DE1945191C - Vertikaler Rohrofen für hohen Arbeitsdruck - Google Patents
Vertikaler Rohrofen für hohen ArbeitsdruckInfo
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Description
Die Erfindung betrifft olnen vertikalen Rohrofen Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
für die gleichzeitige Behandlung von Material bei Ofen der eingangs genannten Art so auszubilden,
hohem Druck und hoher Temperatur, vorzugsweise daß die in den Zellen des Mantels angeordneten
bei Drucken von 500 Bar und darüber bei Tempera- Isoliermassen nicht durch die Wärmedehnungen des
türen bis zu 1500" C. 5 Mantels zusammengepreßt werden, so daß sie ihr
Als Beispiel für ein Anwendungsgebiet von öfen Isoliervermögen beibehalten.
dieser Art kann das warme, isostatische Pressen oder Diese Aufgabe wird erfindungsgemüß dadurch gedas
isostatisch«) Drucksintern von Metallpulver ge- löst, daß der wlirmeisolierende Mantel mindestens
nannt werden. Das Pulver oder ein vorgepreßtcr drei ineinander angeordnete rohrförmige Teile cnt-Pulverkörper
wird in eine gasdichte Metallhülle ein- io hlilt, von denen der innere aus einem Material begeschlossen
und unter Druck gesintert. Das Druck- steht, das einen niedrigeren Ausdehnungskoefflziensintern
hat gegenüber dem üblichen Sintern bei ten hat als das Material in den umgebenden Teilen.
Atmosphiirendruck oder unter Vakuum den Vorteil, Die rohrförmigen Teile sind zweckmUßigerweise aus
daß es bei niedrigerer Temperatur durchgeführt wer- Blech und die zwischen den Teilen ausgebildeten
den kann. Das druckgesinterte Produkt wird trotz 15 ringförmigen Zellen sind mit Iholiermatcrial ohne
der niedrigeren Sintertemperatur dicht und poren- geschlossene Poren gefüllt, vorzugsweise in Faserfrei und hat in vielen Fällen bessere mechanische form, aufgebaut auf Aluminiumoxyd-, Siliziumoxyd-Eigenschaften,
z. B. höhere Zähigkeit als konven- oder Kohlenstoffbasis, aber auch gewisses Isuliertioneil
gesintertes Material. Gewisse Legierungen material in feinkörniger Form auf Aluminiumoxydbekommen
z. B. bei konventioneller schmelzmetall- ao oder Magnesiumoxydbasis ist denkbar,
urgischer Herstellung eine ungünstige Struktur mit Der Abstand zwischen dem inneren und dem mittkräftigen
Steigerungen. Gemäß der Erfindung kön- ieren rohrförmigen Mantelteil wird so gewählt, daß
neu aus diesen Legierungen, ausgehend von fein- djc absolute Ausdehnung der Mantelteile bei Temkörnigem,
atomisiertem Pulver, Körper mit sehr fein- peraturgleichgewicht sowohl bei kaltem wie warmem
körniger Struktur durch Sintern bei hohem Druck 25 ofen ungeiahr gleich ist. Die Beanspruchung des
und vergleichsweise niedriger Temperatur hergestellt dazwischenliegenden Isoliermaterials wird dadurch
werden. so niedrig wie möglich gehalten. Geeignetes Mate-
Ein für die Funktion des Ofens sehr wesentlicher Hai für den inneren und mittleren rohrförmigen Teil
Teil ist der wärmeisolierende Mantel, der den gan- ist Molybdän bzw. austenitischer, rostfreier Stahl,
zen Ofenraum von den Wänden der umgebenden 30 aber auch andere Materialkombinationen sind denk-Druekkummer
trennt. Diese Druckkammer soll die bar. Es ist zweckmäßig, die Abstände zwischen den
Kräfte aufnehmen, die von den in dem Ofen ein- drei rohrförmigen Teilen so zu wählen, daß die Temgeschlossenen,
zu hohem Druck komprimierten Gasen peralur an dem mittleren Rohr 700" C nicht überausgehen.
