DE1908416A1 - Verfahren zum Regenerieren von Elektrolytolesungen,die bei der elektrolytischen Gewinnung von Mangandioxid anfallen - Google Patents

Verfahren zum Regenerieren von Elektrolytolesungen,die bei der elektrolytischen Gewinnung von Mangandioxid anfallen

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Description

KNAPSACK AKTIENGESELLSCHAFT
Knapsack bei Köln //*>
4/r /S&W^- «ff ff
K 827 Aktenzeichen P 19 08 416. 3
Verfahren zum Regenerieren von Elektrolytlösungen, die bei der elektrolytischen Gewinnung von Mangandioxid anfallen. ■
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regene-' rleren von wäßrigen, mangansulfate calciumsulfat- und schwefelaäurehaltigen Elektrolytlösungen, die im Rahmen der elektrolytischen Gewinnung von Mangan(IV)roxid bei erhöhter Temperatur anfallen.
Die elektrolytische Abscheidung von Mangandioxid erfolgt üblicherweise aus schwefelsaurer Mangansulfatlösung bei Temperaturen von 80 - 980C. Zur Regenerierung dee in den Zellen befindlichen Elektrolyten, nachfolgend "Zellelektrolyt" genannt, wird ein Teil desselben abgezweigt und mit technischem Mangan(II)-oxid, das aus rohem Manganerz gewonnen wird, neu- g tralisiert. Die so' erhaltene Lösung,, im folgenden als "Rege- neratelektrolyt" bezeichnet, wird wieder in den Zellelektrölyten zurückgeführt.
Das Manganerz enthält je nach Herkunft oft nicht unerhebliche Mengen an Calciumverbindungen, die im daraus gewonnenen technischen Mangan(II)-oxid als Carbonat, Sulfat, Qxid oder z.B. auch als Silikat vorliegen können. Diese werden beim Auslaugen des Erzes mit Zellelektrolyt durch die darin enthaltene Schwefelsäure zersetzt und bilden eine äquivalente Menge an Calciumsulfat. Dadurch erhält man dann an Calciumsulfat gesättigte oder übersättigte Regenerätelektrolyt-Lö-
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Der"ÜberSättigungsgrad kann beträchtlich sein und beispielsweise Werte der zweifachen Sättigungskonzentration aufweisen. Wenn eine solche gesättigte oder übersättigte Lösung in den in der Elektrolysezelle verbliebenen restlichen Zellelektrolyten eingespeist wird, scheidet sich während des Betriebs der Elektrolyse an vielen Stellen des Systems -Calciumsulfat aus und führt im Laufe der Zeit zu Querschnittsverengungen in Rohrleitungen und zu störenden Ablagerungen auf den Zellenwänden und sogar auf den Kathoden.
Zur Vermeidung dieser unerwünschten Erscheinungen kann man. den natürlichen Calciumgehalt des Roherzes durch Zusatz von Calciumverbindungen erhöhen, was 2.Bo geschieht, wenn man nach dem US-Pa tent Ir. 2 424 958 die'Neutralisation-"dee Zellelektrolyten mit dem technischen Mangan(II)-oxid nicht vollständig durchführt, sondern die Restneutralisation mit einer Calciumverbindung, wie Calciumcarbonat, Calciumoxid oder .Calciumhydroxid, vornimmt»
Eine andere Methode, die Übersättigung aufzuheben, wird in dem US-Patent Nr. 2 820 749 beschrieben. Dabei wird bei der Gewinnung von Elektrolyten für die Manganmetallelektrolyse eine im wesentlichen ganz analoge-Verfahrensweise benutzt, aber der Auslaugprozeß bei Raumtemperatur durchgeführt und die Übersättigung an Calciumsulfat durch Animpfen mit Kristallen von Calciumsulfat-Dihydrat bei einem pH-V/ert von 495 bis 7,5 aufgehoben. Dieses .Verfahrensprinaip läßt sich sinngemäß auch auf Auslaugprozesse bei anderen Temperaturen übertragen. Während der Zusatz basiecher Calciumverbindungen mit sich bringt, daß eine äquivalente Menge von Schwefelsäure für die Umsetzung mit Mangan(II)-oxid verlorengehts ist beiden genannten Verfahrensweiseder Nachteil gemeinsam, daß stets nur eine an Calciumsulfat gesättigte Lösung resultiert»
