DE196015C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
- C01C1/00—Ammonia; Compounds thereof
- C01C1/02—Preparation, purification or separation of ammonia
- C01C1/10—Separation of ammonia from ammonia liquors, e.g. gas liquors
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Treating Waste Gases (AREA)
- Removal Of Specific Substances (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
.PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 #. GRUPPE
Dr. JULIUS BECKER in FRANKFURTa. M.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Februar 1906 ab.
Bei der Destillation von Gaswasser zur Herstellung von schwefelsaurem Ammoniak oder
hochgradigem Gaswasser entweichen bekanntlich aus dem Sättigungsgefäße Gase, welche
größtenteils aus Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff und Kohlensäure bestehen und
durch ihren üblen Geruch die Umgegend der Ammoniakdestillationsanlage stark belästigen.
Das Verfahren zur Ammoniakdarstellung
ίο wurde früher in der Weise durchgeführt, daß
die Destillationsblasen unmittelbar beheizt, die entstehenden Ammoniakdämpfe in dem Sättigungsgefäße
in Schwefelsäure aufgefangen und der in letzterem sich bildende Schwefelwasserstoff
zusammen mit dem Cyanwasserstoff durch einen Kühler geleitet wurden. Durch die unmittelbare
Beheizung der Blasen geht eine beträchtliche Menge Dampf in die folgenden
Apparate über, welche in dem Kühler niedergeschlagen und mit einem geringen absorbierten
Teil des Schwefelwasserstoffs abgeführt wird,
während der zum größten Teil nicht absorbierte Schwefelwasserstoff mit Cyanwasserstoff in die
Außenluft entweichen konnte und in der Umgegend üblen Geruch verbreitete. Das Schwefelwasserstoff-
und cyanwasserstoffhaltige Niederschlagwasser wurde aufgefangen, mit dem
der erkalteten Destillationsblase entnommenen Kalkschlamm vermischt und dadurch allerdings
der Geruch beseitigt, welcher von diesem Niederschlagwasser ausgeht. ; ■ ■...,:. ,
Die Beseitigung des diesem Teil anhaftenden übelriechenden Geruchs, welche bei dem früher
benutzten nicht kontinuierlichen Betriebe erzielt wird, kommt jedoch bei dem jetzt allgemein
gebräuchlichen kontinuierlichen Betrieb kaum in Frage. Da der kontinuierliche Betrieb
bekanntlich in der Weise durchgeführt wird, daß die aus den Abtreibeapparaten entweichenden
Dämpfe und Gase nach Durchgang durch das Sättigungsgefäß in einen Vorwärmer geleitet
werden, so ist das in die Grube fließende Niederschlagwasser nur sehr gering, während
Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff und Kohlensäure mit Wasserdampf gemischt in
großen Mengen aus dem Vorwärmer in die Außenluft entweichen.
Die völlige Unschädlichmachung dieser übelriechenden Gase und Dämpfe bei dem Destillationsverfahren
mit kontinuierlichem Betrieb . wird durch Anwendung des Verfahrens nach
der Erfindung erreicht, indem diese Gase nach Durchgang durch den Vorwärmer mit Wasser
gewaschen und die erhaltene Lösung von Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff zu dem
Abwasser von der Destillation geleitet wird, das überschüssigen Kalk enthält. Dadurch
wird der wesentliche Erfolg erzielt, daß die übelriechenden Stoffe durch einfache, dem
kontinuierlichen Betrieb selbst entnommene Mittel in geruchlose unschädliche Verbindungen
übergeführt werden.
Das Verfahren wird folgendermaßen durchgeführt
:
Die aus dem Vorwärmer tretenden, wesentlich aus Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff
und Kohlensäure bestehenden, mit Wasserdampf gemischten Dämpfe werden in einen Wascher geleitet, in welchem sie mit Wasser
gewaschen werden, wobei die Kohlensäure wegen ihrer schwereren Löslichkeit entweicht,
ίο während Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff
in dem Waschwasser gelöst werden. Sodann wird dieses den gesamten Schwefelwasserstoff
und den Cyanwasserstoff enthaltende übelriechende Wasser mit dem überschüssigen Kalk enthaltenden, kontinuierlich abfließenden
Abwasser des Abtreibeapparates zusammengebracht, wobei etwa nicht zerstörter Schwefelwasserstoff
oder Cyanwasserstoff durch Zugabe von Kalk vernichtet wird. Bei der Berührung des Schwefelwasserstoff- und cyanwasserstoffhaltigen
Wassers mit dem heißen Kalkwasser setzt sich Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff
nach der Gleichung um
H2S + Ca (0 H)2 = CaS + 2 H2O
2HCN+ Ca(OH)2 =Ca (C N)2 + 2H2O.
Die entstandenen Verbindungen, welche vollkommen geruchlos und in Wasser löslich sind,
können mit dem Abwasser weggeführt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Beseitigung des Schwefelwasserstoffs und Cyanwasserstoffs, welche in den Gasen enthalten sind, die bei der Destillation von Gaswasser im kontinuierlichen Betrieb aus dem Sättigungsgefäß entweichen, gekennzeichnet durch die Waschung dieser Gase mit Wasser und durch die Zuführung der erhaltenen Lösung von Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff zu dem Abwasser von der Destillation, das überschüssigen Kalk enthält.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE196015C true DE196015C (de) |
Family
ID=459028
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT196015D Active DE196015C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE196015C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744971C (de) * | 1939-11-25 | 1944-02-21 | Bergwerksverband Zur Verwertun | Verfahren zum Abtrennen von Blausaeure aus Kokereigas |
| DE760924C (de) * | 1941-11-18 | 1953-04-09 | Kohlentechnik M B H Ges | Verfahren zur Gewinnung von Blausaeure |
-
0
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744971C (de) * | 1939-11-25 | 1944-02-21 | Bergwerksverband Zur Verwertun | Verfahren zum Abtrennen von Blausaeure aus Kokereigas |
| DE760924C (de) * | 1941-11-18 | 1953-04-09 | Kohlentechnik M B H Ges | Verfahren zur Gewinnung von Blausaeure |
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