DE178708C - - Google Patents
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- G—PHYSICS
- G02—OPTICS
- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
- G02B5/00—Optical elements other than lenses
- G02B5/12—Reflex reflectors
- G02B5/122—Reflex reflectors cube corner, trihedral or triple reflector type
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- Optics & Photonics (AREA)
- Optical Elements Other Than Lenses (AREA)
Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-Ja 178708 KLASSE 42 Ji. GRUPPE
Firma CARL ZEISS in JENA.
Tripelspiegel. Patentiert im Deutschen Reiche vom 8. November 1905 ab.
Die Erfindung besteht in der Verbesserung eines Spiegelsystems, das von Beck im Jahrgang
1887 der Zeitschrift für Instrumentenkunde, Seite 385 bis 389, beschrieben und als
Tripelspiegel bezeichnet worden ist. Das Ziel der Erfindung ist die Verminderung der dem
Spiegel eigentümlichen Strahlenverluste und die Erweiterung seines öffnungswinkels ohne
Änderung des eigentlichen Spiegelsystems. Der Tripelspiegel besteht aus drei ebenen Spiegeln
in solcher gegenseitigen Lage, daß die drei Schnittlinjen der Spiegelebenen einander nicht
parallel sind, sich also in einem Punkt, dem Spiegelmittelpunkt, schneiden.
Zur Erläuterung der Erfindung diene eine Sonderform des Tripelspiegel, die von Beck
Zentralspiegel genannt wird. Bei dieser Sonderform gestalten sich nicht nur die Wirkungen
des Erfindungsgegenstandes am einfachsten, der Tripelspiegel hat auch in dieser Form
und in einigen ihr nahe kommenden seine größte Bedeutung. Die Spiegelflächen des
Zentralspiegels stehen alle drei senkrecht aufeinander. Er bildet also, wenn mit zusammenstoßenden
quadratischen Spiegeln ausgeführt, die Hälfte eines Hohlwürfels. Die Würfeldiagonale durch den Spiegelmittelpunkt werde
als Spiegelachse bezeichnet. Die Eigenschaft, der der Zentralspiegel seine Benennung verdankt,
besteht darin, daß einerseits das Objekt und andererseits dessen Spiegelbild (richtiger
dessen sechs ineinander fallende Spiegelbilder) eine punktsymmetrische Lage zum Spiegelmittelpunkt
haben. Daraus folgt, daß im allgemeinen jeder eintretende Strahl, der mit irgend
einer Neigung zur Spiegelachse und in irgend einer Orientierung zum Spiegel eine der drei
Spiegelflächen trifft, in paralleler, aber entgegengesetzter Richtung austritt, und zwar
in einer Ebene, die durch den eintretenden Strahl und den Spiegelmittelpunkt bestimmt
und so weit über den Spiegelmittelpunkt hinaus verschoben ist, daß dieser in der Mitte zwischen
dem eintretenden und dem austretenden Strahl liegt. Dies ist stets der Fall, wenn 4^
der Strahl dazu gelangt, nacheinander von allen drei Spiegelflächen zurückgeworfen zu werden.
Während Beck die Verwendbarkeit des Zentralspiegels für gewisse astronomische
Fehlerbestimmungen behandelt, hat G r u b b neuerdings in der englischen Patentschrift
21856 vom Jahre 1903 darauf aufmerksam gemacht, daß dem Zentralspiegel wichtige
andere Anwendungen offen stehen, wenn man ihn dazu benutzt, das Licht entfernter Lichtquellen
nach dem Ort — oder in die Nähe — der Lichtquelle zu reflektieren. Bei einigen
dieser neuen Anwendungen wird von derjenigen Eigenschaft des Zentralspiegels ausgiebiger Gebrauch
gemacht, derzufolge der Winkel, den die Spiegelachse mit der Eintrittsrichtung der Lichtstrahlen bildet, von Null bis zu einem
beträchtlichen Winkel, 35 ° und darüber je nach der Orientierung des Spiegels zur Eintrittsrichtung,
schwanken kann, ohne daß das Licht aufhört, zu seiner Quelle zurückzukehren. In dem Maße, wie die Strahlen von der zur
Spiegelachse parallelen Richtung abweichen, büßt aber das erzeugte Bild an Lichtstärke
ein, weil ein Teil der Strahlen nicht mehr die
dritte Spiegelfläche trifft, bei gewissen Orientierungen
und großer Neigung zur Spiegelachse ein entsprechend geringerer Teil sogar nicht
mehr die zweite Spiegelfläche. Diese Einbuße ist also am stärksten, wenn die Eintrittsrichtung der Strahlen den Grenzwinkel der
Strahlenrückkehr erreicht hat, der der jeweiligen Orientierung des Spiegels entspricht.
