DE19620949A1 - Radialdrehschieber zur Steuerung des Dampfdurchsatzes bei einer Dampfturbine - Google Patents
Radialdrehschieber zur Steuerung des Dampfdurchsatzes bei einer DampfturbineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Radialdrehschieber nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Radialdrehschieber dienen zur Steuerung des Dampfdurchsatzes bei einer Dampf
turbine. Mit einem unbeweglichen Festring und einem konzentrisch auf diesem
drehbeweglich angeordneten Drehring, dessen Winkelstellung durch einen Servomotor
veränderbar ist, gelingt es, in beiden Ringen vorgesehene Steuerschlitze mehr oder
weniger zu öffnen oder zu schließen.
Im Dampfturbinenbau verwendet man zur Steuerung von Dampfentnahmen fast aus
schließlich Ventile, obwohl Drehschieber im Vergleich hierzu relativ einfach aufgebaut
sind und auch noch einige andere Vorzüge aufweisen. Problematisch sind allerdings die
Gleitbedingungen, unter denen jeweils der Drehring auf dem Festring drehbeweglich
verschiebbar sein muß. Von wesentlicher Bedeutung sind hierbei die durch statische
Dampfkräfte erzeugten Druckverhältnisse, da diese für die Reibung zwischen den auf
einander gleitenden Teilen verantwortlich sind. Während Axialdrehschieber von dieser
Problematik voll getroffen werden, ergibt sich bei Radialdrehschiebern durch das
Gegeneinanderwirken der statischen Dampfkräfte automatisch eine statische Entla
stung des außen liegenden Drehrings.
Aus der DE 42 14 775 A1 ist ein Axialdrehschieber bekannt, bei dem mit Hilfe von
Axialnadeldrehkränzen die Gleitreibung des Drehrings weitgehend durch eine Rollen
reibung abgelöst ist. Eine entsprechende Rollenlagerung ist selbstverständlich auch bei
Radialdrehschiebern möglich, aber nur dann akzeptabel, wenn der hierbei entstehende
Gleitspalt so klein ist, daß die dadurch bedingten Dampfverluste gering bleiben. Ein
sehr schmaler Gleitspalt ist aber nicht nur wegen geringer Fertigungstoleranzen schwer
zu beherrschen, sondern kann auch unter normalen Betriebsbedingungen zu Proble
men führen. Drehschieber unterliegen beim Einsatz Temperatureinwirkungen von eini
gen hundert Grad. Durch uneinheitliche Wärmedehnungen beim Drehring einerseits und
Festring andererseits können große, jede Bewegung verhindernde Hemmkräfte entste
hen, weil die vorgesehenen Spiele verschwinden und dadurch regelrechte
"Klemmverbindungen" erzeugt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, einen Radialdrehschieber nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 zu schaffen, bei dem es gelingt die Breite des Gleitspaltes zu
optimieren und das Risiko einer für den Turbinenbetrieb äußerst gefährlichen
Klemmung des Systems zu vermeiden oder zumindest deutlich zu vermindern.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind
in den Unteransprüchen genannt.
So wie das Turbinengehäuse durch eine Teilfuge in ein Ober- und ein Unterteil
gespalten ist, sind auch Fest- und Drehring bei einem Radialdrehschieber grundsätzlich
geteilt. Im Unterschied zu herkömmlichen Konstruktionen ist es jedoch ein wesentlicher
Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung, daß Drehringoberteil und Drehringunterteil nicht
starr, sondern durch geeignete Verbindungsmittel so miteinander verbunden sind, daß
der Abstand von mindestens zwei sich gegen überstehenden Enden dieser beiden
Ringhälften veränderbar ist. Dadurch ist eine Veränderung des Drehring-
Innendurchmessers ermöglicht, und es kann das für Drehbewegungen erforderliche
Gleitspiel zwischen Drehring und Festring angepaßt werden.
Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes sieht vor, daß
die Verbindungsmittel mit mindestens einem Federelement zusammenwirken, das die
beiden Teile des Drehrings im Normalfall fest zusammenhält, aber unter der Einwirkung
von Klemmkräften automatisch eine Vergrößerung des Gleitspiels ermöglicht.