Sie muß deshalb kühl gehalten oder even- steigt. Die äußere Isolierschicht wird dadurch keiner
tuell gekühlt werden. Die bisher verwendeten Iso- 35 solchen Temperatur ausgesetzt, daß sich ihre Elastilierungsmäntel
bestehen gewöhnlich aus zwei kon- zität verringert. Eine Kompression der äußeren Isozentrischen
Blechrohren und aus Isoliermaterial in Iierschicht hat daher keine Bedeutung, da sich das
Faserform, das den ringförmigen Hohlraum zwi- Isoliermaterial wieder ausdehnt, wenn der Abstand
sehen den Rohren ausfüllt. Wenn der Ofen erwärmt zwischen den Mantelteilen wieder zunimmt. Das
und das innere Rohr, das den eigentlichen Ofenraum 40 Material für den äußeren rohrförmigen Teil kann
umgibt, auf z. B. 1300'1C erhitzt wird, während das daher nach Gutdünken gewählt werden. Um das
äußere Rohr, das an der Druckkammerwand liegt Risiko einer Komprimierung der inneren Isolier-
und von dieser gekühlt wird, sich nur auf 50 bis schicht bei schneller Erwärmung des Ofenraumes auf
100° C erwärmt, verkleinert sich der Abstand zwi- Grund von verzögerter Erwärmung des mittleren
sehen den Rohren bis zu 10% und das Isoliermaterial 45 rohrförmigen Teiles auszuschließen, kann man an
wird dabei zusammengepreßt. - dem mittleren rohrförmigen Teil Wärmeelemente an-
Bci der hohen Temperatur und dem hohen Druck, bringen, so daß dieser erwärmt werden und sich
der an dem inneren Mantelrohr herrscht, verliert das gleichförmig mit dem inneren Mantelteil ausdehnen
bisher bekannte Isoliermaterial in Faserform einen kann, wodurch der Abstand konstant gehalten wird,
großen Teil seiner Elastizität und gewinnt daher 50 Bei Verwendung von Molybdän für den inneren
nicht seine anfängliche Form zurück, wenn der Ofen Mantelteil und austenitischem, rostfreiem Stahl für
abkühlt und das innere Mantelrohr schrumpft. Es den mittleren Teil erhält man dieselbe Ausdehnung,
bildet sich dann ein Spalt zwischen dem inneren wenn die Isolierschicht so gewählt wird, daß der
Rohr und dem Isoliermaterial und manchmal auch mittlere Teil eine Temperatur von 450° C hält, wenn
radiale Ritzen in der Isolierschicht. Das gewöhnlich 55 der innere eine Temperatur von 1300° C hai. Die
verwendete Gas, Argon, das bei dem angewandten gleichmäßige axiale Verlängerung der genannten
hohen Arbeitsdruck eine sehr hohe Dichte hat, aber Mantelteile erleichtert auch die Dichtung zwischen
gleichzeitig eine sehr niedrige Viskosität, nur 4- bis den im Mantel gebildeten Zellen und der Umgebung.
5mal höher als Luft bei Atmosphärendruck, ist so- Auch dies trägt dazu bei, die Konvektion zu vermit
sehr leichtbeweglich. Die Konvektion des Gases 60 mindern und den Ofen zu verbessern. In öfen gemäß
in dem entstandenen Spalt zwischen dem inneren dieser Erfindung behält der Isoliermantel seine isoMantelrohr
und der Isolierung sowie in den Ritzen lierenden Eigenschaften für lange Zeit bei, was große
ist deshalb sehr stark. Das Isoliervermögen des Man- technische und wirtschaftliche Vorteile erbringt,
tels kann dadurch in so hohem Maße heruntergesetzt Die Erfindung ist im folgenden an Hand eines in
werden, daß die Isolierung zwischen den Mantel- 65 der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
rohren jedesmal, wenn der Ofen gebraucht worden näher beschrieben. In der Zeichnung zeigt
ist, neu gepackt oder eventuell ganz ausgetauscht Fig. 1 halb im Schnitt einen Ofen gemäß der
werden muß. Erfindung,
F i jj. 2 don im Ofen oiUhaltenen wUrrnuisotieronden
Mantel, der den eigentlichen Ofenraum von dem druckaiifnehmenden Behälter trennt und
Fig. 3 in größerem Maßstab ein Detail des oberen
Teils des Ofens.
