DE19528253C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Vermeidung von Reglerinstabilitäten bei Pumpgrenzregelungen beim Betrieb von Strömungsmaschinen mit Reglern hoher Prportionalverstärkung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Vermeidung von Reglerinstabilitäten bei Pumpgrenzregelungen beim Betrieb von Strömungsmaschinen mit Reglern hoher PrportionalverstärkungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermeidung von
Reglerinstabilitäten bei Pumpgrenzregelungen beim
Betrieb von Strömungsmaschinen mit Reglern hoher
Proportionalverstärkung mittels Abblasens über ein
Abblaseventil, wobei aus Meßwerten zumindest für den
Verdichterdurchfluß und Verdichterenddruck der
Arbeitspunkt des Verdichters bestimmt wird sowie aus
den durch die Abblaselinie vorgegebenen bzw.
vorgebbaren Sollwerten für den Verdichterdurchfluß ein
Regelparameter bestimmt wird, anhand dessen durch einen
Pumpgrenzregler eine sofortige Öffnung des
Abblaseventiles mittels einer pneumatischen oder
hydraulischen Betätigungseinrichtung über ein
Druckmedium erfolgt.
Pumpgrenzregelungen sind dadurch charakterisiert, daß
sie besonders schnell öffnende Regelventile benötigen.
Aus der Fachliteratur ist bekannt, daß zum Erreichen
einer guten Reglerstabilität gleiche Stelldynamik der
Stellventile mit möglichst kurzen Stellzeiten in
Öffnungsrichtung und Schließrichtung erforderlich ist.
Dieses bedeutet, daß ein Abblaseventil, welches,
bedingt durch die Prozeßanforderungen, schnell öffnen
muß, zum Erreichen einer guten Reglerstabilität auch
schnell schließen soll.
In der Praxis hat man festgestellt, daß eine gewisse
Unsymmetrie zwischen Öffnungs- und Schließgeschwindig
keit nicht störend ist. So werden schon seit jeher
Drosseln in den Ölkreislauf hydraulischer Pumpgrenz
regler oder Abblaseventile bzw. in die Zuluftversorgung
von pneumatischen Abblaseventilen eingebaut. Da die
Antriebe dieser Abblaseventile generell so aufgebaut
sind, daß eine Feder die Abblaseventile öffnet und das
Schließen der Abblaseventile durch Öl- oder Luftdruck
erreicht wird, wird zum Öffnen der Abblaseventile
Steuermedium (Öl oder Luft) abgesteuert, zum Schließen
jedoch Steuermedium aus der Versorgungsleitung zuge
führt. Wird nun konstruktiv sichergestellt, daß die
freien Querschnitte in Öffnungsrichtung sehr groß sind,
in Schließrichtung jedoch eine Drosselstelle vorgesehen
ist, erhält man ein unsymmetrisches Stellverhalten.
Dieses Stellverhalten wird eingesetzt, um Maschinen
gefährdungen durch schnellschließende Abblaseventile zu
vermeiden. In aller Regel werden die Drosseln derart
dimensioniert, daß das Abblaseventil in ca. 20 Sek. von
der ganz geöffneten in die ganz geschlossene Stellung
gefahren wird.
Einzige Aufgabe dieser Drosseln ist es, bei einem
Eingriff von Hand in den Regelkreis zu vermeiden, daß
aufgrund einer Fehlbedienung die Abblaseventile in
1-2 Sek. geschlossen sind und damit der Turbo
kompressor in den instabilen Bereich geraten kann.
Schließen die Abblaseventile dagegen in 20 Sekunden,
hat das Bedienungspersonal auch bei einer Fehlbedie
nung noch ausreichend Gelegenheit, den Bedienungsfehler
zu korrigieren, bevor das Abblaseventil ganz
geschlossen ist.
Es ist offensichtlich, daß die Drosselstellen im Zulauf
des Steuermediums nicht beliebig klein werden dürfen.