Der bei einer Verwendung von Federelementen naheliegende Einsatz von je einem
Federelement an den beiden Enden der miteinander zu verbindenden Ringhälften, kann
dadurch noch vereinfacht werden, daß zwei sich gegenüberstehende Enden der beiden
Drehringhälften, durch ein Scharnier zusammengehalten werden, so daß nur ein
Federelement benötigt wird.
Für den Einsatz des Federelementes an den beiden sich gegenüberstehende Enden
der beiden Drehringhälften, die nicht durch ein Scharnier verbunden sind, ist
vorgesehen, daß hier eine Bundschraube angreift, die in eine Gewindebuchse der einen
Drehringhälfte eingeschraubt ist. Mit ihrem Kopf erfaßt die Bundschraube eine
Druckfeder, die sich auf einem Kragen der anderen Drehringhälfte abstützt. Sobald
Klemmkräfte auftreten, die größer sind als die von der Druckfeder ausgehende, die
beiden Ringhälften verbindende Federkraft, vergrößert sich an dieser Stelle die Teilfuge
zwischen den beiden Ringhälften und die Gleitreibung vermindert sich.
Eine noch sicherere Öffnung der Teilfuge bei zu hoher Gleitreibung wird dann erreicht,
wenn die Stellkräfte des den Drehring betätigenden Servomotors unmittelbar an der
Teilfuge angreifen. Hierzu ist vorgesehen, daß ein die Verbindung zum Servomotor
herstellender Anlenkhebel an einer Anlenkgabel endet, an deren Gabelzinken je ein
nach innen weisender Bolzen befestigt ist und daß diese beiden Bolzen mittig zur
Teilfuge in eine Bohrung eingreifen, die je zur Hälfte im Drehringoberteil und
Drehringunterteil ausgespart ist.
Die Steuerprofile bestimmen die Art der Steuerschlitze, die ihrerseits zum Dampfkanal
gehören und entsprechend der Stellrichtung des Drehrings geöffnet oder geschlossen
werden. Es ist vorteilhaft den Steuerprofilen eine aerodynamische Form zu geben.
Hierbei werden dem Festring die Profilköpfe zugeordnet, während die Profilenden im
Festring liegen. Das Gesamtprofil kommt dann bei voller Steuerschlitzöffnung zur
Geltung.
Obwohl das automatische Vergrößern des Gleitspiels sehr vorteilhaft ist, könnte man
alternativ auch Verbindungsmittel vorsehen, die mit entsprechenden Werkzeugen,
vorzugsweise durch Betätigung von Schraubelementen, einstellbar sind. Hierdurch wäre
es möglich in jedem Einzelfall das benötigte Gleitspiel zu optimieren.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen radialen Schnitt durch ein Dampfturbinengehäuse im Bereich des
Drehschiebers, mit Ober- und Unterteil und Verbindungsmitteln,
Fig. 2 ein vergrößertes Detail X des Radialdrehschiebers mit Verbindungsmitteln
und Betätigungsmitteln des Servomotors,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Betätigungsmittel nach Fig. 2 entlang der
Schnittlinie AA im Bereich der Teilfuge.
Das Verständnis der zu beschreibenden Anordnung wird erleichtert, wenn man die sich
ergänzenden Details aller Fig. 1 bis 3 gemeinsam in die Betrachtung mit einbezieht. In
nerhalb eines Turbinengehäuses 3 befindet sich ein Radialdrehschieber 1, 2 mit seinem
Festring 1 und seinem konzentrisch dazu angeordneten, außenliegenden Drehring 2.
Sowohl das Turbinengehäuse 3, als auch der Radialdrehschieber 1, 2 sind entlang ei
ner Teilfuge 16 in Ober- und Unterteile geteilt.
