DE19506526A1 - Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem Bauteil - Google Patents
Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem BauteilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erkennen eines Ober
flächendefekts an einem Bauteil, wobei von einem optischen
Gerät mit dem vom Oberflächendefekt kommenden Licht ein Bild
erzeugt und dieses Bild dann untersucht wird.
Oberflächendefekte an Bauteilen, beispielsweise an Platten,
sind häufig nur kleine Vertiefungen oder Erhöhungen. Bei ei
ner optischen Untersuchung des Bauteiles sind derartige klei
ne Vertiefungen oder Erhöhungen nur schwer zu erkennen. So
wohl bei einer visuellen Betrachtung der Oberfläche als auch
bei einer Untersuchung mit einer Videokamera und nachgeschal
tetem Bildauswertesystem können kleine Oberflächendefekte
häufig nicht erkannt werden.
Bisher war es üblich, die zu untersuchende Oberfläche schräg
zu beleuchten, um Schatten der Oberflächendefekte zu erzeu
gen, die besser als die Oberflächendefekte selbst zu erkennen
sind. Mit einem solchen Verfahren erhält man aber keinen aus
reichend genauen Hinweis auf den Ort und die wahre Größe des
Oberflächendefekts, weil die erzeugten Schatten relativ groß
sind.
Die Wirkung der sogenannten Kontrastumkehr beim Bau optischer
Geräte ist aus §64 auf den Seiten 264 bis 270 in Hermann
Slevogt, Technische Optik, Walter de Gruyter, 1974, bekannt.
Dabei kommt es darauf an, daß die erzeugten Bilder stets ei
nen möglichst großen Kontrast bei maximaler Bildschärfe auf
weisen.
Nur um das optische Gerät optimal einzustellen und damit zu
verbessern, wird einmalig eine Defokussierung des Geräts vor
genommen. Die einmal gewählte Defokussierung wird nicht mehr
geändert.
Den Kontrast des Bildes in Abhängigkeit von der Defokussie
rung des optischen Gerätes gibt eine als solche bekannte Mo
dulations-Transfer-Funktion (MTF) an. Ein negativer Kontrast
in der Funktion bedeutet dabei eine Kontrastumkehr. Die MTF
hat die Form einer Besselfunktion. Das erste Minimum dieser
Funktion entspricht einem maximalen Bildkontrast nach Kon
trastumkehr.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein optisches Verfah
ren zum Erkennen eines Oberflächendefektes an einem Bauteil
anzugeben, mit dem sehr kontrastschwache Defekte zuverlässig
erkannt werden können.
Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß das
optische Gerät defokussiert wird bis der Modulations-Trans
fer-Funktion (MTF), die den Bildkontrast des vom Gerät er
zeugten Bildes in Abhängigkeit von der Defokussierung des Ge
räts angibt, folgend vom optischen Gerät ein Bild erzeugt
wird, auf dem eine Kontrastumkehr erfolgt ist und das erste
Minimum der MTF erreicht ist.
Im Minimum der MTF ist der Kontrast maximal. Das
mathematische Minimum sagt aus, daß der Kontrast nach einer
Kontrastumkehr maximal ist.
Der Kontrast ergibt sich dabei aus dem Helligkeitsunterschied
zwischen dem Bild des Defekts und dem Bild der Umgebung des
Defekts. Nach einer Kontrastumkehr erscheinen helle Defekte
im Bild dunkel und umgekehrt.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung wird eine Kontrastumkehr
nicht eingesetzt, um ausgehend von einem bekannten Objekt,
das beispielsweise ein Strichgitter ist, ein optisches Gerät
optimal einzustellen. Vielmehr wird mit dem Verfahren nach
der Erfindung ein zuvor unbekanntes Objekt, nämlich ein unbe
kannter Oberflächendefekt, untersucht. Der Einsatz der Kon
trastumkehr erfolgt nicht mit dem Ziel, ein optisches Gerät
zu verbessern, sondern mit dem Ziel, ein bestimmtes Objekt
kontrastreich darzustellen und dadurch zu erkennen. Dabei
wird eine Verringerung der Bildschärfe in Kauf genommen. Die
Defokussierung des Geräts wird beim Verfahren nach der
Erfindung für jeden Oberflächendefekt, der erkannt werden
soll, neu eingestellt. Es handelt sich nicht um eine
einmalige Defokussierung des optischen Gerätes mit dem Ziel,
das optische Gerät so zu verbessern, daß es stets
kontrastreiche Bilder liefert.
