DE1803473A1 - Verfahren und Einrichtung zum Metall-,insbesondere Stahl-Stranggiessen - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zum Metall-,insbesondere Stahl-Stranggiessen

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DE1803473A1
DE1803473A1 DE19681803473 DE1803473A DE1803473A1 DE 1803473 A1 DE1803473 A1 DE 1803473A1 DE 19681803473 DE19681803473 DE 19681803473 DE 1803473 A DE1803473 A DE 1803473A DE 1803473 A1 DE1803473 A1 DE 1803473A1
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Baumann Dr-Ing Hans G
Dr-Ing Habil Theodor Rummel
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Demag AG
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D11/00Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
    • B22D11/10Supplying or treating molten metal
    • B22D11/11Treating the molten metal
    • B22D11/114Treating the molten metal by using agitating or vibrating means
    • B22D11/115Treating the molten metal by using agitating or vibrating means by using magnetic fields

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Continuous Casting (AREA)

Description

  • Verfahren und Einrichtung zum Metall-, insbesondere Stahl-Stranggießen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine besonders günstige Einrichtung zur Ausübung desselben zum Metall-, insbesondere Stahl-Stranggießen, bei dem zwecks raschen Abkühlens und Durchmischens des in der Durchlaufgießform vorhandenen flüssigen Teils bzw. zum Entgasen und Homogenisieren elektrodynamisch bewirkte, in einzelnen Querschnittszonen gegenläufige Kräfte hervorgerufen werden.
  • An Stahlstranggießanlagen führt der große Wärmeinhalt des auf ca. 15800 C erhitzten Flüssigmetalls zu schwierigen Abkühlungs- und Mischungsproblemen.
  • Die Bauhöhe der Anlage bzw. die Länge des Stützwalzengerostes und somit ein wesentlicher Teil der Anlagekosten sind von der erreichbaren Abktihlungsgeschwindigkeit abhängig. Je größer diese - im Rahmen des metallurgisch Tragbaren - sein wird, desto kürzer und desto billiger wird eine neu zu erstellende Anlage sein können. Eine genaue Betrachtung zeigt darüber hinaus, daß nicht nur die AbkUhlungsgeschwindigkeit, sondern auch die aus dem Abkühlungs-Temperaturreld resultierende Form der Erstarrungsfront sehr beachtet werden muß, um beispielsweise Risse, Durchbrüche des Flüssigmetalls und Ausseigerungen zu vermeiden. Durchbruchgerahr besteht insbesondere dann, wenn der Strang nur mit einer verhältnismäßig dUnnen Schale versehen aus der Durchlaufgießform austritt und dann mittels Rollen gestützt abgesenkt werden muß. Bis zur völligen Durcherstarrung, also auf einer Wegstrecke von erheblicher Länge (z.B. von 12 m) wirkt im Tnneren des Stranges der ferrostatische Druck. Die Folge sind Ausbauchungen zwischen den StUtzrollen.
  • In Extremfällen reißt der Strang und es ergießt sich der freiwerdende Rest des FlUssigmetalls auf die unteren Anlagenteile. Der Gießvorgang ist unterbrochen, das in der Gießpfanne Uber der Verteilerrinne bzw. Uber der Durchlaufgießform vorhandene Gießmetall ist in einem sogenannten Notguß in Standgießkokillen umzuleiten. Die Anlage bedarf einer gründlichen kostspieligen Reinigung, die zudem verhindert, daß sofort eine neue Charge abgenommen werden kann.
  • Die Gefährlichkeit des gesamten Vorganges für das Personal mit damit verbundenen Folgen ist durch dementsprechende Vorfälle leider vielfach bestätigt worden. Man hat deshalb zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in der Gestaltung der GießbUhne, Anordnung von-Notkokillen vorgeschlagen und teilweise auch ausgerthrt, die alle das Stranggießen erschwerten und verteuerten.