Die Dampfsteuerung erfolgt mit Steuerprofilen 4, deren Profilköpfe 4a dem Drehring 2
und deren Profilenden 4b dem Festring 1 zugeordnet sind. Zwischen den Steuerprofilen
liegen Steuerschlitze 17, die zum Dampfkanal 5 gehören und in den vorliegenden Dar
stellungen voll geöffnet sind. Bei dieser Winkelstellung des Drehrings 2 zum Festring 1
liegen Profilköpfe 4a und Profilenden 4b formschlüssig aufeinander und bilden durch
ihre aerodynamisch optimierte Form nur einen relativ geringen Widerstand für den in
Dampfrichtung 7 vom Dampfkanal-Vorderteil 5a zum Dampfkanal-Hinterteil 5b durch
strömenden Dampf. Von hier aus gelangt der Dampf dann zu den Laufschaufeln des
Turbinenrotors 6. Durch Drehen des Drehrings 2 können sich die Profilköpfe 4a gegen
über den Profilenden 4b soweit verschieben, daß die Steuerschlitze 17 völlig geschlos
sen werden. Bei vermindertem Querschnitt der Steuerschlitze 17 spielt die Form der
Steuerprofile 4 dann keine so große Rolle mehr.
Zum drehbeweglichen Verstellen des Drehrings 2 gegenüber dem Festring 1 dient ein
nicht dargestellter Servomotor, der über einen Anlenkhebel 10 am Drehring 2 angreift.
Hierzu befindet sich am Ende des Anlenkhebels 10 eine Anlenkgabel 11 mit Gabelzin
ken 11a, 11b, in denen nach innen weisende Bolzen 12 befestigt sind, die im Bereich
der Teilfuge 16 in entsprechende Bohrungen im Drehring 2 eingreifen. Bei der in soweit
beschriebenen Anordnung würde eine vom Servomotor ausgehende Zugkraft den
Drehringunterteil 2b vom Drehringoberteil 2a wegziehen während sich bei einer Druck
kraft die Verhältnisse umkehren würden. In beiden Fällen würde sich aber der Innen
durchmesser des Drehrings 2 bzw. der in der Teilfuge 16 liegende Spalt vergrößern.
Eine Vergrößerung des Innendurchmessers soll jedoch nur dann stattfinden, wenn die
Gleitreibung einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet, um dann diesen Wert auf
einen angemessenen Betrag zu vermindern. Hierzu ist eine entsprechend dimensionier
te Druckfeder 15 vorgesehen, die vom Kopf einer Bundschraube 14 erfaßt und gegen
einen Kragen 19 des Drehringoberteils 2a gepreßt wird. Da die Bundschraube 14 in
eine Gewindebuchse 13 des Drehringunterteils 2b eingeschraubt ist, werden Dreh
ringoberteil 2a und Drehringunterteil 2b von der Druckfeder 15 mit der ihr eigenen Fe
derkraft zusammengehalten. Nur wenn zwischen Drehring 2 und Festring 1 eine Friktion
auftritt, die diese Federkraft überschreitet, vergrößert sich bei Betätigung des Anlenk
hebels 10 der Spalt im Bereich der Teilfuge 16 soweit, daß die Gleitreibung sinkt und
eine Drehbewegung möglich wird.
