DE170932C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10C—WORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
- C10C1/00—Working-up tar
- C10C1/20—Refining by chemical means inorganic or organic compounds
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Description
| 3ίαν | &\ac/v\ki/vwi bei |
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bereits ein Verfahren bekannt geworden, nach welchem man aus Teer oder
Teerölen durch Behandeln mit Schwefelsäure ein »Pech« erhalten soll.
Die bei dem erwähnten bekannten Verfahren erhältliche schwarze Masse weicht aber in
wesentlichen Eigenschaften von einem wirklichen Pech ab. Dies geht aus folgendem
hervor:
ίο Durch die Behandlung des Teers oder der
Teeröle mit Schwefelsäure in der Hitze bilden sich aus den vorhandenen Kohlenwasserstoffen
Sulfonschwefelsäuren, Sulfosäuren und andere geschwefelte saure Körper neben schwefelsäurefreien
Oxydationsprodükten, welche das Produkt in hohem Grade — bis über 60 Prozent
— wasserlöslich machen, eine Eigenschaft, die es schon allein für die wichtigsten
gewerblichen Verwendungszwecke, nämlich
die Dachpappen-, Brikett- und Lackfabrikation (Eisenlacke, Holzanstriche usw.), gänzlich unverwendbar
macht. Dazu kommt bezüglich der Dachpappenfabrikation, daß diese Masse durch ihren außerordentlich sauren Charakter
die damit getränkte Pappe in kürzester Zeit vollkommen zerfressen muß, und bezüglich
der Brikettfabrikation, daß beim Erhitzen große Mengen von Gasen entstehen (schweflige
Säure usw.), welche ein außerordentlich starkes Aufblähen der Masse und somit ein
vollkommenes Zerfallen der damit hergestellten
t Briketts im Feuer verursachen. Die angegebene
Behandlung der Teere oder Teeröle mit Schwefelsäure allein ergibt kein Pech im technisch gewerblichen Sinne.
Wenn man aber nach der Behandlung von Teeren oder Teerölen mit Schwefelsäure das
Sulfurierungsprodukt mit überhitzten Wasserdämpfen behandelt, bis das Kondensat nicht
mehr sauer reagiert, so findet eine vollständige Abspaltung der Sulfogruppen statt, und
wenn man die hierbei mit den Wasserdämpfen überdestillierenden festen Kohlenwasserstoffe
mit dem Destillationsrückstande ganz oder teilweise wieder zusammenschmilzt, so erhält
man ein vollkommen brauchbares, wasserunlösliches, schwefelarmes, neutrales Pech,
welches in allen gewerblich in Betracht kommenden Eigenschaften mit den gewöhnlichen
Pecharten übereinstimmt.
Es ist zwar bekannt — z. B. nach der amerikanischen Patentschrift 190762, S. 2,
Abs. 3 und 2 von unten —, die durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Kohlenwasserstoffe
entstehenden harzartigen Prodükte durch Behandlung mit Wasser und Wasserdampf von Säure zu befreien, doch
handelt es sich in allen diesen Fällen nur um das Auswaschen der mechanisch anhaftenden
Schwefelsäure mit heißem Wasser, welches zum Teil direkt zugeführt wurde, zum
Teil sich aus dem Dampfe, der hierbei erweichend und umrührend wirken sollte, verdichtete.
Im Gegensatz hierzu hat bei vorliegendem Verfahren der gespannte bezw. überhitzte Dampf eine wesentlich chemische
Wirkung, indem dadurch die chemisch gebundene Sulfongruppe SO2 und das saure
Radikal S0sH abgespalten und in Gasform
(bezw. als wäßrige Lösung in dem Kondensat) aus der Harzmasse abgetrieben wird.
Das hierauf beruhende Verfahren zur Darstellung von gewerblich verwendbarem Pech
aus Teer oder Teerölen ist also folgendes:
Teer oder Teeröle jeder Herkunft werden
Teer oder Teeröle jeder Herkunft werden
ίο in bekannter Weise durch Behandeln mit Schwefelsäure in der Hitze sulfuriert bezw.
oxydiert, sodann wird, ohne Unterbrechung der Operation, auf etwa 250 bis 3000 überhitzter
Wasserdampf eingeleitet, bis das Kondensatneutral reagiert. Die mit den Wasserdämpfen
übergehenden hochsiedenden Kohlenwasserstoffe werden von dem sauren Destillat abgetrennt und bis zur Neutralität ausgewaschen.
Je nachdem man nun ein härteres oder weicheres Pech darzustellen wünscht, werden nun diese Kohlenwasserstoffe, welche
man auch fraktioniert auffangen kann, ganz oder teilweise dem Reaktionsprodukt im
Kessel wieder zugesetzt und die Masse nun noch so lange erhitzt — event, unter mechanischem
Umrühren —, bis sie vollkommen homogen geworden ist. Das fertige Pech
wird nach mäßigem Erkalten in Pechsümpfe oder Guß formen abgelassen.
Mit dieser Fabrikation kann unmittelbar —■ also noch im Kessel selbst —· vorteilhaft
eine Weiterverarbeitung auf gewerblich wichtige Produkte, wie Asphalt, Dachlacke usw.,
verbunden werden.
In einem Kessel aus säurefestem Gußeisen, der mit gutschließendem Deckel und Gasableitungsrohr
versehen ist, werden z. B. 275 1 Anthracenöl mit 601 Schwefelsäure von 6o° Be.
langsam auf etwa 200° erhitzt, wobei man stetig etwas Luft einbläst, um die Oxydation
zu beschleunigen und Stoßen zu verhüten. Nach etwa 2 Stunden stellt man den Luftstrom
ab und bläst sofort einen Strom trockenen, überhitzten Wasserdampfes ein, so daß eine Kondensation von Wasser im Kessel
nicht stattfinden kann. Nach 5 bis 6 Stunden, während welcher schweflige Säure entweicht
und mit den Wasserdämpfen Anthracen und andere feste Kohlenwasserstoffe übergehen,
die in einer Vorlage aufgefangen werden, ist der Prozeß beendigt. Die aufgefangenen
Kohlenwasserstoffe werden ausgewaschen und ganz oder teilweise, je nach dem gewünschten
Schmelzpunkte des Pechs, dem Kesselrückstande wieder zugesetzt, wobei wiederum durch Einblasen von Luft eine vollkommen
homogene Vermischung erreicht wird. Die noch heiße Masse wird in Formen abgelassen.
Aus obigem Ansätze werden 228 kg Weichpech vom Schmelzpunkt 560 C. erhalten. ■
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Pech aus Teer oder Teerölen durch Erhitzen mit Schwefelsäure, dadurch gekennzeichnet, daß das in bekannter Weise mit Schwefelsäure in der Hitze behandelte Ausgangsmaterial mit überhitztem, gespanntem Wasserdampf behandelt wird, bis die Sulfurationsprodukte hydrolytisch gespalten sind und ein praktisch schwefelfreier, neutraler, wasserunlöslicher Rückstand hinterbleibt, der mit den durch den Wasserdampf abgetriebenen, event, fraktioniert aufzufangenden Kohlenwasserstoffen ganz oder teilweise innig verschmolzen wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE170932C true DE170932C (de) |
Family
ID=435943
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT170932D Active DE170932C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE170932C (de) |
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