Die Druckkammer I besteht aus einem dickwandigen, zylindrischen Stahlrohr 2, um das unter Vorspannung
ein Drahtmantel 3 aus hachwidersiandsfestem,
kaltgewalztem Stahldraht gewiekelt worden ist. Durch die Wicklung werden so große Druck- »o
spannungen in der Rohrwand erreicht, daß der Zylinder einem inneren Überdruck von über 3000 Bar
widerstehen und außerdem die von dem Druckmedium erzeugten axialen Kräfte auf den Boden und
den Deckel aufnehmen kann. Als Druckgas kann Argon verwendet werden. Zwischen dem Drahtmantel
3 und einem üußcren Mantelblech 4 ist ein ringförmiger Spalt 5 für Kühlwasser, das durch den
Einlauf 6 am Boden der Druckkammer zu- und durch den Ahlauf 7 am oberen Teil der Kammer abgeführt so
wird. Die Enden des Zylinders sind am Boden mit einem Verschluß 8 und oben mit einem einzuschraubenden
Deckel 9 verschlossen. Der Bodenverschluss 8 trügt die in der Druckkammer eingeschlossene Ofeneinheit
10 und weist Durchführungenil zur Spei- t$
sung der Heizelemente für die Erwärmung des Ofens und Durchführungen 12 für Thermoelementleitungen
und eine nicht gezeigte Rohrdurchführung für das Druckgas auf.
Die Ofeneinheit 10 hat einen würmeisolierenden Mantel 13, der den eigentlichen Ofenraum 14 umgibt.
Im Ofenraum sind an der Innenseite einer Anzahl feuerfester Ziegelrohre 18 elektrische Wärmeelemenle
in Form von drei Schlingen 15, 16 und 17 aufgehängt. Die Schlingen sind über die Durchführungen
11 an eine nicht gezeigte Stromquelle angeschlossen. Zwischen dem Mantel 13 und den Ziegelrohren
18 ist ein ringförmiger Spalt 19 für Zuleitungen angeordnet. Alternativ können die Wärmeelemente
natürlich an der Außenseite der Rohre oder zwischen zwei konzentrisch angeordneten Rohren angebracht
werden. Der wärmeisolierende Mantel 13, der den Ofenraum 14 umgibt, ist aus drei konzentrischen
Blechrohren 20, 21 und 22 aufgebaut, die zusammen mit den Gabelblechen 23 und 24 zwei «
voneinander vollkommen getrennte ringförmige Zellen 25 und 26 bilden, die mit faserförmigem Isoliermaterial
gefüllt sind. Um den Druck auszugleichen, steht die Zelle 25 über die öffnung 27 im RoIn 20 am
oberen Teil des Mantels mit dem Ofenraum 14 und die Zelle 26 über die öffnung 28 im Rohr 22 am unteren
Teil des Mantels mit dem Hohlraum zwischen dem Mantel und dem Rohr 2 in Verbindung. Die Druckausgleichsöffnungen
können ringförmige Spalten 29 sein, wie es in F i g. 3 gezeigt ist.
Der Mantel 13 ist mit einem isolierenden Boden 30 und einem Deckel 31 versehen, die die Form von
Zellen haben und nur mit Druckausgleichsöffnungen 32 und 33 versehen sind. Auch Boden und Deckel
sind mit Isoliermaterial gefüllt. Der Ofenraüm 14 steht über die öffnung 35 im unteren Teil des Ofens
mit dem Raum außerhalb des isolierenden Mantels 13 in Verbindung.