Bezugszeichenliste
1 Festring
2 Drehring
2a Drehringoberteil
2b Drehringunterteil
3 Turbinengehäuse
4 Steuerprofile
4a Profilköpfe
4b Profilenden
5 Dampfkanal
5a Dampfkanal-Vorderteil
5b Dampfkanal-Hinterteil
6 Laufschaufeln des Turbinenrotors
7 Dampfrichtung
8 Scharnier
9 Scharnierwelle
10 Anlenkhebel
11 Anlenkgabel
11a, 11b Gabelzinken
12 Bolzen
13 Gewindebuchse
14 Bundschraube
15 Klemmfeder
16 Teilfuge
17 Steuerschlitze
18 Gleitspalt
19 Kragen
2 Drehring
2a Drehringoberteil
2b Drehringunterteil
3 Turbinengehäuse
4 Steuerprofile
4a Profilköpfe
4b Profilenden
5 Dampfkanal
5a Dampfkanal-Vorderteil
5b Dampfkanal-Hinterteil
6 Laufschaufeln des Turbinenrotors
7 Dampfrichtung
8 Scharnier
9 Scharnierwelle
10 Anlenkhebel
11 Anlenkgabel
11a, 11b Gabelzinken
12 Bolzen
13 Gewindebuchse
14 Bundschraube
15 Klemmfeder
16 Teilfuge
17 Steuerschlitze
18 Gleitspalt
19 Kragen
Claims (7)
1. Radialdrehschieber zur Steuerung des Dampfdurchsatzes bei einer
Dampfturbine, mit einem unbeweglichen Festring (1) und einem konzentrisch auf
diesem drehbeweglich angeordneten Drehring (2), dessen Winkelstellung durch einen
Servomotor veränderbar ist und der erste Steuerprofile (4a) besitzt, die mit
entsprechenden zweiten Steuerprofilen (4b) des Festrings (1) so korrespondieren, daß
zwischen den Steuerprofilen (4) liegende Steuerschlitze (17) im Sinne eines Öffnens
oder Schließens veränderbar sind, wobei der Drehring (2) im Bereich der Teilfuge (16)
in ein Drehringoberteil (2a) und ein Drehringunterteil (2b) geteilt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß Drehringoberteil (2a) und Drehringunterteil (2b) durch geeignete
Verbindungsmittel (8, 9; 11 bis 15) so miteinander verbunden sind, daß der Abstand von
mindestens zwei sich gegenüberstehenden Halbringenden veränderbar ist, und dadurch
eine Veränderung des Drehring-Innendurchmessers ermöglicht, um das für
Drehbewegungen erforderliche Gleitspiel zwischen Drehring (2) und Festring (1)
anzupassen.
2. Radialdrehschieber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungsmittel mit mindestens einem Federelement (15) zusammenwirken, das die
beiden Teile des Drehrings (2) im Normalfall fest zusammenhält aber unter der
Einwirkung von Klemmkräften automatisch eine Vergrößerung des Gleitspiels
ermöglicht.
3. Radialdrehschieber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel (8, 9; 11 bis 15) ein Scharnier (8) besitzen,
das zwei sich gegenüberstehende Enden der beiden Drehringhälften (2a, 2b)
zusammenhält.
4. Radialdrehschieber nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß an den
beiden anderen sich gegenüberstehende Enden der beiden Drehringhälften (2a, 2b),
die nicht durch das Scharnier (8) verbunden sind, eine Bundschraube (14) angreift, die
in eine Gewindebuchse (13) der einen Drehringhälfte (2b) eingeschraubt ist und mit
ihrem Kopf eine Druckfeder (15) erfaßt, die sich auf einem Kragen der anderen
Drehringhälfte (2a) abstützt.
5. Radialdrehschieber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß ein die Verbindung zum Servomotor herstellender Anlenkhebel
(10) an einer Anlenkgabel (11) endet, an deren Gabelzinken (11a, 11b) je ein nach
innen weisender Bolzen (12) befestigt ist und daß diese beiden Bolzen (12) mittig zur
Teilfuge (16) in eine Bohrung eingreifen, die je zur Hälfte im Drehringoberteil (2a) und
Drehringunterteil (2b) ausgespart ist.
6. Radialdrehschieber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerprofile (4) aus dem Drehring (2) zugeordneten
Profilköpfen (4a) und dem Festring (1) zugeordneten Profilenden (4b) bestehen und
diese durch ihre Stellung zueinander die zu einem Dampfkanal (5) gehörigen
Steuerschlitze (17) öffnen oder schließen.
7. Radialdrehschieber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungsmittel (8, 9; 11 bis 15) mit entsprechenden Werkzeugen, vorzugsweise
durch Betätigung von Schraubelementen, einstellbar sind.
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE19620949A DE19620949A1 (de) | 1996-05-24 | 1996-05-24 | Radialdrehschieber zur Steuerung des Dampfdurchsatzes bei einer Dampfturbine |
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| US08/863,360 US5799927A (en) | 1996-05-24 | 1997-05-27 | Radial rotary slide valve for controlling the steam flow rate in a steam turbine |
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