DE1925486A1 - Kleinteile,insbesondere Kugeln und Waelzlagerkoerper - Google Patents

Kleinteile,insbesondere Kugeln und Waelzlagerkoerper

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DE1925486A1 DE19691925486 DE1925486A DE1925486A1 DE 1925486 A1 DE1925486 A1 DE 1925486A1 DE 19691925486 DE19691925486 DE 19691925486 DE 1925486 A DE1925486 A DE 1925486A DE 1925486 A1 DE1925486 A1 DE 1925486A1
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Description

BB - 581 - DE
ELEKTROPHYSIKALISCHE ANSTALT
BERNHARD BERGHAUS
Kleinteile,
insbesondere Kugeln und Wälzlagerkörper
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Kleinteile aus Stahl, insbesondere aus rostfreiem Stahl, für hohe Beanspruchungen, also beispielsweise auf Kugeln für Kugellager und andere Zwecke, sowie auf Wälzlagerkörper und ähnliche Kleinteile. Bei hohen mechanischen Beanspruchungen derartiger Kleinteile ist es erwünscht, dieselben ganz oder mindestens an der Oberfläche zu härten, um sie zum Beispiel verschleissfester zu machen. Je kleiner die Dimmensionen sind, um so grosser.sind meist die mechanischen Beanspruchungen an der Oberfläche; beispielsweise
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ist bei Kugeln mit einem Durchmesser kleiner als etwa-1,5 mm der Auflagepunkt bei Bewegungen auf einer ebenen Unterlage sehr klein, sodass ohne gehärtete Oberfläche ein rascher Verschleiss zu befürchten ist. Bei der Verwendung von Stahlkugeln beispielsweise in Kugelschreibern ist die Abnützung beim Gebrauch so erheblich, dass auch hierfür eine Oberflächenhärtung unbedingt erforderlich ist.
Es existieren bekanntlich eine ganze Reihe von Härtungsverfahren für Werkstücke aus Stahl bzw. aus rostfreiem Stahl. So kann beispielsweise durch Erhitzen von Kugeln auf etwa 1000 C und anschliessendes Abschrecken in einem Oelbad eine beträchtliche Oberflächenhärte erzeugt werden. Diese Härtung durch Abschrecken ist schon für grössere Werkstücke nur schwierig zu beherrschen, für Kleinteile und Xiniaturkugeln führt eine solche Härtung aber zu unbefriedigenden Eigenschaften der gehärteten Körper, da die sich bildende harte Oberflächenschicht meist spröde und ungleichmassig ist, abgesehen von der Tatsache, dass höhere Härtegrade als etwa 500 bis 800 Vickers nur schwer zu erreichen sind. Dementsprechend haben sich auch derart gehärtete Stahlkugeln, beispielsweise bei der Verwendung in Kugelschreibern, nicht gut bewährt, auch wenn sie aus rostfreiem Stahl hergestellt wurden, da ihre Abriebfestigkeit beim Gebrauch nicht genügend gross war.
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Es wurde·auch, bereits behauptet, dass bei derart gehärteten Miniaturkugeln aus rostfreiem Stahl die Härte der Aussenseite durch vielstündige Behandlung in einer Atmosphäre von Anunoniakgas bei Temperaturen von 500 bis 550 C erhöht werden kann. Dieses bekannte Verfahren der Gasnitrierung kann aber für rostfreie Stähle nur dann angewendet werden, wenn vorher eine komplizierte Entpassivierung der Oberflächen vorgenommen wird, die höchst umständlich ist und kaum gleichmässig entpassivierte Oberflächen liefert. Nur wenn die Entpassivierung gelingt, ermöglicht die Gasnitrierung eine weitere Steigerung der Oberflächenhärte auf etwa 1000 bis 1100 Vickers, liefert aber bekanntlieh sehr spröde und leicht absplitternde Oberflächenschichten, was bei Kugeln zur Verwendung in Kugelschreibern oder auch bei Kleinteilen für andere Zwecke einen bedeutenden Nachteil darstellt. Um derartige gasnitrierte rostfreie Stahlkugeln für die Verwendung bei Kugelschreibern geeigneter zu machen, ist weiterhin vorgeschlagen vorden, vor der Nitrierbehandlung die Oberfläche der betreffenden Kugeln mit einem Muster aus dicht benachbarten Vertiefungen zv. versehen und die Gasnitrierung dann solange fortzusetzen, bis eine Schichtdicke erzielt ist, die alle Oberf 1 achenvertiefur.cen übertrifft. Auf diese V7eise wird zwar eine gute Griffigkeit solcher Stahlkugeln beim Gebrauch erzielt, aber die der Schreibfläche zugekehrte Kugeloberfläche ist durch das Oberflächenmuster stark verringert, was trotz der gesteiaerten Härte wieder" eine ungenügende" Gebrauchsdauer zur Folge
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hat. Ausserdem hat die Erfahrung gezeigt, dass derartige Kugeln bei der Verwendung in Kugelschreibern sehr empfind1 ' ' ~->n, sowohl beim Nichtgebrauch als auch beim Gebrauch des i-ai^e-ücnreibers sich absetzenden Staub sind, denn die feinen, sehr harten Staubpartikel sammeln sich in den Vertiefungen und bewirken beim Durchlauf der betreffenden Kugel durch die Kugelpfanne im Kugelschreiber eine Verletzung sowohl der Kugeloberfläche, als auch der Gleitflächen in der Kugelpfanne.
