DE173542C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE173542C DE173542C DENDAT173542D DE173542DA DE173542C DE 173542 C DE173542 C DE 173542C DE NDAT173542 D DENDAT173542 D DE NDAT173542D DE 173542D A DE173542D A DE 173542DA DE 173542 C DE173542 C DE 173542C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- moor
- acids
- bacteria
- bog
- earth
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61Q—SPECIFIC USE OF COSMETICS OR SIMILAR TOILETRY PREPARATIONS
- A61Q19/00—Preparations for care of the skin
- A61Q19/10—Washing or bathing preparations
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K8/00—Cosmetics or similar toiletry preparations
- A61K8/18—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
- A61K8/96—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing materials, or derivatives thereof of undetermined constitution
- A61K8/965—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing materials, or derivatives thereof of undetermined constitution of inanimate origin
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61K—PREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
- A61K8/00—Cosmetics or similar toiletry preparations
- A61K8/18—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
- A61K8/96—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing materials, or derivatives thereof of undetermined constitution
- A61K8/97—Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing materials, or derivatives thereof of undetermined constitution from algae, fungi, lichens or plants; from derivatives thereof
- A61K8/9739—Bryophyta [mosses]
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Veterinary Medicine (AREA)
- Public Health (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Animal Behavior & Ethology (AREA)
- Birds (AREA)
- Epidemiology (AREA)
- Mycology (AREA)
- Microbiology (AREA)
- Botany (AREA)
- Biotechnology (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Dermatology (AREA)
- Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Umwandlung tauben
Moores in medizinisch brauchbares Moor, das zum Baden dient und besonders bei Gicht, rheumatischen Leiden, Frauenkrankheiten
u. dgl. wirksam ist.
Die Erfahrung lehrt, daß Moor, um medizinisch verwendbar zu sein, gewisse Bestandteile,
insbesondere Säuren, enthalten muß,
ίο wie Essigsäure, Humussäuren jeder Art,
Ameisensäure, Huminsäure sowie sonstige Oxydationsprodukte, abgesehen von den weiteren Bestandteilen, wie Schwefel, Eisenoxydulsalzen
u. dgl. mehr. Die genannten Säuren bilden sich auf natürlichem Wege erst im Laufe vieler Jahre, ja vieler Jahrzehnte
und nur unter besonderen Bedingungen, die vielerorts nicht vorhanden sind, weshalb
sich auch bisher nur an einzelnen Orten Moor bilden konnte, welches medizinisch verwendbar war und die gewünschten Heilwirkungen
hervorbrachte.
Durch seine Untersuchungen und Versuche hat der Erfinder festgestellt, daß gewisse
spezifische Bakterienarten, die im medizinisch brauchbaren Moore vorhanden sind, wo sie einen geeigneten Nährboden
finden, die vorgenannten Säuren und Oxydationsprodukte bilden, indem sie das Moor
allmählich zersetzen. Da nun diese Zersetzung durch Bakterien nur unter ganz bestimmten
Umständen stattfindet, nämlich dort, wo sie günstige Bedingungen vorfinden, so ist damit die Erklärung gegeben,
weshalb die Moore gewisser Orte, z. B. Franzensbad, Heilwirkungen ausüben, während
andere Moore in dieser Hinsicht, z. B. die meisten der niederdeutschen Tiefebene,
weniger wirksam oder ganz unwirksam sind.
Daß aber die spezifischen Moorbakterien es wirklich sind, welche die Heilwirkungen
des Moores hervorbringen, haben die vorgenommenen Versuche erwiesen, indem zunächst
aus völlig ausgegorener Moorerde mit hohem Gehalt an organischen Säuren und organischen löslichen Stoffen, sogen. Moorsalzen,
das die kräftigsten und wirksamsten Bakterien enthält, nämlich dem längst bekannten
Franzensbader Moore, die spezifischen Moorbakterien gewissermaßen rein gezüchtet
und damit taubes Moor geimpft wurde.
Zunächst wurden die Moorbakterien selbst in folgender Weise gewonnen:
Möglichst aus der Mitte einer solchen Moormasse entnimmt man unter aseptischen
Vorsichtsmaßregeln eine kleine Probe mit einem ausgeglühten Spaten und streicht sie
auf Agar- und Gelatineplatten. Eine zweite Probe der Moorerde wird auf Petrischalen
gestrichen und mit Gelatine übergössen. Von den sich nun im Brutofen entwickelnden Wachstumsformen
werden die kennzeichnenden abgeimpft, isoliert und mikroskopisch unter-
sucht. Durch dieses Verfahren gelingt es, zwei Bakterienarten für sich zu gewinnen,
die sich morphologisch in die bisher bekannten Bakterienarten nicht einreihen lassen.
