DE1908126A1 - Verfahren zur Trennung von gesaettigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen - Google Patents

Verfahren zur Trennung von gesaettigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen

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Description

Essen, 14. Februar 1969 N 4321/7d Dr.Ha/Kf
Heinrich Koppers Gesellschaft mit beschränkter Häftling, 43 Essen, Moltkestrasse 29
Verfahren zur Trennung von gesättigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trennung von gesättigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen durch Extraktivdestillation unter Verwendung eines für die Olefine selektiven Lösungsmittels, wobei das angewandte Lösungsmittel in einer nachgeschalteten Destillation von den gewonnenen Olefinen abgetrennt und in die Extraktivdestillation zurückgeführt wird.
Diese Arbeitsweise ist insbesondere für die Trennung von ParaffIn-Olefingemischen schon seit einiger Zeit bekannt, wobei bereits die Anwendung verschiedener Substanzen als selektives Lösungsmittel für die Extraktivdestillation vorgeschlagen wurde. In der Praxis wurden dabei vor allem fünfgliedrige hydrierte Heterocyclen, die Stickstoff oder Sauerstoff als Heteroatome und außerdem im Ring eine Carbony.lgruppe enthalten, eingesetzt. Typische Vertreter dieser Substanzklasse sind das Pyrrolidon sowie die Pyrrolidonderivate, wie z.B. Η-Methyl- und H-Hydroxyalkylpyrrolidon. Diese Substanzen zeigen zwar für den genannten Zweck eine relativ befriedigende Trennwirkung. Unter den Bedingungen der Extraktivdestillation tritt bei Ihnen jedoch stete ein« gewisse Zersetzung auf, die offen-' sichtlich infolge Bildung saurer Zersetzungeprodukte zu Korrosionsereoheinungen in den mit den Lösungsmittel in Berührung kommenden Anlageteilen führt.
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Außerdem verunreinigen die Zersetzungsprodukte die als Extrakt der Extraktivdestillation gewonnene Olefinfraktion und müssen aus dieser unter Umständen nachträglich entfernt werden.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein für den genannten Zweck geeignetes selektives Lösungsmittel zu finden* das die unerwünschten Korrosionserscheinungen an den alt ihm in Berührung kommenden Anlageteilen nicht hervorruft, gleichzeitig aber eine gleich gute, wenn nicht verbesserte Selektivität für die Olefine aufweist wie die bisher bekannten Lösungsmittel.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Trennung von gesättigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen durch Extraktivdestillation, wobei erfindungsgemäß. als Lösungsmittel Morpholin und/oder substituierte Morpholine verwendet werden.
Die angewandten substituierten Morpholine können dabei Subetituenten alt 1 bis 7 C-Atomen enthalten· Als Beispiele hierfür seien genannt ι l-:Por«yl-2,6 Dimethylmorpholin, H-Jormylmorpholin, I-Oxyäthylmorpholin, H-Acetylmorpholin f und I-Phenylmorpholin. Man sieht also, daß die Subetituenten sowohl eine gerad- oder versweigtkettige ale auch ein· ringförmige Struktur aufweisen können. Ebenso können die Substituenten neben C-Atomen auch Heteroatome enthalten·
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Ss ist aber auch möglich, substituierte Morpholine anzuwenden, deren Substituenten !«diglioh Heteroatome jedoch keine O-Atoae enthalten. Als Beispiel hierfür sei das Hitrosomorpholin genannt.
Batürlich können auch Gemische verwendet werden, die aus verschiedenen substituierten Morpho^inen zusammengesetzt sind. Ale beeoader» wirksam haben sich jedoch insbesondere die N-eubstituierten Morpholine erwiesen·
Die erfindungsgemäS angewandten Lösungsmittel Eoichnen sich durch ihre geringe Neigung sur Zersetzung aus. Sofern Zersetzung überhaupt auftritt, wurden keine sauren, sondern nur alkalische Zereetmungsprodukt« beobachtet, die nicht korrosiv auf die Anlagenteile wirken.
Bei Durchführung dee «rf indungagemäSen Torf ahrens kann es Tojffieilhaft sein» wenn die Sxtraktivdestlllationskolonne ohne äußeren KohlenMmeeeretoffrückfluS gefahren wird* Biese Arbeitsweise ist im Hinblick auf die in der Destillationstechnik geltenden rknntnisse durchaus überraschend, da es bisher als Errshrungatatsache galt, daß die Trennung in einer Kolonne um so schärfer wird» je größer das Bücklaufverhältnis ist. Eingehende Unteratuchungen der Anaelderln haben jedoch ergeben, daß diese JSrkenntrle im Falle der erfindungsgemäßen Extraktivdeetillation nicht anwendbar ist, und zwar aus folgenden Gründen:
