DE19528130A1 - Bauelement zur Wärmedämmung - Google Patents
Bauelement zur WärmedämmungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bauelement zur Wärmedämmung
zwischen zwei Bauteilen, insbesondere einem zu betonie
renden Gebäudeteil und einem vorkragenden Außenteil,
bestehend aus einem dazwischen zu verlegenden Isolier
körper mit integrierten Bewehrungsstäben, die sich
durch den Isolierkörper hindurch erstrecken, beidseits
vorstehen und mit dem Gebäudeteil und dem Außenteil zu
verankern sind.
Derartige Bauelemente gestatten es, vorkragende Beton
teile, insbesondere Balkonplatten, mit der entsprechen
den Zwischendecke eines Gebäudes zu verbinden, wobei
die sonst üblichen Wärmebrücken weitestgehend elimi
niert werden. Daher setzen sich diese Bauelement in der
Praxis immer stärker durch und sind inzwischen in zahl
reichen Ausführungsformen bekannt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
neue Anwendungsgebiete zu erschließen, konkret die Bau
elemente dahingehend zu verbessern, daß sie nicht nur
für vorkragende Außenteile aus Beton, sondern auch aus
anderen Werkstoffen, etwa aus Holz, geeignet sind.
Gleichzeitig soll das erfindungsgemäße Bauelement aber
auch Vorteile bei Außenteilen aus Beton aufweisen und
unabhängig vom Baustoff des Außenteiles sollen die Wär
medämmeigenschaften in vollem Umfang gewahrt bleiben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die in Richtung des Außenteiles vorstehenden Beweh
rungsstäbe zumindest teilweise einen Abstandhalter auf
weisen, der das Außenteil gegenüber dem Isolierkörper
distanziert.
Es wird also ein bestimmter Abstand zwischen Außenteil
und Isolierkörper vorgegeben, der einerseits eine nach
trägliche Montage des vorstehenden Außenteiles und so
mit dessen Vorfertigung gestattet und der andererseits
den feuchtigkeitsgefährdeten Übergangsbereich zwischen
Isolierkörper und Außenteil beseitigt und daher insbe
sondere für den Anschluß von Holzkragbalken geeignet
ist.
Für die konstruktive Ausbildung des Abstandhalters bie
ten sich verschiedene Möglichkeiten. Soll das Außenteil
aus Ortbeton bestehen, gegebenenfalls unter Verwendung
einer Elementdecke (vorgefertigte untere Schalung mit
Bewehrungslage), so empfiehlt es sich, wenn der Ab
standhalter durch eine Platte mit etwa vertikaler
Außenfläche gebildet wird, die als Schalung für die dem
Isolierkörper zugewandte Stirnseite des Außenteiles
dient. Je nach Material des Abstandhalters kann er als
verlorene Schalung und als Verblendung am Außenteil
verbleiben oder nach dessen Aushärten entfernt werden.
Der Abstandhalter kann auch durch eine sich direkt an
den Isolierkörper anschließende Lage gebildet werden,
die aus einem etwas weniger stabilen Material (z. B. EPS
mit geringer Dichte und Schalhaut) als der Isolierkör
per besteht und nach dem Aushärten des Außenteiles ent
fernt wird.
Statt dessen kann der Abstandhalter aber auch aus einer
Winkelleiste, insbesondere aus Metall bestehen, deren
horizontaler Schenkel zur Querkraftübertragung vom
Außenteil auf die Bewehrung dient. Bei dieser Ausbil
dung ist der Abstandhalter besonders für den Anschluß
von Holzkragbalken oder Stahlkragbalken geeignet. Dabei
kann der Abstandhalter auch seitliche Laschen zum Um
fassen des zugehörigen Kragarmes aufweisen, wodurch
einerseits die Positionierung des Kragarmanschlusses,
andererseits seine Verbindung mit dem Abstandhalter er
leichtert wird.
Wenn mit vorgefertigten Außenteilen, insbesondere aus
Beton gearbeitet werden soll, so empfiehlt es sich, daß
die in Richtung des Außenteiles vorstehenden Druck- und
gegebenenfalls auch die Zugstäbe der Bewehrung des Iso
lierkörpers an ihrem Ende eine Anschlußverschraubung
aufweisen. Diese Abschlußverschraubung ist zweckmäßig
in dem durch den Abstandhalter erzeugten Zwischenraum
zwischen Isolierkörper und Außenteil angeordnet und er
laubt somit eine bequeme Montage des vorgefertigten
Außenteils, sobald der Isolierkörper mit seiner Beweh
rung von der ausgehärteten Deckenplatte des Gebäudes
gehalten wird.