  • Bei der bisher geUbten Art des Stranggießens bildet sich eine in die Tiefe reichende spitzkegelige Erstarrungsfront aus. Dabei bildet die von außen nach innen wachsende Strangschale mit zunehmender Stranglänge einen wachsenden Widerstand fUr die Wärmeabfuhr aus dem flUssigen Kern.
  • Dementsprechend verhält sich der Werkstoff und zeigt alle die unerwUnschten Symptome, welche von den Köpfen bei im Standgießverfahren gewonnenen Brammen bekannt sind. So findet man eine Ausseigerung von Schwefel, das Gefüge wird insgesamt nicht ausreichend homogen, es treten im Inneren und an der Oberfläche Risse aur. Bei Standgießbrammen wird dieser Kopf entfernt und stellt seit vielen Jahren einen Verlust dar, der in Kauf genommen werden mußte. Da beim Stranggießen dieselben oder mindestens sehr ähnliche Schwierigkeiten auftreten, war man gezwungen, zusätzliche kostensteigernde Einwirkungen auf den Strang einzufilhren wie z.B. Verformung auf andere, insbesondere kleinere Querschnitte. Es zeigte sich immer deutlicher, daß eine ganze Reihe von Zusatzmaßnahmen notwendig war, um den Oießstrang - in seiner gegenwärtigen Qualität - zu brauchbarem Halbzeug verformen zu können. Dadurch wurde teilweise die Wirtschaftlichkeit gefährdet.
  • Es ist ein Vorschlag bekannt, der einen gleichmäßigen WKrmeentzug Uber den Strangquerschnitt anstrebt, um eine raschere Und Uber den Querschnitt gleichmäßigere Kühlung zu erzielen, 80 daß die Schrumpfung schneller eintritt. Die bekannte Maßnahme besteht darin, eine kreisende Bewegung in Richtung der Strangachse der Schmelze zu erteilen, wobei die Teilchen der Schmelze nächst den Randzonen des Stranges hochsteigen. Ein solches Verfahren gewann in der Praxis keine Bedeutung. Die Ursache rur das Versagen der bekannten Lösung liegt darin, daß physikalische Erkenntnisse außer Betracht gelassen wurden, wodurch sich der gewtlnschte Effekt nicht einstellen konnte. Unter anderem blieb unbeachtet, daß eine im Strangkern in Stranglaufrichtung fließende Metallströmung einen weitaus geringeren Widerstand findet, weil dort die Erstarrung des Metalls nur langsam eintritt.
  • Die höhere Temperatur im Kern ist deshalb der Grund rur eine größere Eindringwegstrecke einer zentrischen Strömung.
  • Eine Metallströmung in den Außenbereichen des Querschnitts einer Durchlaufgießform ist deshalb weitaus schwieriger aufrechtzuerhalten. Es kommt deshalb zum weitaus längeren flilssigen Gießsumpf im Kern des Gießstranges. Die Ausbildung des Gießsumpfes ist weiterhin spitzwinklig, so daß die beabsichtigte Wirkung einer rascheren AbkUhlung wegen der Isolationswirkung einer sich wie gewöhnlich bildenden Strangschale nicht eintreten kann.
  • Die beim bekannten Beispiel zur AusfUhrung des Verfahrens vorgeschlagenen Mittel scheinen Jedoch ebenfalls nicht geeignet zu sein, das angestrebte Ziel auch nur annähernd zu erreichen. Das von einem Binphasenstrom erzeugte Wanderfeld bewirkt keine einheitlich gewünschte Strömungsrichtung in den äußeren Randschichten. Es entstehen lediglich einige toroidartige Wirbel, die im unteren und oberen Teil der Durchlaufgießform einander entgegenlaufen. Ferner bestehen Unbestimmtheiten hinsichtlich der Wirkungen des Einguß-Strahls, die überhaupt keine Beachtung finden. Schließlich fehlen auch Angaben, auf welche Weise das von dem Einphasenstrom erzeugte Magnetfeld in gentgender Intensität durch die normalerweise recht dicke Wandung der Durchlaufgießform hindurch in den flüssigen Strangteil gelangen soll. Bei den bisher üblichen großen Wandstärken, verbunden mit den. bis her angestrebten hohen Wärmeleitfähigkeiten (z.B. bei kupfer von etwa 25 mm Wandstärke), war es nicht möglich, elektromagnetische Felder von einigermaßen wirksamer Intensität innerhalb der äußeren Schichten des Flüssigstranges zu erzeugen. Durch das bereits bekannte Verfahren bzw. die bekannte Vorrichtung werden wesentliche Schwierigkeiten physikalischer und praktisch-metallurgischer Art nicht überwunden.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein Verfahren und die Vorrichtung aufzuzeigen, nach denen die spitzwinklige Erstarrungsfront vermieden werden kanne Unter einer solchen ist ein Kegelsumpf von mehreren Metern Länge zu verstehen.
