DE19507532A1 - Pastenförmiges Reinigungsmittel - Google Patents
Pastenförmiges ReinigungsmittelInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft wasserhaltige pastenförmige Reinigungs
mittel auf Basis von NaOH. Zur Einstellung der gewünschten Viskosität ent
halten die Reinigungsmittel Glykole, Glykolderivate und/oder bestimmte
Alkanolamine.
Hochalkalische Reinigungsmittel sind heute in den verschiedensten Darbie
tungsformen im Handel erhältlich, z. B. als Pulver, als Granulat, als Flüs
sigkeit, als Schmelzblock oder als durch Verpressen hergestellte Tablette.
Jede Darbietungsform hat für einen definierten Verwendungszweck ganz spe
zifische Vorteile und Nachteile. Zum Reinigen von textilen Oberflächen
oder zum manuellen mechanischen Reinigen von harten Oberflächen haben sich
Pulver, Granulate oder Flüssigkeiten bewährt, während zum maschinellen
Reinigen von harten Oberflächen, z. B. maschinellen Reinigen von Geschirr,
neben Pulvern, Granulaten oder Flüssigkeiten zunehmend auch durch Verpres
sen hergestellte Tabletten oder durch Schmelzen und anschließendes Erkal
tenlassen erhaltene blockförmige Reiniger (Schmelzblöcke) verwendet wer
den. Tabletten und Schmelzblöcke bieten gegenüber Pulvern den Vorteil
einer zielgenauen und einfachen Dosierung, stauben nicht und sind leicht
handhabbar.
Diese Vorteile lassen sich beispielsweise in Haushaltsgeschirrspülmaschi
nen nutzen, vor allem aber in kontinuierlich arbeitenden gewerblichen Ge
schirrspülmaschinen, in denen das zu reinigende Gut durch verschiedene
Waschzonen gefahren wird.
Es hat sich nun gezeigt, daß auch Tabletten und Schmelzblöcke Nachteile
aufweisen. So können z. B. an Tabletten Bruchschäden auftreten; solcherma
ßen geschädigte Tabletten bieten naturgemäß nicht mehr den Vorteil einer
genauen Dosierung. Ein weiteres Problem bei Tabletten besteht darin, daß
die gewünschte Wasserlöslichkeit nicht immer gewährleistet werden kann,
d. h. Tabletten lösen sich bisweilen entweder zu schnell oder zu langsam;
darüber hinaus erfordern sowohl Tabletten als auch Schmelzblöcke aufwen
dige Herstellverfahren.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hochalkalische, auf Natrium
hydroxid basierende Reinigungsmittel allgemeiner Art für textile Oberflä
chen, z. B. Metzgereiwäsche, vorzugsweise aber solche zum Reinigen von har
ten Oberflächen, z. B. Geschirr, und insbesondere Reinigungsmittel zum ge
werblichen Reinigen von Geschirr bereitzustellen, die die Vorteile von
Pulvern und Flüssigkeiten einerseits und die Vorteile von Tabletten und
Schmelzblöcken andererseits in sich vereinen. Das heißt, es sollen Reini
gungsmittel bereitgestellt werden, die eine unter den verschiedensten An
wendungsbedingungen exakt definierte Löslichkeit besitzen, andererseits
aber transportstabil und lagerstabil sind und darüber hinaus schnell, ein
fach und genau zu dosieren sind, die nicht stauben und ohne großen tech
nischen Aufwand herstellbar sind.
Selbstverständlich müssen gleichzeitig auch die an Reinigungsmittel zu
stellenden Erfordernisse wie gute Reinigungskraft, Fettlösekraft, etc.
erfüllt sein.
Im Stand der Technik sind bereits pastöse Reinigungsmittel beschrieben
worden, z. B. in der deutschen Offenlegungsschrift DE-OS-31 38 425.
Das rheologische Verhalten der dort beschriebenen Reiniger ist 50 bemes
sen, daß sich eine gelartige Paste durch Einwirkung mechanischer Kräfte,
beispielsweise durch Schütteln oder Druckeinwirkung auf eine verformbare
Vorratsflasche bzw. Tube oder mittels einer Dosierpumpe verflüssigt und
leicht aus einer Spritzdüse ausdrücken läßt.
