DE19528985A1 - Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln,
insbesondere eine Fritieranlage, mit einem Behandlungsraum mit einem Eintritt und ei
nem Austritt für die Lebensmittel.
In konventionellen Anlagen zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln insbeson
dere Fritieranlagen, verderben beim Betrieb unter Luftatmosphäre aufgrund des Luft
sauerstoffs bei der Behandlung verwendete Fette und Öle relativ schnell, wodurch auch
die Qualität der behandelten Lebensmittel leidet. Um eine Oxidation der Fette und Öle
zu vermeiden, können Dampfpolster ausgenutzt werden, die aufgrund von bei der
thermischen Behandlung der Lebensmittel aus den Lebensmitteln entweichendem
Wasserdampf entstehen und sich oberhalb der Lebensmittel ausbilden. Die Dampfpol
ster decken die Lebensmittel gegenüber der Atmosphäre ab, wodurch der schädigende
Einfluß des Luftsauerstoffs reduziert wird.
In Chemical Abstracts 88: 188481 ist auch schon vorgeschlagen worden, die thermische
Behandlung unter einer CO₂-Atmosphäre durchzuführen.
Eine Inertisierung der Anlage ist z. B. dadurch möglich, daß dem Behandlungsraum so
viel Inertgas zugeführt wird, daß über Öffnungen des Behandlungsraumes überschüssi
ges Inertgas austritt. In diesem Fall kann keine Umgebungsluft mehr in den Behand
lungsraum einströmen. Ein völlig gasdichtes Abschließen des Behandlungsraumes ist
aber nicht möglich, da der Behandlungsraum funktionelle Öffnungen aufweisen muß, z. B.
Eintritts- und Austrittsöffnungen für die zu behandelnden Lebensmittel, die nicht ver
schlossen werden können. Dies bedeutet, daß die Anlage zwar unter Inertgas steht,
wodurch die Produktqualität der Lebensmittel verbessert wird, jedoch hinsichtlich der
Bedienungsfreundlichkeit kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird. Aus der Anla
ge tritt nämlich ständig Abgas nach außen, so daß in kurzer Zeit die Luft in der Anla
genumgebung für die Mitarbeiter nicht mehr zu ertragen ist. Die Augen beginnen zu trä
nen, es kommt zu Augenschwellungen und zu einem Hustenreiz. Die Mitarbeiter klagen
über Übelkeit und Hautreizungen.
Während bei konventionellen Anlagen zum thermischen Garen von Lebensmitteln eine
direkte Absaugung der entstehenden Dämpfe üblich ist, eignet sich eine solche direkte
Absaugung für einen Betrieb unter Schutzgasatmosphäre nicht. Die entstehende
Dampfmenge hängt nämlich von der behandelten Produktmenge ab. Um eine definierte
Gasatmosphäre im Behandlungsraum aufrechterhalten zu können, müßten bei einer di
rekten Absaugung die relevanten Meßdaten ständig ermittelt werden und die Gaszu
fuhrmenge und/oder die Abgasabsaugmenge bei jeder Änderung der Meßdaten sofort
nachgeregelt werden. Dies erfordert einen sehr großen Meß- und Regelaufwand. Bei
Anwendung einer Zwangsabsaugung wirken außerdem auf den Behandlungsraum von
außen aufgeprägte Strömungskräfte, die ein unbeabsichtigtes Einziehen von Gas aus
der Umgebung, z. B. bei Undichtigkeiten oder Unterströmungen an vorgesehenen Öff
nungen, bewirken können. Dadurch können auch die die Lebensmittel abdeckenden
Gas- und/oder Dampfpolster zerstört werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art so auszugestalten, daß auch beim Betrieb mit Inertgas schädliche Aus
wirkungen auf die Umgebung vermieden werden, ohne den Betrieb der Anlage zu ver
komplizieren oder eine Verschlechterung der Qualität der behandelten Lebensmittel in
Kauf nehmen zu müssen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Behandlungsraum zu
mindest nach oben und weitgehend zur Seite von einer luftdichten Hülle umgeben ist,
die Öffnungen für den Eintritt und den Austritt der Lebensmittel aufweist, und daß mit
dem von der Hülle gebildeten Innenraum mindestens eine Abgasabsaugeinrichtung in
Verbindung steht.
Zweckmäßigerweise ist hierzu im Innenraum der Hülle mindestens eine Absaugeinrich
tung vorgesehen, die über mindestens eine Leitung mit einem außerhalb der Hülle an
geordneten Absaugventilator in Verbindung steht.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die
Absaugeinrichtung mindestens in einem solchen Abstand vom Behandlungsraum ange
ordnet, daß keine direkten Absaugkräfte auf den Behandlungsraum wirken.