  • Die Lösung der Aufgabe kann nunmehr aufgrund eines Verfahrens erfolgen, nach dem Drehstrom-Wanderfelder die Randbereiche des Inhalts der Durchlaufgießform in Strangbewegungsrichtung derart beeinflussen, daß beständig in den Querschnittsrandbereichen erzeugte, vorwärts laufende Strömungen des FlUssigmetalls das Erstarrungsprofil nahezu einebnen. Die Erfindung schlägt demnach den entgegengesetzten Weg der bekannten Lösung ein. Nur so kann das bisherige spitzkegelige Erstarrungsprofil so weit abgeflacht werden, daß es sich etwa mit einer Querschnittsfläche deckt. Gemäß der Erfindung wird nämlich vermieden, daß die Strangschalenbildung in den äußeren Bereichen des Querschnittes so frühzeitig einsetzt, so daß sich die Strömungen mehr und mehr auf den Kern beschränken könnten, wie dies bisher der Fall war.
  • Die Erfindung bedient sich deshalb der Erkenntnis, die äußeren Bereiche des Gießquerschnittes so lange flüssig zu halten, bis die mittlere Temperatur in die Nähe der Erstarrungstemperatur gelangt, wonach in unteren Bereichen der Durchlaufgießform die Bildung der Strangschale zugelassen werden kann.
  • Die der Erfindung zugrundeliegende neuartige Wirkung läßt sich nunmehr dadurch noch erheblich verstärken, daß die in Stranglaufrichtung erzeugten Strömungen des FlUssigmetalls von einem bzw. mehreren Eingießstrahlen unterstützt werden.
  • Es ist zur sicheren Aufrechterhaltung einer ausreichenden Energie des Drehstrom-Wanderfeldes unbedingt notwendig, daß etwa sich absetzende Randschichten erstarrten Strangmaterials, auch falls sie durch Abkühlung unter die Curie-Temperatur ferromagnetisch werden sollten, den Energiefluß des elektromagnetischen Feldes - also den Poynting'schen Vektor - nicht zusätzlich schwächen. Dies geschieht nach einem weiteren vorteilhaften Verfahrensschritt gemäß der Erfindung dadurch, daß mindestens in Intervallen so hohe elektromagnetische Feldstärken angewendet werden, daß gegebenenfalls sich ansetzende ferromagnetische Störschichten magnetisch gesättigt werden. Dadurch verlieren diese mindestens in den Intervallen ihre sehr stbrende, die beabsichtigte Wirkung unterbindende Eigenschaft, indem ihre relative Permeabilität nahezu nl wird.
  • Ein weiteres nützlichen Erfindungsmerkmal besteht darin, daß die entgasende und homogenisierende Wirkung mechanischer Schallschwingungen zum Abkühlungseffekt hinzukommt, wenn errindungsgemäß das angewendete Drehstrom-Wanderfeld inhomogen gestaltet wird. Durch den Grad der räumlichen Inhomogenität läßt sich in gewünscht dosierbarer Weise die Intensität der Entgasung und Homogenisierung des Stranggieß-Materials ein stellen.
