DE19028C - Neuerung in der Herstellung wassergekühlter Theile, Anwendung metallener Abstichformen und Neuerungen in der Beschickung bei Glasöfen - Google Patents

Neuerung in der Herstellung wassergekühlter Theile, Anwendung metallener Abstichformen und Neuerungen in der Beschickung bei Glasöfen

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DE19028C
DE19028C DE188019028D DE19028DA DE19028C DE 19028 C DE19028 C DE 19028C DE 188019028 D DE188019028 D DE 188019028D DE 19028D A DE19028D A DE 19028DA DE 19028 C DE19028 C DE 19028C
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FRITZ LÜRMANN in Osnabrück
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B5/00Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture
    • C03B5/04Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture in tank furnaces

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
■4-· /
KLASSE 32: Glas. -7
FRITZ LÜRMANN in OSNABRÜCK.
Neuerungen in der Herstellung wassergekühlter Theile, Anwendung metallener Abstichformen und Neuerungen in der Beschickung bei Glasöfen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. October 1880 ab.
A. ■ An Glas-Schmelz-, Abstich- oder Arbeitsöfen werden nach dieser Erfindung als Böden, Seiten, Gewölbetheile, Brücken, Trennungs- oder Filtrirwände gufseiserne, mit eingegossenen, ζ. Β. schmiedeisernen Röhren versehene, mit einander verbundene Theile, Platten oder Balken benutzt, in denen man AVasser circuliren läfst. Diese Theile werden nicht von dem geschmolzenen Glase angegriffen, zerspringen, nicht und werden auch nicht undicht.
Solche gufseiserne, wassergekühlte Theile, Platten oder Balken, sind anwendbar:
i. für Glas-Schmelz- und Abstichöfen, d. h. solche, in welchen das Glas geschmolzen und aus welchen das Glas dann auf Gufstische, in Formen etc. oder in Arbeitsöfen abgestochen wird;
z. für Glas-Schmelz- und Arbeitsöfen, d. h. solche, in welchen das Glas geschmolzen und aus welchen das Glas auch direct verarbeitet wird;
3. für Wannen- sowohl als Hafenöfen, welche intermittirenden oder continuirlichen Betrieb "nahen können.
Wenn man verschieden gefärbte Gläser zu gleicher Zeit zu schmelzen hat, wird man eine entsprechende Anzahl gröfserer, wassergekühlter Abtheilungen und nicht eine einzige Wanne anwenden.
Für continuirliche AVannenöfen werden solche gufseisernen, wassergekühlten Theile als Brücken, Scheide- oder Theilungswände sowohl wie als Filtrirwände anwendbar sein.
Die nöthige Läuterung des geschmolzenen-Glases vor der Arbeitsstelle kann man bei continuirlichen AVannenöfen dauernd nur durch eingesetzte gufseiserne, wassergekühlte Brücken, unten und oben offene Cylinder, oder Filtrirwände sichern.
B. Bei einem Ofen, aus welchem von zwei Seiten gearbeitet wird, sowie bei Oefen mit continuirlichem Betriebe ordnet man zweckmäfsig die Beschickung für jede Schmelzabtheilung getrennt, und zwar von oben durch das Gewölbe an.
Trichter, mit der Glasmasse gefüllt, welche darin vorgewärmt wird, reichen bis auf oder in das flüssige Glas; hierdurch wird das alle Ofentheile zerstörende Verstauben der eingesetzten Glasmasse beseitigt, welche deshalb auch nicht angefeuchtet eingetragen zu werden braucht.
Dieselbe Beschickungsweise kann für Häfen mit intermittirendem oder continuirlichem Betriebe angewendet werden, als welche ja auch die oben beschriebenen, einzelnen Wannenabtheiiungen eines AVannenofens bezeichnet werden können.
Die Beschickungstrichter werden je nach dem Flüssigkeitsgrade, welchen man beim Glase zu erzielen gedenkt, an der Feuer- oder aber an der Fuchsbrücke angeordnet.
Im letzteren Falle wird auch die "Vorwärmung der kalten, zu schmelzenden Materialien nur mit der AVärme vorgenommen, welche im Be-
grift" ist, den Schmelzraiim zu verlassen, ihre . Arbeit für den Glasofen also eigentlich schon geleistet hat.
C. Zum Abstich aus den Wannen werden besondere, leicht auszuwechselnde, d. h. also von der Wandung oder Umhüllung des Glasofens ohne Störung des Zusammenhanges derselben leicht abzulösende Glas-Abstichformen angewendet.
In den Fig. 3 bis 8 ist ein Glas-Schmelz- und Abstichofen A dargestellt, dessen ganzer Schmelzraum aus wassergekühlten Platten b besteht und welcher sowohl für die Spiegelglasfabrikation als auch für jede andere Glasfabrikation gebraucht werden kann.
