DE19529366C2 - Vorrichtung zur Farbtonkorrektur bei von einer Videokamera aufgenommenen Farbbildern - Google Patents
Vorrichtung zur Farbtonkorrektur bei von einer Videokamera aufgenommenen FarbbildernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Farbartkorrektur bei von
einer Videokamera, insbesondere einer Endoskopkamera, aufgenom
menen Farbbildern gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
In der Vergangenheit war das primäre Einsatzgebiet der Endoskopie
die Diagnostik. Bei der Diagnostik betrachtet der Arzt das zu unter
suchende Hohlorgan mit bloßem Auge. Das Auge besitzt eine hohe
Helligkeits- und Farbdynamik, was zur Folge hat, daß die erreich
bare Abbildungsqualität bezüglich Auflösung und Farbdarstellung
nahezu nur von dem verwendeten Endoskop abhängig ist.
In der Chirurgie werden jedoch andere Anforderungen an ein endo
skopisches System gestellt als bei der Diagnostik. Bei einem chir
urgischen Eingriff muß dem gesamten Operationsteam das Bild des
Operationsfeldes zur Verfügung stehen, da mehrere Personen den
chirurgischen Eingriff in Zusammenarbeit durchführen.
Es reicht deshalb nicht aus, das Operationsfeld mit bloßem Auge
durch ein Endoskop zu betrachten. Deshalb wird am proximalen
Ende des Endoskops eine Videokamera aufgesetzt, oder es kommt ein
Videoendoskop mit distal angeordnetem CCD Sensor zum Einsatz, so
daß das Operationsfeld auf einem Monitor dargestellt werden kann.
Mit dem Einsatz von CCD Kameras ergaben sich aber auch einige
Probleme, da ein CCD Sensor nicht die Dynamik, die Empfindlich
keit und die spektralen Eigenschaften des Auges besitzt. Dies ist
besonders in bezug auf die Farbdarstellung von Bedeutung. Man muß
also eine Möglichkeit suchen, die Farbdarstellung unter dem Ge
sichtspunkt der auftretenden Farbschwankungen in einem endoskopi
schen System zu optimieren.
Bei der endoskopischen Untersuchung eines Hohlorgans des Körpers
wird das Endoskop in die zu untersuchende Körperhöhle bzw. das
Hohlorgan eingeführt. Beleuchtungslicht gelangt über Lichtleitfasern
im Endoskop in die Körperhöhle, wo es das Hohlorgan beleuchtet.
Um eine unverfälschte Farbwiedergabe zu erreichen, sollte das Be
leuchtungslicht nicht durch das Hohlorgan spektral beeinflußt wer
den. Genau dies passiert jedoch je nach der Art des Hohlorgans. Ein
Teil des Beleuchtungslichtes dringt z. B. in die im Hohlorgan befind
liche Schleimhaut, welche wie ein Absorptionsfilter wirkt, ein.
Dadurch wirkt die Schleimhaut ihrerseits als eine spektral schmalban
dige Beleuchtungsquelle, da das eingedrungene Beleuchtungslicht
gefiltert wieder an der Oberfläche der Schleimhaut abgestrahlt wird
und das zu betrachtende Objekt seinerseits mit rotem Licht beleuch
tet.
Je nach untersuchtem Hohlorgan unterscheidet sich dieses Lichtab
sorptionsverhalten. So spielt das Lichtabsorptionsverhalten im Ge
lenkbereich keine Rolle, während es z. B. im Magen, wo stark durch
blutete Schleimhäute vorzufinden sind, zu einer Farbverschiebung in
Richtung Rot kommt. Die Stärke der Rotverschiebung hängt bei
einem gegebenen Organ vom Betrachtungsabstand und dem Betrach
tungs- und Ausleuchtwinkel des Endoskops ab. Je kürzer der Be
trachtungsabstand ist bzw. je näher das Endoskop sich an der
Schleimhaut befindet, desto stärker wird die Schleimhaut durchleuch
tet, was zu einer stärkeren Rotverschiebung führt.
