DE19528185A1 - Transformator - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Transformator nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Einstellen des Luftspaltes
eines Transformators nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
Ein Hochspannungstransformator in einem Fernsehempfänger für die
Zeilenablenkung und die Erzeugung der Anodenspannung der
Bildröhre benötigt eine bestimmte Induktivität der Wicklungen.
Die Induktivität wird durch die Breite eines zwischen den Polen
eines zweiteiligen Spulenkerns gebildeten Luftspalts
eingestellt.
Unter Luftspalt wird hier ein Spalt zwischen den Polen
verstanden, in dem sich ein Medium mit einer relativen
Permeabilitätskonstante ähnlich Luft befindet. Es muß sich also
nicht um Luft selbst handeln, sondern kann auch ein Kunststoff
oder nicht ferromagnetisches Metall sein.
Bisher wurde zwischen den Polen eines zweiteiligen Spulenkerns
eine Folie oder ein Material mit plastischen Eigenschaften
angeordnet. Bei Verwendung einer Folie mußte aus einem Satz
unterschiedlich dicker Folien die passende Dicke ausgewählt und
eingesetzt werden. Bei Verwendung eines plastischen Materials
wurde dieses zwischen den Polen des Spulenkerns eingefügt und
unter Druckbeaufschlagung der Teile des Spulenkerns soweit
zusammengedrückt, bis die gewünschte Induktivität der Spule
erreicht war.
Diese bekannten Mittel zur Einstellung des Luftspalts sind
aufwendig und in der Praxis nur manuell durchführbar.
Im Zuge einer zunehmenden Automatisierung der Produktion wird
angestrebt, manuelle Maßnahmen so weit wie möglich durch
automatisierte manipulatorgesteuerte Maßnahmen zu ersetzen.
Damit dieses wirtschaftlich möglich ist, müssen die vom
Manipulator ausgeübten Bewegungsabläufe so einfach wie möglich
gestaltet sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Transformator
der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß eine
einfache, auch durch einen Manipulator durchführbare Abstimmung
der Breite des Luftspaltes des Transformators ermöglicht wird
und ein Verfahren zum Einstellen des Luftspaltes eines
Transformators anzugeben, das schnell, einfach und zielsicher
und auch mit Hilfe eines Manipulators durchgeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einem Transformator nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1
angegebenen Merkmale und bei einem Verfahren nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 9 durch die im Kennzeichen des
Anspruchs 9 angegebenen Merkmale gelöst.
Beim erfindungsgemäßen Transformator ist weder die Bereithaltung
unterschiedlicher Distanzkörper nötig, noch eine
Preßvorrichtung, mit dem ein Distanzkörper auf das gewünschte
Maß zusammengedrückt wird. Vielmehr reicht ein einziger
Distanzkörper aus, bei dem die unterschiedlichen Dickenbereiche
so plaziert oder selektiert werden, daß die Pole der Teile des
Spulenkerns auf den erforderlichen Abstand gehalten werden und
sich das gewünschte Maß des Luftspaltes ergibt. Der
Distanzkörper ist also so beschaffen, daß er von vorn herein
durch seine konstruktive Ausgestaltung den gesamten möglichen
Dickenbereich für eine optimale Abstimmung besitzt.
Prinzipiell können die Dickenbereiche abgestuft oder als
Bereiche unterschiedlicher Dicke stufenlos ineinander übergehen.
Bei der gestuften Ausführung ist zwar nur eine schrittweise
Abstimmung möglich, dafür bieten die einzelnen Bereiche aber
eine größere flächige Anlage für die Pole. Demgegenüber
ermöglicht eine stufenlose Ausführung eine sehr feine
Abstimmung.
Der Distanzkörper kann relativ zu den Polen verschiebbar sein,
so daß die die Spaltbreite vorgebenden Bereiche zwischen den
Polen liegen, während die dickeren Bereiche außerhalb liegen.
Der Distanzkörper wird dabei selbst nicht verändert, so daß es
auch möglich ist, bei einer Fehlabstimmung in Richtung eines zu
geringen Luftspaltes eine Korrektur zu größeren Breiten des
Luftspaltes zu bewirken. Allerdings steht der Distanzkörper bei
Einstellung eines geringen Luftspalts mehr oder weniger nach
außen vor, was den Platzbedarf eventuell unerwünscht erhöht.
Alternativ kann der Distanzkörper stationär zu den Polen
angeordnet sein und die Bereiche unterschiedlicher Dicke werden
beginnend mit dem dicksten Bereichen in absteigender Dicke
entfernt. Durch diese Maßnahme lassen sich überstehende Bereiche
vermeiden, allerdings ist eine Abstimmung nur in einer Richtung
zu geringeren Dicken möglich.