Der Ofen, getragen von den X-Eisen B, welche auf den mit Gufsplatten d abgedeckten Mauerpfeilern e ruhen, ist so hoch über der Hüttensohle xy angeordnet, dafs ein Gufstisch unter B herlaufen oder die zu füllende Form darunter Platz finden kann.
In den Seitenwänden sind Schlitze c angeordnet, Fig. 3, 4 und 7, in welchen die Glas-Abstichformen α befestigt werden können.
Wenn die Abstichöffnung in der Glas-Abstichform nicht mehr den Anforderungen des Betriebes entspricht, wird die Glas-Abstichform durch eine neue ersetzt.
Wenn der Boden des Ofens aufwächst oder wegschmilzt, wird die Glas-Abstichform in dem länglichen Schlitz c höher oder niedriger gesetzt.
Wenn sich die Wandungen der Glasofen ansetzen, der Stich also zu lang wird, setzt man die Glas-Abstichform mehr in den Ofen hinein.
Wenn sich die Lage der Platte b mit dem Schlitz c zur Höhe des Bodens verändert, wird die Lage der Glas-Abstichform ebenfalls entsprechend verändert.
Die Glas-Abstichform kann leicht und sicher mit einer metallenen Stange oder mit einer geringen, also leicht und sicher zu entfernenden Menge Thon oder Sand geschlossen werden, sichert also die Reinheit des Gusses.
Für die Anwendung dieser Glas-Abstichform ist es gleichgültig, aus welchem Material die Wandung oder Umhüllung des Glasofens besteht.
Die in Fig. 1 und 2 gezeichneten Glas-Abstichformen haben in Fig. 1 eine kreisförmig geschlossene, und in Fig. 2 eine schlitzförmige, unten offene Glas-Abflufsöffnung, welche mit einer derselben entsprechend geformten eisernen Stange geschlossen werden kann.
Die äufsere Form der Glas-Abstichformen sowie die Form der Glas-Abflufsöffnung ist eine beliebige.
Die Glas-Abstichform wird, wenn nöthig, wie andere Theile am Ofen mit Wasser gekühlt und kann in letzterem Fall aus Gufseisen mit eingegossenen, z. B. schmiedeisernen Röhren, oder aus hohlem Bronzer oder Kupfergufs bestehen.
Der Glas-Schmelzraum eines Glas-Abstichofens hat je nach Bedarf eine oder mehrere Glas-Abstichformen, um den Abflufs beliebig kleiner oder grofser Mengen Glas in kurzer Frist in den ganz getrennt und niedriger liegenden Glas-Verarbeitungsraum oder für verschiedene zu giefsende Gegenstände, als Scheiben, Eisenbahnschwellen, Wellenlager etc., auf Gufstische oder in Formen zu gestatten und vollständig sicher zu stellen.
Der Herd, der Boden oder die Sohle des Schmelzraumes kann nach den Abstichöffnungen zu geneigt sein, so dafs man das geschmolzene Glas durch dieselben vollständig ablaufen lassen kann.
Wenn man Glas von anderer Farbe schmelzen will, kann man den Herd nach dem Abstich des bis dahin verarbeiteten Glases zunächst abschmelzen und dann auch das nachgeschmolzene Glas der vorher verarbeiteten Farbe abstechen.
Das bei der Inbetriebsetzung des Ofens zuerst auf dem Boden eingeschmolzene und in gewisser Dicke festwerdende Glas ist zweckmäfsig weifs.
Das Verfahren", welches bei dem Betriebe von Glasofen mit Glas-Abstichformen anzuwenden ist, soll in folgendem für einen Spiegelglasofen beschrieben werden:
Bei Spiegelglasöfen kann man den Glas-Schmelzraum mit mehreren metallenen Glas-Abstichformen versehen, und so hoch anordnen, dafs man den Gufstisch unter den Abstichen herfahren kann.
Bei dieser Construction der Spiegelglasöfen als Glas - Schmelzofen mit ' metallenen Glas-Abstichformen ist das sichere Giefsen von Scheiben von beliebiger Gröfse, Dicke und Reinheit nicht mehr allein abhängig von der Gröfse bezw. dem Inhalt der einzelnen Häfen und der Aufmerksamkeit der Arbeiter.
Die Gröfse der Scheiben sowie die Dicke derselben hängt nunmehr nur noch von der Gröfse des Gufstisches, von der Geschwindigkeit der Voranbewegung desselben bezw. von der Stellung der Ausgleichwalzen ab. Die Reinheit des Gusses ist durch Beseitigung von Sand und Thon am Abstich sowie der Häfen gesichert.