Die eine ist ein Langstäbchenkettenbazillus, der durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet
ist. Er färbt sich gleichmäßig" mit sämtlichen — basischen und sauren — Anilinfarbstoffen
und mit Karmin. ' Auch bei der
ίο Alkoholbehandlung hält er noch den Farbstoff
fest.
Auf Nährgelatine wächst er üppig mit dickem, faltigem Belag, ähnlich wie das
Essigbakterium (bacillus aceticus); jedoch widersteht er nicht, wie dieses, dem Alkohol,
vermag ihn auch nicht zu Essigsäure zu oxydieren. Dagegen unterscheidet ihn diese
Wachstumsform auf Gelatine scharf von dem sogen. Heubacillus (bacillus subtilis), dem er
morphologisch ähnlich sieht. Der Heubacillus zeigt auf der Gelatine anfangs kleine
Pünktchen, die später zu sternförmigen Gebilden auswachsen.
Auf Agar entsteht nur ein schwaches, dünnes runzliges Häutchen.
In Zuckernährlösung ruft er schleimige Trübung ohne Gärung hervor.
Auf Bouillon geimpft, erzeugt er schon nach zwei Tagen im Brutofen Fäulnisblasen
unter Verbreitung eines ungemein heftigen Fäulnisgestankes, ohne daß er sich indes
unter das große Heer der Saprophyten einreihen ließe. Bei Gegenwart von Wasser bringt er den harten Pflanzenzellstoff zum
Zerfließen.
Das zweite Bakterium ist ein plumpes, einzeln wachsendes Kurzstäbchen.
Dieser Bacillus färbt sich ebenso leicht wie der vorige, entfärbt sich nicht nach der
Gramschen Methode, was zur Unterscheidung von dem ihm äußerlich und morphologisch
ähnlichen Typhusbakterium dienen kann.
Er wächst auf Gelatine und Agar gleich gut, ohne den Nährboden zu verflüssigen,
als glattes scharf randiges. Band, und ist dadurch leicht vom bacillus proteus und dem
bacillus aceticus zu unterscheiden. Er ähnelt diesem zwar morphologisch, weist aber
andere Wachstumsforderungen auf, während das erstgenannte Moorbakterium sich umgekehrt
zu dem bacillus aceticus verhält. (Im Wachstum ähnlich, jedoch biologisch verschieden.)
Es vergärt Zucker sehr stark. Wird es auf Traubenzuckerkölbchen geimpft, so erscheint
schon nach zwei Tagen die Gassäule. Der Traubenzucker wird nämlich in Kohlensäure,
freien Wasserstoff und eine Anzahl flüchtiger Zwischenstufen zerlegt. Es muß also als die Ursache der im medizinischen
Moor enthaltenen niederen Pflanzensäure bezeichnet werden, indem es die durch Zerfließen
der Pflanzenfasern löslich- oder freigemachten Zellstoffe und Stärkestoffe und
ähnliche zu der Klasse der Polysaccharosen zählende Stoffe unter Bildung von Zwischenstufen
bis zur Kohlensäure zerlegt.
Die beiden Bakterien ergänzen, sich also
in ihrer Tätigkeit. Beide halten sich bis minus 20C, sterben aber bei weiterer Erniedrigung
der Temperatur ab.
Das Überimpfen dieser Bakterien auf ein märkisches, sonst nicht wirksames Moor
hatte das folgende Ergebnis.
Die Moorerde, deren Gehalt an löslichen organischen Stoffen bei der Untersuchung
8,33 auf 1000 Teile betrug, worunter 0,8 bis 1,0 Säuren, wurde mit Aufschwemmungen der
vorerwähnten Bakterien in 200 g Peptonwasser auf 1 kg Torf besprengt und in der
Woche mehrmals umgerührt.
Eine Vergleichprobe von Moorerde wurde in derselben Weise behandelt, nur ohne
Bakterien. Dann wurden beide Proben sechs Wochen lang sich selbst überlassen.
Die Untersuchung auf organische lösliche Stoffe ergab sodann:
Summe der wasserlöslichen Bestandteile 58,5, darunter Säuren und Humusstoffe 18,5.
Unter der Einwirkung der beiden Bakterien haben sich also die wasserlöslichen Bestandteile
von 8,33 auf 58,5 und die Säuren von 0,8 bis 1,0 auf 18,5 in 1000 erhöht.
Die nicht geimpfte Vergleichprobe zeigte dagegen nach sechs Wochen so gut wie
keine Veränderung ihres Gesamtgehaltes an wasserlöslichen Stoffen wie ihres Säuregehaltes.
Soweit solche durch Analyse überhaupt festgestellt wurden, beschränkten sie
sich auf Bruchteile von Grammen (in einem Falle 0,3, in einem anderen Falle 0,08 g
und weniger).
