DE1933227B2 - Fahrzeugrad - Google Patents
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Description
55
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeugrad, das aus einer Radscheibe und aus einer Felge besteht, die mit
der Radscheibe durch Punktschweißung mit nachfolgender Kaltverformung verbunden ist.
Fahrzeugräder, insbesondere Kraftfahrzeugräder, müssen über längere Fahrzeiten hohe Geschwindigkeiten
aushalten, und sie sollen dabei ein möglichst geringes Gewicht haben. Während aus punktverschweißten
Radscheiben und Felgen bestehende Räder die Forderung nach leichtem Gewicht erfüllen und
auch wirtschaftlich herzustellen sind, läßt die Dauerfestigkeit der bekannten Fahrzeugräder der angegebenen
Art zu wünschen übrig. Bei einem bekannten Rad der oben beschriebenen Art (deutsche Auslegeschrift
U 15 698) wurden zur Verbesserung der Dauerfestigkeit die miteinander verbundenen Radteile nach dem
Verschweißen an den Schweißstellen, d. h. neben der Schmelzzone, einer Kaltverformung unterworfen.
Diese Maßnahme beruht auf der Annahme, daß die fehlende Dauerfesiigkeit der Punktschweißverbindungen
auf einer Vergröberung des Materialgefüges und auf den Ausglüheffekt zurückzuführen ist.
Es wurde nun die Erkenntnis gewonnen, daß bei der Punktverschweißung der Felge und der Radscheibe
in den Schweißverbindungen Zugspannungen verbleiben. Diese Zugspannungen rühren von dem Schwinden
des sich abkühlenden Metalls in den Schweißverbindungen her, weil die Schweißverbindungen von kaltem,
also nicht in gleicher Weise verformbarem Metall umgeben sind. Aus diesen Zugspannungen ergibt sich
die verminderte Dauerfestigkeit der bisherigen punktverschweißten Fahrzeugräder, und als ihre Folge können
in den Schweißverbindungen Ermüdungsbrüche und -risse auftreten. Aus der Erkenntnis der wahren
Ursachen dieses Mangels ergibt sich, daß eine Kaltverformung der miteinander verbundenen Teile neben der
Schmelzzone der Punktschweißverbindungen die verbleibenden Zugspannungen und ihre schädlichen Folgen
nicht beseitigen kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeugrad der eingangs geschilderten Art zu
schaffen, bei dem das Auftreten von Zugspannungen und Ermüdungsrissen in dem Metall verzögert oder
sogar völlig vermieden wird, so daß es zu keiner frühzeitigen Schwächung des Zusammenhalts zwischen
Felge und Radscheibe kommt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Schmelzzonen der Punktschweivßerbindungcn
durch Zusammenpressen unter Bildung bleibender, kalottenartig runder oder länglicher, die
Wandstärke vermindernder Prägeeindrücke gestaucht sind.
Der durch die Erfindung erzielte Vorteil liegt nicht nur in der verbesserten Dauerfestigkeit der Punktschweißverbindungen
zwischen Felge und Radscheibe, sondern auch darin, daß die Felge In Folge des Ausbleibens
frühzeitiger Ermüdungsrisse ihre Dichtigkeit behält, was bei schlauchlosen Reifen von wesentlicher
Bedeutung ist.
In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung erstrecken sich die Prägeeindrücke auch auf wenigstens
einen Teil des Zwischenraums zwischen zwei aufeinanderfolgenden Punktschweißverbindungen. Es ist
aber auch möglich, daß ein Prägeeindruck den gesamten Radumfang einnimmt und damit die Schmelzzonen
aller Punktschweißverbindungen enthält.
Die Erfindung erstreckt sich fernerhin auf ein technisch und wirtschaftlich vorteilhaftes Verfahren zur
Herstellung eines die vorstehenden Merkmale uafweisenden Fahrzeugrads. Nach diesem Verfahren
können die Schmelzzonen der Punktschweißverbindungen mit Hilfe von zwei gleichzeitig auf die beiden
Seiten der Schweißverbindungen einwirkenden Stempeln zusammengedrückt werden. Die Stempel können
einen halbkugeligen Kopf mit einem Radius zwischen 10 und 25 mm hbaen und an den Punktschweißstellen
zentriert werden, während die Druckkraft zwischen 5 und 20 t beträgt.