Die Hülle kann zur Seite funktionelle Öffnungen, z. B. einen schmalen Spalt aufweisen,
um für die Behandlung der Lebensmittel notwendige Luft anzusaugen. Dabei wird der
Innenraum der Hülle unter einem leichten Unterdruck gehalten, so daß Luft eingezogen
wird und kein Abgas über die Öffnungen nach außen tritt.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird erreicht, daß die Luft in der Umgebung der
Anlage nicht durch Abgase beeinträchtigt ist. Andererseits wird durch die besondere Ab
gasabführung gewährleistet, daß die Gas- oder Dampfpolster nicht zerstört werden. Da
durch wird eine hohe Produktqualität der behandelten Lebensmittel sichergestellt.
Um wichtige Anlagenteile von außen kontrollieren zu können weißt die Hülle zweck
mäßigerweise Sichtfenster auf, die in der Nähe von wichtigen Anlagenteilen angeordnet
sind. Um bei Störungen der Anlage eingreifen zu können, ist es ferner zweckmäßig, daß
die Hülle eine luftdicht abschließbare Tür aufweist.
Besonders bevorzugt sind unmittelbar vor den Öffnungen für den Eintritt und den Aus
tritt für die Lebensmittel innerhalb der Hülle Absaugeinrichtungen vorgesehen. Auf diese
Weise wird verhindert, daß Abgas über diese Austritts- und Eintrittsöffnungen ins Freie
gelangt.
Zweckmäßigerweise sind die Absaugeinrichtungen als Absaughauben ausgebildet, die
oberhalb des Behandlungsraumes und unmittelbar vor den Öffnungen für den Eintritt
und den Austritt für die Lebensmittel angeordnet sind. Dadurch wird ein gleichmäßiger
Abgasabzug erreicht, ohne daß zu starke Absaugkräfte auf den Behandlungsraum wir
ken und Abgas über Eintritts- und Austrittsöffnungen ins Freie gelangt.
In der Praxis kann die Hülle als Vollkapsel in Form eines baulich abgetrennten Raumes
ausgebildet sein. Bei beengten Platzverhältnissen reicht es auch aus, die Hülle als Teil
kapsel in Form einer Haube auszubilden, die über den Behandlungsraum gestülpt ist.
Die Einrichtung läßt sich auf einfache Weise auch bei Altanlagen nachrüsten. Außer
dem kann vorhandene Baumasse für die Kapselung genutzt werden. Bestehende Ab
luftabsaugungsanlagen können bei geringfügigen Änderungen wiederverwendet wer
den. Ferner können vorhandene Abluftreinigungsanlagen weitergenutzt und außerhalb
der Hülle installiert werden.
Beim Betrieb der Vorrichtung wird innerhalb der Hülle ein Unterdruck eingestellt, der
ausreicht, um ausreichende Mengen an Umgebungsluft über funktionelle Öffnungen in
der Seitenwand der Hülle, über Schlitze am unteren Rand der Hülle oder von unten in
den von der Hülle gebildeten Innenraum einzusaugen. Dabei wird vorzugsweise ein sol
cher Unterdruck eingestellt, daß die eingesaugte Menge an Umgebungsluft gerade der
für die Behandlung der Lebensmittel notwendigen Menge entspricht.
Zweckmäßigerweise wird der Unterdruck durch entsprechende Steuerung der Abgas
absaugeinrichtung eingestellt. Dabei wird die Abgasabsaugeinrichtung so betrieben,
daß das abgezogene Abgasvolumen größer ist als die innerhalb der Hülle gebildete
Abgasmenge, so daß Umgebungsluft von außerhalb der Hülle eingezogen wird. Die
innerhalb der Hülle gebildete Abgasmenge setzt sich aus der bei der Behandlung der
Lebensmittel entstehenden Dampfmenge und eventuell zugesetzter Inertgasmenge
zusammen.
Im folgenden soll die Erfindung anhand von in den Figuren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Fritieranlage mit Vollkapselung
Fig. 2 eine Fritieranlage mit Teilkapselung.
Das vorliegende Ausführungsbeispiel betrifft eine kommerzielle Fritieranlage zum Fritie
ren von Lebensmitteln. Die Fritieranlage besteht aus einem Behandlungsraum 1, in dem
sich die zu fritierenden Lebensmittel und das Fritierfett befinden. Die Lebensmittel und
das Fritierfett werden von einem Gaspolster aus Stickstoff abgedeckt. Dadurch wird
eine Oxidation des Fritierfetts durch Luftsauerstoff verhindert. An den beiden längsseiti
gen Enden des Behandlungsraumes 1 befinden sich Eintritt 2 und Austritt 3 für die Le
bensmittel. Der Behandlungsraum 1 ist durch eine Hülle 4 allseitig umgeben. Bei der
Hülle 4 handelt es sich um eine gasdichte Kapsel. In der Hülle 4 sind Öffnungen 5 und 6
für den Eintritt und den Austritt der Lebensmittel vorgesehen. In Nähe dieser Öffnungen
5 und 6 und oberhalb des Behandlungsraumes 1 sind jeweils Abgasabzugshauben 7, 8
und 9 angeordnet, die über ein Rohrsystem 10 mit einem Hauptrohr 11 verbunden sind.