Sowohl für Miniaturkugeln zur Verwendung in Lagern oder Kugelschreibern, als auch für andere hoch belastete Kleinteile wurde es bisher als Xangel betrachtet, dass die Gasnitrierung wegen der erforderlichen Entpassivierung recht kompliziert ist und eine weitere Steigerung der Oberflächenhärte über die durch Gasnitrierung gelegentlich erzielbaren Werte hinaus nicht möglich erschien.
Die vorliegende Erfindung bezweckt eine Beseitigung dieses Mancels durch Anwendunc 6.es Verfahrens zur Nitrierung der Oberfläehe von Stahlkörpern in einer stickstoffhaltigen Gasatmosphäre unter der Einwirkung einer elektrischen Glimmentladung, die einerseits ein Ionenbombardement auf die Oberfläche der Stahlkörper verursacht, das dieselben erhitzt, andererseits atomaren Stickstoff in der Gasatrr.osphäre erzeugt, der auf die Stahlkörper-
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Oberfläche einwirkt, und ausserdem durch Abstauben und Aufstäuben metallischer Teile an der Oberfläche einen Stoffaustausch bewirkt, welche Vorgänge eine Nitrierschicht auf den Stahlkörper-Oberflächen zur Folge haben. Die erfindungsgemässe Anwendung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren auf eine Vielzahl von Kleinteilen aus einem Stahl jener Gruppe, der auch rostfreie Stähle angehören, zur Erzeugung einer duktilen, splitterfesten -Haut mit mindestens 1400 Vickershärtegraden und höchstens 0,02 mm Dicke auf der gesamten Oberfläche aller Kleinteile gleichzeitig angewendet wird.
Ferner betrifft die Erfindung Kleinteile, insbesondere Kugeln und Wälzlagerkörper, aus einem -Stahl jener Gruppe, der auch rostfreie Stähle angehören, mit einer gehärteten äusseren Nitrierschicht auf einem weicheren Kernmaterial, gekennzeichnet durch eine sehr dünne, nicht mehr als 0,02 mm in das Kernmaterial sich erstreckende, Metallnitride enthaltende Schicht, die mindestens 1400 Vickershärtegrade besitzt, mit einer Zwischenzone in . das Kernmaterial von nicht weniger als 900 Vickershärtegraden übergeht, unter der Wirkung von Druckkräften den Verformungen des Kernmaterials rissfrei folgt, Stossbelastungen gegenüber splitterfest ist und eine glatte, porenfreie Aussenflache aufweist.
Die Erfindung ist nachstehend in einigen Ausführungsbeispielen anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
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Fig. 1 Sine Mikrofotografie eines Querschnitts durch eine erfindungsgemässe Miniaturkugel von etwa 1 ram Durchmesser, etwa 100-fach vergrössert,
Fig. 2 eine Mikrofotografie eines Schliffbildes der äusseren Schicht eines Querschnitts entsprechend der Fig. 1, etwa 1000-fach vergrössert,
Fig. 3 bis 6 je eine im Masstab 15 : 1 vergrösserte Fotografie des Aussehens handelsüblicher Stahlkugeln von 1,5 mm Durchmesser höchster Qualität aus rostfreiem Stahl nit gehärteter Oberfläche nach Schlagbeanspruchung der einzelnen Kugeln durch einen aus 5 bzw. 10 bzw. 15 bzw. 20 cm Höhe frei fallenden Stahlkörper von ICO gr Gewicht.