  • Nach der weiteren Erfindung kann das Drehstrom-Wanderfeld nur periodisch, gewissermaßen stoßweise betrieben werden, wobei Jedoch während Jeder Arbeitsperiode die ferromagnetisch an der Wandung sitzende Erstarrungsschicht mit einem so starken elektromagnetischen Feld beaufschlagt wird, daß magnetische Sättigung erreicht wird.
  • Die Gesamtintensität des erfindungsgemäßen Verfahrens - die Kombinations-Intensität aus Abkühlungs-, Entgasungs- und Homogenisierungseffekten - läßt sich nach einem weiteren Merkmal der Erfindung durch Einstellen des Verhältnisses von Feld-Zeit zu Feld-Pause regeln.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich Jedoch auch vorteilhaft für eine Vielstranggießanlage. Dafür wird eine Verfahrensweise vorgeschlagen, nach der die Drehstrom-Wanderfelder mehrerer Durchlaufgießformen in wechselnder Folge mit Stromimpulsen aufgebaut werden.
  • Dies gestattet eine besonders günstige Ausnutzung der elektrischen Kapazitäten in einem Stahlwerk.
  • Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens kennzeichnet sich nunmehr dadurch, daß die Drehstrom-Phasenströme mittels Spulen erzeugbar sind, welche konzentrisch um den Strang und die Durchlaufgießform angeordnet sind, wobei deren in Strangrichtung liegende Folge entgegen-2 gesetzt zu der gewünschten Kraftantriebsrichtung innerhalb der Strangrandschichten'liegt. Nur so wird Uberrasehenderweise die gewünschte Strömungsbewegung erzielt. Dies hängt mit der radialen Verteilung der in der Schmelze induzierten Ströme zusammen. Während die Verteilung der magnetischen Kraftlinien vom sogenannten Eindringmaß abhängt und somit bei großem Eindringmaß durchaus annähernd homogen über den Strangquerschnitt sein kann, gilt ähnlichts keineswegs für die Verteilung der Ströme. Da diese aber als Faktor an der Kraftwirkung beteiligt sind, wird die Kraftwirkung des Drehstrom-Wanderfeldes in der Strangseele Null, wenn dort die Ströme Null sind. Dies ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung der Drehstrom-Wanderfeld spulen der Fall, so daß die Kraftwirkung in der Seele und deren benachbarten Gebieten Null bzw. sehr klein wird.
  • Nur dadurch ist aber die Aufrechterhaltung der VorwKrts-Strömung in den Randgebieten möglich, da dieser zum Ausgleich eine Aufwärts-Strömung in den Zentralgebieten das Gleichgewicht halten muß. Bei mit der Strömungarichtung gleichgerichteter Polung der Wanderfeld-Spulen entsteht eine Strömung in verkehrter, genau erwünschter Richtung.
  • Bei einer Phasenfolge der Erregerströme von R s T müssen also die Spulen ir Stra.gbewegungsrichtung gesehen rolgende grundsätzliche Phasenfolge aufweisen: R 5 T . Bei Ausnützung der Gegenphaser. R'S'T' ergibt sich dann die richtige Spnlenfolge: R T' S R' T 6' usw. Es ist besonders wertvoll ;\nå ein wesentlicher Bestandteil der Erfindung, daß vom Fachma@@ diese Erkenntnis ausgenützt wird.
  • Um die WGttbelasung bei dem Intervall-Betrieb gering zu halten ist zwischen öffent@@chemoder Werknetz gemäß der weiteren Erfindung eines Stahlwerkes Energiespeicher angeordnet, wie beispielsweise eine Motor-Generator-Einheit, die gegebenenfalls mit Schwungrad ausgerüstet ist.
  • Bei der Durcrhführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in dementsprechenden Einrichtungen ist dem Baumaterial und dessen Wandstärke, aus dem d* Durchlaufgießform gebaut ist, besonderes Augenmerk zu schenken, da andernfalls der erfolg infrage gestellt ist.
  • Die Erfindung sieht deshalb vor, daß die Spu@@@ n mit geringem Abstand um die das Giesmetall führende, kühlte Wandurch der Durchlaufgießform angeordnet sind.