Solche Einbuße zu vermindern, also mehr
ίο Strahlen als bisher wiederzugewinnen und
zugleich die Grenzwiiikel zu erweitern, d. h. innerhalb eines bisher unbenutzbaren
Winkelbereichs Strahlenrückkehr überhaupt erst zu schaffen, ist der zweifache Erfolg des hier
vorgeschlagenen Mittels. Das Mittel, das den Gegenstand der Erfindung bildet, besteht darin,
den Spiegelhohlraum mit einem durchsichtigen Körper auszufüllen, der optisch dichter ist
als die bisher mit den Spiegelflächen in Berührung stehende Luft. Der Füllkörper
ist durch eine ebene oder nahezu ebene Ein- und Austrittsfläche zu begrenzen, die
man zweckmäßig zur Spiegelachse senkrecht stellt. So entsteht, wenn das hinzugefügte
optische Mittel fest, z. B. Glas, ist, ein tetraedrisches Prisma, das selbst der Träger der
Spiegelbelegung werden kann, so daß die bisherigen Spiegelkörper fortfallen. Läßt man
auch die Belegung fort, begnügt sich also mit der Totalreflexion der an Luft grenzenden Glasflächen,
so nimmt der Winkelbereich der Strahlenrückkehr dadurch allerdings ab, kann aber noch immer größer gehalten werden
als beim Zentralspiegel bisheriger Konstruktion, weil der Erfolg des »Füllkörpers« mit
dessen Brechungsvermögen wächst, sehr stark brechende Glasarten aber verfügbar sind. Für
große Zentralspiegel können Flüssigkeiten mit Nutzen als Füllkörper verwendet werden. Es
tritt dann ein sogenanntes Flüssigkeitsprisma mit dünnen Glaswänden an die Stelle des
Glasprismas. Man kann aber auch als ebene Ein- und Austrittsfläche des flüssigen Füllkörpers
dessen freie Oberfläche benutzen, indem man die Spiegelöffnung aufwärts richtet. Ein
über dem Zentralspiegel geneigt angeordneter Planspiegel wirft dann die Strahlen, die gewöhnlich
in ungefähr wagerechter Richtung von der entfernten Lichtquelle kommen, dem Zentralspiegel zu.
Die acht Figuren der Zeichnung sind alle in gleicher Projektionsart ausgeführt. Fig. 1
stellt den Zentralspiegel bisheriger Konstruktion dar. Drei planparallele Platten tragen die
Spiegelflächen, die sich durch drei andere Flächen (mit punktierten Kanten) zum Würfel
ergänzen lassen. Die vom Spiegelmittelpunkt C ausgehende Würfeldiagonale A ist die Spiegelachse.
60. Fig. 2 zeigt, wieder in einen Würfel eingetragen,
das tetraedrische Glasprisma, das nach vorliegender Erfindung den Hohlspiegel (Fig. 1)
vorliegender Erfindung den Hohlspiegel (Fig. 1) mit Vorteil ersetzt. Die Ein- und Austrittsfläche oder Öffnung des Zentralspiegels ist ein
gleichseitiges Dreieck abc.