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3* Suxcb. die stärker© Aufheizxiag und Wlederrerdampföa^ fis® Sumpf Produktes wird die AufeathaTtsseit. &©X" Olefin© Siimpf irerlängart und damit d©x*«s. fe erhöht β Badui^sh wird die fe«i diesen Subst^nsen sehon. stark ausgeprägte Neigung zur noch weiter vergrößert. Die Poljiaerisate "begünstigen die Schaumbildung in der ExtraktiTd@stillationskoloaaiep was natürlich den iCrenneff ekt der Kolonne sehr beeinträchtigt, - ' " ,.
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Sa die zu trennenden gesättigten Kohlenwasserstoffe und Olefine teilweise recht niedrige Siedetemperaturen aufweisen, ist es unter Umständen angebracht, die Extraktivdestillation anstelle unter Normaldruck unter erhöhtem Druck durchzuführen· In gewissen Fällen kann jedoch auch eine Extraktivdestillation unter vermindertem Druck (Takuum) von Torteil sein· Durch die Anwendung von Takuum wird nämlich die Sumpf temperatur der Extraktivdestillatlonskolonne herabgesetzt und damit die Polymerisationsneigung der im Sumpf befindlichen Olefine vermindert.
In der Abbildung ist der Terfahrensgang der erfindungsgemäßen Extraktivdestillation in vereinfachter Porm dargestellt· Das aufzutrennende Ausgangsgemisch wird dabei durch die Leitung 1 in den mittleren Teil der mit Böden versehenen Extraktiv- destillationskolonne 2 eingeleitet· Das Ausgangsgemisoh ist dabei entweder bis dicht unterhalb des Siedepunktes erhitzt, so daß es beim Eintritt in die Extraktivdeatillationskolonn· sofort verdampft« Xs kann aber auch, was im vorliegenden lalle das üblichere ist, bereits im verdampften Zustand« in dl· Sxtraktivdestillationskolonn« eingeführt werden* Durch di· Leitung 3 wird das selektiv· Lösungsmittel am Kopf In di· Ixtraktivdeetillationskolonn· eingeleitet und fUeftt «Et»·* di· Einbauten dieser Kolonn· herab nach unt«nv wob«i «s dia dampfförmigen 01«fin· anfnl—t. Dia gesättigten lohlenwaseerstoff· entweichen durch Leitung 4,am Kopf dar Kolonn· und
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und können in nicht dargestellten Kondensationseinrichtungen kondensiert werden. Das flüssige Sumpfprodukt besteht aus dem selektiven Lösungsmittel und den darin gelösten Olefinen und wird durch die Leitung 5 aus der Extraktivdestillationskolonne abgezogen und gelangt in die Kolonne 6, in der die Olefine destillativ vom selektiven Lösungsmittel abgetrennt werden. Das selektive Lösungsmittel wird durch die Leitung 7 aus dem Kolonnensumpf entfernt und jplangt über die Leitung .3 wieder in die Sxtraktivdestillationskolonne zurück, während die Olef indämpf e über Kopf aus der Kolonne 6 entweichen und durch die Leitung 8 in die Kolonne 9 gelangen, in der Ihre weitere Auftrennung erfolgt. So können beispielsweise durch die Leitung 10 die höhersiedenden Bestandteile der Olefin» fraktion und durch die Leitung 11 die niedrigersiedenden , Bestandteile, wie z.B. die Monoolefinei abgezogen werden. Da sich im Laufe der Zeit im selektiven Lösungsmittel Verunreinigungen anreichern können, ist im Bereich der Leitung 7 * die Absveigleltung 12 vorgesehen, durch die bei entsprechender Stellung dee Ventil·· 13 eine Seilsenge de· selektiven Lösungsmittel· sur Regeneriereinrichtwng 14 gelangen kann. Das regenerierte LöBungraittel wird durch die Leitung 15 wieder In den Kreislauf (Leitung 7) «urüokgeführt, während die ausge- y •öftiedenen Verunreinigungen durch die Leitung 16 au· der Regeneriereinrichtung abgeeogen werden. Die Leitung 17 dient ι schließlich der Zufuhr von frischen Lösungsmittel.
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Tabelle:
Versuchs-Hr· 1 1 18° C 2 3 4
Analyse des 0,48 Gew.* 78,3 Gew.56 89,3 Gew.* 9,57 Gew.*
Ausgangsge- C1-C2 i 198 kg Isobutan Cyclohexen Butan
mlechee 94,04 Gew.* 17,4 Gew.* 10,1 Gew.* 0,83 Gev.*
Propylen 31° C Isobuten Cyclohexan iBO-Butan
5,48 Gew.* 2 64° C 4,3 Gew.* 0,6 Gew.* 4,12 Gew.*
Propan 11 atü Buten 1+2 Methylcy- iso-Buten
clopentan 17,39 Gew.*
cis-Buten 2
64,28 Gew.*
trans-Buten 2
3,81 Gew.*
Buten 1
selektives H-Hydr/roxy- Dimethyl- N-Acetyl- H-Hydroxy-
Lösungs prop--yjLmor- morpholin morpholin äthylmor-
mittel pholin pholin
Menge des Aus-
gangsgemisches 33 kg 26 kg 39 kg 31 kg
durch Leitung
Einsatztea-
peratur
24° C 64° C 24° C
Lösungsmittel-
menge durch 130 kg • 177 kg 214 kg
LeIt11PPT 3
Koprteaperatur
Kolonne 2
66° C 91° C 70° C
Sumpfteape-
ratur Kolonne
90° c 110° C 95° 0
Druck in
Kolonne 2
9 atü Normaldruck 10 atü
Menge d.gesättigten Kohlenwasserstoffe, die durch «j Leitung 4 abge- d' Bogen werdei
20,13 kg
5,1 kg
3,67 kg
ir— itur
Eopxtempera
Kolonng ρ
äumpfteapera- tur Kolonne 6
50C
25° C
62° C
25° C
32° C
81° C
189° C
75° C
Drude in Kolonne 6
3 atü
4 atü
0,5 atü
3 atü
uxerinnenge,die durch Leitung 8 30,74 kg
abgezogen wird
5,87 kg
33,9 kg
27S33 kg
neinneix aer Olefinfraktion aus Leitung 8
99,903 * 95,75 *
99,56 *
99,86 *
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Claims (6)

