DE19524042A1 - Antrieb für hydraulische Pressen mit hoher Hubzahl - Google Patents
Antrieb für hydraulische Pressen mit hoher HubzahlInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Regelung des Antriebes einer
hydraulischen Presse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei hydraulischen Pressen ist der Pressenstößel mit einer
oder mehreren Kolben-Zylindereinheiten verbunden. Wesentliche
Kenngrößen des hydraulischen Antriebs stellen der Druck und
der Förderstrom des Druckmediums dar. Über entsprechende
Pumpen und Regeleinrichtungen (Leistungs-, Druck- und
Hubregler) können beide Kenngrößen an den jeweiligen
Arbeitsvorgang angepaßt werden.
Je nach Art des Antriebes unterscheidet man hydraulische
Pressen mit unmittelbarem Pumpenantrieb sowie hydraulische
Pressen mit Speicherantrieb (siehe z. B. Manfred Weck:
Werkzeugmaschinen Bd. 1, S. 103 bis 105). Beim unmittelbaren
oder Direktantrieb wirkt eine von einem Elektro-Motor
angetriebene Konstant- oder Verstellpumpe (Hydropumpe) auf
den Hauptarbeitszylinder, der zur Erzeugung der Preßkraft auf
der großen zylindrischen Kolbenfläche und zum Heben des
Stößels auf der kleineren Ringfläche des Kolbens der Kolben-
Zylindereinheit mit Druckmedium beaufschlagt wird.
Die Pumpe sowie der Antriebsmotor müssen stets auf den
größten Leistungsbedarf der Presse ausgelegt sein. Die
Hochdruckpumpe kann dabei als Verstellpumpe bzw. verstellbare
Hydropumpe ausgebildet sein, um eine stufenlose Verstellung
der Fördermenge und damit der Stößelgeschwindigkeit zu
gewährleisten.
Bei niedrigem Druck wird demnach eine große Flüssigkeitsmenge
gefördert und dadurch dem Stößel mit dem Werkzeugoberteil
eine große Geschwindigkeit vermittelt, während bei dem
eigentlichen Umformvorgang eine geringere Geschwindigkeit bei
hohem Druck erforderlich ist. Dies ist für einen schnellen
Hub als Eilgang und für eine hohe Kraftbaufschlagung beim
Umformvorgang zweckmäßig.
Nachteilig ist jedoch, daß die Antriebsenergie der Pumpe
ständig zwischen Null und einem Höchstwert wechselt. Dies
ergibt erhebliche Belastungen des Stromnetzes. Nachteilig am
Direktantrieb ist weiterhin, daß die Lageenergie des Stößels
sowie der abwärtsbewegten Massen des Systems ungenützt
bleiben, da das aus dem Ringzylinder bei der Abwärtsbewegung
des Kolbens ausströmende Druckmedium lediglich über ein
Wegeventil in einen Tank oder Ölbehälter abgelassen wird.
Eine andere Antriebsform für hydraulische Pressen ist die
Kombination des Pumpenantriebes mit einem Speicherantrieb
gemäß DE 27 47 548. Zur Reduzierung des Energiebedarfs dient
die überschüssige Rückzugskraft, die bei dem Rücklauf des
Antriebskolbens ein Speichersystem auflädt.
Verwendet wird hierbei ein doppeltwirkender Antriebskolben.
Diese Anordnung bietet die Möglichkeit, bei einem
Arbeitszyklus den Eilgang zunächst nur durch Beaufschlagung
des Antriebskolbens in einem ersten Zylinder-Kolben-System
aufzubringen und zu einem späteren Zeitpunkt bei einer
gewünschten Preßkrafterhöhung eine zweite Zylinder-Kolben-
Einheit mit Druck zu beaufschlagen.
Neben dem eigentlichen Zylinder-Kolben-System ist somit
mindestens noch ein zweites Zylinder-Kolben-System
erforderlich, um die Preßkraft auf den erforderlichen Wert zu
erhöhen. Dieses bedingt einen beträchtlichen baulichen
Aufwand der Zylinder-Kolben-Einheiten. Zusätzlich sind für
die getrennte Regelung auch entsprechende Regel- und
Steuerkomponenten erforderlich.