Der Abstandhalter selbst ist zumindest mit den Druck-
und/oder Querkraftstäben der Bewehrung des Isolierkör
pers verbunden. Ist er auch mit Zugstäben ausgerüstet,
können diese ebenfalls zur Fixierung des Abstandhalters
herangezogen werden. Die Verbindung des Abstandhalters
mit der Bewehrung kann durch Verschweißen, aber auch
lösbar, etwa durch Verschrauben erfolgen.
Damit der Abstandhalter insbesondere für den Anschluß
frei auskragender Holz- oder Stahlträger stabil genug
von der Bewehrung des Isolierkörpers gehalten wird,
empfiehlt es sich, daß zumindest immer zwei Zug- und/
oder Druckstäbe sowie ein Querkraftstab mit einem Ab
standhalter verbunden sind.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrere Ausfüh
rungsbeispiele anhand der Zeichnung; dabei zeigt
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch ein Bauelement für
den Anschluß von Balkonplatten aus Ortbeton;
Fig. 2 eine Ansicht auf Fig. 1 von oben;
Fig. 3 einen Vertikalschnitt einer Alternative zu
Fig. 1;
Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch ein Bauelement für
den Anschluß von Holzkragbalken;
Fig. 5 eine Ansicht auf Fig. 4 von oben;
Fig. 6 einen Vertikalschnitt durch ein Bauelement für
den Anschluß vorgefertigter Außenteile;
Fig. 7 eine Ansicht auf Fig. 6 von oben;
Fig. 8 einen Vertikalschnitt eines Bauelementes zum
Anschluß von Stahlträgern und
Fig. 9 eine Ansicht auf Fig. 8 von oben.
Das in den Ausführungsbeispielen dargestellte Bauele
ment besteht grundsätzlich aus einem etwa quaderförmi
gen Isolierkörper 1, der zwischen einer gebäudeseitigen
Betonplatte und einem vorkragenden Außenteil, das aus
unterschiedlichen Werkstoffen bestehen kann, angeordnet
wird. Er wird im oberen Bereich von Zugstäben 2, im
unteren Bereich von Druckstäben 3 durchquert, außerdem
zur Aufnahme der Gewichtskraft des vorkragenden Außen
teiles von Querkraftstäben 4, die aus der gebäudeseiti
gen Zugzone kommend schräg oder senkrecht nach unten
durch den Isolierkörper hindurchlaufen und im Bereich
der Druckzone des vorkragenden Bauteiles austreten. Aus
dem gezeichneten Verlauf der Querkraftstäbe folgt, daß
man sich jeweils links des Isolierkörpers 1 das Gebäu
de, jeweils rechts das vorkragende Außenteil vorzustel
len hat.
Wesentlich ist nun, daß an der dem vorkragenden Außen
teil zugewandten Seite des Isolierkörpers 1 unter einem
Abstand von mehreren Zentimetern zum Isolierkörper ein
zu ihm parallel laufender Abstandhalter 5 angeordnet
ist. Bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel besteht er aus einem vertikalen Schal
brett 5a, das etwa die gleiche Höhe wie der Isolierkör
per 1 aufweist und an seinem unteren Ende einen hori
zontal nach außen ragenden Schenkel 5b trägt. Dieser
Abstandhalter wird von den Bewehrungsstäben gehalten
und zusätzlich im unteren Bereich durch eine mit den
Druckstäben 3 und Querkraftstäben 4 verschweißte Win
kelleiste 6 armiert. Die Verbindung der Querkraftstäbe
mit der Winkelleiste erfolgt über einzelne Flacheisen
4a, die an der dem Isolierkörper 1 zugewandten Seite
der Winkelleiste 6 angeschweißt sind und die anderer
seits einen Schlitz aufweisen, in den das untere Ende
des Querkraftstabes hineinragt und dort verschweißt
ist. Selbstverständlich sind auch andere Verbindungen
zwischen den Querkraftstäben und dem Abstandhalter mög
lich. Der Abstandhalter 5 ist besonders für Außenteile
aus Ortbeton geeignet, etwa unter Verwendung von Ele
mentdecken als verlorene untere Schalung, wie sie durch
das Bezugszeichen 7 angedeutet sind. Dabei wird als
Material für den Abstandhalter 5 Beton oder ein beton
ähnlicher Werkstoff verwendet, es sind aber auch andere
Materialien möglich.