Als Alkaliträger werden dort in erster Linie Silikate verwendet, wohingegen
die Reinigungsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung pastenförmig sein
sollen und als Alkaliträger auf dem sehr preiswerten Rohstoff Natrium
hydroxid basieren sollen. Eine der Schwierigkeiten, pastenförmige hoch
alkalische NaOH-haltige Reinigungsmittel herzustellen, liegt darin, daß
viele Verdickungsmittel entweder nicht dauerhaft alkalistabil sind und
daher die Verdickungswirkung nachläßt oder daß sie aus wirtschaftlichen
Gründen nicht in Frage kommen.
Die US-Patentschrift US 3,607,764 beschreibt Glasreinigungsmittel in
fester Form, die zu einer versprühbaren Lösung verdünnt werden; diese Mit
tel enthalten u. a. Natrium- oder Kaliumhydroxid, Natrium- oder Kaliumtri
polyphosphat und Alkylenglykolether. Eine Pastenförmigkeit im Sinne der
vorliegenden Erfindung wird nicht beschrieben.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind wasserhaltige pastenförmige
Reinigungsmittel enthaltend
- a) Natriumhydroxid in einer Menge von 21 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 28 bis 40 Gew.-%,
- b) Wasser in einer Menge von 16 bis 55, vorzugsweise 28 bis 40 Gew.-%,
- c) eine Verbindung der Formel I,
HOCH₂CH(R¹)OR² (I),in der R¹ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und R²
unabhängig davon ein Wasserstoffatom, eine C₁- bis C₄-Alkylgruppe,
eine Gruppe CH₂CH(R³)OR⁴ oder eine Gruppe CH₂CH(R⁵)OCH₂CH(R⁶)OR⁷ be
deutet, worin R³, R⁵ und R⁶ für Wasserstoffatome oder Methylgruppen
und R⁴ und R⁷ für Wasserstoffatome oder C₁- bis C₄-Alkylgruppen ste
hen, und/oder eine Verbindung der Formel II[HOCH₂CH(R⁸)]3-xNHx (II),in der R⁸ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und x
für eine der Zahlen 0, 1 oder 2 steht,
in einer Gesamtmenge von 0,5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%,
dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel bei 20°C eine Visko sität von 15.000 bis über 800.000 mPa·s, vorzugsweise 15.000 bis 800.000 mPa·s, und insbesondere 60.000 bis 250.000 mPa·s aufweist, gemessen mit einem Brookfield-Viscosimeter, Modell DV-II, mit einer der jeweiligen Viskosität entsprechenden Spindel bei 5 Umdrehungen pro Minute,wobei die Viskosität in einem Zeitraum von 165 bis 180 Sekunden nach Beginn der Messung abgelesen wird.
Die Pastenförmigkeit im Sinne der vorliegenden Erfindung äußert sich der
gestalt, daß erfindungsgemäße Reinigungsmittel bei 20°C ohne vorherige
Einwirkung von Scherkräften nicht aus einem Behälter, z. B. einem Schraub-
Deckelglas, ausfließen. Die pastenförmige Konsistenz kann sich dabei sogar
in Form von Schnittfestigkeit äußern.
Die Viskositätsmessung erfolgt in der oben beschriebenen Weise. Dabei kom
men bei der definierten Umdrehungszahl von 5 U/Minute folgende Spindeln
zur Messung der Viskositäten in Frage:
Spindel 3: Viskositätsbereich von 2.000 bis 20.000
Spindel 4: Viskositätsbereich von 4.000 bis 40.000
Spindel 5: Viskositätsbereich von 8.000 bis 80.000
Spindel 6: Viskositätsbereich von 20.000 bis 200.000
Spindel 7: Viskositätsbereich von 80.000 bis 800.000.
Spindel 3: Viskositätsbereich von 2.000 bis 20.000
Spindel 4: Viskositätsbereich von 4.000 bis 40.000
Spindel 5: Viskositätsbereich von 8.000 bis 80.000
Spindel 6: Viskositätsbereich von 20.000 bis 200.000
Spindel 7: Viskositätsbereich von 80.000 bis 800.000.
