DE1925230A1 - Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Streptozotocin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums StreptozotocinInfo
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Description
DR. JUR. DIPL-CHEM. WALTER BEII
ALFRED HOEPP5NER «e
DR. JUR. DIPL-CHEM. H.-J. WOLFF l '
DR. JLR. HANS CHR. BEIL
«23 FRANKFURT AM MAIN-HÖCHST
■Unsere Nr. 15 563
The Upjohn Company Kalarnazoo (Hichigan, VStA)
Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Streptozotocin
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein chemisches Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Streptozotocin.
Das neue Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man D-Grlucosamin mit N-Methylisocyanat zu N— (Metliylcarbamoyl)-D—glucosamin
umsetzt und die auf diese Weise entstandene Verbindung mit einem Witrosierungsmittel behandelt, wobei
Streptozotocin entsteht, Streptozotocin ist im U»S, Patent
Nr. 3 027 300 beschrieben und stellt in der Veterinärmedizin ein wichtiges Mittel dar, da ea gegen Pasteurella
multocida und Salmonella pullorum wirksam ist.
Ursprünglich stellte man das wichtige Antibiotikum Streptozotocin
durch Fermentation unter Verwendung des Mikroorganismus
Streptomyces achromogenes her« Das IPernientationsverfahren
sowie auch die Isolierung aur Herstellung von ritreptozotocin
wird in den Beispielen 1 bis 4 des tf.S,Patentes
909848/1447
iir. 3 027 3Ou beschriebe!.. Annchliessena bestirai.te ::·.-'-die
Struktur von otrejzt;· zote ein sox;ie au:-; -ie -j en 2*.ϋ!: λ ohe
Totalsyntr.ese. (Siehs R. ioilerr, Η.κ.J-alxnke und A.üo
. Argoudelie, J.Am»Chem.Soc.89, 4SOb"(1*367)). -r->«i dieser
beschriebenen cheiai ,Then Synthese von Strep te·::., tocin
wird Tetra-O-acetylglucosarain-hydroehlorid mit r:eth7l—
isocyanat zu einer Verbindung der formel C^gH^jV^C^. "ungesetzt,
die einen Schrnelspunkt von 142° bis 144~C oesit^t
s ο wie /jUß + 18° (c 0,9, 95p Äthanol),, Durch 3e"-andlunjj.
dieser Verbindung mit 1 itrosylchlorid in Pyridin erhielt
man J-'etraacetylstreptozotocin, und Annonolyse dieser Ver- bindung
gab Streptosotocin. hs ist leicht ersic'jtlich,
dass das hier beschriebene Verfahren ziemlich kOiH^lex ist,
und die aii/rerieire Ausbaute an Streptcsotocin r.iir 4 ^.
Vielen der niedrigen Ausbeute an Streptosotocin und ier
notwendigen verschiedenen Vericihrensstufen v;ar das be- Jhri^—
^oene chemi-.'che Verfahren im Vergleich sun -'errr-entationsverfanren
zur Herstellung von ätreptoaotocin ökononiscn. scnwer
durchführbar»
Das vorliegenae erfinciungs^emässe ^erfahren ist eine· verbesserte
chemische Synthese zur Herstellung von Strepto~ zotocin und stellt augenblicklich das bevorzugte Verfahren
zur StreptozotGcin-IIerstellung dar. Zur Durchführung dieses
Verfahrens benötigt man zwei chemische Stufen, und die
Streptozotccinausbeute beträgt etwa 55 bis 70$,- bezogen
auf D~Glucosamin.
Die erste Stufe der Herstellung von Streptozotocin umfasst
die Umsetzung -von D-Glucoaamin mit B-Metnylisocyanat, wobei
IT-iMethylcarbamoyli-D-glucosamin entsteht» Die zweite Stufe
umfasst die Umsetzung von 2i-(Methylcarbamoyl)-D—glucosamin
mit einem liitrosierungBmittel zur Herstellung von Strepto—
zotocin. Das Verfahren kann folgendennassen gezeigt werden*
BAD ORIGINAL
9Q984 8/
GH-
(JI)
(in)
Durch Umsetzung," von Ώ—Glucosamin der I'Orir.el I mit; II—lietirylisocvonat
bei etwa -5°G während 30 Minuten erhält man II-·
(Metl^lcarbanioyl^-O-glucosamin der ΪΌζνιβΙ II» Die llea-iccioii
kann aucii länger als 30 Hinuteri ausgeführt v;erden,, ohne
Einfluss auf das geväinoclite tro-uikt»,. Durch Verlängerung der
Reaktionszeit auf langer als 3C Minuten werfen, jedoch keine
Vorteile ersielt.