In Fig. 3 ist der Isolierkörper 1 mit seinen Beweh
rungsstäben 2 bis 4 und der Winkelleiste 6 genauso
aufgebaut. Hier besteht jedoch der Abstandhalter aus
einer an der dem Außenteil zugewandten Seite des Iso
lierkörpers angeordneten Lage 15. Diese Lage 15 fun
giert mit ihrer gegebenenfalls härteren Außenseite 15a
als Schalung für das aus Ortbeton herzustellende Außen
teil. Sie besteht aus einem Kunststoffmaterial, etwa
Polystyrol geringer Dichte, das nach dem Aushärten des
Ortbetons leicht herausgeklopft werden kann, worauf man
wieder den erwünschten Zwischenraum zwischen Isolier
körper und vorkragendem Außenteil erhält. Statt dessen
kann die Lage 15 auch dünner ausgeführt und über ent
fernbare Abstandselemente am Isolierkörper abgestützt
werden.
Die Winkelleiste 6 ist in Fig. 3 außerhalb des Ab
standhalters 15 angeordnet und wird in das Außenteil
einbetoniert, um seine Druck- und Querkräfte aufzuneh
men.
Die Fig. 4 und 5 zeigen eine Bauform, die besonders
für den Anschluß von Außenteilen aus Holz gedacht ist.
In diesem Fall wird ein Abstandhalter 25 verwendet, der
der zuvor beschriebenen Winkelleiste 6 entspricht, der
aber auch etwas tiefer oder höher angeordnet sein kann.
Sein horizontaler Schenkel 25a liegt etwa auf dem
Niveau des unteren Randes des Isolierkörpers, so daß er
direkt als Auflager für einen Holzbalken 26 verwendet
werden kann und dessen Druck- und Querkräfte aufnimmt.
Der Holzbalken wird in seinem oberen Bereich von den
Zugstäben 2 durchquert und durch Muttern 27, die auf
ein Gewinde am Ende der Zugstäbe aufgeschraubt werden
können, gehalten. Er ist in der Zeichnung durch Bruch
linien stark verkürzt wiedergegeben. Tatsächlich hat er
eine Länge von über einem halben Meter, damit an seinen
Wangen über eine Reihe von Querbohrungen 26a die
eigentlichen Kragbalken, die in Fig. 5 durch die Be
zugszeichen 28 und 29 angedeutet sind, angeschraubt
werden können.
Die Fig. 6 und 7 zeigen eine Bauform, die insbeson
dere zur Montage vorgefertigter Außenteile, gleichgül
tig aus welchem Werkstoff, geeignet ist. Der Isolier
körper mit den Bewehrungsstäben und dem Abstandhalter
25 ist dabei ebenso wie in Fig. 4 und 5 aufgebaut.
Lediglich die Zugstäbe laufen nicht mehr durchgehend
vom Isolierkörper zu dem Außenteil, sondern haben in
dem durch den Abstandhalter 25 gebildeten Zwischenraum
jeweils eine lösbare Verbindung in Form einer Schraub
muffe 30. Die vom Isolierkörper kommenden Zugstäbe 2
laufen also kurz hinter dem Isolierkörper in einem Ge
winde aus, an dem über die Muffe 30 ein dazu fluchten
der Zugstab 2a, der an seinem Ende ein gegenläufiges
Gewinde aufweist, angeschlossen werden kann. Die Zug
stäbe 2a können in ein Betonteil 36 einbetoniert sein,
sie können statt dessen aber ebenso Bestandteil eines
Metall- oder Holzträgers sein. In allen Fällen kann das
Außenteil 36 mitsamt dem Zugstab 2a und gegebenenfalls
weiteren Zubehörteilen fabrikmäßig vorgefertigt werden.