Die US-Patentschrift 5 111 281 beschreibt eine Farbkorrekturvor
richtung für ein Videoendoskop, die Mittel zur Erfassung einer
Farbqualität eines Farbbildsignals und Mittel zur pixelweisen Durch
führung einer dynamischen Farbkorrektur aufweist. Aufgrund der
pixelweise erfolgenden Korrektur ist die bekannte Vorrichtung nicht
in der Lage, zwischen punktuell auftretenden starken Farben, ins
besondere Rot, und Farberhöhungen, die das ganze Bild betreffen, zu
unterscheiden, was zur Folge hat, daß die bekannte Vorrichtung auch
punktuell auftretende Farberhöhungen korrigiert und damit eine
schlechte Farbdifferenzierung hat.
Das US-Patent 4 951 134 zeigt eine Vorrichtung, bei der bei Ver
stellung des Farbtons automatisch auch die Sättigung und somit die
Farbart korrigiert werden. Bei dieser für eine Endoskopvideokamera
vorgesehene Vorrichtung werden mit Hilfe einer Eingabetastatur
eingegebene Korrekturwerte für die Farben Blau und Rot zunächst in
digitale Größen umgesetzt und in einem Mikroprozessor zu Korrek
turgrößen verarbeitet, und die ausgegebenen digitalen Korrekturgrö
ßen, die mittels eines Digital-Analog-Wandlers in Analogwerte umge
setzt werden, werden in Form dieser Analogwerte zur Korrektur der
Farbsignale R und B der Videokamera verwendet. Außerdem ist am
Monitor eine Anzeige vorgesehen, die Inhalte der Farbartkorrektur
quantitativ z. B. in Form von Ziffern anzeigt.
Bei der aus der DE 41 06 305 A1 bekannten Vorrichtung wird zur
Farbartkorrektur ein Koordinatensystem verwendet, in dem die Far
ben durch Sättigung, Farbton und Helligkeit festgelegt werden. Die
Korrektur wird dann so vorgenommen, daß bei einer Korrektur der
Sättigung der Farbton nicht verfälscht wird und eine Farbtonkorrek
tur nicht zu einer Sättigungsänderung derjenigen Farben führt, die
nicht dem ausgewählten Farbton entsprechen. Im übrigen findet bei
dieser Vorrichtung kein Weißabgleich statt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einem Anwender der mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgestatteten Videokamera eine
Farbartkorrektur des Videobildes einfach und vollständig frei, d. h.
insbesondere unabhängig von der verwendeten Lichtquelle, zu er
möglichen. Insbesondere soll die Vorrichtung für eine Farbartkorrek
tur eines mit einer Videokamera ausgestatteten Endoskops und so
wohl für die Verwendung einer analogen als auch einer digitalen
Videokamera geeignet sein.
Eine die obige Aufgabe lösende Vorrichtung ist im Patentanspruch 1
angegebenen. Die Ansprüche 2 bis 7 betreffen vorteilhafte Ausfüh
rungsformen dieser Vorrichtung.
Die Schaltfläche ist in bevorzugter Ausführungsform als dreieckige
Flächen-PAD-Tastatur mit FSR-Sensoren (Force Sensing Resistors)
ausgeführt, und die Eckpunkte der Dreiecksfläche sind jeweils den
Farbtönen ROT, GRÜN, BLAU zugeordnet.
Die Videokamera weist Mittel zur wahlweisen Durchführung eines
automatischen Weißabgleichs auf, und die Steuereinrichtung ordnet
nach einem ausgeführten Weißabgleich und vor der Ausführung einer
Farbartkorrektur den Weißpunkt der Flächenmitte als Nullpunkt der
dreieckförmigen Schaltfläche zu. Das heißt, daß sich der Weißpunkt
nach erfolgtem automatischen Weißabgleich virtuell in der Mitte der
Schaltfläche befindet. Dieser Flächenmittelpunkt kann eine dem
Weißpunkt zugeordnete Markierung, z. B. eine leicht erhöhte Prägung
und/oder einen weißen Punkt, aufweisen. Die oben erwähnten han
delsüblichen Flächen-PAD-Tastaturen haben für den vorgesehenen
Einsatzfall den besonderen Vorteil, daß sie absolut wasserdicht aus
geführt sein können und daher aus hygienischen Gründen für den
Einsatz bei den Endoskopvideokameras besonders geeignet sind.