Wenn der Gufs einer Scheibe beendet, kann man nämlich die metallene Glas-Abstichform mit stumpfen, eisernen, den Oeffnungen der Abstichformen angepafsten Stangen stopfen, fährt den Gufstisch vor einen Kühlofen, schiebt die Scheibe hinein, fährt den Gufstisch wieder unter die Abstiche, schlägt die stumpfe Stange weiter in das flüssige Glas, zieht oder schlägt die mit Kopf versehene Stange rasch zurück und giefst mit dem ausfliefsenden ,Glase eine fernere Scheibe.
Um die Glas-Abstichformen bequem stopfen zu können, befindet sich der Gufstisch am Anfang des Gusses aufserhalb, also am Ende des Gusses unter dem Ofen.
Da der Abstich oder die Abstiche leicht zu handhaben, kann man vor definitivem Gufs beliebig oft kleinere Gufsproben nehmen, die Qualität und Reinheit des erzielten Glases also prüfen ■ und etwa erforderliche Aenderungen durch entsprechende Zusätze herbeiführen.
Durch die beschriebene Einrichtung beseitigt man bei Spiegelglasöfen alle Häfen, verliert kein Glas, vermindert alle die aufserordentlichen Schwierigkeiten beim Gufs und beseitigt die vielen Thüren, also die grofse Abkühlung der bisherigen Spiegelglasöfen.
Hier sei noch zur Ergänzung der oben besprochenen Vortheile der Kühlung der Seitenwände der Glasöfen erwähnt, dafs diese Kühlung der beschriebenen Glas-Schmelzräume um so leichter ist, als z. B. die gewaltig grofsen jetzigen Spiegelglasöfen durch die Beseitigung der Häfen, bei demselben Fassungsvermögen an flüssigem Glase, in verhältnifsmäfsig kleine Schmelzräume umgewandelt werden können.
In der Zeichnung sind die noch nicht genannten Ofentheile wie folgt bezeichnet: ö'^'i1"2 Gaskanal, Geschächte bezw. Gasaustrittsöffrkungcn; ο o] o'' Luftschächte, Luftkanal bezw. Luftaustrittsöffnungen; η nl n2 Fuchsöffnung, Abhitzschächte bezw. Abhitzkanal; ff Oeffnungen, theils zur Reinigung der Schächte, Kanäle und Oeffnungen, theils zur etwaigen Beschränkung oder Veränderung der Querschnitte über Feuer- und über Fuchsbrücke, durch Verlegen mit feuerfesten Steinen; k Beobachtungs-, Arbeitsoder Einlegeöffnungen.
D. Für alle Arten Schmelzöfen ist es wichtig, über dem zu schmelzenden oder schon geschmolzenen Material einen mit stagnirender Wärme gefüllten Raum zu haben, aus welchem diese Wärme auf den Herd des Ofens bezw. auf das zu schmelzende oder geschmolzene Material zurückgestrahlt wird.
Zu dem Ende ist in Fig. 3 an der Fuchsseite das Gewölbe tiefer gesetzt und so ein gröfserer Vorrathsraum geschaffen, in welchem die Wärme stagnirt.
Diese Einrichtung hat man bisher nicht angewendet, weil der Absatz in dem Gewölbe nicht vor dem Abschmelzen bewahrt werden konnte. Man ordnete deshalb bisher das Gewölbe in einer geraden, horizontalen oder fallenden Fläche an.
Durch Anwendung des mit Wasser gekühlten Bogenstückes/ ist es jedoch ermöglicht, einen beliebig hohen oder niedrigen Wärmevorrathsraum über dem Herd des Ofens anzuordnen.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Anwendung und Herstellung von gufseisernen Theilen, Platten, Balken etc. mit eingegossenen, schmiedeisernen Röhren für Wasserkühlung zur Bildung oder Erhaltung von Seitenwänden, Böden, Gewölben, Brücken, Trennungs- oder Filtrirwänden, Häfen etc. bei Glas-Schmelz- und Abstichöfen sowohl als bei Glas-Schmelz- und Arbeitsöfen mit intermittirendem oder mit continuirlichem Betriebe.
2. Die Art der Beschickung von Häfen, Wannenabtheilungen oder Wannen mit zu schmelzender Glasmasse, intermittirend oder continuirlich, von oben durch Trichter, welche bis auf oder in die geschmolzene Glasmasse reichen.
3. Die Herstellung und Anwendung von mit Abstichöffnung versehenen Metallkörpern (Glas-Abstichformen) an Glas-Schmelz- und Abstichöfen.
4. Die Anwendung eines Wärmevorrathsraumes über dem Herd eines Schmelz- oder Wärmofens, construirt durch Anbringen eines Absatzes in dem Gewölbe des Ofens vor dem Fuchs, welcher durch ein mit Wasser gekühltes Gussstück /, Fig. 4., haltbar gemacht ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE188019028D 1880-10-22 1880-10-22 Neuerung in der Herstellung wassergekühlter Theile, Anwendung metallener Abstichformen und Neuerungen in der Beschickung bei Glasöfen Expired DE19028C (de)

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