In Fig. 3 sind wie in Fig. 1 die wirksamen
Flächen. des Hohlspiegels dargestellt, aber in der Form der Spiegelflächen des tetraedrischen
Glasprismas (Fig. 2). Die gleichzeitig dreieckige Spiegelöffnung abc liegt hier abweichend
von Fig. ι und 2 der Zeichenebene parallel. Die punktierten Linien stellen das Bild dar,
das der Spiegel von sich selbst entwirft. Man erkennt leicht die zum Mittelpunkt C symmetrische
Lage der Öffnung abc einerseits und des Öffnungsbildes a' V c' andererseits. Auch
das Stück der Spiegelachse A vom Mittelpunkt C bis zu der auf ihr senkrechten Ebene
der Öffnung abc ist nebst seinem Spiegelbild A' in die Figur eingetragen.
Nach Fig. 4 ist aus Fig. 3 die Öffnung abc
und das Öffnungsbild a' V c' sowie die Achse A und das Achsenbild A' übernommen. Soll ein
Bündel paralleler Strahlen in den Zentralspiegel parallel zur Achse A eintreten, und die
Öffnung abc vollständig ausfüllen, so muß es die Form eines dreiseitigen Prismas haben,
dessen Kanten so liegen wie die an den Punkten a, b und c angedeuteten Pfeilschwänze. Wie
eingangs erwähnt, ist die Lage der zu diesen eintretenden Kantenstrahlen gehörigen, ihnen
parallel gerichteten austretenden Strahlen dadurch gegeben, daß der Spiegelmittelpunkt
in der Mitte zwischen je zwei zusammengehörigen Strahlen liegt. Die Richtungen der
zurückkehrenden Kantenstrahlen gehen also durch die Spiegelbilder a', V und c' der Punkte a,
b und c. In der Figur ist das ideelle zurückkehrende Strahlenprisma in seinem (verlängerten)
Teil zwischen dem Öffnungsbild a' b' c' und der öffnungsebene durch feine Punktierung
angedeutet. Wie ersichtlich, treffen die Kantenstrahlen a' «x, V bx und c' cx und ihnen benachbarte
Teilbündel von dreieckigem Querschnitt außerhalb der Öffnung abc auf die
öffnungsebene. Dies bedeutet, daß sie von Spiegelteilen die dritte Reflexion empfangen,
die keine Wirklichkeit mehr haben, daß sie also aus dem zurückkehrenden Bündel ausfallen.
Die Kanten des reellen zurückkehrenden Bündel sind durch Pfeilspitzen angedeutet.
Der Querschnitt dieses Bündels ist ein regelmäßiges Sechseck.
Fig. 5 unterscheidet sich von der vorhergehenden nur dadurch, daß das durch die
Öffnung abc eingelassene Bündel mit der Achse A einen Winkel bildet. Die sechs Pfeilspitzen
begrenzen in diesem . Fall ein reelles · zurückkehrendes Bündel, dessen Querschnitt
ungleichseitig und kleiner ist als der des zur Achse parallelen Bündels in Fig. 4, weil bei
geneigtem Eintritt noch mehr Strahlen über den Rand der jeweilig dritten spiegelnden Fläche
hinweggehen.
In Fig. 6 ist die Wirkung des Erfindungsgegenstandes
in dem Fall nach Fig. 5 dargestellt. Denkt man sich in Fig. 3 den Raum zwischen den drei Spiegeln und der öffnungsebene durch
ein Glasprisma von gewöhnlichem Brechungsvermögen, z. B. vom Exponenten 1,5, erfüllt,
so entwirft die von der ebenen Öffnungsfläche begrenzte Glasschicht auf der Achse A ein
Bild des Spiegelmittelpunktes C, das von dieser
Fläche nur noch = — so weit absteht, wie
•1,5 3
der Punkt C selbst. Ebenso wird das öffnungs-
2
bild a' V c' von der Glasschicht in — des bis-
bild a' V c' von der Glasschicht in — des bis-
herigen Abstandes von der Öffnungsebene als a" b" c" (Fig. 6) nochmals abgebildet, so
daß dieses neue Öffnungsbild und die öffnung abc wieder punktsymmetrisch zum
Bild C des Spiegelmittelpunktes liegen. Infolge dieser Annäherung zwischen Öffnung und
Öffnungsbild hat die Spur «xx &xx cxx des
ideellen zurückkehrenden Strahlenprismas in der öffnungsebene eine andere Lage zur Öffnung
abc als die Spur ax bx cx in Fig. 5. Die
Pfeilspitzen zeigen zwar noch immer einen ungleichseitigen Querschnitt des reellen zurückkehrenden
sechsseitigen Strahlenprismas an, aber einen größeren als in Fig. 5. Es ist ein beträchtlicher
Teil der sonst verlorenen Strahlen wiedergewonnen worden.
