DE181574C - - Google Patents

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DE181574C
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trinitrotoluene
naphthalene
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B23/00Compositions characterised by non-explosive or non-thermic constituents
    • C06B23/001Fillers, gelling and thickening agents (e.g. fibres), absorbents for nitroglycerine

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

&'\aw\)Civm, bet
n aPafcan I'cwnfe.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Jig 181574 -KLASSE 78 c. GRUPPE
CHRISTIAN EMIL BICHEL in HAMBURG.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. April 1906 ab.
Sprengstoffe, welche sich als Füllungen von Geschossen, Minen und Torpedos eignen sollen, müssen eine möglichst große Unempfindlichkeit aufweisen, damit sie nur dann zur Detonation kommen, wenn eine solche beabsichtigt ist.
Ein Körper, der an sich gegen Stoß und Schlag schon äußerst unempfindlich ist, ist das Trinitrotoluol, jedoch können Fälle eintreten, in denen es erwünscht ist, die Unempfindlichkeit dieses Körpers noch zu erhöhen. Versuche haben nun gezeigt, daß dieser Zweck durch einen Zusatz von Naphtalin in gewünschter Weise erreicht werden kann. Der Zusatz kann in der Weise erfolgen, daß man entweder die beiden Körper durch Schmelzen miteinander vereinigt oder sie in Lösung zusammenbringt und dann das Lösungsmittel wieder entfernt, oder aber indem man sie mechanisch mischt und durch Druck eine Vereinigung bewirkt. .Am meisten empfiehlt sich jedoch die erstgenannte Methode.
Es ist bekannt, daß Trinitrotoluol mit Naphtalin eine additioneile Doppelverbindung im Verhältnis von je 1 Molekül bildet. Diese Doppelverbindung läßt sich mit Trinitrotoluol in jedem Verhältnis zusammenschmelzen und sie entsteht auch beim direkten Zusammenschmelzen dieses Körpers mit Naphtalin in jedem Verhältnis. Die Verhältnisse, in denen diese beiden Körper für den vorliegenden Zweck zusammengeschmolzen werden sollen, begrenzen sich durch die Detonationsfähigkeit des erhaltenen Produkts einerseits und den Rückgang der Kraftäußerung andererseits. Ein geeignetes Verhältnis ist z. B. 5 Prozent Naphtalin und 95 Prozent Trinitrotoluol. Bei dieser Zusammensetzung ist die Detonationsfähigkeit und Kraftäußerung noch nicht wesentlich geringer als die des reinen Trinitrotoluols, sie beträgt nur wenige Prozent. Die Unempfindlichkeit gegen mechanische Einflüsse hat sich bei einem Produkt vorstehender Zusammensetzung aber erheblich gesteigert. Während reines Trinitrotoluol allein unter dem Fallhammer durch ein Gewicht von 20 kg bei einer Fallhöhe von 5 cm zur Detonation gebracht wird, ist dies erst bei dem angegebenen Sprengstoff bei einer Fallhöhe von 15 cm der Fall. Bei geringeren Gewichten zeigt sich noch ein größerer Unterschied in den Fallhöhen.
Ähnliche Zwecke, wie in der vorliegenden Erfindung beschrieben, werden auch in der deutschen Patentschrift 58379, Kl. 78 c, verfolgt. Nach dieser Patentschrift werden Nitroverbindungen von Phenol, Kresol, Xylol, Naphtol bezw. ihrer Isomeren oder der Oxy- oder Karbonsäuren derselben mit Barium-Strontiumkarbonaten usw. neutralisiert und die erhaltenen Produkte mit Weichharz-, Wachs-, Ceresin-, Stearin- oder Paraffinlösung gemischt bezw. die einzelnen Teilchen damit umhüllt. Durch dieses Verfahren entsteht ein mechanisches Gemenge, welches im gewissen Sinne eine höhere Unempfindlichkeit gegen Stoß oder Schlag herbeiführt. Unterwirft man die so erhaltenen Produkte aber in kleinen Mengen der Fallhammerprobe, so
zeigen sie genau dieselbe Empfindlichkeit wie ohne Beimischung oder Umhüllung, indem dann doch die einzelnen Teilchen der vorher genannten Nitroprodukte als solche der FaIlhammerwirkung ausgesetzt sind. Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung jedoch geht das Naphtalin eine vollständige chemische bezw. physikalische Bindung mit dem Trinitrotoluol ein, so daß auch unter dem
ίο Mikroskop die einzelnen Komponenten nicht voneinander zu unterscheiden sind und auch in feinster Verteilung das Trinitrotoluol nicht als solches allein vom Fallhammer getroffen werden kann.
Nach der britischen Patentschrift 8468/1898 wird Kaliumpikrat mit Kautschuk gemischt bezw. die feinpulverisierten Teilchen des Pikrats mit einer Lösung, von Kautschuk überzogen.
Derartig hergestellte Sprengstoffe jedoch zeigen genau dieselben Übelstände wie die nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 58379 hergestellten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Geschoß-, Minen- und Torpedofüllungen, dadurch gekennzeichnet, daß man Naphtalin mit Trinitrotoluol in verschiedenen Verhältnissen zusammenschmilzt oder ihre Vereinigung in Lösung oder unter Druck herbeiführt, zum Zwecke, den dabei entstehenden Sprengstoff gegen Stoß und Schlag unempfindlich zu machen.
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