Es besteht bei zu engen Drosselstellen die Gefahr, daß
sich enge Querschnitte durch kleine Schmutzpartikel
verstopfen und damit jegliche Abblase-Ventilverstellung
unterbleibt. Aus diesem Grunde sind praktisch längere
Stellzeiten als 20 Sek. für den gesamten Schließvorgang
nicht realisierbar.
In der Praxis hat sich gezeigt, daß diese Unsymmetrie
für das Regelverhalten und die Reglerstabilität nicht
unzulässig schädlich ist.
Aus der DE 26 23 899 ist ein Pumpgrenzregler bekannt,
der einen nichtlinearen Verstärker aufweist. Dieser
nichtlineare Verstärker hebt die Regelkreisverstärkung
beim Überschreiten der Abblaseventile um mehr als 2%
um den Faktor 5 an. Da die Pumpgrenzregler nur dann
optimal arbeiten, wenn sie im Normalbetrieb mit max.
zulässiger Verstärkung betrieben werden, bedeutet diese
Verstärkungsanhebung um 5, daß der Regler mit dieser
hohen Verstärkung instabil arbeitet.
Eine weitere wesentliche Verbesserung des gesamten
Regelkreisverhaltens wird dadurch erreicht, daß ein
nachführbarer Integralregler eingesetzt wird. Dieses
Verfahren ist in der DE 38 09 881 beschrieben. Es wird
stets der Ausgang des Reglers mit der aktuellen
Stellung des Abblaseventils verglichen.
Die im Regelverfahren verwendete Regeldifferenz e ist
definiert als Differenz zwischen dem Durchfluß-Sollwert
W und dem Durchfluß-Istwert X, d. h. e = W - X. Ein
negatives Vorzeichen der Regeldifferenz e bedeutet
demnach, daß sich der Arbeitspunkt des Kompressors im
sicheren Arbeitsbereich befindet, während ein positives
Vorzeichen der Regeldifferenz e bedeutet, daß der
Arbeitspunkt die Abblaselinie nach links, d. h. in
Richtung auf die Pumpgrenze zu überschritten hat.
Überschreitet der Arbeitspunkt die Pumpgrenze, kommt es
zu einem Pumpen des Kompressors. Weichen diese Regel
differenzen unzulässig voneinander ab, wird der Regler
auf Nachführbetrieb geschaltet und sein Ausgang auf die
aktuelle Abblase-Ventilstellung umgeschaltet.
Hierdurch wird sichergestellt, daß die Stellgröße des
Pumpgrenzreglers nicht wesentlich von der Stellung des
Ventils abweicht.
Es sind Anwendungen bekannt, in denen die Stellung des
Ventils nicht gemessen wird oder innerhalb der Regelung
nicht zur Verfügung steht. Um auch in diesen Fällen ein
"Auseinanderlaufen" von Reglerausgang und begrenzter
Stellgröße zu verhindern, kann statt einer Rückmeldung
der aktuellen Ventilstellung auch die begrenzte Stell
größe auf den Regler zurückgemeldet werden. Dieses
führt letztendlich zu den gleichen Ergebnissen wie eine
Rückmeldung der Ventilstellung.
Bei schnellen Prozeßstörungen wird das Verhalten des
Pumpgrenzreglers im wesentlichen durch seine Propor
tionalverstärkung bestimmt. Je höher die Proportional
verstärkung gewählt ist, um so größer ist die Änderung
des Reglerausgangssignals und damit der Stellung des
Abblaseventiles. Ein weiter öffnendes Abblaseventil ist
eher in der Lage, einen Kompressor vor Pumpen zu
schützen als ein nur wenig öffnendes.
Die Proportionalverstärkung kann aber nicht beliebig
groß gewählt werden, da dies zu Instabilitäten des
Regelkreises führt. Ursache für diese Instabilitäten
sind unvermeidbare Verzögerungen in der Regelstrecke.