Fig. 7 bis 10 je eine im Masstab 15 : 1 vergrösserte Fotographie des Aussehens von Kugeln aus ähnlichem Material wie bei Fig. 3 bis 6 nach der erfindungsgemässen Behandlung der Oberfläche und nach identischer Schlagbeanspruchung.
Fig. 11 und 12 je eine im Masstab 4 : 1 vergrösserte Fotographie von zwei Sorten Stahlkugeln nach einer Prüfung auf Korrosionsfestigkeit.
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Obwohl sichv die nachstehende Beschreibung und die erläuterten Ausftihrungsbeispiele lediglich auf Miniaturkugeln mit einem Durchmesser unterhalb von etwa 1,5 mm beziehen, ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt, sondern umfasst auch andere Kleinteile aus rostfreiem, oder hiermit verwandtem Stahl.
Die Herstellung der Miniaturkugeln aus rostfreiem Stahl bis zu ihrer Behandlung unter Anwendung, des Verfahrens der sogenannten lonitrierung ist allgemein bekannt; hierbei werden beispielsweise von zylindrischen Stäben von etwa 1,1 mm Durchmesser aus rostfreiem Stahl jeweils 1,1 mm lange Stücke abgeschnitten, zwischen den rotierenden Tellern einer Schleifmaschine unter Druck während genügend langer Zeit in angenähert runde Rohlinge umgeformt und aus diesen dann in weiteren Schleifprozessen die gewünschten Miniaturkugeln hergestellt. Von Bedeutung ist " ·- lieh, d?ss die rit polierter Oberfläche versehene- Stahlkugeln aus rostfreie" ft-hl vcr der Icr.itrierung gut gereinigt und von allen Fettspuron ^n der Oberfläche befreit werden, beispielsweise durch Waschen vl'hrer.cl einiger "inuten in einem Bad aus Trichloraethylen. .
Das Verfahren der sogenannten lonitrierung ist durch die Arbeiten und Schutzrechte der Anmelderin ebenfalls bekannt. Bei der vorliegenden Anwendung der lonitrierung befinden sich die Kugeln in einem Behälter, in welchen eine stickstoffhaltige Gasatraos-Ohä-re ceschaffen wird, beispielsweise ein Gemisch aus Wasser-
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stoff - und Stickstoffgas im Verhältnis 80 zu 20, oder Ammoniakgas aus Flaschen. Eine grosse Anzahl von Miniaturkugeln befindet sich in diesem Behälter in einer Schale mit gekrümmten Wandungen, die in rasche Rotation versetzt werden . kann, sodass sich die Kugeln längs der Innenfläche dieser Schale in einer einzigen Schicht ausbreiten und dort durch die auf sie wirkenden Zentrifugalkräfte festgehalten werden. Die Innenwand mit dieser Kugelschieht bildet die Kathode einer elektrischen Glimmentladung, sodass auf die Oberfläche der Kugeln durch das Ionenbombardement deren Erhitzung bis auf beispielsweise 520 C erfolgen kann. In der stickstoffhaltigen Gasatmosphäre entsteht durch die elektrische Glimmentladung in bekannter Weise atomarer Stickstoff, der auf die erhitzte Oberfläche der Kugeln einwirkt. Ausserdem tritt in einer solchen Glimmentladung die Abstäubung von Xetallteilchen von der Kugeloberfläche ein, gleichzeitig aber auch eine Aufstc'ubung entsprechender Metallpartikel, sodass ein Stoffaustausch an der Oberfläche stattfindet. Durch geeignete Wahl des Gasdruckes und der Betriebsspannung kann das Ausr.ass der Abstäubung der gebildeten Oberflächenschicht beeinflusst werden? beispielsweise kann bei einem Gasdruck im Bereich von 0,1 bis 0,5 mm Hg bei einer Betriebsspannung von 600 bis 1000 Volt eine so starke Abstäubung bewirkt werden, sodass trotz des Ξindiffundierens von Stickstoff in die Kugeloberfläche kein? Vergrösserung des Durchmessers erfolgt,
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wie dies bei anderen Nitrierverfahren unvermeidlich ist. Um zu erreichen, dass sämtliche Teile der Oberfläche aller Kugeln in gleicher Weise behandelt werden, wird die Rotation der die Kugeln tragenden Schalen zyklisch verändert, sodass die Kugelschicht in bestimmten Zeitabständen zusammenfällt und bei erneuter Steigerung der Rotationsgeschwindigkeit sich wieder bildet, wobei aber die Lage der einzelnen Kugeln innerhalb der Schicht willkürlich verändert ist.