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Es gibt zahlreiche Substanzen, deren Löslichkeit nur in geringem Maße von der Temperatur abhängt, oder deren Löslichkeit mit steigender Temperatur sogar abnimmt. Zu diesen Verbindungen gehört das Calciurasulfat-Dihydrat, CaSO.· 2 H2O, dessen Löslichkeitskurve in reinem Wasser bis etwa 400G schwach ansteigt und dann wieder schwach abfällt. Die beiden anderen Kristallformen des Calciumsulfate, das Semihydrat, CaSO^« ^ H2O, und der Anhydrits CaSO^· 0 H2O, zeigen beide negative Temperaturkoeffizienten. Das Semihydrat bildet sich als die instabilste Kristallart unter den vorliegenden Bedingungen nicht, während der Anhydrit, der oberhalb von 410C % die stabilste Kristallart ist, eine sehr kleine Keimbildungsgeschwindigkeit hat, so daß für ein Verfahren, durch Übergang von Fällungen des CaSO.a 2 H2O zum Anhydrit eine Absenkung des Calciumionengehalts der Lösungen zu erreichen, technisch untragbar lange Standzeiten nötig wären.
Zellelektrolyt und Regeneratelektrolyt sind jedoch stark konzentrierte Elektrolytlösungen, die je nach Herkunft der Ausgangaprodukte neben Mangansulfat auch noch Magnesiumsulfat und Kaliumsulfat enthalten können, beispielsweise bei Verwendung eines afrikanischen Rohbraunsteins, bis zu 0,5 Mol/l Magnesiumsulfat. Außerdem hat der Zellelektrolyt eine * ziemlich hohe Schwefelsäurekonzentration, etwa zwischen 0,2 und 1,0 Mol/l. Es wurde deshalb der Einfluß der genannten Salze und der Schwefelsäure auf die Temperturabhängigkeit der Löslichkeit von CaSO.*2 H2O untersucht. Dabei zeigte sich überraschenderweise, daß in MangansulfatlÖBungen CaSO.· 2 H2O einen positiven Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit aufweist, der außerdem um so größer wird, je höher die Mangansulfatkonzentration ist (Pig. 1). Diese Verhältnisse haben keine Analogie zu anderen untersuchten Metallsulfaten. Eine 0,7 mol. Natriumsulfat lösung änderte bis auf eine Parallelverschiebung zu etwas höheren Werten nichts am Charakter des
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Seinperaturver laufe der Löslichkeit von CaSO.· 2 H2O. Auch in einer 0,25 mol.Magnesiumsulfatlösung zeigte Calciumsulfat keine wesentliche Temperaturabhängigkeit (Fig. 2).
Der starke Einfluß äer Schwefelsäure auf die Temperaturabhängigkeit der Löslichkeit von CaSO,· 2 H2O ist in Pig* 3 wiedergegeben. Bereits eine Konzentration von 0,1 mol. HaSO. führt bei 950C zu einer fast doppelt so hohen Löslichkeit ,.■; wie bei 200O..
Würden sich die Einflüsse von Schwefelsäure und Mangansulfat additiv überlagern, so müßte der Zellelektrolytisstets eine sehr viel größere Löslichkeit für CaSO.· 2 H2O zeigen als der Regeneratelektrolyt, und Ablagerungen im Zellelektrolytkreislauf wären nicht möglich. Eingehende Untersuchungen ergaben aber, daß die Gegenwart von Neutralsulfaten die Löslichkeit von CaSO.· 2 H0O in schwefelsauren Lösungen nicht verstärkt, -. sondern ganz im Gegenteil erheblich vermindert (Fig. 4). Aufgrund dieser sich überlagernden und teils kompensierenden Einflüsse verläuft die Temperaturabhängigkeit der Löslichkeit von CaSO.· 2 HpO im technischen Zellelektrolyten trotz dessen relativ hohen Säuregehalts fast parallel zu der ini Regeneratelektrolyten und je nach der genauen Zusammensetzung mehr oder weniger verschoben.