Es stellt sich daher die Aufgabe, ein Verfahren der
gattungsgemäßen Art derart weiterzubilden, um das
Regelverhalten eines Turbokompressors dadurch zu
verbessern, daß die Proportionalverstärkung deutlich
angehoben werden kann, ohne daß der Regelkreis instabil
wird bzw. zu Schwingungen des Regelorganes
(Abblaseventil) neigt.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt in der Weise, wie es im
Hauptanspruch angegeben ist, die Unteransprüche 2-6
stellen vorteilhafte Verfahrensschritte dar, die An
sprüche 7-11 kennzeichnen die erfindungsgemäßen Merk
male der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Durch eine Unsymmetrie für das Stellverhalten des
Abblaseventiles wird ein langsames Schließen und
schnelles Öffnen des Abblaseventiles erreicht.
Das Stabilitätsverhalten vom Pumpgrenzregelkreisen läßt
sich erfindungsgemäß dadurch positiv beeinflussen, daß
eine elektronische Begrenzung der Schließgeschwin
digkeit des Abblaseventiles vorgenommen wird. Infolge
dessen können Pumpgrenzregler mit deutlich höherer
Proportionalverstärkung stabil betrieben werden.
Hierzu wird in den Ausgang des Pumpgrenzreglers ein
elektronischer Gradientenbegrenzer eingefügt. Dieser
Gradientenbegrenzer ist asymmetrisch aufgebaut, d. h.
in Öffnungsrichtung des Abblaseventils ist keinerlei
zeitliche Begrenzung wirksam, in Schließrichtung wird
jedoch eine frei parametrierbare zeitliche Begrenzung
des Schließvorganges des Abblaseventiles vorgesehen
bzw. programmiert. Beste praktische Ergebnisse haben
sich mit Öffnungszeiten von 1 Sekunde und Schließzeiten
von mehr als 5 Minuten ergeben. Mit dieser Realisierung
lassen sich durchaus Schließzeiten von 10 Minuten oder
mehr einstellen.
Eine Pumpgrenzregelung mit einer solchen Gradienten
begrenzung ist weitgehend unabhängig gegenüber sehr
hoch eingestellten Reglerverstärkungen. Eine sehr hoch
gewählte Reglerverstärkung führt zwangsläufig dazu, daß
der Reglerkreis instabil wird. Ohne diese Begrenzung
würde der Reglerausgang und damit die Ventilstellung
schwingen. Mit dieser Begrenzung im Reglerausgang würde
sich diese Schwingung jedoch auf die erste Halbwelle
beschränken, d. h., die zu hohe Verstärkung würde zwar
das Abblaseventil weiter als ein optimal eingestellter
Regler öffnen, der anschließende schnelle Schließvor
gang würde jedoch unterbleiben, und das Ventil würde
nur mit dem eingestellten Gradienten, d. h. langsam,
schließen.
In der Praxis wird die Zeit, die erforderlich ist, um
das Abblaseventil in die gewünschte Zielposition zu
fahren, ausreichen, um die Prozeßstörung, welche den
Reglerausschlag bewirkt hat, zum Abklingen zu bringen.
Sollte dies nicht der Fall sein, kann es zu einem
erneuten Eingreifen des Reglers in Richtung Ventil
öffnung kommen. Dieses führt dann dazu, daß das Ventil
erneut eine heftige Öffnungsbewegung ausführt und sich
der zuvor beschriebene Vorgang nochmals wiederholt.
In den meisten Fällen ist die Störung nach einigen
Reglerausschlägen abgeklungen. Als Freiheitsgrad steht
hier der frei einstellbare Gradient in Schließrichtung
des Ventils zur Verfügung, der derart gewählt werden
kann, daß diese Forderung erfüllt wird.
Bei zu hoch eingestellter Proportionalverstärkung und
falsch gewähltem Gradienten kann dies dazu führen, daß
ein Abgleich unterbleibt und sich der beschriebene
Vorgang periodisch wiederholt. Ohne die erfindungs
gemäße Erweiterung führt ein solcher Vorgang zu sehr
heftigen Dauerschwingungen von z. B. 1-3 Sek.