Es sind dies Unterschiede, die noch innerhalb der möglichen Analysenfehler liegen,
namentlich, da eine genaue Analyse bei der Eigentümlichkeit des Moores außerordentlich
schwierig ist.
Aus vorstehendem geht hervor, daß auch bei Moor, wie für den Boden bereits bekannt
war, die Bakterien eine ungemein große Rolle spielen, und daß sie für die besondere
Ausgestaltung und Verwendbarkeit , des Moores sowohl wie des Bodens außerordentlich
wichtig sind.
Werden nun die vorstehend angeführten Tatsachen und Eigenschaften der Bakterien
beachtet, so läßt sich nach dem vorliegenden Verfahren - aus sogen, tauben Moor in
kürzester Zeit ein heilkräftiges, für medizinische Zwecke brauchbares Moor herstellen,
das den Mooren aus den wohlbekannten Bade-
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von medizinisch brauchbarem Moor aus minderwertiger
oder tauber Moorerde, dadurch gekennzeichnet, daß die Moorerde mit
einer Reinzucht von spezifischen Moorbakterien geimpft wird, die die im Moore
vorkommenden Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure, Huminsäure, Humussäuren
u. dgl., wie die sonstigen Oxydationsprodukte bilden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch. gekennzeichnet, daß man zwei aus heilkräftigem
Moore gewonnene Bakterienarten verwendet, von denen die eine —
ein Langstäbchenkettenbacilius — in Gegenwart von Wasser den Zellstoff der
Moorerde zum Zerfließen bringt und die andere — ein plumpes Kurzstäbchen —
den so entstehenden gelösten Zellstoff vergärt, wobei sich organische Säuren entwickeln.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE173542C true DE173542C (de) |
Family
ID=438343
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT173542D Active DE173542C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE173542C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE930580C (de) * | 1950-01-05 | 1955-07-21 | Walter Dr Kosmath | Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Mittel aus Peloiden |
-
0
- DE DENDAT173542D patent/DE173542C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE930580C (de) * | 1950-01-05 | 1955-07-21 | Walter Dr Kosmath | Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Mittel aus Peloiden |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE3209419A1 (de) | Hautregenerierendes, kosmetisches praeparat und verfahren zu dessen herstellung | |
| DE69006639T2 (de) | Antibakterielle, Antinematoden- und/oder pflanzenzellaktivierende Zusammensetzung, sowie chitinolytische Mikroorganismen für deren Herstellung. | |
| DE2537277A1 (de) | Verfahren zur industriellen zuechtung von schwefelbakterien, die dabei erhaltenen produkte und sie enthaltende mittel | |
| DE2833846C2 (de) | ||
| CH636499A5 (en) | Process for the preparation of germanium-containing algae | |
| Novak | Ausnutzung biochemischer Teste in der Bodenmikrobiologie V. Beurteilung der Stabilitat der organischen Bodensubstanz: Use of Biochemical Teste in Soil Microbiology V. Estimation of the Stability of Organic Substances | |
| DE820900C (de) | Verfahren zur Herstellung eines Impfduengemittels fuer landwirtschaftliche Kulturboeden | |
| EP0063622B1 (de) | Aufbereitungsmittel für land- und forstwirtschaftliche Böden | |
| DE265057C (de) | ||
| DE873732C (de) | Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels, insbesondere fuer Leber-, Gallen-, Magen- und Darmkrankheiten | |
| AT115221B (de) | Verfahren zur Durchführung biochemischer Prozesse. | |
| DE649604C (de) | Verfahren zur Foerderung des Wachstums und der Aktivitaet von Mikroorganismen | |
| AT127109B (de) | Verfahren zur Herstellung von therapeutisch wirksamen Präparaten. | |
| DE3783599T2 (de) | Biologische regulierung der dehydratisierung und des verfaulens von wurzeln und herstellung einer impfung dafuer. | |
| DE179354C (de) | ||
| DE554000C (de) | Verfahren zur Darstellung von Dioxyaceton durch bakteriell bedingte Umwandlung von Glycerin | |
| AT131775B (de) | Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Nähmaterial unter gleichzeitiger Prüfung auf Keimfreiheit. | |
| DE1642670C (de) | Verfahren zur Kultivierung von Leishma men | |
| DE1442219A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von zellteilungsfoerdernden Stoffen aus Suesswasseralgen | |
| DE955461C (de) | Mittel zur Bekaempfung von Krankheitserregern bei Pflanzen | |
| DE654321C (de) | Verfahren zur Herstellung von Butylalkohol und Aceton | |
| DE1592767C3 (de) | Bodenverbesserungspräparat | |
| DE120580C (de) | ||
| DE555497C (de) | Verfahren zur beschleunigten Durchfuehrung der Flachsroeste | |
| DE754713C (de) | Verfahren zur Herstellung von Getraenken |