Durch Verfahren beispielsweise mit dem Finger auf und innerhalb
der Schaltfläche kann der Bediener der Videokamera die von ihm
gewünschten Farbartwerte im Farbraum individuell und nach erfolg
tem Weißabgleich unabhängig von der Farbtemperatur des aufgenom
menen Objekts einstellen.
Wenn die Videokamera digital ausgeführt ist, weist die Steuereinrich
tung der erfindungsgemäßen Vorrichtung einen Mikroprozessor auf.
Dann kann eine Funktion der Farbkorrekturwerte für jede Farbe, d. h.
die Abhängigkeit der von der Steuereinrichtung bewirkten Farb
korrektur von dem jeweils auf der Flächen-PAD-Tastatur mit dem
Finger oder dergleichen berührten Ort, vom Mikroprozessor durch
Berechnung und/oder durch Auslesen von vorgegebenen, in einem
Speichermedium gespeicherten Funktionswerten ermittelt werden.
In einer Variante kann der Korrekturwert bei Ausführung der Farb
artkorrektur linear von dem Abstand vom jeweiligen der entsprechen
den Farbe zugeordneten Punkt der Flächen-PAD-Tastatur abhängen.
Statt der linearen Abhängigkeit läßt sich jedoch auch eine andere
Funktion, z. B. eine logarithmische Abhängigkeit, erzielen.
Die voranstehend geschilderten Merkmale und Vorteile sowie weitere
Merkmale werden in der nachfolgenden Beschreibung eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es
zeigt:
Fig. 1 einen Farbraum einer Farbvideokamera vor und
nach dem automatischen Weißabgleich,
Fig. 2 die Zuordnung eines Farbraums einer Farbvideo
kamera nach erfolgtem Weißabgleich zu der drei
eckförmigen Flächen-PAD-Tastatur zusammen mit
einem teilkugelförmigen Farbvariationsraum,
Fig. 3A, 3B und 3C drei Varianten einer zur Eingabe der Farbartkor
rektur verwendeten Flächen-PAD-Tastatur,
Fig. 4 das Blockschaltbild einer Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Farbartkor
rektur,
Fig. 5 eine als Bedienfläche der Vorrichtung ausgebilde
te Frontplatte und
Fig. 6 ein Flußdiagramm eines Steuerablaufs mit und
ohne automatischem Weißabgleich.
Zur Erläuterung des Prinzips der Farbartkorrektur ist in Fig. 1
gestrichelt ein rechtwinkliges Koordinatensystem dargestellt, dessen
Ursprung mit W'(WEISS') und dessen Achsen mit R'(ROT'),
G'(GRÜN') und B'(BLAU') bezeichnet sind. Der Ursprung
W'(WEISS) dieses Kamera-Farbraums a' liegt nicht im Ursprung des
Norm-Farbraums. Fig. 1 zeigt ferner einen Norm-Farbraum a'' nach
einem automatischen Weißabgleich der Videokamera, dessen durch
ausgezogene Linien dargestellte Koordinatenachsen mit R''(ROT''),
G''(GRÜN''), B''(BLAU'') bezeichnet sind. Durch diesen Weiß
abgleich wird der Ursprung des Kamera-Farbraums in den Ursprung
W'' des Norm-Farbraums verlegt. Das mit einer Doppellinie darge
stellte Dreieck einer mit der Bezugszahl 1 bezeichneten
Flächen-PAD-Tastatur, die als Eingabemedium zur Farbartkorrektur dient, ist
mit ihren Eckzonen, die mit r, g und b bezeichnet sind, jeweils der
ROT-Farbartkorrektur, der GRÜN-Farbartkorrektur und der
BLAU-Farbartkorrektur zugeordnet und mit entsprechenden Farbmarkie
rungen versehen. Wie Fig. 1 zeigt, liegt der Ursprung W'' des
Norm-Farbraums nach erfolgtem Weißabgleich in der Flächenmitte
der dreieckigen Flächen-PAD-Tastatur 1 (Nullpunkt).
Auch Fig. 2 stellt den Kamera-Farbraum mit den Achsen R'(ROT'),
G'(GRÜN)' und B'(BLAU)' und den Norm-Farbraum mit den Koor
dinatenachsen R''(ROT''), G''(GRÜN''), und B''(BLAU'') dar,
dessen Ursprung W'' durch den Weißabgleich virtuell in den Flä
chenmittelpunkt der Flächen-PAD-Tastatur 1 verschoben wird.