Ein weiterer Nachteil ist, daß aus dem Speichersystem das
gesamte Druckpotential verbraucht und zum Teil ungenutzt am
Regelventil in Wärme umgewandelt wird.
Die gesamte Energiebilanz ist bei dem Speicherbetrieb sehr
ungünstig und bringt bei der aufgeführten Lösung auch keine
entscheidende Verbesserung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges
Verfahren des Antriebs einer hydraulischen Presse
vorzuschlagen, bei welchem die zu den oben beschriebenen
Systemen angesprochenen Nachteile vermieden werden.
Insbesondere soll ein Pressenantrieb unter Verwendung eines
Hydrospeichers vorgeschlagen werden, der einen hohen
Wirkungsgrad bei optimaler Betriebweise ermöglicht.
Diese Aufgabe wird, ausgehend von dem Antrieb einer
hydraulischen Presse der aufgeführten Art, erfindungsgemäß
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
In den Unteransprüchen sind zweckmäßige und vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen des hydraulischen Antriebs
nach dem Hauptanspruch angegeben.
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, unter Einsatz von
Druckspeichern hydraulische Energie über einen Hydromotor in
Antriebsleistung bzw. Drehmoment umzuwandeln.
Unter Verwendung der sogenannten "Sekundärregelung" wird ein
gleichbleibend hohes Druckniveau aus einem Speichersystem
einer Regelpumpe bzw. einem regelbaren Hydromotor zugeführt.
Dadurch wird an dem Hydromotor ein Drehmoment erzeugt,
welches in seiner Größe von dem Speicherdruck und dem
Volumenstrom bestimmt ist. Da bei einer Regelpumpe der
Volumenstrom in seinem Betrag regelbar ist, kann somit auch
ein benötigtes Drehmoment genauestens geregelt werden. Dieses
regelbare Drehmoment wird zur Abdeckung der Lastspitzen
gezielt als zusätzlicher Pumpenantrieb verwendet.
Durch Erhöhung des Drehmomentes kann mit dem angetriebenen
Pumpensystem ein erheblich höheres Druckpotential erreicht
werden.
Da dieser höhere Druck, wie nachfolgend beschrieben, erst bei
dem Umformvorgang und somit nur über einen kleinen Weg des
Antriebszylinders benötigt wird, ist eine ausgezeichnete
Energiebilanz gewährleistet.
Durch dieses Verfahren wird, entgegen dem Stand der Technik,
nur die benötigte Leistung aus dem Druckspeichersystem
entnommen und der Leistungsverlust absolut gering gehalten.
Die Leistung der erforderlichen Antriebsmotoren muß gemäß der
vorgeschlagenen Erfindung nicht mehr für eine Spitzenleistung
der Presse dimensioniert werden, sondern kann durch
Aufteilung der einzelnen Pressenfunktionen um bis zu 50%
geringer ausgelegt werden.
Die einzelnen Schritte sind:
- 1. Schritt:
Abwärtshub der Arbeitszylinder durch den bekannten Pumpenantrieb bei hoher Geschwindigkeit und geringem Druck. - 2. Schritt:
Umformvorgang bei reduzierter Geschwindigkeit und hohem Druck. Das erforderliche höhere Antriebsmoment wird in Form einer zusätzlichen Antriebsleistung aus dem Speichersystem entnommen, bei dem ein nahezu konstanter Druck auf einen regelbaren Hydromotor wirkt.
Das am Hydromotor zusätzlich zum Antriebsmotor erzeugte Drehmoment ist bei konstantem Druck eine Funktion des Hydromotor-Schwenkwinkels, der den Ölvolumenstrom regelt. - 3. Schritt:
Aufwärtshub der Arbeitszylinder durch den Pumpenantrieb bei hoher Geschwindigkeit und geringem Druck. - 4. Schritt:
Während der Entnahme des Fertigteiles und Zuführung einer neuen Platine Aufladung des Speichersystems bei Leelaufstellung der Pumpen für den Antrieb der Arbeitszylinder.