Zur Montage auf der Baustelle genügt das Auflegen auf
den abgewinkelten Abstandhalter 25 und die Verschrau
bung der vorstehenden Zugstäbe 2a über die Muffen 30
und gegebenenfalls durch weitere Verschraubung 25b am
Abstandhalter 25. Dabei bieten die Muffen 30 den beson
deren Vorteil, daß die Neigung des Außenteils genau
eingestellt werden kann.
Die Fig. 8 und 9 zeigen eine Variante, die zum An
schluß von Stahlträgern geeignet ist. Dabei ist ein Ab
standhalter 35 in Form einer vertikalen Anschlagplatte
mit dem außenseitigen Ende der Druckstäbe 3 und eines
Querkraftstabes 4 verbunden, und die darüber befindli
chen Enden der Zugstäbe 2 weisen ein Gewinde auf. Da
durch kann ein Stahlkragbalken 46 mit einer vertikalen
Montageplatte 46a, die entsprechende Verbindungsbohrun
gen aufweist, auf die Zugstäbe 2 aufgesetzt bzw. an die
Anschlagplatte 35 angelegt und unter horizontaler Aus
richtung dort jeweils festgeschraubt werden.
In den Ausführungsbeispielen sind die Isolierkörper mit
Zugstäben 2 ausgerüstet, an denen teilweise auch der
Abstandhalter befestigt ist. Auf die Zugstäbe 2 kann
jedoch verzichtet werden, wenn das vorkragende Bauteil
an seinem äußeren Ende eine eigene Abstützung auf dem
Boden hat. In jedem Fall empfiehlt es sich aber, den
Abstandhalter mit zumindest zwei Druckstäben und zumin
dest einem Querkraftstab zu verbinden.
Allen beschriebenen Bauformen ist der Vorteil gemein
sam, daß durch die Beabstandung des vorkragenden Außen
teiles vom Isolierkörper eine gute Hinterlüftung im An
schlußbereich gewährleistet ist, so daß auch feuchtig
keitsempfindliche Werkstoffe für das Außenteil einge
setzt werden können und daß ein nachträglicher Anschluß
von fabrikmäßig vorgefertigten Außenteilen ermöglicht
wird.
Claims (11)
1. Bauelement zur Wärmedämmung zwischen einem zu beto
nierenden Gebäudeteil und einem vorkragenden Außenteil,
bestehend aus einem dazwischen zu verlegenden Isolier
körper (1) mit integrierten Bewehrungsstäben (2, 3, 4),
die sich durch den Isolierkörper (1) hindurch er
strecken, beidseits vorstehen und mit dem Gebäudeteil
und dem Außenteil zu verankern sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in Richtung des Außenteiles vorstehenden Beweh
rungsstäbe (2, 3, 4) zumindest teilweise einen Abstand
halter (5, 15, 25, 35) aufweisen, der das Außenteil ge
genüber dem Isolierkörper (1) auf Abstand hält.
2. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter (5, 15) eine etwa vertikale
Außenfläche aufweist, die als Schalung für die dem
Isolierkörper (1) zugewandte Stirnseite des vorkragen
den Außenteiles dient.
3. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter (5) ein im Druckbereich des
Außenteiles angreifendes Widerlager (6) aufweist.
4. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter (15) durch eine entfernbare, sich
parallel zum Isolierkörper (1) erstreckende Lage gebil
det ist.
5. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter (25) aus einer Winkelleiste be
steht, deren horizontaler Schenkel (25a) zur Querkraft
übertragung dient.
6. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter seitliche Laschen zum Umfassen
des Außenteiles aufweist.
7. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in Richtung des Außenteiles vorstehenden Druck-
und gegebenenfalls Zugstäbe (3 bzw. 2) an ihrem Ende
eine Anschlußverschraubung aufweisen.
8. Bauelement nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschlußverschraubung in dem durch den Abstand
halter (25) erzeugten Zwischenraum zwischen Isolierkör
per und Außenteil angeordnet ist.
9. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstandhalter (5, 15, 25) mit den Druck- und
Querkraftstäben (3, 4) und gegebenenfalls mit den Zug
stäben (2) verbunden ist.
10. Bauelement nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung des Abstandhalters (35) mit den
Druckstäben (2), gegebenenfalls den Querkraftstäben (4)
und gegebenenfalls den Zugstäben (3) durch Verschrauben
erfolgt.
11. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest zwei Druckstäbe (3) mit einem Abstandhal
ter (5, 15, 25, 35) verbunden sind.
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