Im einzelnen besteht die vorliegende Erfindung darin, daß man zum Regenerieren von wäßrigen, mangansulfat-, calciumsulfat- und sohwefelsäurehaltigen Elektrolytlösungen, die im Rahmen der elektrolytischen Gewinnung von Mangan(IV)-oxid bei erhöhter Temperatür in Elektrolysezellen anfallen, die ElektrolytlÖBungen aus der Elektrolysezelle abzieht, auf Temperaturen, die mehr ale 50C, vorzugsweise 150C bis 400C, unter der Elektrolysetemperatur liegen, abkühlt, nach einer Zeit von mindestens 15 min., vorzugsweise 1 - 3 Stunden, die ausgefallenen Niederschläge abtrennt und die zurückbleibende Lösung in die Elektrolysezelle zurückführt.
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Dabei empfiehlt θβ sich, bevor die .Elektrolytlösungen abgekühlt werden, in ihnen die ochwefelsäure mit Hilfe von Mangan(II)-oxid oder Mangan(II)-carbonat ganz oder teilweise zu neutralisieren, wobei man bei teilweiser Neutralisation die restliche* Schwefelsäure mit Calciumoxid, Calciumhydroxid oder Oalciumcarbonat neutralisiert.
Vorzugsweise trennt man nach der Neutralisation der Elek- ' trolytlösung nicht gelöste Feststoffe von der Elektrolytlösung ab, bevor diese abgekühlt wird und nimmt das Abkühlen der Elektrolytlösung unter Rühren vor.
Außerdem hat es sich bewährt, wenn man die während der Elektrolyse und der Regenerierung des Elektrolyten verdampften Wassermengen durch Zugabe entsprechender Mengen Wasser zur Elektrolytlösung nach Abtrennen der ausgefallenen Niederschläge ersetzt, bevor die Elektrolytlösung in die Elektrolysezelle zurückgeführt wird. · ■
Als untere Temperaturgrenze,bis zu der" man die Elektrolytlösung abkühlt, ist in der Regel die Raumtemperatur anzusehen, obwohl man selbstverständlich auch noch tiefer abkühlen kann, doch würden dann wirkungsvolle Kühlaggregate erforderlich, was unwirtschaftlich wäre.
Die in Fig. 5 gezeigten Löslichkeitskurven lassen das Prinzip dee erfindungsgemäßen Verfahrens erkennen. Durch Neutralisation des abgezogenen Zellelektrolyten mit rohem Mangan(II)-oxid entsteht im sogenannten Regeneratelektrolyten eine Aufschlämmung von Metallhydroxiden, Silikaten, BuIfaten u.a. und von eventuell bereits ausgefallenem CaSO^*2 HpO. Da die SättigungBlösliohkeit des Zellelektrolyten durch dessen '.Temperatur vorgegeben ist (Punkt A), kühlt man die Aufschlämmung auf mindestens eine Temperatur ab, bei welcher die gleiche Sättigungs-
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löslichkeit erreicht wird (Punkt B). Fach einer geeigneten Standzeit von beispielsweise 3 Stunden wird der Regenerat~ elektrolyt von ungelösten bzw. ausgeschiedenen Stoffen abfiltriert und in den Zellelektrolytkreislauf eingespeist.
Auf diese Weise lassen sich Im Regeneratelektrolyten CaI-ciumionenkonzentrationen einstellen, die etwa zwischen 50 und 100 °h der löslichkeit des OaSO..2 H2O im Zellelektrolyten bei 980C liegen. In der Regel wird man sich aus Gründen der Wärmebilanz mit geringen UnterSättigungsgraden"begnügen können, um unerwünschte AusScheidungen von anderen, gelösten Salzen zu vermeiden. ;
Pig. 5 zeigt die Löslichkeitskurven für CaS0,'2.HgO. für die im nachfolgenden Beispiel 1 beschriebenen Elektrolyten. Hierbei liegt die Kurve des Zellelektrolyten unterhalb derjenigen für den Regeneratelektrolyten. Bei einer gegebenen Arbeitstemperatur erzeugt man somit auch durch Animpfen mit CaSO^* 2 HoO-Kristallen stets einen Regeneratelektrolyteny der in Bezug auf den Zellelektrolyten übersättigt ist, so daß beim Mischen beider ein an Calciumsulfat übersättigter Zellelektrolyt enstehen würde.