Dieser kombinierte Antrieb gewährleistet somit, daß die
Grundlast der Presse durch einen Elektromotor aufgebracht
wird, während zur Abdeckung einer Spitzenlast ein
zusätzliches Drehmoment aus einem Speichersystem in
Verbindung mit einem regelbaren Hydromotor zur Verfügung
steht.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand
der drei Figurendarstellungen beispielhaft näher beschrieben.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen schematisch den Stößel einer
Presse mit 2 Zylindern und unterschiedlicher Antriebssysteme.
In der Fig. 1 ist für eine nicht näher dargestellte
hydraulische Presse ein Pressenstößel 1 gezeigt, an dessen
Unterseite ein nicht näher dargestelltes Oberteil eines
Umformwerkzeuges befestigt wird.
Die Auf- und Abwärtsbewegung des Pressenstößels 1 erfolgt
über zwei am Pressenstößel angreifende Hydraulikzylinder oder
Kolben-Zylinder-Einheiten (2, 3), die als Hub- und
Arbeitszylinder zur Durchführung des Umformvorganges oder der
Stanzoperation am Werkstück dienen.
Anstelle von zwei Hydraulikzylindern 2, 3 kann auch ein
zentral angeordneter oder auch vier in den Eckbereichen des
Pressenstößels 1 angeordnete Hydraulikzylinder als
Preßzylinder vorgesehen werden. Die beiden Hydraulikzylinder
bzw. Kolben-Zylinder-Einheiten 2, 3 sind symmetrisch am
Pressenstößel 1 angeordnet und mit symmetrischer Anordnung
der Antriebs- und Regelorgane bestückt. Der Aufbau und die
Funktionsweise werden deshalb anhand des in der Figur
dargestellten linken Hydraulikantriebes beschrieben.
Demzufolge besteht der Hydraulikzylinder 2 aus einem Zylinder
4, einem Kolben 5 und einer Kolbenstange 6, die mit dem
Pressenstößel 1 verbunden ist.
Oberhalb des Arbeitskolbens 5 befindet sich ein im
Querschnitt kreiszylindrischer Zylinderraum 7, unterhalb des
Arbeitskolbens 5 ein im Querschnitt ringförmiger Zylinderraum
8. Die wirksame kreisförmige obere Druckfläche A₁ auf den
Arbeitskolben 5 wird demzufolge durch den Durchmesser d₁ des
Arbeitskolbens 5 bestimmt. Die wirksame untere
kreisringförmige Druckfläche A₂ wird durch die
Flächendifferenz bezüglich des Durchmessers d₁ des
Arbeitskolbens 5 abzüglich des Durchmessers d₂ der
Kolbenstange 6 gebildet.
Der obere Zylinderraum 7 ist mit dem unteren Zylinderraum 8
über eine Hydraulikleitung 9, 9′ verbunden. In dieser
Hydraulikleitung ist das Pressenventil 10 zwischengeschaltet.
Über die Leitung 11 ist eine volumenstromregelbare
Hydraulikpumpe 12 und eine Pumpe 13, die auch als Hydromotor
betrieben werden kann, mit dem Pressenventil 10 verbunden.
Mit 14 ist eine ebenfalls als Pumpe oder Hydromotor
betreibbare Hydraulikeinrichtung bezeichnet, diese
Einrichtung verfügt über eine Regelbarkeit des
Volumenstromes. An dem Elektromotor 15 befindet sich ein
Leistungsaufnehmer 16.
Eine Kupplung 27 verbindet Pumpe/Motor 13 mit Pumpe/Motor 14.
Pumpe/Motor 14 ist über Leitung 17 und Speicherventil 18 mit
dem Speichersystem 19 verbunden.
Leitung 20 verbindet das identische Antriebssystem 21 für den
Hydraulikzylinder 3 mit der gemeinsamen Speichereinheit 19,
jedoch ist auch eine eigene Speichereinheit für jeden
Hydraulikzylinder 2, 3 möglich.