Die vorgeschlagene Farbartkorrektur erlaubt eine freie Einstellung
der drei Grundfarben des Videobildes unabhängig von der Farbtem
peratur des aufgenommenen Objekts innerhalb eines um den Ur
sprung liegenden Raumsegments, und zwar idealerweise innerhalb
eines Kugelsegmentvolumens V, das jedoch auch ein Ellipsoidseg
ment sein kann. In Fig. 2 ist schattiert der Idealfall des Kugelseg
ments V um den Weißpunkt W'' dargestellt. Ein Kugel- oder El
lipsoidsegment ergibt sich, weil die Darstellung des Weißpunktes des
Kamerafarbraums keine negativen ROT-, GRÜN-, BLAU- Koordina
tenwerte im Norm-Farbraum annehmen kann.
Die Fig. 3A, 3B und 3C zeigen jeweils eine Variante einer als
Eingabemedium zur Eingabe einer Farbartkorrektur verwendbaren
Flächen-PAD-Tastatur. In Fig. 3A hat diese die Form eines gleich
seitigen Dreiecks, in Fig. 3B Kreisform und in Fig. 3C die Form eines
regelmäßigen Sechsecks. Bei jeder dieser Flächen-PAD-Tastaturen
A, B und C sind drei Punkte an der Peripherie entsprechend den
Grundfarben ROT, GRÜN und BLAU und ein zentraler Punkt ent
sprechend dem Weißpunkt markiert, insbesondere mit einer entspre
chenden Farbmarkierung. Bevorzugt ist der zentrale Weißpunkt in
der Flächen-PAD-Tastatur durch eine Hochprägung der Folie zusätz
lich so markiert, daß der Anwender eine taktile Rückmeldung bzw.
Orientierung erhält.
Die zur Eingabe der Farbartkorrekturwerte verwendete Flächen-PAD-Tastatur
ist in ihrer Grundausführung ein übliches Eingabeelement.
Eine entsprechend der bevorzugten Dreiecksform gestaltete
Flächen-PAD-Tastatur gestattet, wenn sie mit einer geeigneten Auswerteschal
tung versehen ist, die Erfassung der Position einer Fingerspitze oder
dergleichen oder deren Lageverschiebung relativ zu den wie die drei
Farben mit R, G und B bezeichneten Ecken bzw. zum Weißpunkt so,
daß eine Berührung der Flächen-PAD-Tastatur im Weißpunkt W
keine Korrektur bewirkt, eine Berührung der Flächen-PAD-Tastatur
auf der Ecke R eine Verschiebung der Farbart in Richtung der Achse
ROT, eine Berührung der Flächen-PAD-Tastatur 1 auf der Ecke G
eine Verschiebung der Farbart in Richtung der Achse GRÜN und
eine Berührung der Flächen-PAD-Tastatur 1 auf der Ecke B eine
Verschiebung der Farbart in Richtung der Achse BLAU bewirkt.
Eine Berührung der Flächen-PAD-Tastatur, z. B. etwa in der Mitte
zwischen der Ecke R und der Ecke G am Rand der dreieckigen
Flächen-PAD-Tastatur bewirkt eine resultierende Verschiebung des
Farbraums in Richtung einer gedachten 45°-Achse in der
ROT-GRÜN-Ebene, die durch die ROT-GRÜN-Achse aufgespannt ist. In
entsprechender Weise wird mit den Tastaturen gemäß den Fig. 3B
und 3C gearbeitet.
Diese Flächen-PAD-Tastaturen gestatten außer der Auswertung der
Koordinatenlage der Fingerspitze oder dergleichen auch noch eine
Auswertung der aufgebrachten Druckkraft, so daß die Druckkraft
zusätzlich als Maß für eine entsprechende Korrekturgröße herange
zogen werden kann.
Nachstehend werden die Verstellfunktionen f allgemein angegeben,
wobei vorausgesetzt ist, daß lediglich die Position der Fingerspitze
auf der Flächen-PAD-Tastatur 1 als Eingabegröße für die Farbartkor
rektur ausgewertet wird.