Beispielsweise kann eine Voreinstellung des optischen Gerätes
vorgenommen werden, indem zunächst ein Strichgitter mit be
kannter Raumfrequenz (Linien pro Millimeter) untersucht wird.
Dazu wird ein Strichgitter ausgewählt, bei dem die Linienab
stände ungefähr den Durchmessern der zu erwartenden Oberflä
chendefekten entsprechen. Es wird dann das optische Gerät de
fokussiert bis ein Bild des Strichgitters erzeugt ist, auf
dem eine Kontrastumkehr erfolgt ist und das erste Minimum der
MTF erreicht ist. Auf dem Bild ist also der Kontrast nach der
Kontrastumkehr maximal. Mit einer solchen Voreinstellung wird
der Vorteil erzielt, daß beim Erkennen eines Oberflächende
fekts dann nur noch kleine, weniger aufwendige
Defokussierungen nötig sind. Bei handelsüblichen optischen
Geräten muß nämlich für große Defokussierungen häufig das
Gehäuse geöffnet werden, was aufwendig ist.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung wird insbesondere der
Vorteil erzielt, daß durch den Einsatz der auf einem anderen
Gebiet bekannten Kontrastumkehr ein Oberflächendefekt an ei
nem Bauteil zuverlässig erkannt werden kann.
Zum Erkennen eines kontrastschwachen Oberflächendefekts wird
das optische Gerät beispielsweise defokussiert bis das Bild
eines hellen Oberflächendefekts dunkel erscheint. Dann hebt
sich der Defekt vorteilhafterweise kontrastreich von seiner
Umgebung ab.
Zur Defokussierung können in das optische Gerät beispielswei
se optische Elemente verschiedener Brennweiten eingebracht
werden. Die Defokussierung kann jedoch auch am optischen Ge
rät selbst ausgeführt werden.
Infolge der Kontrastumkehr ergibt sich bei einem hellen
Oberflächendefekt, der aufgrund eines schwachen Kontrastes
nicht sichtbar ist, ein Bild mit einer dunklen Erscheinung am
Ort der Defektstelle. Eine solche dunkle Erscheinung ist
besser zu erkennen als der kontrastschwache Defekt am Bauteil
selbst.
Durch den Einsatz der Kontrastumkehr kann man vorteilhafter
weise selbst kontrastschwache Oberflächendefekte leicht er
kennen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem
Bauteil, wobei von einem optischen Gerät mit dem vom
Oberflächendefekt kommenden Licht ein Bild erzeugt und dieses
Bild dann untersucht wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das
optische Gerät defokussiert wird bis der Modulations-Trans
fer-Funktion (MTF), die den Bildkontrast des vom Gerät er
zeugten Bildes in Abhängigkeit von der Defokussierung des Ge
räts angibt, folgend vom optischen Gerät ein Bild erzeugt
wird, auf dem eine Kontrastumkehr erfolgt ist und das erste
Minimum der MTF erreicht ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zur
Voreinstellung des optischen Gerätes ein Strichgitter mit be
kannten Linienabständen, die ungefähr den Durchmessern der zu
erwartenden Oberflächendefekten entsprechen, untersucht wird
und daß dabei das optische Gerät defokussiert wird bis ein
Bild des Strichgitters erzeugt wird, auf dem eine Kontrastum
kehr erfolgt ist und das erste Minimum der MTF erreicht ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2 zum Erkennen
eines kontrastschwachen Oberflächendefekts,
dadurch gekennzeichnet, daß das
optische Gerät defokussiert wird bis das Bild des
Oberflächendefekts dunkel erscheint.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zur
Defokussierung in das optische Gerät optische Elemente
verschiedener Brennweiten eingebracht werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995106526 DE19506526A1 (de) | 1995-02-24 | 1995-02-24 | Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem Bauteil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995106526 DE19506526A1 (de) | 1995-02-24 | 1995-02-24 | Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem Bauteil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19506526A1 true DE19506526A1 (de) | 1996-08-29 |
Family
ID=7754975
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995106526 Withdrawn DE19506526A1 (de) | 1995-02-24 | 1995-02-24 | Verfahren zum Erkennen eines Oberflächendefekts an einem Bauteil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19506526A1 (de) |
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1995
- 1995-02-24 DE DE1995106526 patent/DE19506526A1/de not_active Withdrawn
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