DE19508917A1 - Planarer supraleitender Resonator - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem planaren, supraleitenden
Resonator, nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs. In dem
Artikel "Miniature Dual Mode Microstrip Filters" in IEEE,
MTT-S. Digest N-1, Seiten 443-446, 1991 sind verschiedene
Streifenleitungsresonatoren beschrieben, bei denen ein zu
zwei Achsen symmetrisches Streifenleitungselement zwischen
einem ersten und einem zweiten zum ersten um 90° verdreht
angeordneten Streifenleiter angeordnet ist. Das symmetrische
Element weist zur Verkopplung der beiden in diesem Resonator
schwingenden Moden eine unter einem Winkel von 45° zu einem
der beiden Streifenleiter bzw. den beiden Symmetrieachsen
angeordnete Asymmetrie bzw. Symmetriestörung auf. Die
Asymmetrie kann hierbei in variabler Gestalt auftreten. So
ist beispielsweise ein quadratischer Resonator gezeigt, an
dem eine Ecke abgeschnitten ist. Außerdem sind ring- oder
kreisförmige Resonatoren mit einem rechteckigen Ausschnitt
oder Zusatzstück dargestellt. Diese Asymmetrie bewirkt eine
Verkopplung der beiden im Resonator schwingenden, zueinander
orthogonalen Moden.
Aus dem Fachbuch von W. Buckel, "Supraleitung", 4. Aufl.,
1993, VCH-Verlag, Seiten 72-92 sind die theoretischen
Grundlagen für die Josephson-Effekte und den Josephson-
Kontakt bekannt. Der Josephson-Kontakt ist durch Anlegen
eines Magnetfeldes bezüglich seiner Stromtragfähigkeit
veränderbar.
Der erfindungsgemäße planare, supraleitende Resonator mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat
demgegenüber den Vorteil, daß das Ausmaß der Verkopplung der
beiden orthogonalen Moden über die Stärke eines Magnetfeldes
steuerbar ist.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind
vorteilhafte Verbesserungen und Weiterbildungen des im
Hauptanspruch angegebenen planaren, supraleitenden
Resonators möglich.
Die Ausgestaltung des Josephson-Kontakts in Form eines durch
eine nichtsupraleitende Schicht vom Streifenleiter
getrennten weiteren Streifenleiters stellt eine vorteilhafte
Maßnahme dar, da diese Ausgestaltung herstellungstechnisch
besonders einfach realisierbar ist.
Es erweist sich außerdem als vorteilhaft, wenn der
Josephson-Kontakt als lokale Störzone in der
Kristallstruktur des Streifenleiters ausgebildet ist, da
diese lokale Störzone auch noch nachträglich, nach der
Fertigstellung des Layouts des Resonators in den Resonator
mit geringem Aufwand einbringbar ist.
Die Erzeugung des Magnetfelds mittels eines vom Josephson-
Kontakt elektrisch isolierten elektrischen Leiters ist
besonders vorteilsbringend, da durch Regelung von
elektrischem Strom im elektrischen Leiter der Zustand des
Josephson-Kontaktes veränderbar und damit die Verkopplung
der Moden im Resonator ebenfalls variabel ist.
Ist der elektrische Leiter über der nichtsupraleitenden
Schicht angeordnet, so resultiert aus dieser Anordnung der
Vorteil eines besonders homogenen Magnetfeldes.
Es ist ebenfalls vorteilhaft, den elektrischen Leiter als
Streifenleiter auszubilden, da dadurch wiederum die
Planarität des Resonators in vorteilhafter Weise erhalten
bleibt. Dadurch vereinfacht sich auch wiederum die
Herstellbarkeit.
Wird der elektrische Leiter als Draht ausgebildet, so läßt
sich die Isolierung zwischen dem elektrischen Leiter und dem
Resonator auf besonders einfache Weise mit einer besonders
niedrigen Dielektrizitätszahl erreichen.
Wenn der elektrische Leiter durch eine Oxidschicht vom
Josephson-Kontakt isoliert ist, so verbessert sich wiederum
die Herstellbarkeit des Resonators.
Werden mehrere Resonatoren gemeinsam auf einem Substrat
angeordnet, so verringern sich die Herstellungskosten und es
lassen sich mit diesen Resonatoren abstimmbare Filter
realisieren.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 einen in etwa quadratischen Resonator mit einem
zusätzlichen Streifenleiter,
Fig. 2 einen in etwa quadratischen Streifenleiter mit einer
abgeschnittenen Ecke,
Fig. 3 einen in etwa kreisscheibenförmigen Resonator,
Fig. 4 zwei Resonatoren auf einem gemeinsamen Substrat.