Stehen mehr als eine Spindel zur Viskositätsmessung zur Auswahl, dann wird
vorzugsweise diejenige Spindel verwendet, mit der der am Meßgerät ange
zeigte Viskositätswert der Mitte des Skalenbereiches am nächsten liegt.
Liegt die Viskosität eines erfindungsgemäßen pastenförmigen Reinigungs
mittels unter den o.g. Bedingungen über der für das verwendete Gerät gel
tenden Meßgrenze von 800.000 mPa·s, dann wird die Viskositätsmessung bei
35°C durchgeführt. Erfindungsgemäße Reinigungsmittel haben bei 35°C (unter
ansonsten gleichen Meßbedingungen) eine Viskosität von bis zu 300.000
mPa·s, vorzugsweise 200.000 mPa·s.
Entscheidend für das Erreichen der gewünschten pastenförmigen Konsistenz
ist die erfindungsgemäße Abstimmung aller Merkmale aufeinander. Es hat
sich gezeigt, daß die in US 3,607,764 beschriebenen festen Mischungen
nicht einfach durch sukzessives Verdünnen mit Wasser in erfindungsgemäße
Reinigungsmittel in Pastenform mit den gewünschten rheologischen Eigen
schaften überführt werden können. Ein geeignetes Herstellverfahren für
erfindungsgemäße Reinigungsmittel wird unten näher erläutert.
Essentiell sind die Verbindungen der Formel I bzw. der Formel II; diese
bewirken die eigentliche Verdickung zu der gewünschten pastenförmigen Kon
sistenz: In Abwesenheit der Verbindungen der Formel I bzw. Formel II kön
nen keine Reinigungsmittel mit den gewünschten Viskositätseigenschaften
erhalten werden. Dabei sind entweder eine oder mehrere Verbindungen der
Formel I oder eine oder mehrere Verbindungen der Formel II oder aber auch
Gemische aus Verbindungen der Formeln I und II enthalten. Vorzugsweise
sind die Verbindungen der Formeln I und II ausgewählt aus der Gruppe Ethy
lenglykol, 1,2-Propylenglykol, Butylglykol und Butyldiglykol bzw. aus der
Gruppe Ethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin. Insbesondere sind 1,2-
Propylenglykol und Diethanolamin bevorzugt. Allerdings dürfen diese Ver
bindungen auch nicht in höheren Gewichtsanteilen als NaOH vorliegen, d. h.
das Gewichtsverhältnis aus der Summe aller enthaltenen Verbindungen der
Formeln I und/oder II zu dem enthaltenen NaOH ist immer kleiner als 1.
Ebenso bemerkenswert ist, daß NaOH nicht ohne weiteres durch KOH ersetzt
werden kann, ohne daß die Konsistenz des Reinigungsmittels nicht mehr den
erfindungsgemäßen Viskositätseigenschaften entspricht.
Schließlich ist auch der Wassergehalt ein kritischer Parameter; er liegt
zwischen 16 und 55 Gew.-%, vorteilhafterweise zwischen 28 und 40 Gew.-%.
Zum Wassergehalt zählt auch das in weiteren, fakultativ enthaltenen In
haltsstoffen enthaltene gebundene Wasser. Dementsprechend beziehen sich
die Gew.-%-Angaben aller übrigen Inhaltsstoffe immer auf die wasserfreie
Aktivsubstanz.
Aufgrund des hohen NaOH-Gehaltes liegt der pH-Wert der erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel über 13.
Diese zur Herstellung der erfindungsgemäßen Reinigungsmittel wichtigen
Parameter sind aus dem bisher vorliegenden Stand der Technik nicht ableit
bar.
Fakultativ können die Reinigungsmittel zusätzlich eine Buildersubstanz in
einer Menge von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 40 Gew.-%, enthal
ten.
Die in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln enthaltene Buildersubstanz
kann im Prinzip jeder Stoff sein, der im Stand der Technik als im weite
sten Sinne für Wasch- und Reinigungsmittel geeigneter Builder bekannt ist,
vorzugsweise werden wasserlösliche Buildersubstanzen eingesetzt.