Der obere Zylinderraum 7 der Kolbenzylindereinheit 2 ist mit
einer zusätzlichen Vorfülleinrichtung 22 versehen, die zum
Ausgleich des unterschiedlichen Füllvolumens der beiden
Zylinderräume 7, 8 bei der Bewegung des Arbeitskolbens 5
dient. Da in dem oberen Zylinderraum 7 keine Kolbenstange 6
vorhanden ist, entsteht eine Volumendifferenz des in den
beiden Zylinderräumen 7, 8 verdrängten Hydraulikmediums.
Hierfür weist die Vorfülleinrichtung 22 ein steuerbares
Rückschlagventil 23 sowie eine Hydraulikleitung 24 zu einem
Ölbehälter 25 auf. Der Pfeil 26 zeigt eine
Durchströmungsrichtung des Rückschlagventils 23.
Ebenfalls mit einem Ölbehälter 25′ ist die Regelpumpe 12 und
Regelpumpe/Hydromotor 14 verbunden.
Gemäß alternativer Ausführungsformen der Erfindung nach
Fig. 2 kann der Antrieb für die hydraulische Presse auch mit
einer direkten Verbindung des regelbaren Pumpen/Hydromotors
14 über die Kupplung 27 zur volumenregelbaren Hydraulikpumpe
12 ausgestattet sein, das heißt der Hydromotor 14 treibt die
Pumpe 12 direkt an. Gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach
Fig. 1 ist demzufolge ein Aggregat weniger erforderlich.
Gemäß der Ausführung nach Fig. 2 sind Hydropumpe 12 und
Hydropumpe bzw. Hydromotor 14 demzufolge direkt auf einer
Welle über Kupplungen mit dem Elektromotor 15 verbunden.
Weiterhin kann gemäß Fig. 2 die Pos. 14 sowohl als Pumpe wie
auch als Motor betrieben werden. Durch nicht näher
dargestellte Regelorgane an den Aggregaten 12 und 14 kann
sehr präzise eine Volumen- bzw. Druckregelung durchgeführt
werden, wodurch ein sehr hoher Wirkungsgrad der Anlage
möglich ist. Dies verbessert die Anlage entscheidend
gegenüber dem Stand der Technik.
In der Ausführungsform nach Fig. 3 wird die
Pumpen/Hydromotor-Anordnung 13 nach Fig. 1 mit einer
Volumenstromregelung ausgestattet.
Das Antriebssystem 21 ist in den Alternativlösungen nach Fig.
2 und 3, wie zuvor beschrieben, identisch ausgebildet.
Der erfindungsgemäße Pressenantrieb arbeitet wie folgt:
Als Voraussetzung für den Arbeitszyklus der Presse wird
zunächst die Speichereinheit 19 auf den gewünschten Druck
bzw. Vorspannung aufgeladen. Zu diesem Zweck treibt Motor 15
die Hydraulikeinrichtung 14 an die in diesem Betriebszustand
als Pumpe aus Ölbehälter 25′ über Leitung 17 und
Speicherventil 18 in die Speichereinheit 19 fördert.
Kupplung 27 kann die Pumpe 12 und Pumpe/Motor 13 während
dieser Phase abkuppeln oder 12, 13 wird in einem sogenannten
"geschlossenen Kreislauf" gefahren.
Bei der Schaltung des geschlossene Kreislaufs wird das
Hydraulikmedium lediglich wirkungslos über Pumpe 12
Pumpe/Motor 13 zugeführt und von dort wieder von Pumpe 12
angesaugt, wobei 13 in diesem Betriebszustand als Hydromoter
arbeitet.
Da für den Pressenbetrieb als Startvoraussetzung das
Oberwerkzeug und damit auch der Stößel 1 sich in oberster
Stellung befinden muß, kann als weitere Schaltstellung
während des Ladevorgangs Pressenventil 10 Pumpe 12 bzw.
Pumpe/Motor 13 mit dem Zylinderraum 8 verbinden, der dann mit
Hydraulikmedium beaufschlagt wird. Der Druckaufbau im
Zylinderraum 8 bewirkt eine Vertikalbewegung des Kolbens 5
und damit auch des über Kolbenstange 6 mit Kolben 5
verbundenen Stößels 1 bis in seine obere Umkehrposition.