  • Die Spulen sind deshalb nicht nur sehr geschützt untergebracht, also vor Uberschwappendem Flüssigmetall bewahrt, sondern auch gleichzeitig entsprechend gekühlt.
  • Die Erfindung bedient sich nunmehr besonderer Baumaterialien für die Durchlaufgießform. Danach eignet sich besonders ein derartiger Aufbau, nach dem die Wandung der Durchlaufgießform aus Metallen oder Legierungen besteht, für die der Quotient "mechanische Festigkeit/Wärmeleitfähigkeit" oder der Quotient "mechanische Festigkeit/elektrische Leitfähigkeit" einen Höchstwert bildet. Dementsprechende Materialien sind beispielsweise die nicht ferromagnetischen Stähle. Schlecht geeignet ist dementsprechend das bisher fast ausschließlich verwendete Kupfer, da dieses bei großer elektrischer und großer Wärmeleitfähigkeit nur eine sehr geringe mechanische Festigkeit aufweist. Dünne Kupferwandplatten sind allenfalls dann in Betracht zu ziehen, wenn diese entsprechend mit anderen Stoffen beschichtet sind.
  • Eine weitere vorteilhafte Lehre ist gegeben durch die Beziehung für die Wandstärke des Baumaterials: Danach sieht die Erfindung vor, daß die Wandstärke der Durchlaufgießform kleiner als das Eindringmaß ist. Der Wert 6 ergibt sich aus der PermeabilitSt vor der elektrischen Leitfähigkeit Z und der Frequenz f des Drehstrom-Wanderfeldes gemäß der bereits oben angegebenen Wurzelbeziehung.
  • Der Werkstorf darf sich nicht bei der Arbeitstemperatur mit dem Stranggieß-Material legieren oder benetzen. Deshalb sieht die Erfindung zusätzlich vor, daß die Wandung der Durchlaufgießform auf der Strangseite verchromt, gegebenenfalls mit einer dünnen Kupferzwischenschicht versehen ist. Es ist ferner vorteilhaft, wenn der Werkstoff gegenüber dem Kühlmittel korrosionsfest ist. Die Erfindung wird deshalb dadurch ergänzt, daß die Wandung der Durchlaufgießform aus rostgesichertem, unmagnetischem Stahl besteht.
  • Um die ausreichende Energiezufuhr innerhalb des 8tahlweries zu sichern und um den im rauhen Hüttenbetrieb besonders hohen Anforderungen an die Betriebssicherheit genügen zu können, sind die Stromversorgungseinrichtungen wie Transformatoren, elektronische Schalteinrichtungen vollständig gekapselt und nahe der Durchlaufgießform, neben oder unter der Gießbühne angeordnet.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht außerdem darin, daß die Steuerung der Drehstrom-Phasenströme mittels Thyristoren durchführbar ist. Demgemäß gelingt es, auch hohe Ströme in der gewünschten Weise zu steuern.
  • In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt und im folgenden näher erläutert: Fig. 1 zeigt den vertikalen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Durchlaufgießform mit Spulen, wobei beispielsweise sechs Spulen gezeigt sind.
  • Fig. 2 ist eine Prinzipskizze der Hauptgruppen für die elektrlsche Ausrüstung, wobei auf Einzelheiten verzichtet ist.
  • Die Stranggießanlage besteht aus einer Senkrecht-Bogen-, Kreisbogen-Anlage oder auch aus Teilen derselben in Kombination mit einer Horizontalanlage. Im Ausführungsbeispiel ist eine gerade Durchlaufgießform 1 gezeigt, an deren Ausgang 2 Stützrollen 3 befestigt sind, die die Oszillationsbewegungen (diese sind bisher bei allen Stranggußanlagen vorgesehen) mit ausführen. Die Durchlaufgießform 1 könnte auch waagerecht oder schräg angeordnet sein, sie könnte auch selbst - mindestens teilweise - bogenförmig ausgeführt sein.