Periodendauer und großer Amplitude. Wird mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren z. B. eine Schließzeit von
10 Min. gewählt, und das Abblaseventil führt während
des instabilen Vorgangs einen Hub von 10% durch, dann
bedeutet dies, daß die Periodendauer auf 1 Min.
vergrößert wird. Eine solche Instabilität, die zudem
noch sägezahnförmig abläuft, ist prozeßtechnisch
wesentlich eher akzeptabel als eine 1-3 Sekunden
schwingung mit deutlich größeren Ventilausschlägen.
Der Hauptvorteil der Erfindung liegt darin, daß
deutlich größere Proportionalverstärkungen wählbar
sind. Dadurch greift der Pumpgrenzregler bei einer
Prozeßstörung deutlich kräftiger ein und schützt den
Kompressor wesentlich besser vor Pumpen.
Den Stellgrößenbegrenzer hat man sich als Funktions
block vorzustellen, dessen Ausgang im stationären
Betriebsfall stets gleich seinem Eingang ist. Dies gilt
auch für dynamische Vorgänge in Richtung Ventilöffnung.
Stellbefehle in Schließrichtung werden ebenfalls unbe
einflußt vom Eingang auf den Ausgang durchgeschaltet,
solange der Gradient für die Stellgrößenänderung
kleiner ist als der eingestellte Grenzwert. Erfolgt
diese Änderung des Einganges mit einem steileren
Gradienten, ändert sich die Ausgangsgröße mit dem als
Parameter eingestellten Gradienten solange, bis der
Gradient des Eingangs kleiner ist als die eingestellte
Grenze.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der
Gradient umschaltbar gemacht werden. Dies wird
erforderlich, wenn in einem größeren Abstand des
Arbeitspunktes von der Pumpgrenze eine schnellere
Schließgeschwindigkeit zugelassen wird und in der Nähe
der Pumpgrenze auf eine langsamere Geschwindigkeit
umgeschaltet wird. Dieser Fall tritt ein, wenn sich der
Arbeitspunkt beispielsweise mehr als 20% entfernt von
der Abblaselinie befindet, dann kann das Ventil mit
einer Stellzeit von z. B. 20 Sekunden oder sogar
1 Sekunde für den gesamten Hub schließen; nähert sich
der Arbeitspunkt jedoch dichter der Abblaselinie und
unterschreitet die 20-%-Grenze, dann wird beispiels
weise auf eine Stellzeit von 5 Min. für den gesamten
Hub umgeschaltet.
Erfindungsgemäß sind auch mehrere Schaltstufen möglich
oder es kann auch ein stetig veränderbarer Grenzwert
für den Gradienten gewählt werden, der eine Funktion
von der Regeldifferenz, dem Abstand zwischen Arbeits
punkt und Abblaselinie, ist.
Die Erfindung wird anhand von schematischen
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Schaltschema zur Vermeidung von
Reglerinstabilitäten,
Fig. 2 ein Schaltbild des elektronischen
Gradientenbegrenzers.
Entsprechend Fig. 1 ist der Turboverdichter (1) ansaug
seitig mit einer Ansaugleitung (10) verbunden. Abgabe
seitig ist der Turboverdichter (1) mit einer Abgaselei
tung (11) verbunden, die über eine Rückschlagklappe
(12) das von dem Turboverdichter (1) verdichtete Medium
zu einem nachgeschalteten Prozeß leitet. Vor der Rück
schlagklappe (12) zweigt von der Abgabeleitung (11)
eine Abblaseleitung (20) ab, in welche ein Abblase
ventil (2) mit Schalldämpfer (3) mit einer
pneumatischen oder hydraulischen Betätigungseinrichtung
(21) eingeschaltet ist, die mit einer Steuerleitung
(22) verbunden ist.