Beispiel 1
Ausgangsprodukt ist ein Zellelektrolyt, welcher 110 g MnSO., 70 g H9SO',, 60 g MgSO. und 3,5 g K.-.SO im Liter enthält und eine Temperatur von 950C aufweist. In einem Rühr behält er wird dieser Elektrolyt mit reduziertem Rohbraunstein versetzt, bis die freie Schwefelsäure weitgehend umgesetzt ist. Es ist da^= bei unerheblich, ob man den letzten Rest der freien Säure mit reduziertem Rohbraunstein oder mit einem anderen basischen Stoff, wie z.-B« Calciumcarbonat, Calciumhydroxid oder Natriumcarbonat etc., umsetat. Der neutralisierte Elektrolyt wird
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unter Rühren-im laufe von 3 Stunden auf eine Temperatur von 650C abgekühlt und anschließend filtriert. Der erhaltene Regeneratelektrolyt wird dann in den Zellelektrolytkreislauf zurückgeführt, wobei es zu keiner Abscheidung von 2 H2O kommt.
Beispiel 2
Ausgangsprodukt ist ein Zellelektrolyt» welcher 100 g MnSO., 50 g H2SO4 und 20 g MgSO4 im Liter enthält und eine Temperatur von 8OOC besitzt. Nach der im Beispiel 1 beschriebenen Umsetzung des Zellelektrolyts mit reduziertem Rohbraunstein oder auch beispielsweise^ mit natürlichem Rhodochrosit (MnCO.,) überführt man die Aufschlämmung aus .dem Rührbehälter in einen Absetzbehälter, kühlt ihn dort auf etwa 400C und läßt ihn einige Stunden stehen. Uach anschließender Filtration steht ein geeigneter Regeneratelektrolyt zur Verfügung.
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Claims (5)

-.'■ \ - β - ■■" ■ ■ ■ . '/ ". ■ ■ ■'■■'■. Patentansprüche
1. Verfahren zum Regenerieren von wäßrigen, mangansulfat-, calciumsulfat- und schwefelsäurehaltigen Elektrolytlösungen, die im Rahmen der elektrolytischen -Qe\.Innung von - Mangan(IV)-oxid bei erhöhter Temperatur in EIeLtrolyse- ; zellen anfallen, dadurch gekennzeichnet, daß m^i die Elektrolytlösungen aus der Elektrolysezelle abzieht, auf Temperaturen, die mehr als 50C, vorzugsweise 15° bis 4O0G, unter der Elektrolysetemperatur liegen, -abkühlt, nach einer Zeit von mindestens 15 min, vorzugsweise 1 - 3 Stunden, die ausgefallenen Niederschläge abtrennt und die zurückbleibende Lösung in die Elektrolysezelle zurückführt.
Verfahren nach Anspruch 1, d ad ur ch gekenn ζ ei.chne.t-, daß man in aen aus der Elektrolysezelle abgezogenen Elektrolytlösungen mit Hilfe von Mangan(II)-oxidoder Mangan(II)-carbonat die Schwefelsäure ganz oder teilweise neutralisiert, bevor die Elektrolytlösungen abgekühlt werden»
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, (jaß man bei teilweiser Neutralisation die restliche Schwefelsäure mit Calciumoxid, Calciumhydroxid oder CaIciumcarbonat neutralisiert, bevor die Elektrolytlösungen abgekühlt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, eiadurch gekennzeichnet\ daß man nach der Neutralisation der Elektrolytlösung nicht gelöste Peststoffe von der Elektrolytlösung abtrennt, bevor diese abgekühlt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,- dadurch Re kennzelchnet. daß man das Abkühlen der Elektrolytlösung unter Rühren vornimmt.
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β. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge kennzeichnet, daß man die.während der Elektrolyse und der Regenerierung des Elektrolyten verdampften Wassermengen durch Zugabe entsprechender Mengen Wasser zur Elektrolytlösung nach Abtrennen der ausgefallenen Niederschläge ersetzt, bevor die iJlektrolytXösung in die Elektrolysezelle zurückgeführt wird.
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to
Lee rs e it'-e
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