Die Stauchung der Schmelzzonen der Punktschweißverbindungen kann auch durch zwei gleichzeitig auf
die beiden Seiten der Schweißverbindungen einwir-
3 4
kende Rollen erfolgen, die längs der die Punktschweiß- schweißung ist mittels zweier Rollen 20 und 21 mit
stellen enthaltenden Umfangszone entlanggeführt wer- Prägeeindrücken versehen, indem die Rollen durch
den. Dabei kann der Kontakt zwischen den Rollen nicht dargestellte Mittel gegeneinander gedrückt
und dem Rad längs des gesamten Radumfangs gleich- werden.
bleibend sein, doch können die Rüden in besonderen 5 üie Fig. 4 und 5 zeigen im Grundriß einen Teil der
Fällen mit dem Rad längs des Radumfangs auch inter- Felge. Aus jeder der Figuren sind drei aufeinandermittierend
in Kontakt gebracht werden. Wird die folgende Punktschweißstellen mit Schmelzzonen 8 er-Punktschweißung
mit Hilfe von Elektroden von nicht sichtlich. Ferner läßt Fig. 4 eine ringförmig durchkieisförmi^em
Querschnitt ausgeführt, so empfiehlt es laufende Prägefläche 25 erkennen, die die Schmelzsich,
die Form der Prägewerkzeuge derjenigen der io zonen 8 der Punktschweißstellen enthält und eine Tiefe
Elektroden anzupassen. von einigen Zehnteln mm hat. Diese durchlaufende
Die Zeichnung zeigt Ausführungsbeispiele der Eifin- Prägefläche kann mit Hilfe der sich vorwärtsbewegen-
dung, und zwar sind den Rollen 20 und 21 hergestellt werden. Gemäß Fig. S
Fig. 1 ein radialer Halbschnitt durch ein Rad gemäß ist die durchlaufende ringförmige Prägefläche 25 durch
der Erfindung, i5 voneinander getrennte Prägeeindrücke 30 ersetzt, die
Fig. 2 eine in größerem Maßstabe gezeichnete, jeweils über die Schmelzzone 8 der Punktschweißstellen
schaubildliche Ansicht zweier Stempel, die an der in der Umfangsrichtung hinausragen. Die voneinander
Schmelzzone einer Punktschweißstelle angesetzt sind, getrennten Prägeeindrücke 30 werden ebenfalls mit
Fig. 3 ein Halbschnitt gemäß Fig. 1, woraus eine Hilfe der Rollen 20 und 21 erzeugt, die hier jedoch
zwischen zwei Rollen in d^r Schmelzzone zusammen- »o auf die Felge und die Scheibe einen sich ändernden
gepreßte und damit gestauchte Punktschweißstelle Druck ausüben,
ersichtlich ist und Bei allen oben beschriebenen Beispielen ist es mög-
Fig. 4 und 5 je ein Grundriß eines Felgenteils mit lieh, die Schmelzzonen der Punktschweißstellen nur
einer einzigen durchlaufenden Prägefläche (Fig. 4) auf einer ihrer Seiten, zweckmäßig auf der Seite der
bzw. getrennten Prägeflächen (Fig. 5). »5 Felge 1, mittels eines einzigen Stempels oder einer
Die Fig. 1 zeigt eine Felge 1 eines Fahrzeugrads von einzigen Rolle mit einem Prägeeindruck zu versehen,
üblicher Form. Die Felge hat zwei Wulstsitze 2, zwei Die andere Seite wird in diesem Falle durch eine Auf-Felgenhörner
3 und eine Rinne 4, deren Boden 5 im lage unterstützt, die in dem Metall der Punktschweißwesentlichen zylindrisch ist. Mit dieser Felge 1 ist der stelle keinen Prägeeindruck hervorruft,
zylindrische Rand 7 der Radscheibe 6 durch Punkt- 30 Die Herstellung von Rädern nach Fig. 1 mittels der schweißung verbunden. In der Mitte des schraffierten Vorrichtung nach Fig. 2 kann mit den nachfolgend Bereichs 9 befindet sich eine Punktschweißstelle mit angegebenen Werten erfolgen:
der Schmelzzone 8. Aus Gründen einer deutlicheren . . . .
Darstellung sind die Abmessungen dieser Punkt- Beispiel 1 beispiei ι
schweißsteile vergrößert. 35 Radgröße 4J-15 5J-15
zylindrische Rand 7 der Radscheibe 6 durch Punkt- 30 Die Herstellung von Rädern nach Fig. 1 mittels der schweißung verbunden. In der Mitte des schraffierten Vorrichtung nach Fig. 2 kann mit den nachfolgend Bereichs 9 befindet sich eine Punktschweißstelle mit angegebenen Werten erfolgen:
der Schmelzzone 8. Aus Gründen einer deutlicheren . . . .