Als Buildersubstanzen kommen z. B. Alkaliphosphate, die in Form ihrer Na
trium- oder Kaliumsalze vorliegen können, in Frage. Beispiele hierfür
sind: Tetranatriumdiphosphat, Pentanatriumtriphosphat, sogenanntes Na
triumhexametaphosphat sowie die entsprechenden Kaliumsalze bzw. Gemische
aus Natriumhexametaphosphat sowie die entsprechenden Kaliumsalze bzw. Ge
mische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Weitere mögliche wasserlösliche
Builderkomponenten sind z. B. organische Polymere nativen oder syntheti
schen Ursprungs, vor allem Polycarboxylate. In Betracht kommen beispiels
weise Polyacrylsäuren und Copolymere aus Maleinsäureanhydrid und Acryl
säure sowie die Natriumsalze dieser Polymersäuren. Handelsübliche Produkte
sind z. B. Sokalan® CP 5 und PA 30 von BASF, Alcosperse® 175 und 177
von Alco, LMW® 45 N und SPO2 ND von Norsohaas.
Weiterhin sind Aminoacetate zu nennen, wie z. B. Nitrilotriacetat oder
Ethylendiamintetraacetat. Auch Soda und Borax zählen im Rahmen der vorlie
genden Erfindung zu den Buildersubstanzen.
Zu den geeigneten nativen Polymeren gehören beispielsweise oxidierte Stär
ke (z. B. DE 42 28 786) und Polyaminosäuren wie Polyglutaminsäure oder Po
lyasparaginsäure, z. B. der Firmen Cygnus, Bayer, Rohm & Haas, Rhöne-
Poulenc oder SRCHEM. Weitere mögliche Builderkomponenten sind natürlich
vorkommende Hydroxycarbonsäuren wie z. B. Mono-, Dihydroxybernsteinsäure,
α-Hydroxypropionsäure, Citronensäure, Gluconsäure, sowie deren Salze.
Citrate werden vorzugsweise in Form von Trinatriumcitrat-Dihydrat einge
setzt.
Als Buildersubstanzen sind weiterhin amorphe Metasilikate oder Schicht
silikate zu nennen. Auch kristalline Schichtsilikate sind geeignete
Builder, soweit sie hinreichend alkalistabil sind; kristalline Schichtsi
likate werden von der Fa. Hoechst AG (Deutschland) unter dem Handelsnamen
Na-SKS vertrieben, z. B. Na-SKS-1 (Na₂Si₂₂O₄₅·xH₂O, Kenyait), Na-SKS-2
(Na₂Si₁₄O₂₉·xH₂O, Magadiit), Na-SKS-3 (Na₂Si₈O₁₇·xH₂O), Na-SKS-4
(Na₂Si₄O₉·xH₂O), Makatit), Na-SKS-5 (α-Na₂Si₂O₅), Na-SKS-7 (β-Na₂Si₂O₅,
Natrosilit), Na-SKS-11 (τ-Na₂Si₂O₅) und Na-SKS-6 (ϕ-Na₂Si₂O₅).
Besonders bevorzugte Buildersubstanzen sind die ausgewählt aus der Gruppe
Pentanatriumtriphosphat, Trinatriumcitrat, Nitrilotriacetat, Ethylendi
amintetraacetat, bzw. deren Mischungen.
Fakultativ enthaltene Inhaltsstoffe sind z. B. alkalistabile Parfumstoffe.
Auch können gegebenenfalls schwach schäumende Tenside, vor allem nichtio
nische Tenside, in einer Menge von bis zu 5 Gew.-% enthalten sein. Übli
cherweise werden extrem schaumarme Verbindungen eingesetzt. Hierzu zählen
vorzugsweise C₁₂-C₁₈-Alkylpolyethylenglykol-polypropylenglykolether mit
jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid- und Propylenoxideinheiten im Molekül.
Man kann aber auch andere als schaumarm bekannte nichtionische Tenside
verwenden, wie z. B. C₁₂-C₁₈-Alkylpolyethylenglykol-polybutylenglykolether
mit jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid- und Butylenoxideinheiten im Molekül
sowie endgruppenverschlossene Alkylpolyalkylenglykolmischether.