Zur Schaffung einer für diese Ionitrierung geeigneten Glimmentladung ist ein sogenannter Anlaufvorgang notwendig, der beispielsweise in der deutschen Patentschrift Nr. 1.058.806 näher beschrieben ist. Es ist von Vorteil, wenn die Energie der Glimmentladung auf die Innenfläche der rotierenden Schale konzentriert ist, woz-u geeignete Massnahmen bereits in der deutschen Patentschrift Sir. 1.156.624 beschrieben sind. Besonders zu Beginn der Ionitrierung einer Vielzahl von Stahlkugeln können durch winzige Verunreinigungen an der Kugeloberfläche oder durch Gasausbrüche aus dem Kernmaterial unerwünschte Störungen der Glimmentladung stattfinden, deren Beseitigung durch kurzzeitige Abschaltung der Stromzuführung zweckmässig ist, wie dies beispielsweise in den deutschen Patenten Nr. 1.029.641, 1.275.228 und Nr. 1.275.229 beschrieben ist. Bei der Konstruktion des Behälters müssen, zur Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Betriebes, die Stromdurchführungen und auch die Durchführung der
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Drehachse durch die Eehelterwandung die Gesichtspunkte berücksichtigt werden, die beispielsweise aus der deutschen Anmeldung Nr. E.19.297 ersichtlich sind.
Bei der Anwendung des oben beschriebenen Verfahrens der Ionitrierung auf eine Vielzahl von Kugeln aus rostfreie-?. Stahl, beispielsweise der handelsüblichen Qualität X 40 Cr 13, gelingt es, eine gehärtete Haut auf dem Str.hlkem zu erzeugen, die eine Härte von mindestens 1400, falls erwünscht aber auch bis 1500 Vickers Eärtegrade aufweist. Eine Mikrofotografie des Querschnittes durch eine derart behandelte Kugel gemäss den Fig.1 und 2 zeigt, dass diese gehärtete Haut keine grössere Dicke als 0,02 mir. aufweist; bei kürzerer Behandlungszeit oder stärkerer Abstäubung kann die Schichtdicke auch noch verringert werden, was für manche Anwendungszwecke vorteilhaft ist.
Gegenüber den durch Gasnitrierung erzeugten, gehärteten Schichten auf rostfreien Stahlkugeln wird also eine wesentlich grössere Härte erzielt; darüber hinaus ist die mittels der lonitrierung erzeugte Haut aber duktil und splitterfest. Es war bisher nicht bekannt, dass derart vorteilhafte Eigenschaften der Oberflächenschicht von Stahlkugeln aus rostfreiem Stahl ohne jede vorherige Entpassivierung erzielbar sind, wenn das Verfahren der Ionitrierung auf solche Kleinteile angewendet wird. Die hierfür verwendeten, normalen, bereits gehärteten rostbeständigen
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Stahlkugel!! bestehen sweckmässigerweise auch Chrom-Nickel-Stählen, etwa der "handelsüblichen Qualität X 40 Cr 13, und v/erden nur relativ kurz, also r.v.r wenige Stunden bei Temperaturen behandelt, c.ie etwas unterhalb oder etwas oberhalb von 500 C gelegen sein solion.