Bei der Abwärtsbewegung des Stößels 1 in Richtung zum
Werkstück wird im ersten Bewegungsablauf nur ein geringer
hydraulischer Druck benötigt, da das Gewicht des Stößels 1
und des Oberwerkzeuges die Abwärtsbewegung unterstützen.
Jedoch benötigt der Zylinderraum 7 bei einem gewünschten
schnellen Bewegungsablauf ein großes Ölvolumen pro
Zeiteinheit. Dieses wird durch 3 Maßnahmen erreicht:
- 1. Ansaugung des Öles aus der Vorfülleinrichtung 22. Hierbei wird Rückschlagventil 23 durch den entstehenden Unterdruck oder gesteuert, geöffnet und über Leitung 24 aus Behälter 25 das Hydraulikmedium angesaugt.
- 2. Das aus dem Zylinderraum 8 verdrängte Hydraulikmedium wird über die Leitung 9′ durch eine entsprechende Schaltstellung des Pressenventils 10 und über Leitung 9 in den Zylinderraum 7 gefördert.
- 3. Motor 15 treibt Regelpumpe 12 und die als Pumpe arbeitende Einrichtung 13 an, die über Leitung 11, das aus den Behälter 25′ angesaugte Hydraulikmedium über das Pressenventil 10 und Leitung 9 zum Zylinderraum 7 fördert.
Eine Regelung der Abwärtsgeschwindigkeit kann dabei über die
Volumenstromregelung der Regelpumpe 12 erfolgen.
Da die Abwärtsbewegung durch die freiwerdende Lageenergie der
abwärts gerichteten Gewichte von Stößel 1, Oberwerkzeug,
Kolben 5 und Kolbenstange 6 unterstützt wird, ist das von dem
Antriebsmotor 15 aufzubringende Antriebsmoment gering.
Weiterhin befindet sich die Pumpen/Motoreinheit 14 in der
sogenannten Nullstellung und läuft förderfrei um oder
arbeitet als Pumpe und fördert aus Behälter 25′ über Leitung
17 und Ladeventil 18 in das Speichersystem 19.
Die zweite Arbeitsphase betrifft den eigentlichen
Umformvorgang oder Schneidvorgang am Werkstück, d. h. den
eigentlichen Arbeitshub, bei welchem eine hohe Preßkraft
erforderlich ist. In dieser Phase wird der Pressenstößel 1
mit einer stark verminderten Arbeitsgeschwindigkeit weiter
nach unten bewegt, wobei zur Durchführung des Umformvorgangs
eine zusätzliche Druckbeaufschlagung im Zylinderraum 7
oberhalb des Arbeitskolbens 5 erforderlich ist.
In Phase 1 diente zur Abdeckung der Grundlast der
Elektromotor 15. Mit Beginn der Phase 2 wird eine Erhöhung
des Leistungsbedarfes von dem Leistungsaufnehmer 16 gemessen
und ein Regelsignal an die Pumpen/Motoreinrichtung 14
geleitet. Diese bewirkt eine Volumenregelung an dem
Hydromotor 14, der jetzt aus der Nullstellung in eine durch
die Größe des einstellbaren Schwenkwinkels genau definierte
Lage geregelt wird. Das Speicherventil 18 wird geöffnet und
der Speicherdruck erzeugt in Verbindung mit dem eingeregelten
Volumenstrom das erforderliche Drehmoment an dem Hydromotor
14. Dieses Drehmoment addiert sich zu dem Drehmoment des
Antriebsmotors 15 zu einem Gesamt-Antriebsmoment für die
Pumpen 12 und 13.
Die Pumpen 12 und 13 sind damit in der Lage, den für den
Umformvorgang erforderlichen Druck im Zylinderraum 7 zu
erzeugen. Abhängig von dem für das Werkstück spezifischen
Kraftprofil ist auch das erforderliche Druckprofil im
Zylinderraum 7 prozeßsteuerbar.