Abrasiv wirkende Inhaltsstoffe können zwar prinzipiell enthalten sein,
vorzugsweise sind die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel jedoch frei da
von.
Obwohl zusätzlich Verdickungsmittel wie z. B. quellfähige Schichtsilikate
vom Montmorillonit-Typ, Bentonit, Kaolin, Talk oder Carboxymethylcellulose
fakultativ eingesetzt werden können, um die Viskosität zu variieren, sind
sie zur Erreichung der gewünschten pastenförmigen Eigenschaften und der
Viskositäten der erfindungsgemäßen Reinigungsmittel in keinster Weise er
forderlich, d. h. auf solche Verdickungsmittel kann verzichtet werden.
Weitere Erfindungsgegenstände ergeben sich aus der verdickenden Wirkung
der Verbindungen der Formeln I und II gegenüber Natronlauge.
Zum einen wird die Verwendung von Verbindungen der Formel I und/oder For
mel II als Verdickungsmittel in wasserhaltigen Reinigungsmitteln zum ma
schinellen Spülen von Geschirr, enthaltend Natriumhydroxid, beansprucht.
Zum anderen wird ein Verfahren zum Verdicken von wäßriger 42 bis 55 Gew.
%iger NaOH-Lösung beansprucht. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß man einer solchen NaOH-Lösung unter Rühren eine Verbindung der Formel
I und/oder eine Verbindung der Formel II zugibt und so eine pastenförmige
Zubereitung erhält. Im allgemeinen wird das Verfahren bei 20°C bis 25°C
durchgeführt.
Da bei höheren Temperaturen die Löslichkeit von NaOH in Wasser steigt,
kann dann der Gehalt an NaOH in der wäßrigen Lösung auch mehr als 55
Gew.-% betragen. Entsprechend kann bei niedrigeren Temperaturen der NaOH-
Gehalt auch unter 42 Gew.-% liegen. Die Einschränkung auf 42 bis 55
Gew-%ige NaOH-Lösungen beschränkt sich daher im wesentlichen auf Tempera
turen von 20°C bis 25°C.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird nach Beendigung der Zugabe der
Verbindungen der Formel I und/oder II noch mindestens 3 Minuten lang nach
gerührt.
Soll die verdickte, pastenförmige Zubereitung Buildersubstanzen enthalten,
so können diese von vornherein in der zu verdickenden NaOH-Lösung enthal
ten sein. Vorzugsweise jedoch werden die Buildersubstanzen der bereits
verdickten, pastenförmigen Zubereitung zugemischt.
Auch weitere, fakultativ enthaltene Inhaltsstoffe werden vorzugsweise der
bereits verdickten, pastenförmigen Zubereitung zugemischt.
Die Anwendung der pastenförmigen Zubereitungen als Reinigungsmittel kann
z. B. in der Weise erfolgen, daß das in einem Eimer (Fassungsvermögen z. B.
0,5 bis 10 kg) befindliche pastenförmige Reinigungsmittel mit Wasser an
gesprüht wird und das so gelöste Reinigungsmittel zur Anwendung kommt,
z. B. in eine Geschirrspülmaschine eindosiert wird. Hier bietet sich bei
spielsweise ein von der Henkel Hygiene GmbH unter der Bezeichnung Top
mater® P40 vertriebenes Dosiergerät an.
Auch eine Dosierung aus einem 200-l-Faß ist möglich, z. B. über das Gerät
Compactomix der Fa. Lang.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen pastenförmigen Reinigungsmittel kann
direkt in den zur Anwendung kommenden Behältern, z. B. Verkaufsgebinden,
erfolgen; es ist aber auch möglich, eine größere Menge an erfindungsge
mäßen Reinigungsmitteln in einem Rührkessel herzustellen, dann je nach
Viskosität, eventuell unter leichter Erwärmung, z. B. auf 45° bis 50°C, in
einen fließfähigen Zustand zu überführen, in die zur Anwendung kommenden
Behälter, z. B. Verkaufsgebinde, abzufüllen und anschließend wieder auf ca.