Wres = resultierender Weißwert(ROT,GRÜN,BLAU),
Rkorr. = Korrekturwert Rot = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Bkorr. = Korrekturwert Blau = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Gkorr. = Korrekturwert Grün = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Wbas = Basiswert Weiß = f (automat. Weißabgleich),
Wres = Wbas + KORREKTUR(Rkorr., Gkorr., Bkorr.).
Rkorr. = Korrekturwert Rot = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Bkorr. = Korrekturwert Blau = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Gkorr. = Korrekturwert Grün = f (Position des Fingers auf der Schaltfläche),
Wbas = Basiswert Weiß = f (automat. Weißabgleich),
Wres = Wbas + KORREKTUR(Rkorr., Gkorr., Bkorr.).
Die obigen Beziehungen machen deutlich, daß außer bevorzugten
linearen Korrekturfunktionen, d. h. einer im wesentlichen linearen
Abhängigkeit z. B. des Korrekturwerts Rkorr. von der Position des
Fingers auf der Schaltfläche 1, auch eine nichtlineare, z. B. logarith
mische Abhängigkeit verwendet werden kann. Letzteres läßt sich
dadurch durchführen, daß die Steuereinrichtung der erfindungsgemä
ßen Vorrichtung einen Mikroprozessor aufweist, der eine Umrech
nung der Position der Fingerspitze oder dergleichen auf der
Flächen-PAD-Tastatur 1 in den jeweiligen Korrekturwert nach Maßgabe einer
bestimmten Funktion durchführt. Werden dabei die Korrekturfunktio
nen für ROT, GRÜN, BLAU unterschiedlich gewählt, so geschieht
die Verstellung bei der Farbartkorrektur nicht innerhalb des idealen
Kugelvolumens V gemäß Fig. 2.
Fig. 4 stellt in Form eines Blockdiagramms eine prinzipielle Aus
führungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar. Mit 1 ist die
oben beschriebene dreieckförmige, als Flächen-PAD-Schaltfläche
ausgeführte Farbartkorrektur-Eingabetaste bezeichnet, 2 bezeichnet
eine Taste zum automatischen Weißabgleich. Die von der Tastatur 1
und der Taste 2 gelieferten Signale stellen jeweils Farbartkorrektur
werte 4 und Weißabgleichbasiswerte 5 sowie ein Signal 6 zum Rück
setzen der Korrekturwerte dar. Mit 3 ist die Steuereinrichtung be
zeichnet, die eingangsseitig die Farbartkorrekturwerte 4 von der
Farbartkorrekturtaste 1 und die Basiswerte 5 zum Weißabgleich von
der Weißabgleichtaste 2 erhält und diese Werte jeweils in resultie
rende Signale für den automatischen Weißabgleich und resultierende
Farbartkorrekturwerte für ROT-BLAU-GRÜN umrechnet bzw. um
setzt. Die von der Steuereinrichtung 3 ermittelten Farbartkorrektur
werte werden einer Videoelektronik 7 eingegeben, an der ausgangs
seitig ein Videomonitor 8 und eingangsseitig ein Endoskopbildsensor
9 einer Endoskopkamera angeschlossen sind.
Fig. 5 zeigt beispielhaft eine Bedienfläche 10, die sich z. B. an
einer Frontplatte der Videokamera befinden kann und die die Flä
chen-PAD-Tastatur 1, die Taste 2 zum automatischen Weißabgleich
sowie weitere Bedienelemente 17, 18 aufweisen kann. Die Bedien
fläche 10 kann auch an einem Videomonitor 8 angeordnet sein.
Falls die Steuereinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein
vom Monitor 8 abgesetztes, separates Gerät gegebenenfalls zusammen
mit der Videoelektronik 7 ist, weist die Bedienfläche 10 zusätzlich
einen Anschluß 19 für den Bildsensor 9 auf.
Fig. 6 zeigt in Form eines Flußdiagramms eine Prozedur zur Ein
leitung der Farbartkorrektur gemäß der Erfindung. Im Schritt S1
wird die Kamera eingeschaltet. Schritt S2 fragt ab, ob ein automati
scher Weißabgleich AWB ausgeführt wird oder nicht. Da das prinzi
pielle Verfahren zur Durchführung des automatischen Weißabgleichs
bekannt ist, wird es nicht weiter erläutert.