Das Hauptrohr 11 ist durch die Hülle 4 hindurch nach außen geführt und steht mit einem
in der Figur nicht dargestellten Absaugventilator außerhalb der Hülle 4 in Verbindung.
Die Abgasabzugshaube 8 ist in einem solchen Abstand oberhalb des Behandlungsrau
mes 1 angeordnet, daß keine direkten Absaugkräfte auf den Behandlungsraum wirken.
Dadurch wird sichergestellt, daß die über den Lebensmitteln befindlichen Gas- oder
Dampfpolster nicht zerstört werden.
In Fig. 2 ist ein Halbschnitt durch eine Fritieranlage mit Teilkapselung gezeigt. Der Be
handlungsraum 1 ist nach oben und zur Seite von einer Hülle 4 umgeben. Im oberen
Teil der Figur ist die Abgasabsaugung 11 dargestellt. Die Abgasabsaugung 11 ist mit
einem in der Figur nicht dargestellten außerhalb der Hülle 4 angeordneten Ventilator
verbunden.
Claims (10)
1. Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln, insbesondere Fritier
anlage, mit einem Behandlungsraum mit einem Eintritt und einem Austritt für die
Lebensmittel, dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Behandlungsraum zumindest nach oben und weitgehend zur Seite von einer luftdichten Hülle umgeben ist, die Öffnungen für den Eintritt und den Aus tritt der Lebensmittel aufweist, und
- - daß mit dem von der Hülle gebildeten Innenraum mindestens eine Abgas absaugeinrichtung in Verbindung steht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Innenraum der
Hülle mindestens eine Absaugeinrichtung vorgesehen ist, die über mindestens eine
Leitung mit einem außerhalb der Hülle angeordneten Absaugventilator in Verbin
dung steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle Sicht
fenster aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülle eine luftdicht abschließbare Tür aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß un
mittelbar vor den Öffnungen für den Eintrift und den Austritt für die Lebensmittel in
nerhalb der Hülle Absaugeinrichtungen vorgesehen sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Absaugeinrichtungen als Absaughauben ausgebildet sind, die oberhalb des Be
handlungsraumes und unmittelbar vor den Öffnungen für den Eintritt und den Aus
tritt für die Lebensmittel innerhalb der Hülle angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülle als Vollkapsel in Form eines baulich abgetrennten Raumes ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülle als Teilkapsel in Form einer Haube ausgebildet ist, die über den Behand
lungsraum gestülpt ist.
9. Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß in dem von der Hülle gebildeten Innenraum ein Unterdruck
eingestellt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abgasabsaugeinrichtung so betrieben wird, daß das abgezogene Abgasvolumen
größer ist als die innerhalb der Hülle gebildete Abgasmenge, so daß Umgebungs
luft von außerhalb der Hülle eingezogen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995128985 DE19528985A1 (de) | 1995-08-07 | 1995-08-07 | Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln |
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| DE1995128985 DE19528985A1 (de) | 1995-08-07 | 1995-08-07 | Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19528985A1 true DE19528985A1 (de) | 1997-02-13 |
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Family Applications (1)
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| DE1995128985 Withdrawn DE19528985A1 (de) | 1995-08-07 | 1995-08-07 | Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Lebensmitteln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19528985A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102009014737A1 (de) * | 2009-03-25 | 2010-10-07 | Mars, Incorporated | Verfahren und Vorichtung zum Frittieren von Nahrungsmitteln |
| US10006714B2 (en) | 2007-08-07 | 2018-06-26 | Mars, Incorporated | Apparatus for drying a material |
-
1995
- 1995-08-07 DE DE1995128985 patent/DE19528985A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
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| US10006714B2 (en) | 2007-08-07 | 2018-06-26 | Mars, Incorporated | Apparatus for drying a material |
| US10113794B2 (en) | 2007-08-07 | 2018-10-30 | Mars, Incorporated | Method for drying a material |
| DE102009014737A1 (de) * | 2009-03-25 | 2010-10-07 | Mars, Incorporated | Verfahren und Vorichtung zum Frittieren von Nahrungsmitteln |
| US8741368B2 (en) | 2009-03-25 | 2014-06-03 | Mars, Inc. | Method and apparatus for deep-frying foods |
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