In der dritten Arbeitsphase wird nach durchgeführtem
Umformvorgang am Werkstück der Pressenstößel 1 wieder in
seine obere Ausgangsposition gefahren. Hierfür muß das
Druckmedium vom oberen Zylinderraum 7 über die
Vorfülleinrichtung 22 in den Ölbehälter 25 verdrängt werden.
Zu diesem Zweck wird das Rückschlagventil 23 aufgesteuert und
das Druckmedium kann über Leitung 24 in den Ölbehälter 25
fließen.
Weiterhin wird zur Erzielung des Vertikalhubes der
Zylinderraum 8 durch die Pumpen 12, 13, über die Leitung 11,
das Pressenventil 10 und die Leitung 9′ mit Druckmedium
beaufschlagt.
Hierbei ist die Pumpe/Hydromotor 14 in Nullstellung
geschaltet und damit wirkungslos. Der Antrieb der Pumpen 12,
13 erfolgt lediglich durch den Elektromotor 15.
Nach Erreichung des oberen Umkehrpunktes befindet sich der
Stößel zunächst in Ruhelage. In dieser Phase wird das fertige
Werkstück entnommen und eine neue zu bearbeitende Platine
zugeführt.
Da für den Bewegungsablauf der Presse somit keine Energie
erforderlich ist, wird dieser Zeitpunkt zur Aufladung des
Speichersystems 19 verwendet. Für diesen Zyklus wird zunächst
Pumpe 12, 13 in der bereits unter Phase 1 beschriebenen Form
zu einem geschlossenen Kreislauf geschaltet.
Die Einrichtung 14 wird als Pumpe betrieben und durch den
Elektromotor 15 angetrieben. Aus Behälter 25′ fördert dann
die Pumpe 14 über Leitung 17 in das Speichersystem 19. Dieser
Aufladevorgang ist beendet, bis sich das gewünschte
Druckniveau im Speichersystem 19 eingestellt hat.
Die Presse kann danach wieder einen Arbeitszyklus starten.
Die Parallelität der Stößellage und der Gleichlauf der
Zylinder kann durch ein Wegmeßsystem 28 erreicht werden,
welches Steuersignale an die Regelpumpe 12 gibt, die für die
Geschwindigkeitsregelung maßgebend ist.
Mit der erfindungsgemäßen Pressensteuerung ist die zu
installierende elektrische Antriebsleistung erheblich unter
derjenigen, die bei normalen, direkt angetriebenen und vor
allem speicherbetriebenen Pressen erforderlich ist.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene
Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle
fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen der
Schutzrechtsansprüche.
Claims (10)
1. Verfahren zur Regelung des Antriebs insbesondere einer
hydraulischen Presse und insbesondere zum Umformen und/oder
Schneiden von Blechen, Kunststoffen oder dergleichen mit
wenigstens einer doppelseitig beaufschlagbaren
Kolben-Zylindereinheit (2, 3) zum Antrieb eines
Pressenstößels (1), wobei der Antriebskolben (5) mittels
eines Hydraulikmediums im Sinne einer Wegverschiebung des
Pressenstößels (1) beaufschlagt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß in einer ersten Arbeitsphase der Presse während der
Abwärtsbewegung des unbelasteten Pressenstößels (1) der obere
(7) und der untere (8) Zylinderraum der
Kolben-Zylindereinheit (2, 3) über eine Ventileinrichtung
(10) verbunden ist und daß für die nachfolgende Umformphase
der Presse eine Motor/Pumpeneinrichtung (12 bis 16) mit einer
volumenregelbaren Hydromotor/Pumpeneinrichtung (14)
vorgesehen ist, die wenigstens über ein aufladbares
Speichersystem (19) angetrieben wird und dessen regelbares
Drehmoment einer regelbaren Pumpeneinrichtung (12) zuführbar
ist, die den oberen Zylinderraum (7) der
Kolben-Zylindereinheit (2, 3) über die Ventileinrichtung (10)
mit Hydraulikmedium beaufschlagt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Hydromotor (14) von einem Elektromotor (15) vorzugsweise
mit Leistungsaufnehmer (16) antreibbar ist, wobei der
Hydromotor (14) zur Erhöhung des Antriebs-Drehmoments des