Ansaugseitig wird mittels eines mit der Ansaugleitung
(10) verbundenen Durchflußmessers (31) der zum
Verdichter (1) strömende Durchfluß des zu verdichtenden
Mediums erfaßt. Mittels eines mit der Abgabeleitung
(11) verbundenen Druckmessers (32) ist der Verdichter
enddruck erfaßbar. Dem Druckmesser (32) ist ein Funk
tionsgeber (33) nachgeschaltet, der anhand von gespei
cherten Daten den jeweils einem bestimmten Druck zuge
ordneten, gerade noch zulässigen Minimaldurchflußwert
für den Verdichter (1) ausgibt. Der vom Durchflußmesser
(31) aktuell gemessene Durchfluß-Istwert und der vom
Funktionsgeber (32) ausgegebene Durchfluß-Sollwert
werden einem Subtrahierer (34) zugeführt, in welchem
die Differenz aus diesen durch Subtrahieren des Ist
wertes vom Sollwert gebildet wird.
Der in dem Subtrahierer (34) erzeugte Regelparameter
wird auf einen Pumpgrenzregler (41) gegeben, der dem
Subtrahierer (34) nachgeschaltet ist.
Der Pumpgrenzregler (41) sorgt für eine kontinuierliche
Regelung, d. h. eine exakte Verstellung des
Abblaseventiles (2) in Abhängigkeit von der Lage des
Arbeitspunktes im Kennfeld. Hierzu wirkt der Ausgang
des Pumpgrenzreglers (41) über einem Gradientenbe
grenzer (50) und über eine Steuerleitung (22) auf die
Betätigungseinrichtung (21) des Abblaseventiles (2).
Von der Betätigungseinrichtung (21) mit einem
Stellungsregler führt eine Druckmedienversorgung (23)
zu einer nicht eigens dargestellten Kolben-Zylinder-Einheit
oder Membran-Einheit für die Erzeugung der
Kraft für die Verstellbewegung des Abblaseventiles (2)
in Schließ- und Öffnungsrichtung. Die Kraft für die
Verstellbewegung des Abblaseventiles (2) in Öffnungs
richtung wird aus Sicherheitsgründen allgemein mittels
eines Kraftspeicherelementes, z. B. einer gespannten
Feder erzeugt, um bei Ausfall der Regelung ein
selbsttätiges Öffnen des Abblaseventiles (2)
sicherzustellen.
Der Ausgang der Steuerleitung (22) wirkt auf eine pneu
matische bzw. hydraulische Betätigungseinrichtung (21).
Hierdurch wird das Abblaseventil (2) bei einer Prozeß
störung durch Absenken des Steuersignals in Öffnungs
richtung verstellt, bis der Verdichter-Arbeitspunkt in
den sicheren Kennfeldbereich wieder zurückgesetzt wird
mit nur von der konstruktiven Gestaltung von Ventil (2)
und Antrieb (21) abhängigen Stellgeschwindigkeit.
Sollte der Pumpgrenzregler (41) dabei zu heftig
reagieren und das Abblaseventil (2) zu weit geöffnet
haben, steigt das Ausgangssignal des Pumpgrenzreglers
(41) wieder an. Der Gradientenbegrenzer (50) begrenzt
den Anstieg des Steuersignals (22) auf den
eingestellten Grenzwert und bewirkt damit eine zeit
verzögerte Schließung des Abblaseventiles (2) aus der
zuletzt erreichten Stellung.
Um zu verhindern, daß das Ausgangssignal des Pumpgrenz
reglers (41) bei einem Eingriff des Gradientenbegren
zers (50) der Stellung des Ventils (2) unzulässig
vorauseilt, wird die Stellung des Ventiles (2) über die
Rückführleitung (60) an den Pumpgrenzregler (41)
zurückgeführt. Der Pumpgrenzregler (41) begrenzt
nunmehr intern seine Ausgangsgröße durch Nachführen auf
die Ventilstellung. Bei fehlender Positionsmessung am
Ventil (2) kann auch das Steuersignal (22) auf den
Pumpgrenzregler (41) rückgeführt werden.