In Fig. 1 ist ein annähernd quadratisch ausgebildeter
Streifenleiter 2 auf einem flachen Substrat 1 angeordnet. An
einer Seite des quadratischen Streifenleiters 2 ist auf dem
Substrat 1 ein Eingangsstreifenleiter 13 und auf einer um
90° zur ersten Seite verdreht liegenden Seite des
Streifenleiters 2 ein Ausgangsstreifenleiter 14 angeordnet.
An der der zwischen dem Ausgangsstreifenleiter 14 und dem
Eingangsstreifenleiter 13 liegenden Ecke gegenüberliegenden
Ecke weist der Streifenleiter 2 einen Übergang zu einem
unter einem Winkel von 45° zum Ausgangsstreifenleiter 14
angeordneten in etwa rechteckigen Übergangsfortsatz auf. Der
Übergangsfortsatz grenzt an einen Josephson-Kontakt 3,
welcher aus einer nichtsupraleitenden Schicht 4, die hier in
Form einer dünnen, normal leitenden Schicht, beispielsweise
einer Metallschicht, realisiert ist und einem daran
anschließenden weiteren Streifenleiter 5 gebildet ist. Diese
Anordnung bildet einen Resonator 10 für hochfrequente,
elektromagnetische Signalwellen. Weiter ist auf dem Substrat 1
ein elektrischer Leiter 6 in Form eines dritten
Streifenleiters 7 um den Josephson-Kontakt 3 herum
verlaufend angeordnet.
Über den Eingangsstreifenleiter 13 und den
Ausgangsstreifenleiter 14 werden die hochfrequenten,
elektromagnetischen Signalwellen geleitet. Im Resonator 10
sind dabei zwei zueinander orthogonale Moden
schwingungsfähig. Die Schichtdicke der nichtsupraleitenden
Schicht 4 liegt im Bereich der Kohärenzlänge des
Streifenleiters 2.
Wird ein elektrischer Strom durch den elektrischen Leiter 6
geschickt, so entsteht ein Magnetfeld, welches u. a. den
Bereich des Josephson-Kontakts 3 durchdringt. Hier addieren
sich sogar die beiden Magnetfelder des rechts und des links
liegenden Streifenleiterabschnitts des elektrischen Leiters
6 zu einem Gesamtmagnetfeld. Der Anteil dieses Magnetfeldes,
welcher parallel zur Erstreckung des Josephson-Kontakts 3
verläuft, bewirkt eine Veränderung des Josephson-
Gleichstroms, welcher durch den Josephson-Kontakt 3 fließt.
Dadurch variiert der Zustand des Josephson-Kontakts 3
zwischen dem gewöhnlich elektrisch-leitenden, ohm′schen
Zustand und dem supraleitenden Zustand. Befindet sich der
Josephson-Kontakt 3 im supraleitenden Zustand, so ist der
weitere Streifenleiter 5 voll elektrisch wirksam, so daß
eine stärkere Verkopplung der orthogonalen Moden im
Streifenleiter 2 resultiert. Gerät dagegen der Josephson-
Kontakt 3 in den normal leitenden Zustand, so wird die
Kopplung zum weiteren Streifenleiter 5 stark verringert,
wodurch sich auch die Verkopplung der beiden orthogonalen
Moden im Streifenleiter 2 verringert.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt,
wobei die Numerierung aus der Fig. 1 beibehalten wurde. In
Abwandlung der Fig. 1 ist anstelle des zum quadratischen
Streifenleiter 2 angesetzten rechteckigen Zusatzstücks der
Josephson-Kontakt 3 hier in einer Form ausgebildet, bei der
die nichtsupraleitende Schicht 4 in Form eines dünnen
Luftspalts ausgebildet ist, welcher entlang einer
Schnittlinie verläuft, die durch Abtrennen einer Ecke des
Streifenleiters 2 entstanden ist. Die Dicke des Luftspalts
befindet sich wiederum im Bereich der Kohärenzlänge des
Streifenleiters 2. Die abgetrennte Ecke bildet hier den
weiteren Streifenleiter 5. Über das Substrat 1 ist teilweise
eine Isolationsschicht 9 beispielsweise in Form einer
Oxidschicht verlegt, über der der dritte Streifenleiter 7
aufgebracht ist. Der dritte Streifenleiter 7 verläuft dabei
in etwas senkrecht zur nichtsupraleitenden Schicht 4 und
dient als elektrischer Leiter 6.
Auch hier wird wieder durch elektrischen Strom in dem
dritten Streifenleiter 7 ein Magnetfeld erzeugt, welches die
Durchlässigkeit des Josephson-Kontakts 3 und damit die
Verkopplung der beiden orthogonalen Moden im Streifenleiter
2 steuert. Durch die Anordnung des elektrischen Leiters 6,
direkt über der nicht supraleitenden Schicht 4 liegt hier ein
besonders homogenes Magnetfeld zur Ansteuerung des
Josephson-Kontakts 3 vor.