20°C zur Erreichung der erfindungsgemäßen Viskosität abkühlen zu lassen.
Es wurden Reinigungsmittel (jeweils 1 kg) der folgenden Zusammensetzungen
1 bis 3 hergestellt. 50%ige wäßrige Natronlauge wurden in einem 2-l-
Becherglas vorgelegt. Unter Rühren mit einem Propellerrührer (700 U/m) wur
de bei 20°C 1,2-Propylenglykol zugegeben und nach beendeter Zugabe 5 Minu
ten lang nachgerührt. Gegebenenfalls wurden anschließend die Festsubstan
zen (Builder) unter Rühren zugemischt; nach beendeter Zugabe wurde 5 Minu
ten lang nachgerührt. Die Viskositätsmessungen erfolgten bei 20°C wie oben
beschrieben, 4 Stunden nach Herstellung der pastenförmigen Reinigungsmit
tel. Die angegebenen Werte sind Mittelwerte aus 3 Messungen. Da in den
pastenförmigen Reinigungsmitteln ungelöste Bestandteile unterschiedlicher
Korngrößen vorliegen können, sind Viskositätsschwankungen von ca. ±20%
möglich.
| Reinigungsmittel 1 | |
| NaOH | |
| 34,0 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 2,0 Gew.-% |
| Pentanatriumtripolyphosphat | 25,0 Gew.-% |
| Na₂CO₃ | 5,0 Gew.-% |
| Wasser | 34,0 Gew.-% |
| Viskosität: 24 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 2 | |
| NaOH | |
| 31,25 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 2,5 Gew.-% |
| Trinatriumcitrat | 25,0 Gew.-% |
| Na₂CO₃ | 10,0 Gew.-% |
| Wasser | 31,25 Gew.-% |
| Viskosität: 22 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 3 | |
| NaOH | |
| 33,5 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 3,0 Gew.-% |
| Nitrilotriacetat | 20,0 Gew.-% |
| Natriummetasilikat | 10,0 Gew.-% |
| Wasser | 33,5 Gew.-% |
| Viskosität: 39 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 4 | |
| NaOH | |
| 47,5 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 5,0 Gew.-% |
| Wasser | 47,5 Gew.-% |
| Viskosität: 21 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 5 | |
| NaOH | |
| 45,0 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 10,0 Gew.-% |
| Wasser | 45,0 Gew.-% |
| Viskosität: 59 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 6 | |
| NaOH | |
| 42,5 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 15,0 Gew.-% |
| Wasser | 42,5 Gew.-% |
| Viskosität: 180 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 7 | |
| NaOH | |
| 40 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 20 Gew.-% |
| Wasser | 40 Gew.-% |
| Viskosität: 720 000 mPa·s |
| Reinigungsmittel 8 | |
| NaOH | |
| 35 Gew.-% | |
| 1,2-Propylenglykol | 30 Gew.-% |
| Wasser | 35 Gew.-% |
| Viskosität: über 800 .000 mPa·s @ | Viskosität bei 35°C: 163 000 mPa·s |
Die Herstellung erfolgte wie oben für die erfindungsgemäßen Reinigungs
mittel beschrieben, jedoch ohne Zusatz einer Verbindung der Formel I bzw.
Formel II.
V1 ergibt keine Paste, sondern ein feuchtes, klumpiges Pulver.
V2, V3 und V4 unterliegen schon nach 1 Tag Lagerung bei 25°C einer Pha
sentrennung, d. h. Abscheidung der wäßrigen Phase.