Der erfindungsgemäße, elektronische Gradientenbegrenzer
(50) ist im Detail in Fig. 2 dargestellt. Er besteht
aus dem Signaleingangsbaustein, einem Gain
(Verstärkungsfaktor) (51), einem Begrenzer (52) sowie
einem Integrierer (53). Von der Steuerleitung (22)
zweigt nach dem Integrierer (53) eine
Rückkoppelungsleitung (54) ab, die direkt mit dem
Gain (51) verbunden ist. Die Grenzwerte für die
Gradienten werden als oberer und unterer Grenzwert des
Begrenzers (52) eingestellt.
Für den Gradientenbegrenzer (50) und den Pumpgrenz
regler (41) können vorteilhaft an sich bekannte Kom
ponenten verwendet werden, so daß die Durchführung des
Verfahrens und die Herstellung einer hierfür geeigneten
Vorrichtung vergleichsweise einfach und kostengünstig
sind.
Bezugszeichenliste
1 Turboverdichter
2 Abblaseventil
3 Schalldämpfer
10 Ansaugleitung
11 Abgabeleitung
12 Rückschlagklappe
20 Abblaseleitung
21 pneumatische/hydraulische Betätigungseinrichtung
22 Steuerleitung
23 Druckmedienleitung
31 Durchflußmesser
32 Druckmesser
33 Funktionsgeber (Durchfluß-Sollwert)
34 Subtrahierer
41 Pumpgrenzregler
50 Gradientenbegrenzer
51 Gain bzw. Verstärkungsfaktor
52 Begrenzer
53 Integrierer
54 Rückkoppelung
60 Rückführung der Ventilposition
2 Abblaseventil
3 Schalldämpfer
10 Ansaugleitung
11 Abgabeleitung
12 Rückschlagklappe
20 Abblaseleitung
21 pneumatische/hydraulische Betätigungseinrichtung
22 Steuerleitung
23 Druckmedienleitung
31 Durchflußmesser
32 Druckmesser
33 Funktionsgeber (Durchfluß-Sollwert)
34 Subtrahierer
41 Pumpgrenzregler
50 Gradientenbegrenzer
51 Gain bzw. Verstärkungsfaktor
52 Begrenzer
53 Integrierer
54 Rückkoppelung
60 Rückführung der Ventilposition
Claims (11)
1. Verfahren zur Vermeidung von Reglerinstabilitäten
bei Pumpgrenzregelungen beim Betrieb von
Strömungsmaschinen mit Reglern hoher
Proportialverstärkung mittels Abblasens über ein
Abblaseventil, wobei aus Meßwerten zumindest für
den Verdichterdurchfluß und Verdichterenddruck der
Arbeitspunkt des Verdichters bestimmt wird sowie
aus den durch die Abblaselinie vorgegebenen bzw.
vorgebbaren Sollwerten für den Verdichterdurchfluß
ein Regelparameter bestimmt wird, anhand dessen
durch einen Pumpgrenzregler eine sofortige Öffnung
des Abblaseventiles mittels einer pneumatischen
oder hydraulischen Betätigungseinrichtung über ein
Druckmedium erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine elektronische Begrenzung der Schließge schwindigkeit des Abblaseventiles (2) durch einen asymmetrisch aufgebauten Gradientenbegrenzer (50) vorgenommen wird,
wobei in Öffnungsrichtung des Abblaseventiles (2) keine zeitliche Begrenzung wirksam ist, in Schließrichtung jedoch eine frei parametrierbare zeitliche Begrenzung des Schließvorganges des Abblaseventiles (2) vorgesehen ist.