Im allgemeinen bewegt sich eine vorteilhafte: Regaletionstemperatur
in den Grenzen von etwa -«5 C bis ©tv.'a 25 G* Bei einer
Reaktionstemperatur unterhalb -^0G kann dxe ReaktIonsmischunff
gefrieren und dadurch wird verursacht,, d-ass. die. Reaktion weniger wirksam ist. Da die Reaktlojistemperatur sich von -5' G
bis +25°C bewegt, wird die ReaktioTiszieit aibnehmeji,;i TJüt eane:
Beendigung der Reaktion zu v..exraxs&ati&n: sollte dig.: Rea,ktä;G:ns:-'
zeit et-vja 30 Minuten bei +250C- sowie: ajxoh b.e.;i ^Pu betragen.
In diesem. Verf abren i".s:t eg; möglich:,.
salz©,, wie z,3.
Salz sollte- jedoch znsznt in. daie,; f-r;eg3e;
gewandelt werdeai.. Man kann
Egsr
um»
BAD ORIGINAL
Hydroxy If orm, z.3. "IRA.-68" von Robm & Haas, Washington
Square, Philadelphia 5, Pennsylvania.
tr
Die zweite Stufe des erfindungsgeraäseen Verfahrens beruht
"auf der Umsetzung von IJ-(Hethylcarbamoyl)-D-glucosamin der
Formel II mit einem Hitrosierungsmittel zu Streptozotocin
der i'orrael III. Vorzugsweise wird diese Stufe durch wäss-
-rige Uitrosierun^g der Verbindung der Formel II ausgeführt,
■wie z.B. durch Umsetzung von H~(Methylcarbamoyl)-l)-glueosarain
der Formel II mit Katriumnitrit und verdünnter Schwefelsäure
bei -5°C etwa 5Ü Minuten lang, v;obei Streptozotocin
(III) erhalten wird. Beliebige anorganische liitrlte sowie
beliebige organische oder anorganische Säuren können verwendet werden, um die Salpetrigesäure in situ zu bvLden oder
auch durch die folgende Reaktion:
H+X" + M+IIO2"
HlTO2 + M+X*" : _■'\
worin H ein Wasserstoff ion bedeutet, X~" ist ein Anion,
z.B. 01*", SO, , HCOO*" oder ähnliche und M+ bedeutet ein
Metall oder ein Kation, wie z.B. Ha+, öa++, K+, Pb++,
HH. und ähnliche. . : ■
Streptozotocin der i'orrael III kann aus der weiter oben erwähnten
Heaktionsmischung, in welcher die salpetrige Saure
in situ gebildet wird, isoliert werden, indem man zuerst Methanol hinzufügt um Natriumsulfat auszuscheiden, das
natriumsulfat durch filtration entfernt, die zurückbleibende lösung bis zu einem trockenen Rückstand konzentriert
und dann den trockenen Rückstand mit Methanol behandelt, um Kristalle von Streptozotocin (III) zu bilden.
Die zweite Stufe des Verfahrens kann auch ausgeführt werden,
indem man H-(Methylcarbamoyl)-D-glucosamin (II) mit einer
Lösung τοπ salpetriger Säure umsetzt, die z.B. hergestellt
wurde, indem man Dinitrotrioxya ±Ά Wasser bei O0C 10 Minuten
lang einleitete. Diese Hitrosierungemethode ist insbe-
9 0 9 8 A 8 / U A 7 bad original
sondere vorteilhaft für Ausführung von Reaktionen in ^
kasstab, da die Isolierung von Streptozotocin (III) aus der
Heaktionsnidchung verhältnioinäseig leicht ausgeführt werden
k-· nn. -^is Isolierung umfasst die Konzentrierung der HepJctions—
mischung zur Trockne und ansehliessende Behandlung des trockenen
Rückstands mit Methanol, um Ί. ristalle von Streptozofocin
(ΙΪ1) zu "bilden. Eine lösung von salpetriger Säure, welche
ausserhalb des erxinaungsgemässen Verfahrens hergestellt
wurde, nämlich durch Umsetzung eines anorganischen A.itrits
mit einer organischen oder anorganischen Saure, kann ebenfalls als Fitrosierungsirtittel verwendet werden."