  • Das Gießmetall 4 strömt beispielsweise über zwei oder mehrere Gieß-Strahlen 5 und 6 nicht zentrisch, sondern in die Randbereiche 7 und 8, wodurch die mechanische Wirkung des elektromagnetischen Drehstrom-Wanderfeldes und die daraus resulierende Strömung des Gießmetalls 4 nicht gehemmt, sondern unterstützt wird. Daraus ergibt sich bereits im Bereich des Gieß- Spiegels 9 in den Randbereichen 7 und 8 eine nach unten gerichtete Strömung, die einen weiteren kräftigen Antrieb auf de Länge des Wanderreldes, das vermittels der von Drehstrom durchflossenen Spulen 10 bis 15 erzeugt wird, erfährt.
  • Die Spulen sind schematisch dargestellt. Einzelheiten der teilweisen Überlappung, um den Entgasungs- und Homogenisierungsgrad beeinflussen zu können, sind weggelassen worden.
  • Erfindungsgemäß sind die Spulen an das Drehstromversorgungsgerät in einer der Strömungsrichtung entgegengesetzten Reihenfolge angeschlossen.
  • Die Spulen 10 bis 15 sitzen mit dem geringen Abstand 16 hinter der Wand 17 der Durchlaufgießform 1, Jedoch noch innerhalb der Kühlkammer 18. Um die Kühileistung zu steigern, wird die KUhlmittelgeschwindigkeit durch Wahl eines kleinen Querschnittes über der Durchlaufgießform-Oberfläche möglichst hoch getrieben. Durch die Trennwand 31, die gegenüber der Spule elektrisch isoliert sein muß, wird dies erreicht. Damit wird die Spulen-Innenfläche gleichzeitig zur Außenfläche des eigentlichen Kühlmittelquerschnittes.
  • Die Spulen 10 bis 15 sind durch die Zwischenlagen 19 gegeneinander elektrisch isoliert. Auch die einzelnen Windungen der Spulen sind in Ublicher (nicht gezeichneter) Weise gegeneinander isoliert.
  • Der Stranggießvorgang läuft so ab, daß das Gießmetall etwa bis zum Niveau 20 im Querschnitt flüssig bleibt um dann im Niveau 21 plötzlich zu erstarren. Die Erstarrungsfront 22 wächst gleichzeitig von außen und von unten her. Zwischen Niveau 22 und Niveau 23 ist dann kein Flflssigmetall vorhande Der duktile Gießstrang 25 kann dann ohne weitere Behandlung in die Horizontale umgebogen werden oder in eine Verformungsstrecke einlaufen, wie dies aus älteren, noch nicht veröffentlichten Erfindungsvorschlägen hervorgeht. Die Spulen 10 bis 15 können zur KUhlmittelkühlung hohl sein, die einzelnen Windungen können aber auch nur von außen oder zusätzlich mit dem Kühlmittel in Kontakt sein. Falls niedrigere Spannungen verwendet werden, erübrigt sich selbst bei Wasserkühlung eine Oberflächenisolierung, die die Kühlwirkung hemmen würde.
  • Die Anzahl der Spulen richtet sich nach der verlangten IntensitXt von Rührung und Schwingung.
  • Die Spulen 10 bis 15 sind gemäß Fig. 2 mit dem Drei-Phasensystem 26 verbunden. Dabei wird der Transformator 27 über die Schalteinrichtung 28 primär- (gezeichnet) oder sekundKrseitig gesteuert. Zwischen dem öffentlichen oder Werksnetz 29 und der Gesamtanlage kann ein Motor-Oenerator-Puffersystem 30 eingeschaltet werden, falls dies errorderlich ist. Die Gesamtanlage nach Fig. 2 kann auch variiert werden, immer muß Jedoch der Abstand zwischen der Stroniversorgung - insbesondere dem Transformator 27 - und den Spulen 10 bis 15 so gering wie möglich sein.