daß eine elektronische Begrenzung der Schließge schwindigkeit des Abblaseventiles (2) durch einen asymmetrisch aufgebauten Gradientenbegrenzer (50) vorgenommen wird,
wobei in Öffnungsrichtung des Abblaseventiles (2) keine zeitliche Begrenzung wirksam ist, in Schließrichtung jedoch eine frei parametrierbare zeitliche Begrenzung des Schließvorganges des Abblaseventiles (2) vorgesehen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen umschaltbaren Gradientenbegrenzer
(50) bei sich vergrößerndem Abstand des
Arbeitspunktes von der Abblaselinie eine größere
Schließgeschwindigkeit des Abblaseventils (2)
zugelassen wird als in der Nähe der Abblaselinie.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen Gradientenbegrenzer (50) mit
mehreren Schaltstufen die Schließgeschwindigkeit
bei Annäherung des Arbeitspunktes an die Abblase
linie schrittweise reduziert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen stetig veränderbaren Grenzwert des
Gradienten bei Annäherung des Arbeitspunktes an die
Abblaselinie die Schließgeschwindigkeit des
Abblaseventiles (2) stetig reduziert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellung des Abblaseventiles (2) auf den
Pumpgrenzregler (41) rückgekoppelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Signal der Steuerleitung (22) auf den
Pumpgrenzregler (41) rückgekoppelt wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 bis 6,
wobei die Vorrichtung einen Pumpgrenzregler (41)
für eine Verstellung eines Abblaseventiles (2) über
ein Druckmedium mittels einer pneumatischen oder
hydraulischen Betätigungseinrichtung mit einem
Stellungsregler mit einer Kolben-Zylinder-Einheit
bzw. einer Membran-Zylinder-Einheit sowie mit einer
Steuerungsleitung für eine bedarfsweise Betätigung
des Abblaseventiles in Öffnungs- bzw. Schließ
richtung aufweist, und zwischen Pumpgrenzregler
(41) und Steuerleitung (22) ein elektronischer
Gradientenbegrenzer (50) zwischengeschaltet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gradientenbegrenzer (50) aus einem Gain
(Verstärkungsfaktor) (51), Begrenzer (52) und
Integrierer (53) besteht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Integrierer (53) eine Rückkoppelung
(54) zu dem Gain (51) abzweigt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der pneumatischen/hydraulischen
Betätigungseinrichtung (21) des Abblaseventiles (2)
und dem Pumpgrenzregler (41) eine Rückführleitung
(60) für Anzeige der Ventilposition angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerleitung (22) über die pneumatische/hydraulische Betätigungseinrichtung (21) mit der
Rückführleitung (60) gekoppelt ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19528253A DE19528253C2 (de) | 1995-08-01 | 1995-08-01 | Verfahren und Vorrichtung zur Vermeidung von Reglerinstabilitäten bei Pumpgrenzregelungen beim Betrieb von Strömungsmaschinen mit Reglern hoher Prportionalverstärkung |
| DE59607984T DE59607984D1 (de) | 1995-08-01 | 1996-06-25 | Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben von Strömungsmaschinen mit Reglern mit hoher Propertionalverstärkung |
| EP96110205A EP0757180B1 (de) | 1995-08-01 | 1996-06-25 | Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben von Strömungsmaschinen mit Reglern mit hoher Propertionalverstärkung |
| US08/681,919 US5765991A (en) | 1995-08-01 | 1996-07-29 | Process and device for operating dynamic-type compressors with regulators with high proportional amplification |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19528253A1 DE19528253A1 (de) | 1997-02-13 |
| DE19528253C2 true DE19528253C2 (de) | 1997-10-16 |
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|---|---|---|---|
| DE19528253A Expired - Fee Related DE19528253C2 (de) | 1995-08-01 | 1995-08-01 | Verfahren und Vorrichtung zur Vermeidung von Reglerinstabilitäten bei Pumpgrenzregelungen beim Betrieb von Strömungsmaschinen mit Reglern hoher Prportionalverstärkung |
| DE59607984T Expired - Lifetime DE59607984D1 (de) | 1995-08-01 | 1996-06-25 | Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben von Strömungsmaschinen mit Reglern mit hoher Propertionalverstärkung |
Family Applications After (1)
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|---|---|---|---|
| DE59607984T Expired - Lifetime DE59607984D1 (de) | 1995-08-01 | 1996-06-25 | Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben von Strömungsmaschinen mit Reglern mit hoher Propertionalverstärkung |
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| DE (2) | DE19528253C2 (de) |
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