Mit Fig. 7 kehrt die Darstellung wieder zum unausgefüllten Zentralspiegel zurück. Diese
Figur stellt einen der Fälle dar, wo das durch die öffnung abc eingelassene Strahlenprisma
mit der Achse .4 einen Winkel bildet, der für die gegebene Orientierung des Zentralspiegels ■
den Grenzwinkel der Strahlenrückkehr schon ein wenig überschreitet. Der Querschnitt des
reellen zurückkehrenden Strahlenprismas wäre also schon bei einem kleineren Winkel zu
Null geworden.
Die Einwirkung des Ernndungsgegenstandes im Fall Fig. 7 ist in Fig. 8 dargestellt. Die
Pfeilspitzen zeigen, welchen Querschnitt das reelle zurückkehrende Strahlenprisma besitzt,
das sein Vorhandensein der Anwendung des Glastetraeders verdankt.
In Fig. 9 ist das Glastetraeder nach Fig. 2 nochmals dargestellt. Seine öffnung ist aber
durch zur Achse A parallele ebene Schnitte auf ein Sechseck zurückgeführt. Wie ein Vergleich
mit Fig. 4 zeigt, hat eine solche Öffnung, wenn das Sechseck regelmäßig ist, die Eigenschaft,
daß ein die öffnung ausfüllendes, parallel zur Achse A gerichtetes Bündel ohne Strahlenverlust
zurückkehrt. Aber auch bei geneigtem Einfall eines die öffnung ausfüllenden Strahlenbündeis
wird der Strahlenverlust verhältnismäßig gering.
Dasselbe gilt von der kreisförmigen Begrenzung der öffnung nach Fig. 10, wo die spitzen
Ecken des Tetraeders durch eine koachsiale Zylinderfläche abgeschnitten sind.
Claims (2)
1. Tripelspiegel, dadurch gekennzeichnet, daß behufs Verminderung der Strahlen-Verluste
und Erweiterung des öffnungswinkels den Spiegelhohlraum ein optisches
Mittel ausfüllt, das ein höheres Brechungsvermögen besitzt als Luft und den Lichtstrahlen
eine ebene oder nahezu ebene Ein- und Austrittsfläche darbietet.
2. Eine Ausführungsform des Tripelspiegels nach Anspruch 1 als tetraedrischer
Zentralspiegel mit zur Achse senkrechter oder wenig geneigter Ein- und Austrittsfläche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Tetraeder durch ein koachsiales, regelmäßig dreiseitiges Prisma oder durch einen koachsialen
Zylinder so abgestumpft ist, daß die Ein- und. Austrittsfläche ein regelmäßiges
Sechseck bezw. einen Kreis bildet, damit jedes Bündel paralleler Strahlen von gegebener Neigung und Orientierung, das
beim Eintritt die volle Ein- und Austrittsfläche des Zentralspiegels beansprucht, mit
einem verhältnismäßig geringen Strahlenverlust zurückgeworfen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Berlin, gedruckt in der reiChsdruckerei.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT29585D AT29585B (de) | 1905-11-07 | 1906-01-26 | Tripelspiegel. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE178708C true DE178708C (de) |
Family
ID=443075
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1905178708D Expired - Lifetime DE178708C (de) | 1905-11-07 | 1905-11-07 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE178708C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4432086A1 (de) * | 1994-09-09 | 1996-03-14 | Technoglas Neuhaus Gmbh | Optikbaugruppe mit fakultativer Justierung, insbesondere Retroreflektor |
-
1905
- 1905-11-07 DE DE1905178708D patent/DE178708C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4432086A1 (de) * | 1994-09-09 | 1996-03-14 | Technoglas Neuhaus Gmbh | Optikbaugruppe mit fakultativer Justierung, insbesondere Retroreflektor |
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