Die in Fig. 1 und 2 al? Mikrofotografien wiedergegebenen Querschnitte stammen von einer derartigen Kugel von etwa 1,05 mm Durchmesser, die während 3 Stunden bei etwa 490 C behandelt wurde. Die Ausser.rchicht dieser Kugel zeigt eine Härte von 1510 Vickers, bestimmt durch eine Mikrohärtemessung mit HV 0,2 kg. Die harte, Metallnitrice enthaltende äussere Schicht erstreckt sich gemäss Fig. 2 cr-.-a' 0,01 mm von der Oberfläche aus in den Kern und geht in cLa? "cr~~.ate.riai mit einer deutlich sichtbaren Zwischenzone Coer. Di~r^ Zvischenzone weist ebenfalls eine Dicke von etwa 0,01 mm rv.f, hat einen geringeren Stickstoffgehalt als die Randzone unc nähert sich in ihren eigenschaften, nach innen zu mehr und r.ehr ecm Xernm?.terial. Das Kernmaterial selbst sollte eine Eärte von nicht weniger als 900 Vickers aufweisen; für die Stahlkugel gemäss Fig. 1 und 2 betrug die Kernhärte 980 Vickers. Bei der Prüfung derart durch lonitrierung gehärteten Kugeln aus rostfreiem Stahl konnte nachgewiesen werden, dass die dünne, Metallnitride enthaltende Aussenschicht bei konstanten hohen Druckkräften den Verformungen des Kernmäterials folgen kann, ohne dass Risse auftreten. Gegenüber Stossbelastungen haben sich derartige Kugeln als äusserst splitterfest erwiesen, im Gegensat" zu Kugeln aus entsprechenden rostfreien Stählen, die mittel? Γ"".^ritrisrrjir.c"1 ctenSrtö-t· werden.
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Die viel grössere Splitterfestigkeit bei Schlagbeanspruchung von Kugeln aus rostfreiem Stahl von 1,5 mm Durchmesser nach erfolgter Ionitrierung im Vergleich zu handelsüblichen rostfreien Stahlkugeln höchster Qualität mit gehärteter Oberfläche zeigen die Fig. 3 bis 10. Es wurde auf jede einzelne der Kugeln ein Stahlkörper von 100 gr Gewicht frei aus verschiedenen Höhen fallen gelassen, und zwar :
Figur : 3 und V 4 und 8 5 und 9 6 und 10 Höhe : 5 cm 10 cm 15 cm 20 cm
Bei den auf herkömmliche Weise' gehärteten rostfreien Stahlkugeln bewirkt bereits eine Fallhöhe von 10 cm (Fig. 4) sichtbare Deformierungen und grössere Fallhöhen ergeben sogar Absplitterungen der gehärteten Oberflächen und Deformationen des Kernmaterials (Fig. 5 und 6). Dagegen verursachen die gleichgrossen Schlagbeanspruchungen bei den ionitrierten rostfreien Stahlkugeln keinerlei Absplitterungen oder bleibende Deformationen, da die duktile ionitrierte Oberfläche den elastischen Deformationen des Kernmaterials rissfrei folgen.
Die durch Ionitrierung gehärteten Kugeln mit der duktilen, splitterfesten, dünnen Haut besitzen eine praktisch glatte Oberfläche. Durch,einen kurzzeitigen Läpp- oder Poliervorgang kann die Oberfläche wieder auf Hochglanz poliert werden.
Nach den bisherigen Untersuchungen werden die unterschiedlichen Eigenschaften, die sich bei der Behandlung gleicher Stahlkugeln mit dem. Verfahren der Ionitrierung bzw. der normalen Gasnitrie-
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rung ergeben, von der Art der Bildung der harten Nitride verursacht. Bei der Gasnitrierung werden diese harten Nitriden durch
. Diffusion von molekularem Stickstoff vorzugsweise an den Korngrenzen gebildet. Bei der Ionitrierung dagegen findet infolge
.· der Ionisierung des Behandlungsgases eine interkristalline Diffusion von> atomarem Stickstoff statt.
Die durch Anwendung der Ionitrierung gehärteten Stahlkugeln zeigen, beispielsweise bei der Verwendung in Kugelschreibern, eine wesentlich grössere Lebensdauer als alle anderen, bisher bekannt gewordenen gehärteten Stahlkugeln. Irgendwelche Mängel bezüglich unzureichender Griffigkeit solcher Kugeln sind nicht zu bemerken. Die verbesserten Eigenschaften sind natürlich nicht nur für Kugeln von Vorteil, sondern für alle Kleinteile aus rostfreiem Stahl, die starken mechanischen Beanspruchungen unterliegen.