Mit jeder Aktivierung des automatischen Weißabgleichs AWB werden
die zuvor eingegebenen und gespeicherten Farbartkorrekturwerte
gelöscht und auf NULL gesetzt. Wenn der AWB aktiviert wird, wird
der automatische Weißabgleich ausgeführt, und Schritt S3 ordnet den
Nullpunkt W' des Kamera-Farbraums dem Weißpunkt W'' des
Norm-Farbraums und der Flächenmitte des Dreiecks der Flächen-PAD-Tastatur
1 zu. Durch Berühren der Flächen-PAD-Tastatur 1 an einem
gewünschten Punkt wird durch den Schritt S5 eine manuelle Farb
artkorrektur ausgeführt.
Wenn in dem Flußdiagramm nach Fig. 5 kein automatischer Weiß
abgleich ausgeführt wird, bestätigt ein Schritt S4 die alte Einstel
lung. In diesem Fall läßt sich eine Farbartkorrektur durch Berühren
der Flächen-PAD-Tastatur 1 an einer gewünschten Stelle ausführen
(Schritt S5).
Ein wesentliches Merkmal der Erfindung ist die freie Wahl der
Farbartkorrekturwerte unabhängig von der Farbtemperatur des aufge
nommenen Objektes mit Hilfe der Flächen-PAD-Tastatur. Die maxi
mal erreichbaren Farbsättigungswerte, die auf der Oberfläche des
Kugelsegments liegen, werden auf ein für die klinische Anwendung
angepaßtes Maß beschränkt. Im übrigen ist die erfindungsgemäße
Farbartkorrekturvorrichtung sowohl bei einer analog arbeitenden als
auch bei einer digitalen Videokamera verwendbar.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur Farbartkorrektur bei von einer Videokamera,
insbesondere einer Endoskopkamera, aufgenommenen Farbbildern,
wobei die Videokamera einen Wandler (9), der ein aufgenommenes
Bild in ein elektrisches Farbbildsignal umsetzt, und eine Steuerein
richtung (3) aufweist, um wahlweise die Farbart eines an einem
Monitor (8) angezeigten Farbbildes, welches auf dem aufgenommenen
Bild beruht, unabhängig von dem angezeigten Farbbild zu steuern,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (3) Mittel auf
weist, die eine freie Farbartkorrektur des Videobildes unabhängig
von der Farbtemperatur des aufgenommenen Objekts ausführen, daß
die Mittel Eingabemittel (1) in Form einer an der Videokamera
und/oder dem Monitor (8) angebrachten berührungsempfindlichen,
positionsorientierten und im wesentlichen ebenen Schaltfläche auf
weisen, wobei voneinander beabstandete, periphere Punkte der
Schaltfläche jeweils einer der Farben ROT, GRÜN, BLAU zugeord
net sind, und daß die Videokamera Mittel (2) zur wahlweisen Durch
führung eines automatischen Weißabgleichs (AWB) aufweist und die
Steuereinrichtung (3) nach ausgeführtem Weißabgleich und vor der
Ausführung einer Farbartkorrektur den Weißpunkt der Flächenmitte
(Nullpunkt) der Schaltfläche zuordnet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltfläche als dreieckige Flächen-PAD-Tastatur mit FSR-Sensoren
ausgeführt ist und daß die den Farben ROT, GRÜN, BLAU zugeord
neten peripheren Punkte die Eckpunkte des Dreiecks sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Flächenmitte der Schaltfläche (1) eine den
Weißpunkt angebende Markierung aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (3) einen Mikroprozessor
aufweist, in dem eine Funktion der Farbartkorrekturwerte für jede
Farbe, d. h. die Abhängigkeit der von der Steuereinrichtung bewirk
ten Farbartkorrektur von dem jeweils auf der Flächen-PAD-Tastatur
(1) mit dem Finger berühren Ort ermittelt wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Farbartkorrekturfunktionen so vorgesehen sind, daß die Farbartkor
rekturwerte innerhalb eines Kugel- oder Ellipsoidvolumensegmentes
(V) variabel sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß Anzeigemittel mit der Steuereinrichtung
(3) funktionell verbunden sind, um eine einem jeweils eingestellten
Farbartwert entsprechende Anzeige zu erzeugen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Anzeigemittel am Monitor (8) vorgesehen sind.
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