In Fig. 3 ist unter Beibehaltung der Numerierung aus den
vorhergehenden Figuren ein kreisscheibenförmiger
Streifenleiter 2 auf dem Substrat 1 aufgebracht. Bei diesem
kreisscheibenförmigen Streifenleiter 2 wurde eine lokale
Störzone 12, beispielsweise durch Ionenstrahlätzen auf dem
Streifenleiter 2 erzeugt. Die Ionenstrahlätzlinie bzw.
lokale Störzone 12 verläuft hier wiederum unter einem Winkel
von 45° zum Ausgangsstreifenleiter 14. Es ist hier wiederum
als elektrischer Leiter 6 der Draht 8 in einer Isolierung
quer über den Josephson-Kontakt 3 geführt, so daß das
Magnetfeld des im Draht 8 fließenden Stromes eine
Steuerbarkeit des elektrischen Zustandes des Josephson-
Kontaktes 3 zuläßt. Die Störzone kann auch in verschiedenen
anderen Arten ausgebildet werden, die eine Störung der
Kristallstruktur des Streifenleiters 2 bewirken.
Es sind ebenso Resonatoren 10 vorgesehen, bei denen mehrere
Josephson-Kontakte 3 hintereinander angeordnet sind.
In Fig. 4 ist eine Anordnung dargestellt, bei der auf dem
Substrat 1 außer dem Resonator 10 noch ein weiterer
Resonator 11 aufgebracht ist. Die beiden Resonatoren 10, 11
sind zu einem planaren, supraleitenden Filter verschaltet.
Der Eingangsstreifenleiter 13 des Resonators 10 bildet den
Eingang des Filters. Zwischen dem Ausgangsstreifenleiter 14
und dem Streifenleiter 2 des Resonators 10 ist hier über
einen Zwischenstreifenleiter 15 ein weiterer Resonator 11
eingekoppelt, so daß der Ausgangsstreifenleiter 14 den
Ausgang des Filters bildet. Beide Resonatoren 10, 11 weisen
zueinander komplementäre Störungen auf, d. h. der Resonator
10 weist eine Symmetriestörung in Form eines Einschnittes
auf, während der weitere Resonator 11 die Symmetriestörung
in Form eines rechteckigen Fortsatzes aufweist. Beide
Symmetriestörungen sind mit Josephson-Kontakten 3 versehen,
die durch Strom in je einem elektrischen Leiter 6
ansteuerbar sind.
Diese Anordnung stellt somit ein variables Filter dar, bei
dem mittels der Stromsteuerung der Josephson-Kontakte 3 eine
Veränderung der Filtercharakteristik einstellbar ist.
Claims (9)
1. Planarer supraleitender Resonator mit einem auf einem
Substrat (1) aufgebrachten symmetrischen Streifenleiter (2),
der eine Symmetriestörung zur Verkopplung orthogonaler Moden
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Symmetriestörung ein Josephson-Kontakt (3) angeordnet ist
und daß am Josephson-Kontakt (3) ein Magnetfeld erzeugbar
ist.
2. Planarer supraleitender Resonator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Josephson-Kontakt (3) einen
durch eine nichtsupraleitende Schicht (4) vom Streifenleiter
(2) ganz oder teilweise getrennten weiteren Streifenleiter
(5) umfaßt.
3. Planarer supraleitender Resonator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Josephson-Kontakt (3) eine
lokale Störzone (12) in der Kristallstruktur des
Streifenleiters (2) umfaßt.
4. Planarer supraleitender Resonator nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein vom
Josephson-Kontakt (3) elektrisch isolierter elektrischer
Leiter (6) vorgesehen ist, in dem ein das Magnetfeld
erzeugender Strom erzeugbar ist.
5. Planarer supraleitender Resonator nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Leiter (6) über
der nichtsupraleitenden Schicht (4) angeordnet ist.
6. Planarer supraleitender Resonator nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Leiter (6) einen
dritten Streifenleiter (7) umfaßt.
7. Planarer supraleitender Resonator nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Leiter (6) einen
Draht (8) umfaßt.
8. Planarer supraleitender Resonator nach einem der
Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
elektrische Leiter (6) durch eine Isolationsschicht (9) vom
Josephson-Kontakt (3) isoliert ist.
9. Planarer supraleitender Resonator nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Resonator
(10) mit wenigstens einem weiteren Resonator (11) gemeinsam
auf dem Substrat (1) angeordnet ist.
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