Elektromotors (15) in der Umformphase dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hydromotor (14) von einem
Elektromotor (15) antreibbar ist, wobei der Hydromotor (14)
als Pumpe zur Aufladung des Speichersystems (19) dient.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Motor/Pumpeneinrichtung
(12 bis 16) einen Elektromotor (15) vorzugsweise mit
Leistungsaufnehmer (16) umfaßt, dessen Drehmoment auf eine
Hydromotor/Pumpeneinrichtung (14) mit regelbarem Volumenstrom
übertragbar ist, wobei die Hydromotor/Pumpeneinrichtung (14)
einerseits zur Aufladung eines Speichersystems (19) aus einem
Hydraulikmediumbehälter (25′) und andererseits zur
volumengesteuerten Drehmomentsübertragung mittels der
Antriebsenergie des Speichersystems (19) auf eine, der
Hydromotor/Pumpeneinrichtung (14) nachgeschalteten weiteren,
gegebenenfalls regelbaren Hydromotor/Pumpeneinrichtung (12,
13) für den Stößelantrieb dient.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Motor/Pumpeneinrichtung (12 bis 15)
einen Hydromotor (14) umfaßt, der vorzugsweise über eine
Kupplungseinrichtung (27) mit einer ersten, gegebenenfalls
regelbaren Hydromotor/Pumpeneinrichtung (13) verbunden ist,
die ihrerseits mit einer volumenstromregelbaren
Hydraulikpumpe (12) zusammenwirkt, deren regelbarer
Volumenstrom von einem Hydraulikmediumspeicher (25′) über ein
Pressenventil (10) dem oberen (7) oder unteren (8)
Zylinderraum der Kolben-Zylindereinheit (2, 3) zuführbar ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß für einen Volumenausgleich
zwischen oberem (7) und unterem (8) Zylinderraum der obere
Zylinderraum (7) der Kolben-Zylindereinheit (2, 3) mittels
einer Vorfülleinrichtung (22) mit steuerbarem
Rückschlagventil (23) mit Hydraulikmedium beaufschlagbar bzw.
Hydraulikmedium abführbar ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß in einer dritten Arbeitsphase
nach erfolgtem Umformvorgang am Werkstück der Elektromotor
(15) über eine in "O-Stellung" befindliche Hydropumpe (14),
die als Pumpe wirkende Hydromotor/Pumpeneinrichtung (13) bzw.
die volumenstromregelbare Hydropumpe (12) antreibt, wobei
Hydraulikmedium aus einem Behälter (25′) über ein
Pressenventil (10) in den unteren Zylinderraum (8) befördert
wird und wobei eine Vorfülleinrichtung (22) einen
Volumenausgleich zwischen oberem (7) und unterem (8)
Zylinderraum der Kolben-Zylindereinheit (2, 3) durchführt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß am Pressenstößel (1) zwei oder
vier Kolben-Zylindereinheiten (2, 3) vorgesehen sind, die
über ein Wegmeßsystem (28) am Pressenstößel (1) unabhängig
voneinander regelbar betätigt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1, 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die volumenstromregelbare
Hydromotor/Pumpenanordnung (14) über eine
Kupplungseinrichtung (27) mit einer ggf.
volumenstromregelbaren Hydromotor/Pumpeneinrichtung (12, 13)
verbunden ist und als Antriebsmittel dient.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Hydraulikpumpe (12) und/oder der
Hydromotor/Pumpen-Anordnung (14) Regelorgane vorgesehen sind,
mittels welcher eine Volumen- bzw. Druckregelung erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19524042A DE19524042A1 (de) | 1994-07-01 | 1995-07-01 | Antrieb für hydraulische Pressen mit hoher Hubzahl |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4423174 | 1994-07-01 | ||
| DE19524042A DE19524042A1 (de) | 1994-07-01 | 1995-07-01 | Antrieb für hydraulische Pressen mit hoher Hubzahl |
Publications (1)
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