I3ie Reaktionszeit sowie auch iieaktionstemperatur der zweiten
Stufe des erfindungsgemässen Terfahrens.können gewechselt
werden, so wie schon für die ez'ste Stufe des "Verfahrens
weiter oben beschrieben wurde.
In den folgenden Beispielen werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beschrieben.
-0Si spiel 1
Herstellung der freien Base von D-Glucosaniin (I).
Man schlämmte 2QO g H-Glucosamin-hydrochlorid mit 140 ml
Diäthylamin und 2 1 absolutem Äthanol 20 Stunden lang auf.
Man isolierte den Feststoff durch Filtrieren und spülte
mit 100 ml absolutem Äthanol« Darm gab man den feststoff
zu 1 Liter absolutem Äthanol und 70 al Diäthylamin und
schlämmte nochmals 20 Stunden lang auf«, Kaeh filtrieren,
"Waschen und Irocknert ergab der Feststoff. /"158 g» 95/ί Ausbeute
bezogen auf "die fire/ie.-reine■ D-Crlucosamiribase (l}_7
einen negativen Ohloridioneatest* Häs inaterial wurde bei
"100C aufbewahrt, und esV war Während mehrerer Monate stabil.
Herstellung von tT-{MethylGarbemoyl}7D-=gluco3S/!iiii (ll).
Man kühlte eine -wie weiter oben hergestellte Lösung -von D-
9848/1447 BADORiGiNAi
.n (179 mg, 1,0 im-.'ol) i-i G, SC v.J. λ-/.se er urX. O,.rG rul
r auf -5 O ab» Frinoh ilestilli-; '~-^s 1.—.-ifethyliuocyanat
(62 X , 60 ng, 1,05 n.-ol) w1:::.ie ..or.,·.til hinzugefügt
und lie Losun~ bsi -5°C gerührt. Aliquote :-cr-ger_ (,]« 1Co λ )
werden na/h 15, 30 u*-:i 43 ίΐ-ατ_·:τ. β^.τι^ΐΊ^ und lyochilisiert.
alinuoteii. .-.-ί..,-;·;·■, r:--ch 3+3.. i^r i-ÜÜ7l>ιί&ίώοο;,·^:-
i:,' .-.aiui :::'"·!. ^eBtBteller·, ia. G-".'-il.tCOsa:r:ii. riyoh 3C .".irLU""-.·!
täu:li" i',^ ec τ..-;tt; is* uiid dass die Aussei.te &->
ri;....un;j .,„r :-Or:.el II 33 ' beträgt»
*) Ji^; Silyluticnsbei.cji^lMij..· wird x'clreii :^rrnas:;en aus; eführt
10 int.- eier Testprobe, 1,0 ml txojkenes ^yriair;, ^,ii r..l .:ex&
laetj.yldisilizan "arrl 0,1 ml '2riu^raylsilyr:\lcrlCs. werden
1 Stunde lan^ bei 5aimiaerter.iperi-.tur ^er.c/iT-elt;. üieae 0,/J«
Sweeley, :i, r'eiitley, /..Hakita, i. Vf.5J.Wells, d .A^.CherrieScCo
85, 2497, (1^63).
^eiapiel- 3
Synthese von S-reptozotocin (III).
wie Heizer oben beachriebene Lösung von D-G-lucosejnin
(3,58 g, 20 jaTxol) in 1ot0 ml Wasser und 8,0 ml Äthylätiier
wird auf -5°ö abgekühlt, tlan gibt friech destilliertes
K-Ksthyliaocyanat (1,24- mXr 1,20 g, 21 mMol) hinzu und rührt
die mischung 50 Minuten lang bei -5°C. Dann wird ITätrluianitrit
(1,36 g, 19>8 raHol) hinzugefügt und die I/Iisohung
solange gerührt, bis sich das Salz aufgelöst hat. Zu dieserlösung
gibt man tropfenweise verdünnte Schwefelsäure (9,80 ml,
2,00 n) und rührt etwa 30 Hinuten lang bei -5°G. ITäch v/ei~
teren 30 Hinuten Rühren gibt man 160 ml kaltes-Methanol hinzu,
wodurch Natriumsulfat ausgeschieden wird, .-lan entfernt das
Katriumsulfat durch Filtrieren und dampft das Filtrat zur.
