsetzen so oft wiederholen, als Abgüsse von dem Arbeitsmodell
hergestellt werden sollen. Hierbei ist die Gefahr vorhanden, daß ein Kernstück zerbricht und die ganze Form von
neuem hergestellt werden muß, da ein einzelnes Kernstück nicht wieder hergestellt werden
kann.
Die beschriebene Kernstückarbeit, d. h. das Aufbringen der Kernstücke am Urmodell,
die sich bei jeder Abformung des Arbeitsmodells wiederholt, ist nun sehr zeitraubend
und erfordert sehr geschickte Former.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren, welches ermöglicht, Modelle, die zum
Formen geteilt werden müßten, jetzt im
ganzen zu formen, bei jenen aber, die mittels Kernstücke geformt werden müßten,
die Kernstückarbeit wesentlich zu vereinfachen.
Das Urmodell wird ebenso, wie oben beschrieben, bis znr Hälfte in Sand eingelassen,
die Kernstücke werden jedoch nicht von Sand, sondern durch Aufgießen von Gips hergestellt. Die Kernstücke unterscheiden
sich also von den obigen nur durch die Masse, aus der sie hergestellt werden. Dieses Modell wird nun samt den daran befindlichen
Gipskernstücken eingeformt und abgegossen. An dem hierdurch entstehenden Arbeitsmodell sind also die Kernstücke mit
abgegossen; es können daher nur diejenigen Stellen ziseliert werden, die unmittelbar von
der Figur sichtbar, d. h. nicht von den mit abgegossenen Kernstücken überdeckt sind.
Dieses Modell wird nun eingeformt und dann samt seinen Gipskernstücken aus der Form
herausgenommen, was nunmehr keinerlei Schwierigkeiten mehr macht. Jedoch müssen zur Herstellung der endgültigen Gußform
noch wieder Kernstücke in die Form eingebracht werden, welche den am Arbeitsmodell
mit abgegossenen entsprechen, da die Form an den Stellen dem Urmodell nicht entspricht.
Die an dem Urmodell nach dem Ausheben aus der Form noch haftenden Gipskernstücke
werden in folgender Weise abgeformt. Nach ihrer Abnahme vom Modell werden sie zur Hälfte in Sand eingelassen und ihre
herausragenden Teile werden mit Gips übergössen, nachdem sie zuvor zur Verhinderung
des Zusammenhaftens mit Seifenwasser übergössen worden sind; dann werden die Gipskernstücke
samt ihrem Überguß herausgehoben, und nachdem sie zuvor wieder mit
Seifenwasser übergössen worden sind, wird ihre andere Hälfte durch Übergießen mit
Gips ebenfalls abgeformt. Die beiden äußeren Teile werden dann auseinandergesprengt und
das innen befindliche Kernstück wird herausgenommen. Diese beiden Hälften bilden jetzt
eine dauernde Kernform, in der beliebig viele Kernstücke derselben Art durch Ausdrücken
der Kernform mit Sand hergestellt werden können. Diese Sandkernstücke geben dann
jene Kernstücke ab, welche in die über dem Arbeitsmodell nebst Gipskernstücken hergestellte
Gußform eingebracht werden müssen, um jene Gußformstellen in genauer Ausführung zu erhalten, die infolge der am Modell
sitzenden Gipskernstücke noch nicht richtig abgeformt waren.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι. Verfahren zur Herstellung von Gußformen über untergriffigen Modellen unter Verwendung von Kernstücken, dadurch gekennzeichnet, daß die unterschnittenen Teile am Urmodell mit Gipskernstücken ausgefüllt werden, von diesem Urmodell samt den daran befindlichen Gipskernstücken ein Arbeitsmodell hergestellt wird, und in der aus diesem Arbeitsmodell hergestellten Form an jenen Stellen, an denen am Arbeitsmodell die Kernstücke sich befinden, Sandkernstücke eingebracht werden.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in die Gußform einzubringenden Sandkernstücke in dauernden Kernbüchsen hergestellt werden, welche über den Gipskernstücken aus Gips hergestellt sind.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE165241C true DE165241C (de) |
Family
ID=430764
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT165241D Active DE165241C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE165241C (de) |
-
0
- DE DENDAT165241D patent/DE165241C/de active Active
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