Das Material des inneren Rohres 20 hat einen niedrigeren Ausdehnungskoeffizienten als das des
mittleren Rohres 21. Die Rohre können z. B. aus Molybdän bzw. aus austenitischem, rostfreiem Stahl
sein. Die Dicke der Zellen, d. h. die Dicke der Isolierung, wird in Hinsicht auf die Wärmeausdehnungskoeffizienten
so gewühlt, daß der radiale Wörmestrom durch den Mantel dem mittleren Rohr eine
solche Temperatur gibt, daß sich die Rohre 20 und 21 gleichmäßig ausdehnen, so daß das radiale Maß der
Zelle 25 nicht nennenswert gelindert wird. Hierdurch vermeidet man, daß das in der Zelle auf hohe Temperatur
erhitzte Isoliermaterial komprimiert und damit beschädigt wird. Die Isolierschicht behält daher
ihr isolierendes Verhallen für lange Zeit. Um auch eine ganz gleichmäßige Ausdehnung der Rohre 20
und 21 bei sehr schneller Erwärmung des Ofenraumes 14 zu erreichen, kann es notwendig sein,
während der Erwärmungsperiode das Rohr 21 im Hinblick auf die Temperatur des Rohres 20 mit
separaten Heizelementen zu erwärmen.
Wird das radiale Maß der Zellen 25 und 26 und das Isoliermaterial so gewählt, daß die Temperatur
des Rohres 21 niemals 500 bis 700° C übersteigt, so verliert das Isoliermaterial in der Spalte 26 seine
Elastizität nicht. Verschiedene Ausdehnungen der Rohre 21 und 22 und die daraus folgende Komprimierung
des Isoliermalenais verschlechtern daher das Isoliervermögen des Mantels nicht nennenswert,
da das Isoliermaterial durch die geringere thermische Belastung nicht sein Vermögen verloren hat, den
Wärmeausdehnungen des Raumes zu folgen. Die Wahl des Materials für das äußere Rohr 22 hat daher
keine praktische Bedeutung.
Bei hohem Arbeitsdruck ist es aus Sicherheitsgründen zweckmäßig, eine Druckkammer mit einem
Hochdruckzylinder mit einer ganz glatten Innenfläche und mit kolbenförmigen, einwärtsgehenden
Endverschlüssen zu verwenden. Die Druckkammer wird dabei in ein Pressengestell gesetzt, das die auf
die Endverschlüsse wirkenden axialen Kräfte aufnimmt.
Claims (7)
1. Vertikaler Rohrofen zur Behandlung von Material bei hoher Temperatur in einer Gasatmosphäre
unter hohem Druck, mit einer Druckkammer, einem Ofenraum, der in einem aus Zellen aufgebauten wärmeisolierenden zylindrischen
Mantel eingeschlossen ist und eine Druckausgleichsöffnung zwischen der Zelle und
dem Ofenraum oder zwischen der Zelle und dem umgebenden Raum außerhalb des Mantels hat,
dadurch gekennzeichnet, daß der wärmeisolierende
Mantel (13) mindestens drei ineinander angeordnete rohrförmige Teile (20, 21, 22)
enthält, von denen der innere (20) aus einem Material besteht, das einen niedrigeren Ausdehnungskoeffizienten
hat als das Material in den umgebenden Teilen (21, 22).
2. Ofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmigen Teile (20, 21, 22)
aus Blech bestehen.
3. Ofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen den ineinander angeordneten
rohrförmigen Teilen (20, 21, 22) ausgebildeten Zellen (25, 26) mit Isoliermaterial gefüllt
sind.
4. Ofen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen (25, 26) zwischen dem
inneren und dem mittleren rohrförmigen Mantelteil und zwischen dem mittleren und dem äußeren
rohrförmigen Mantelteü und damit die
Dicken der Isolierschichten so gewählt werden, daß die absolute Ausdehnung des inneren und
des mittleren Mantelteils (bei Temperaturgleichgewicht) ungefähr gleich ist.
5. Ofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der innere rohrförmige Teil (20) aus ferritischem Stahl und der mittlere rohrförmige
Teil (21) aus austenitischem, rostfreiem Stahl besteht.
6. Ofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der innere rohrförmige Teil
(20) aus Molybdän und der mittlere rohrförmige Teil (21) aus austenitischem, rostfreiem Stahl besteht.
7. Ofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß am mittleren rohrförmigen
Teil (21) Elemente zur Erwärmung desselben angebracht sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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