Vorzugsweise sind zwischen den aneinander grenzenden Bereichen
unterschiedlicher Dicke Sollbruchstellen vorhanden. Die nicht
benötigten dickeren Bereiche des Distanzkörpers können dabei
ohne großen Kraftaufwand entfernt werden.
Bei einer praktischen Ausgestaltung bildet der Distanzkörper
eine radial vom Spulenkörper ausgehende Zunge. Bei dieser
Anordnung ist die Zunge bereits an derjenigen Stelle fixiert, an
der der Luftspalt des Spulenkerns gebildet wird. Bei der Montage
des Transformators erfolgt damit die Positionierung des
Distanzkörpers automatisch.
Der Distanzkörper kann auch einen integralen Bestandteil des
Spulenkörpers bilden. Dadurch läßt sich der Spulenkörper
zusammen mit dem Distanzkörper in einem Arbeitsgang, z. B. durch
Spritzgießen fertigen, wodurch die Produktionskosten verringert
werden.
Bei einem Verfahren zum Einstellen des Luftspaltes wird mit
einem Dickenbereich des Distanzkörpers begonnen, der deutlich
größer als eine in Versuchen ermittelte Dicke für eine
gewünschte Abstimmung ist. Durch schrittweises oder
kontinuierliches Verringern der Dicke bei gleichzeitiger Messung
der Induktivität kann so gezielt der Sollwert oder ein Wert
innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs des Sollwertes
eingestellt werden.
Bei zwischen den aneinander grenzenden Dickenbereichen
vorhandenen Sollbruchstellen läßt sich die Abstimmung so
vornehmen, daß nacheinander Dickenbereiche des Distanzkörpers in
absteigender Dicke entfernt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
beschrieben, das in der Zeichnung dargestellt ist. Darin zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Transformator,
Fig. 2 einen Querschnitt durch den in Fig. 1 dargestellten
Transformator und
Fig. 3 als Detail aus Fig. 1 eine vergrößerte Darstellung des
Distanzkörpers.
Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Transformator besteht aus
einem Spulenkörper 1 mit darauf angeordneten Wicklungen 2 sowie
einem zweiteiligen Spulenkern 3 und 4. Der eine Teil 3 des
Spulenkerns ist gegenüber dem anderen Teil 4 gekippt und berührt
diesen an einem Berührpunkt 5. Der Berührpunkt 5 bildet
gleichzeitig den Schwenkpunkt oder ein Scharnier, um das der
Teil 3 gegenüber dem Teil 4 bei der Einstellung des Luftspaltes
geschwenkt wird. Enden der Teile 3 und 4 des Spulenkerns bilden
Pole 6 und 7 sowie 13 und 14, zwischen denen ein Luftspalt 8 und
ein weiterer Luftspalt 15 gebildet ist. Die Breite des
Luftspalts 8 wird durch einen Distanzkörper 9 vorgegeben.
Dadurch ergibt sich auch automatisch die Breite des Luftspalts
15, dessen Breite gleichsinnig mit der Breite des Luftspalts 8
geändert wird. Da die einzelnen Luftspalte 8 und 15 bezogen auf
den magnetischen Fluß in Reihe liegen, können sie physikalisch
auch als ein gemeinsamer, etwas größerer Luftspalt betrachtet
werden.
Der Distanzkörper 9 bildet einen integralen Bestandteil des
Spulenkörpers 1 und steht radial nach außen vor. Wie die
vergrößerte Detaildarstellung des Distanzkörpers 9 in Fig. 3
zeigt, besitzt der Distanzkörper Bereiche unterschiedlicher
Dicke 10a, 10b, 10c, 10d, . . ., zwischen denen Sollbruchstellen
11a, 11b, 11c, 11d, . . ., angeordnet sind. Durch Entfernen einer
oder mehrerer Dickenbereiche 10a, 10b, 10c, 10d des
Distanzkörpers 9 läßt sich ein geeigneter Dickenbereich
vorgeben, an den die Pole 6 und 7 der beiden Teile des
Spulenkerns anlegbar sind. Die endgültige Lage der Teile 3 und 4
des Spulenkerns läßt sich durch Verkleben oder durch ein
Spannelement 12 fixieren.
