DE174606C - Verfahren zur Bestimmung von Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Bestimmung von Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen u. dgl.

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DE174606C
DE174606C DE1905174606D DE174606DA DE174606C DE 174606 C DE174606 C DE 174606C DE 1905174606 D DE1905174606 D DE 1905174606D DE 174606D A DE174606D A DE 174606DA DE 174606 C DE174606 C DE 174606C
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    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01K11/00—Measuring temperature based upon physical or chemical changes not covered by groups G01K3/00, G01K5/00, G01K7/00 or G01K9/00
    • G01K11/06—Measuring temperature based upon physical or chemical changes not covered by groups G01K3/00, G01K5/00, G01K7/00 or G01K9/00 using melting, freezing, or softening
    • G01K11/08—Measuring temperature based upon physical or chemical changes not covered by groups G01K3/00, G01K5/00, G01K7/00 or G01K9/00 using melting, freezing, or softening of disposable test bodies, e.g. cone

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Temperatur von erhitzten Räumen, Öfen u. dgl. und besteht in der Anwendung kristallisierter oder kristallinischer Salze oder Salzgemische von bekanntem Schmelzpunkt als Anzeigekörper. Es ist bekannt, zur Messung von Temperaturen, beispielsweise bei öfen der keramischen Industrie, zu Kegeln geformte Gemische von Metalloxyden, wie Tonerde, Kalk, Magnesia, Kieselsäure usw., zu verwenden (Seger-Kegel). Wenn die für die betreffenden Kegel angegebenen Temperaturen, überschritten werden, so erweichen die Kegel, in dem sie sich hierbei verbiegen. Es ist weiter bekannt, daß
' man bei Dampfkesseln, Feueralarmvorrichtungen usw. bereits schmelzbare Stöpsel u. dgl. benutzt hat, um durch das Schmelzen der Stöpsel oder Blöcke auf mechanischem oder elektrischem Wege ein Warnungssignal .zu geben. Dem gegenüber erweichen die Salzformen gemäß der vorliegenden Erfindung nicht, sondern schmelzen bei einer bestimmten Temperatur fast plötzlich und werden beim Sinken der Temperatur wiederum fest, so ■ daß sie von neuem gebraucht werden können, da sie durch das Schmelzen keine Veränderung in ihren Eigenschaften erleiden. Die Salze werden zweckmäßig in Form von Kegeln, Zylindern, Würfeln u. dgl. verwendet, die man eventuell mit einer Hülle von Wachs, Zinnfolie oder anderem leicht verbrennbaren und leicht schmelzbaren Stoff umgibt, um die Aufnahme von Feuchtigkeit oder die Gefahr des Zerbrechens nach Möglichkeit zu verhindern. Für Handelszwecke kann man diese geformten Salze durch geeignete Färbungen unterschiedlich oder die Schmelz- . temperaturen äußerlich kenntlich machen. Beim Gebrauch stellt man eine Anzahl Salz-, formen von verschieden hoher Schmelztemperatur in dem zu messenden Räume auf, und zwar zweckmäßig in Porzellannäpfchen auf geeigneten Untersätzen derart, daß man die Formen durch ein Schauloch von außen ' beobachten kann.
In der beiliegenden Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform der Erfindung gezeigt. ■ Bei dem im Schnitt dargestellten Flammofen sind A A eine Anzahl feuerfester Untersätze, die auf dem Herde des Ofens aufgestellt sind. B B sind Porzellannäpfchen mit Salzformen. Durch geeignete in der Ofenwandung vorgesehene Schaulöcher kann man die Näpfchen nebst Inhalt beobachten. Die verschiedensten kristallisierten oder kristallinischen Salze sind für diesen Zweck geeignet, z. B. Bariumnitrat, das bei 5900 C. schmilzt, oder Calciumchlorid, das etwa bei 720° C. schmilzt, oder Kaliumchlorid, Schmelzpünkt bei 735°. C, oder Natriumchlorid, Schmelzpunkt bei 8500 C, oder Kaliumsulfat, Schmelzpunkt 10200 C. u. dgl.
Man kann auch Formen aus derartigen Salzgemischen herstellen, deren Schmelzpunkt zwischen der niedrigsten und höchsten Schmelztemperatur der Bestandteile belegen ist, so daß man auf diese Weise auch die
Temperatur von Räumen bestimmen kann, wofür man kein reines Salz von entsprechendem Schmelzpunkt besitzt. Der Schmelzpunkt reiner Salze wird häufig durch eine Beimischung von Verunreinigungen wesentlich verändert, so daß beispielsweise Gemische von Kalium- und Natriumchlorid bei zwischen 7000 C. und 775° C. belegenen Temperaturen schmelzen. Der Schmelzpunkt jeder
ίο Art gleichzeitig hergestellter und gleichmäßig zusammengesetzter Salzformen wird vorher mittels Thermoelementes und Galvanometers bestimmt.
Es ist jedoch keineswegs notwendig, daß man die Salzformen in dem zu messenden Raum von außen beobachtet, wenn sie gerade schmelzen, sondern man kann, wo dies nicht angebracht ist und wo der Ofen beispielsweise nur bis auf eine Maximaltemperatur erhitzt werden darf, einen Stab über die Salzform aufhängen, der in Verbindung mit einer Alarmvorrichtung steht, wie dies bei F in der Zeichnung gezeigt ist, so daß, wenn die betreffende Salzform schmilzt, durch das Einsinken des Stabes ein Kontakt hergestellt wird, der die Alarmvorrichtung in Tätigkeit setzt.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Bestimmung von Temperaturen in erhitzten Räumen, öfen
u. dgl. durch Beobachtung des Schmelzpunktes von Körpern, dadurch gekennzeichnet, daß als Anzeigekörper kristallisierte oder kristallinische Salze oder Salzgemische verwendet werden.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer Salzform ein Stab aufliegt, so daß beim Erreichen einer bestimmten Temperatur durch das Einsinken des Stabes ein Kontakt hergestellt wird, der eine elektrische Alarmvorrichtung in Tätigkeit setzt.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Salzformen hygroskopischer Beschaffenheit mit einem luftdichten Überzug versieht, um die Feuchtigkeit abzuhalten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE1905174606D 1905-05-06 1905-08-25 Verfahren zur Bestimmung von Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen u. dgl. Expired DE174606C (de)

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DE1905174606D Expired DE174606C (de) 1905-05-06 1905-08-25 Verfahren zur Bestimmung von Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen u. dgl.

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FR (1) FR365642A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2158039A1 (de) * 1970-12-10 1972-06-22 Edward Orton Jr Ceramic Founda Pyrometrische Messvorrichtung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2158039A1 (de) * 1970-12-10 1972-06-22 Edward Orton Jr Ceramic Founda Pyrometrische Messvorrichtung

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FR365642A (fr) 1906-09-12

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