Insbesondere weisen ionitrierte Kugeln aus einem Stahl jener Gruppe, der auch rostfreie Stähle angehören, eine höhere Korrosionsfestigkeit auf. Beispielsweise zeigt die Fig. 11 das Aussehen von 'handelsüblichen Kugeln höchster Qualität mit gehärteter Oberfläche nach einer Korrosionsprüfung in künstlichem Meerwasser gemäss DIN 50.900 und 50.905 (deutsche Industrienorm 50.900 und 50.905) bei einem pH-Wert von 7 bis 8 nach 21 Stunden. Es waren 14 von Kugeln zu mehr als der Hälfte ihrer Oberfläche mit einer rostbrau-■nen bzw. graublaugrünen Schicht überzogen. Mehr als die Hälfte aller Kugeln zeigte mehr oder weniger ausgedehnte Bedeckungen mit
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Eisen (Ill)-oxyd-hydrat; ein weiteres. Viertel wies eine Vielzahl kleinerer Korrosionsstellen auf- Im Gegensatz hierzu waren ipnitrierte rostfreie Stahlkugeln nach 21 Stunden einer gleichen Kor-'rosionsbehandlung noch in sehr gutem Zustand, wie Fig. 12 zeigt; nur !bei wenigen Kugeln waren kleine, trübe Stellen vorhanden. In der Korrosionsflüssigkeit war nach 21 Stunden Versuchsdauer bei
den ionitrierten Kugeln eine Menge von 0,0025 mg Eisen feststellbar, bei den handelsüblichen Kugeln dagegen 0,075 mg Eisen.
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Claims (6)

Patentansprüche
1.) ' Anwendung des Verfahrens zur Nitrierung der Oberfläche von Stahlkörpern in einer stickstoffhaltigen Gasatmosphäre unter der Einwirkung einer elektrischen Glimmentladung, die einerseits ein Ionenbombardement auf die Oberfläche der Stahlkörper verursacht, das dieselben erhitzt, andererseits atomaren Stickstoff in der Gasatmosphäre erzeugt, der auf die Stahlkörper-Oberflächen einwirkt, und ausserdem durch Abstäuben und Aufstäuben metallischer Teile an der Oberfläche-einen Stoffaustausch bewirkt, welche Vorgänge eine Nitrierschicht auf den Stahlkörper-Oberflächen zur Folge haben, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren ohne vorherige Zntpassivierung auf eine Vielzahl von KLeir.teilcn av.s Stahl jener Gruppe, der auch restfreie Stähle angehören, zur Erzeugung einer duktilen, splitterfesten Haut mit mindestens 1400 Vickershärtegraden und höchstens 0,02 mm Dicke auf der gesamten Oberfläche aller Kleinteile gleichzeitig angewendet wird-
2.) Kleinteile, ir.sbesor.dere Kugeln und Wälzlagerkörper, aus Stahl jener Gruppe, der auch rostfreie Stähle angehören, mit einer gehärteter, äusseren Nitrier schicht auf einem weicheren I\orr.rr.aterial, gekennzeichnet durch eine sehr dünne, nicht mehr als, 0,02 mm in das Kernmaterial sich er-
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streckende, Metallnitride enthaltende Schicht, die mindestens 1400 Vickershartegrade besitzt, mit einer Zwischenzone in das Kernmaterial von nicht weniger als 900 Vickershärtegraden übergeht, unter der Wirkung von Druckkräften den Verformungen des Kernmaterials rissfrei folgt, Stossbelastungen gegenüber splitterfest ist und eine glatte, porenfreie Aussenfläche aufweist.
3.) Kleinteile nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Härte der Schicht im Bereich von 1450 bis 1600 Vickers.
4.) Kleinteile nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Zwischenzone von mehr als 0,01 mm Dicke.
5.) Kleinteile nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch ein Kernmaterial aus gehärtetem rostfreiem Stahl mit einer Härte im Bereich von 950 bis 1100 Vickers.
6.) Kugeln nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine bleibende Verformung des Durchmessers von weniger als 0,1 % bei einer Stossbelastung durch einen mit einer Geschwindigkeit von 2 m pro see. auftreffenden Stahlkörper von 100 gr. Gewicht.
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