Bei der Einstellung eines Luftspalts 8 wird wie folgt
vorgegangen. Zunächst wird beginnend mit einem Dickenbereich des
Distanzkörpers 9, der größer als eine in Vorversuchen für die
gewünschte Abstimmung ermittelte Dicke ist, z. B. mit dem größten
Dickenbereich 10a des Distanzkörpers 9 die Induktivität einer
der Wicklungen 2 gemessen. Liegt die gemessene Induktivität
außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs eines Sollwertes,
wird in einem nächsten Schritt der Dickenbereich 10a durch
Abbrechen an der Sollbruchstelle 11a entfernt. Liegt die
gemessene Induktivität auch dann noch außerhalb des
Toleranzbereichs des Sollwertes, wird in einem weiteren Schritt
der Dickenbereich 10b entfernt.
Nach jedem Schritt werden die beiden Teile 3 und 4 des
Spulenkerns so um den Schwenkpunkt 5 geschwenkt, daß sie an dem
verbleibenden größten Dickenbereich anliegen. Diese Vorgänge
werden schrittweise so lange wiederholt durchgeführt, bis die
gemessene Induktivität den Sollwert erreicht hat oder innerhalb
des vorgegebenen Toleranzbereichs des Sollwertes liegt.
Die Abstimmung ist dann beendet und die Lage der Teile 3 und 4
des Spulenkerns kann endgültig fixiert werden. Die Abstimmung
läßt sich in einfacher Weise durch einen Manipulator
durchführen, der nach und nach die nicht benötigten
Dickenbereiche des Distanzkörpers 9 entfernt und die Teile 3 und
4 des Spulenkerns an den verbleibenden größten Dickenbereich des
Distanzkörpers andrückt. Dabei ist ein sehr schneller
zielgerichteter Ablauf des Abstimmung möglich.
Claims (10)
1. Transformator, bestehend aus einem Spulenkörper (1) mit
darauf angeordneten Wicklungen (2), einem zweiteiligen
Spulenkern (3, 4) mit Polen (6, 7), zwischen denen ein
Luftspalt (8) ausgebildet ist, sowie aus einem den Luftspalt
(8) vorgebenden Distanzkörper (9) zwischen den Polen (6, 7),
dadurch gekennzeichnet, daß der Distanzkörper (9) mehrere
Bereiche (10a, 10b, 10c, 10d, . . .) unterschiedlicher Dicke
aufweist und einer dieser Bereiche (10a, 10b, 10c, 10d, . . .)
zur Abstimmung der Breite des Luftspaltes (8) auswählbar
ist.
2. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bereiche (10a, 10b, 10c, 10d, . . .) unterschiedlicher
Dicke abgestuft sind.
3. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bereiche (10a, 10b, 10c, 10d, . . .) unterschiedlicher
Dicke stufenlos ineinander übergehen.
4. Transformator nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Distanzkörper (9) relativ zu den
Polen (6, 7) verschiebbar ist.
5. Transformator nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Distanzkörper (9) stationär zu den
Polen (6, 7) angeordnet ist und die Bereiche (10a, 10b, 10c,
10d, . . .) unterschiedlicher Dicke angefangen mit dem
dicksten Bereich in absteigender Dicke entfernbar sind.
6. Transformator nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den aneinandergrenzenden Bereichen Bereiche (10a,
10b, 10c, 10d, . . . ) unterschiedlicher Dicke Sollbruchstellen
(11a, 11b, 11c, 11d, . . .) vorhanden sind.
7. Transformator nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Distanzkörper (9) eine radial vom
Spulenkörper (1) ausgehende Zunge bildet.
8. Transformator nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Distanzkörper (9) einen integralen
Bestandteil des Spulenkörpers (1) bildet.
9. Verfahren zum Einstellen des Luftspaltes eines
Transformators welcher aus einem Spulenkörper mit darauf
angeordneten Wicklungen, einem zweiteiligen Spulenkern mit
Polen, zwischen denen der Luftspalt ausgebildet ist, sowie
aus einem den Luftspalt vorgebenden Distanzkörper mit
mehreren Bereichen unterschiedlicher Dicke besteht, dadurch
gekennzeichnet, daß beginnend mit einem Dickenbereich des
Distanzkörpers, der größer als eine in Vorversuchen für die
gewünschte Abstimmung ermittelte Dicke ist, die Induktivität
einer der Wicklungen gemessen wird und der Dickenbereich des
Distanzkörpers solange verringert wird, bis die gemessene
Induktivität in einen vorgegebenen Toleranzbereich eines
Sollwertes fällt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei zwischen den
aneinandergrenzenden Dickenbereich Sollbruchstellen
vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstimmung
derart vorgenommen wird, daß nacheinander Dickenbereiche des
Distanzkörpers in absteigender Dicke entfernt und die Pole
des Spulenkerns an den nachfolgenden kleineren Dickenbereich
angelegt werden.
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