Trockne bei Zimmertemperatur ein. Der Rückstand wird mit
10 ml Methanol aufgeschlämmt, wobei gelbe Streptozotocin-^ - '
. 009848/1447 BAD
— 1. _
ent stehen j Ausbeute 3,365 g>
6b^ bezogen auf J-Glucosanin. Das zurückbleibendei'iltr--,t wird zur irockne
.eingedampft und mit 15 ml Äthanol aufgeschlämmt, wobei nan
no c hu μ Is gelte h ristalle von weniger reinem Streptozotocin
erhält; die Ausbeute betraft 680 mf..t 12,ö >S bezogen auf D-
Synthese von Streptoaotocin (Ili).
Eine Lösung von D-Slucosaiain Cl,79 g» 1OyO ml'Ioi) in 8,0 ml
Y/asser und 4,0 ml äthyläther wird auf -50C abgekühlt, Wan
gibt frisch destilliertes K-iiethylisocyanat (0,62 ml,
0,60 g, 10,5 mMol) hinzu und rührt die Hischung 30 Minuten
Ιαιψ bei -5°C, um eine Iiösung herzustellen, welche ü-(iäethylcarbarao3'l)-D-glucosaain
(II) enthält.
Dinitrotrioxis wird in 50 ml Wasser 10 Minuten lang bei
O0C eingeleitet. Man untersuciit 1 ml dieser Lösung auf
den behalt an salpetriger Säure. Die Lösung der salpetrigen.
Säure weist etwa einen ü·ehalt von 18,1 bis 18,3 'mg salpetrige
Säure/ml auf.
Die Lösung von Ix-(Methylcarbamoyl)—D-glueosamin (H), welche
wie weiter oben beschrieben hergestellt wurde, gibt man tropfenweise 30 Minuten lang zu 26,1 ml der Lösuiig der salpetrigen
Säure (26,1 χ 18/47 - 10,0 mMoX HNO2) bei O0O, die
wie weiter oben erhalten wurde. Diese Lösung wird zusätzlich noch 30 Minuten lang bei O0G gerührt, und dann bei Zimmertemperatur
zur 'irockne eingedampft. Der Best wird mit 15 ml
Methanol etwa 2 Stunden lang aufgeschlämmt, wobei gelbe
kristalle von Streptozotocin (III) entstehen; Ausbeute
1»46 g, 55$ bezogen auf D-Grlucosamin«
Durch Ersatz von Hatriumnitril und Schwefelsäure in Beispiel 3
mit einer wässrigen Lösung von salpetriger Säure, die durch
9098A87UA7
' . BAD ORIGINAL
Umsetzung eines "beliebigen anorganischen Itfitrits mit einer
organischen oder anorganischen Saure erhalten wurde, erhält ., man ebenfalls Streptoeotocin.
ORIGINAL INSPECTED
909848/1U7
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE.1. Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Streptozotocin, dadurch gekennzeichnet, dass man (1) D-G-lucosamin mit IT-Methylisocyanat zu lT-(Methylcarbamoyl)-.D-glucosamin umsetzt und (2) das erhaltene H-(CIethylcarbamoyl)-D-glucosamln nitrosiert.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekernteichnefc, dass man ir-(Kethylcarbamoyl)-D-glucosaTiin mit in situ durch Einwirkung einer organischen odec anorganischen Säure auf ein anorganisches Nitrit hergestellter wässriger salpetriger Säure umsetzt.3. Verfahren men Anspruch 1, dadurch ,jekeiü.ze rennet, dass man N-(iiethylear'bainoyl)-D-glucosaiain mit einer wässrigen Lösung von salpetriger Säure umsetzt.4. Verfahren nach Ansj>ruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als wässrige Lösung von salpetriger Säure eine lösung verwendet, die durch Einleiten von NoO^ in V/asser erhalten wurde.5. Verfahren nach Anspru.ch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man (1) D-G-lucosamin mit Ij-Hethylisocyanat zu N-(liethylcarbamoyl)-D-glucosamin lurisetzt und (2) N-(Hethylcarbamoyl)-D-glucosamin mit in situ durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Katriumnitrit hergestellter salpetriger Säure nitriert.6. Verfahren nach Anspruch 1r dadurch gekennzeichnet, dass man (1) D-&lucosamin mit N-Methylisocyanat zu N-(Hethylcarbaraoyl)-D-gluoo3amln umsetzt und (2) li-(Methylcarbamoyl)-D-glucosamin mit einer wässrigen lösung von salpetriger Säure nitrosiert.ffir The Upjohn Company9 09 848/1447 ρIl ^ BAD ORIGINAL-f-
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