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Patentansprüche :
Cjk Verfahren zur Trennung von gesättigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen durch Extraktivdestillation unter Verwendung eines für die Olefine selektiven Lösungsmittels, wobei das angewandte Lösungsmittel in einer nachgeschalteten Destillation von den gewonnenen Olefinen abgetrennt und in die Extraktivdestillation zurückgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel Morpholin und/oder substituierte Morpholine verwendet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß substituierte Morpholine verwendet werden, deren Substituenten 1 bis 7 C-Atome enthalten.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß substituierte Morpholine verwendet werden, deren Substituenten lediglich Heteroatome jedoch keine C-Atome enthalten.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3,. dadurch gekennzeichnet, daß die genannten substituierten Morpholine sowohl'einzeln als auch in Form von Gemischen verwendet
werden.
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5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sxtraktlvdestillationskolonne ohne äußeren Kohlenwasserstoffrückfluß gefahren wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5> dadurch gekennzeichnet, daß die Extraktivdestillation sowohl unter Kormaldruck als auch unter erhöhtem oder vermindertem Druck betrieben wird.
In Betracht gezogene Druckschrift: DAS 1 142 164
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DE1908126A 1969-02-19 1969-02-19 Verfahren zur Trennung von gesättigten Kohlenwasserstoffen und Olefinen Expired DE1908126C3 (de)

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JP1373470A JPS4941161B1 (de) 1969-02-19 1970-02-17
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C3 Grant after two publication steps (3rd publication)
E77 Valid patent as to the heymanns-index 1977