Claims (10)
1. Wasserhaltiges pastenförmiges Reinigungsmittel, enthaltend
- a) Natriumhydroxid in einer Menge von 21 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 28 bis 40 Gew.-%,
- b) Wasser in einer Menge von 16 bis 55, vorzugsweise 28 bis 40 Gew.-%,
- c) eine Verbindung der Formel I,
HOCH₂CH(R¹)OR² (I),in der R¹ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und
R² unabhängig davon ein Wasserstoffatom, eine C₁- bis C₄-Alkylgrup
pe, eine Gruppe CH₂CH(R³)OR⁴ oder eine Gruppe
CH₂CH(R⁵)OCH₂CH(R⁶)OR⁷ bedeutet, worin R³, R⁵ und R⁶ für Wasser
stoffatome oder Methylgruppen und R⁴ und R⁷ für Wasserstoffatome
oder C₁- bis C₄-Alkylgruppen stehen, und/oder eine Verbindung der
Formel II[HOCH₂CH(R⁸)]3-xNHx (II),in der R⁸ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und
x für eine der Zahlen 0, 1 oder 2 steht,
in einer Gesamtmenge von 0,5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%, alle Gew.-%-Angaben bezogen auf das gesamte Reinigungsmittel,
dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel bei 20°C eine Viskosität von 15 000 bis über 800 000 mPa·s, vorzugsweise 15 000 bis 800 000 mPa·s, und insbesondere 60 000 bis 250 000 mPa·s auf weist, gemessen mit einem Brookfield-Viscosimeter, Modell DV-II, mit einer der jeweiligen Viskosität entsprechenden Spindel bei 5 Umdrehungen pro Minute, wobei der Viskositätswert in einem Zeitraum von 165 bis 180 Sekunden nach Beginn der Messung abgelesen wird.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine
Buildersubstanz in einer Menge von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise 15
bis 40 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel, enthalten ist.
3. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Buildersub
stanz ausgewählt ist aus der Gruppe Pentanatriumtriphosphat, Trina
triumcitrat, Nitrilotriacetat, Ethylendiaminetetraacetat, bzw. deren
Mischungen.
4. Mittel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbin
dung der Formel I ausgewählt ist aus der Gruppe Ethylenglykol, 1,2-
Propylenglykol, Butylglykol, Butyldiglykol und die Verbindung der For
mel II ausgewählt ist aus der Gruppe Ethanolamin, Diethanolamin, Tri
ethanolamin.
5. Mittel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbin
dung der Formel I 1,2-Propylenglykol und die Verbindung der Formel II
Diethanolamin ist.
6. Verwendung von Verbindungen der Formel I
HOCH₂CH(R¹)OR² (I),in der R¹ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und R²
unabhängig davon ein Wasserstoffatom, eine C₁- bis C₄-Alkylgruppe,
eine Gruppe CH₂CH(R³)OR⁴ oder eine Gruppe CH₂CH(R⁵)OCH₂CH(R⁶)OR⁷ be
deutet, worin R³, R⁵ und R⁶ für Wasserstoffatome oder Methylgruppen
und R⁴ und R⁷ für Wasserstoffatome oder C₁- bis C₄-Alkylgruppen stehen,
und/oder Verbindungen der Formel II,[HOCH₂CH(R⁸)]3-xNHx (II),in der R⁸ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und x für eine der Zahlen 0, 1 oder 2 steht, als Verdickungsmittel in wasser haltigen Reinigungsmitteln, insbesondere Reinigungsmitteln zum maschi nellen Spülen von Geschirr enthaltend Natriumhydroxid.
und/oder Verbindungen der Formel II,[HOCH₂CH(R⁸)]3-xNHx (II),in der R⁸ für ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe steht und x für eine der Zahlen 0, 1 oder 2 steht, als Verdickungsmittel in wasser haltigen Reinigungsmitteln, insbesondere Reinigungsmitteln zum maschi nellen Spülen von Geschirr enthaltend Natriumhydroxid.
7. Verfahren zum Verdicken von wäßriger 42 bis 55 Gew.-%iger NaOH-Lösung,
dadurch gekennzeichnet, daß man unter Rühren der wäßrigen NaOH-Lösung
eine Verbindung der Formel I und/oder eine Verbindung der Formel II
zugibt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man nach Zugabe
der Verbindung der Formel I und/oder Formel II mindestens 3 Minuten
nachrührt.
9. Verfahren nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die wäß
rige 42 bis 55 Gew.-%ige Lösung Buildersubstanzen enthält.
10. Verfahren nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß man nach
Zugabe der Verbindung der Formel I und/oder Formel II zur wäßrigen 42
bis 55 Gew.-%igen NaOH-Lösung Buildersubstanzen zugibt.
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