  • In Betracht gezogene Drucksohriftens französische Patentschrift 1 064 849 österreich. Patentsohrift 200 270

Claims (16)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zum Metall-, insbesondere Stahl-Stranggießen, bei dem zwecks raschen Abkühlens und Durchmischens des in der Durchlaufgießform vorhandenen flllssigen Teila bzw. zum Entgasen und Homogenisieren elektrodynamisch bewirkte, in einzelnen Querschnittszonen gegenläufige Kräfte hervorgerufen werden, dadurch gekennzeichnet, daß Drehstrom-Wanderfelder die Randbereiche des Inhaltes der Durchlaufgießform in Strangbewegungsrichtung derart beeinflussen, daß beständig in den Querschnittsrandbere ichen erzeugte, vorwärts laufende Strömungen des FlUssigmetalls das Erstarrungaprofil nahezu einebnen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruchs dadurch gekennzeichnet, daß die in Stranglaufrichtung erzeugten Strömungen des FlUssigmetalls von einem bzw. mehreren Eingießstrahlen unterstUtzt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens in Intervallen so hohe elektromagnetische Feldstärken angewendet werden, daß gegebenenfalls sich ansetzende ferromagnetische Störschichten magnetisch gesättigt werden.
  4. 4. Verrahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das erzeugte Drehstrom-Wanderfeld inhomogen gestaltet wird.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehstrom-Wanderfeld nur periodisch, gewissermaßen stoßweise betrieben wird, wobei während Jeder Arbeitsperiode die ferromagnetisch an der Wandung sitzende Erstarrungsachioht mit einem so starken elektromagnetischen Feld beaufschlagt wird, daß magnetische Sättigung erreicht wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Oesamtintensitt aus AbkUhlungt-, Entgasungs-und Homogenisierungswirkungen durch Einstellen des Verhältnisses von Feld-Zeit zu Feld-Pause geregelt wird.
  7. 7. Verfahren nach den AnsprUchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehstrom-Wanderfelder mehrerer Durchlaufgießformen in wetchelndor Folge mit Stromimpulsen aufgebaut werden.
  8. 8. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehstrom-Phasenströme mittels Spulen erzeugbar sind, welche konzentrisch um den Strang und die Durchlaufgießform angeordnet sind, wobei deren in Strangriohtung liegende Folge entgegengesetzt zu der gewUnschten Kraftantriebarichtung innerhalb der Strangrandaohichten liegt.
  9. 9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen öffentlichem oder Werksnetz eines Stahlwerkes ein Energiespeicher angeordnet ist, wie beispielsweise eine Motor-Generator-Einheit, die gegebenenfalls mit Schwungrad ausgerüstet ist.
  10. 10. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulen (10 bis 15) mit geringem Abstand (16) um die das Gießmetall führende, gekühlte Wandung (17) der Durchlaufgießform (1) angeordnet sind.
  11. 11. Einrichtung nach den AnsprUchen 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (17) der Durchlaufgießform (1) aus Metallen oder Legierungen besteht, fUr die der Quotient "mechanische Festigkeit/Wärme leitfähigkeit" oder der Quotient "mechanische Festigkeit/elektrische Leitfähigkeit" einen Höchstwert bildet.
  12. 12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke der Durchlaufgießform kleiner als das Eindringmaß ist.
  13. 13, Einrichtung nach den AnsprUchen 1 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (17) der Durchlaufgießform (1) auf der Strangseite verchromt, gegebenenfalls mit einer dünnen Kupferzwischenschicht versehen ist.
  14. 14. Einrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (17) der Durchlaufgießform (1) aus rostgesichertem, unmagnetischem Stahl besteht.
  15. 15. Einrichtung nach den AnsprUchen 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromversorgungseinrichtungen, wie Transformatoren, elektronische SchalteinrichturFgen vollständig gekapselt und nahe der Durchlaufgießform, neben oder unter der GießbUhne angeordnet sind.
  16. 16. Einrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Drehstrom-Phasenströme mittels r Thyristoren durchführbar ist.
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