Darstellung sind die Abmessungen dieser Punkt- Beispiel 1 beispiei ι
schweißsteile vergrößert. 35 Radgröße 4J-15 5J-15
Auf beiden Seiten der Schmelzzone 8 sind an der Stärke der Felge
Außenfläche des Bodens der Felge 5 bzw. an der (Felgenboden) .. 1,8 mm 2,8 mm
Innenfläche des Randes 7 der Radscheibe Prägeein- Stärke der Scheidrücke 10 bzw. 11 in Form einer Kugelkalotte erkenn- be (am Rande) .. 1,8 mm 3,0 mm
bar, deren Durchmesser an der Oberfläche etwa dem- 40 Anzahl der Punktjenigen des Bereichs 9 entspricht und deren Tiefe etwas schweißsteilen... 12 12
Innenfläche des Randes 7 der Radscheibe Prägeein- Stärke der Scheidrücke 10 bzw. 11 in Form einer Kugelkalotte erkenn- be (am Rande) .. 1,8 mm 3,0 mm
bar, deren Durchmesser an der Oberfläche etwa dem- 40 Anzahl der Punktjenigen des Bereichs 9 entspricht und deren Tiefe etwas schweißsteilen... 12 12
eniger als bis zur Hälfte der Metallstäike der Rad- Durchmesser der
scheibe bzw. der Felge reicht. verwendeten
Fig. 2 zeigt auf der einen und auf der anderen Seite Elektrode 12 mm 12 mm
der Schmelzzone 8 der Schweißverbindung zwischen 45 Durchmesser der
dem Blech 5 und dem Blech 7 zwei Stempel 15 mit Punktschweiß-
einem halbkugelförmigen Kopf 16 mit dem Radius R. stelle etwa 10 mm etwa 10 mm
Diese Stempel werden mit gegeneinander gerichteten Radius R 25 mm 25 mm
Kräften F auf die Schmelzzone aufgedrückt. Kraft F 10 t 101
Fig. 3 zeigt einen radialen Teilschnitt durch eine 50 Durchmesser des
Felge 1, die mit einer Scheibe 6 durch Punktverschwei- Prägeeindrucks
ßungen verbunden ist. Die Schmelzzone 8 der Punkt- an der Oberfläche 8,5 mm 8,5 mm
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Fahrzeugrad, das aus einer Radscheibe und «us einer Felge besteht, die mit der Radscheibe
durch Punktschweißung mit nachfolgender Kaltverformung
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzzonen der
Punktschweißverbindungen (8) durch Zusammenpressen unter Bildung bleibender, kalottenartig
runder oder länglicher, die Wandstärke vermindernder Prägeeindrücke (10, 11; 25; 30) gestaucht
sind.
2. Fahrzeugrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Prägeeindruck (25; 30)
auch auf wenigstens einen Teil des Zwischenraums zwischen zwei aufeinanderfolgenden PunktschweiS-verbindungen
(8) erstreckt.
3. Fahrzeugrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Prägeeindruck (30) längs »o
des gesamten Radumfangs erstreckt und alle Punktschweißverbindungen (8) umfaßt.
4. Verfahren zur Herstellung des Fahrzeugrads nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Punktschweißverbindungen (8) mit Hilfe von zwei as gleichzeitig auf die beiden Seiten der Schweißverbindungen
(8) einwirkenden Stempeln (15) zusammengedrückt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stempel (15) einen halbkugeligen
Kopf mit einem Radius zwischen 10 und 25 mm aufweisen und daß die Druckkraft zwischen 5 und
20 t beträgt und daß ferner die Stempel (15) an den Punktschweißstellen zentriert werden.
6. Verfahren zur Herstellung eines Rads nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Punktschweißverbindungen (8) mittels zweier gleichzeitig auf die beiden Seiten der Schweißverbindungen
einwirkender Rollen (20,21) zusammengedrückt weiden, die längs der die Punktschweißstellen
enthaltenden Umfangszone entlanggeführt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontakt zwischen den Rollen
(20, 21) und dem Rad längs des gesamten Radumfangs gleichbleibend ibt.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen (20, 21) mit dem Rad
längs des Radumfangs intermittierend in Kontakt gebracht werden. 5"
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